Die Cobra beisst sich durch ein stagnierendes Business

Arnold «the Cobra» Gjergjaj tritt am Samstag zu seinem 19. Profikampf im Schwergewicht an. Der Prattler Boxer bewegt sich in einer kriselnden Sportart, was die Karriereplanung nicht ganz einfach gestaltet.

Arnold Gjergjaj, Boxclub Basel vs Alexander Kahl (Bild: Patrick Blatter)

Arnold «the Cobra» Gjergjaj tritt am Samstag zu seinem 19. Profikampf im Schwergewicht an. Der Prattler Boxer bewegt sich in einer kriselnden Sportart, was die Karriereplanung nicht ganz einfach gestaltet.

Die Planungen liefen seit geraumer Zeit. Vielleicht aber war der Moment der Ankündigung auch einer Mischung aus Adrenalin und Endorphin geschuldet. Minuten nachdem Arnold «the Cobra» Gjergjaj Mitte September seinen 17. Profikampf durch K.o. in der ersten Runde gewonnen hatte, verkündete Trainer und Manager Angelo Gallina, als nächstes stehe ein interkontinentaler Titelkampf auf dem Programm.

Boxen und Jazz

Die Box-Kultur-Veranstaltung Boxeo geht am Samstag, 1. Dezember ab 20 Uhr im Grandcasino Basel in die 24. Runde. Hauptattraktion wird der Profikampf im Schwergewicht zwischen dem Prattler Arnold «the Cobra» Gjergjaj und dem Ukrainer Maksym Pedyura sein.
Dazu gibt es Amateurkämpfe – unter anderem mit den frisch gebackenen Schweizer Meisterinnen Sandra «the Silence» Brügger und Sarah-Joy «der Engel» Rae. Für den kulturellen Teil ist das Trio um den Saxophonisten Peter Klein zuständig. Der Vorverkauf läuft über die Website des Casinos.

Was danach kam, war allerdings ein Kampf mit einem Gegner, der sich als standfester als so mancher Schwergewichtsprofi erwies: Peter Stucki, Präsident der Berufsbox-Kommission von Swiss Boxing, legte gegen jeden Gegner und jeden Box-Verband, den Gallina für einen Titelkampf vorschlug, sein Veto ein. Und ohne den Segen von Swiss Boxing darf ein Boxer mit Schweizer Lizenz in der Schweiz nicht boxen.

Fünf Kämpfe in Serie mit einem schnellen Ende

So bekam Gjergjaj Ende Oktober in der Markthalle keinen Titelkampf. Und der Pole Mateusz Malujda, der schliesslich als Gegner gefunden werden konnte, hielt Gjergjajs Fäusten kaum zwei Minuten stand. Es war der fünfte Kampf in Serie, den der Vertreter des Boxclubs Basel innerhalb der ersten drei Runden durch K.o. für sich entscheiden konnte.

Wer nun aber Gallina Fragt, ob ein Kampf über eine längere Distanz der Entwicklung seines Schützlings nicht förderlich wäre, erntet nur ein Kopfschütteln. «Hätten wir bei Mike Tyson auch gesagt: Du, Mike, es wäre für deine technische Entwicklung gut, wenn du mal über die volle Distanz gehen würdest?», fragt er rhetorisch.

Und stellt sogleich fest, dass er Gjergjaj natürlich nicht auf dieselbe Stufe wie Tyson stellt: «Aber Arnold hat schon einen harten Schlag. Wenn er richtig trifft, dann ist der Kampf zu Ende. Das ist nicht wie im Fussball, wo nach einem Tor noch weitergespielt wird.»

Schlussendlich, sagt Gallina, gehe es darum, den Kampf zu gewinnen: «Und der K.o. ist eine Möglichkeit. Wenn Arnold die Möglichkeit dazu sieht, muss er sie packen.»

In der Karriereplanung im Soll

In der Karriereplanung sieht sich Gallina mit Gjergjaj nach 18 Siegen in 18 Kämpfen im Fahrplan. «Unser Ziel war es, Ende 2013 in die Top 100 der Boxrec-Weltrangliste vorzustossen», sagt Gallina. Derzeit steht Gjergjaj auf Rang 114.

Das Problem, das sich den beiden stellt: Um in der Rangliste nach oben zu kommen, müsste Gjergjaj besser klassierte Boxer schlagen. Von diesen aber, sagt Gallina, seien viele derzeit kaum aktiv: «Das Box-Business stagniert. Und weil das Geld fehlt, boxen viele Kämpfer derzeit sehr wenig.»

Soll es weiter vorwärts gehen, braucht Gjergjaj aber Kämpfe – und Siege. An diesem Samstag wird ihm mit Maksym Pedyura ein Gegner gegenüberstehen, der zwar von seinen letzten zehn Kämpfen nur drei gewinnen konnte (bei einem Remis), der aber trotzdem nicht den Ruf von Fallobst hat. Im Mai 2012 verlor der Ukrainer gegen den ehemaligen Cruiser-Weltmeister Juan Carlos Gomez, kam dabei aber über die ganze Distanz.

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