Ein Andrist wie auf Drogen reicht für ein betäubtes Le Mont

Der FCB steht nach einem ungefährdeten 6:1 Sieg gegen Le Mont im Halbfinal des Schweizer Cup.

Da war es schon fast vorbei: Jubelnde Basler nach dem 1:0 in der 6. Minute durch Stephan Andrist. (Bild: PATRICK STRAUB/Keystone)

Der FCB steht nach einem ungefährdeten 6:1 Sieg gegen Le Mont im Halbfinal des Schweizer Cup. Dort trifft er am 26. März auf den FC Luzern.

Der FC Basel gab sich zuerst alle Mühe, sich als anständiges Auswärtsteam im eigenen Stadion zu geben. Der Verkehr vor dem St.Jakob rauschte wie an einem gewöhnlichen Ausverkaufsmittwoch, die Schlangen vor dem Wurststand sahen eher nach Amriswil als nach Basel aus (gut gezählte 6138 Zuschauer verirrten sich ins Stadion) und jener Spieler, der in einem regulären Heimspiel gegen einen regulären Gegner nie eine Chance erhalten würde, spielte von Anfang an.

Und wie.

Wie auf Drogen!

Als ob es für ihn kein Morgen mehr geben würde (wir wollen nicht kalt sein, aber geht es nach den echten Experten Raz und Kieslich, wird es für den halbschnellen Thuner auch kein Morgen mehr geben) rannte der Stephan Andrist (hier wahlweise einsetzen: «wie von der Tarantel gestochen», «wie von Sinnen», «wie ein Feuerwehrmann auf der Suche nach einem hilflosen Kätzchen» oder eben: «wie auf Drogen!») den Platz rauf und runter.

Vorbei

Resultat: 1:0 nach sechs Minuten (das besorgte Andrist selbst), 2:0 nach acht Minuten (da war er für die Vorlage auf Marek Suchy per Corner besorgt). Es war Andrist gegen den Rest der Welt, Andrist gegen die Romandie, Andrist gegen Andrist. Das hörte auch nach dem 2:0 nicht auf. Er warf sich in Le Montische Beine, grätschte und passte und tat alles dafür, seinem Chef Yakin doch noch zu beweisen, dass er eben mehr ist als ein mittelmässiger Super-League-Stürmer. Zur Belohnung gibt es folgenden Tweet:

Und zur Belohnung gibt es ausserdem einen abreisenden Trainer. Uli Forte, Nichtmeister-Trainer bei GC und Nichtmeister-Trainer wohl auch bei YB, beobachtete seinen Gegner vom nächsten Sonntag und seinen Besieger aus dem Cup-Achtelfinal. Forte, das fand der Kollege Christoph Kieslich heraus, ist immer noch sauer, dass er mit seinen Young Boys auf dem vereisten Platz von Le Mont antreten musste (und unterging!). Dann meinte er noch: «Die von Le Mont kommen ja nicht einmal in den Strafraum!», nahm sein taktisch vollgekritzeltes iPad unter den Arm und verabschiedete sich Richtung Bern. Bis am Samstag in Basel, Herr Forte! «YB muss falle!», sang die etwas umdisponierte Muttenzerkurve (man nahm in den oberen Rängen Platz) später. Uli Forte wird es nicht mehr gehört haben.

Nein Danke

Später. Das war nach dem 3:0 (Streller mit einem «Ich-umkurv-jetzt-mal-den-Goalie»-Tor), nach dem 4:0 (Fabian Frei mit einem «Warum-soll-es-nach-der-Pause-für-euch-einfacher-werden?»-Schieber), nach dem 5:0 (David Degen mit einem Degen-Gedenk-Lupfer), nach dem 6:0 (Andrist mit einem «Der-Andrist-hat-noch-nicht-genug!»-Sololauf) und nach dem ehrenvollen 6:1 (Sid Ahmed Bouziane, der Maradona von Nordafrika, mit einem geschmackvollen Stocherer) und noch vor der kürzesten Pressekonferenz aller Zeiten («Fragen?» – «Nein, ok, danke.»)

Tja. Das wars. Ein inferiorer Gegner geht gegen ein gut aufgestelltes Basel mit fünf Toren Unterschied unter. Und das in der Woche, in der Beni Huggel einen 50-Prozent-Job ablehnt und wahrscheinlich nach Luzern geht (zum Gegner des FCB im Cup-Halbfinal am 26. März), in der die Muttenzerkurve ihre Muttenzerkurve per Spraydose verschönert und in der Beni Huggel einen 50-Prozent-Job ablehnt und wahrscheinlich nach Luzern geht (Man kann es nicht gut oft sagen. Verdammt! Unser Beni!).

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Konversation

  1. Der Matchbericht über die «TagesWoche» war heute aber sehr prominent: «Papierene Wahrheit in Zürcher Abfallkübel». Zum Glück gibt es Alternativen.

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  2. Zum Glück gibt es die Tageswoche als Alternative! Wo sonst würde ich einen Matchbericht über den FCB lesen können! Aber vielleicht freut dieser Kommentar die Redaktion gar nicht und ich werde „von der Redaktion nicht hervorgehoben“? Welche Arroganz! Schade, gibt es in unserem kleinen Land nicht mehr Flughäfen

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