Elf Dragovics sollt ihr sein

Für Heiko Vogel war Aleksandar Dragovic der einzige Spieler des FC Basel, der mit der richtigen Einstellung am Werke war. Wir fanden Valentin Stocker noch in Ordnung. Sonst war es nicht so toll, was die Basler beim FC St. Gallen über die 93 Minuten gesehen zu bieten hatten.

FC Basel's (FCB) Alexander Frei (C) reacts during their Swiss Super League soccer match against FC St. Gallen in St. Gallen August 25, 2012. REUTERS/Miro Kuzmanovic (SWITZERLAND - Tags: SPORT SOCCER) (Bild: MIRO KUZMANOVIC)

Für Heiko Vogel war Aleksandar Dragovic der einzige Spieler des FC Basel, der mit der richtigen Einstellung am Werke war. Wir fanden Valentin Stocker noch in Ordnung. Sonst war es nicht so toll, was die Basler beim FC St. Gallen über die 93 Minuten gesehen zu bieten hatten.

Yann Sommer | 3,5 |
Wird beim 1:1 durch Cavusevic in der nahen Ecke erwischt. Das allerdings auch von einem Schuss mit einer gerüttelt Mass Energie dahinter. Die fehlte zwar bei Scariones Abschluss in der 55. Minute. Trotzdem flutschte der Ball durch Sommers Finger und danach knapp am Basler Tor vorbei. Auf der Habenseite sind seine zwei Paraden gegen Etoundi und Scarione, die in der Schlussphase jeweils äusserst alleine vor ihm auftauchten.

Markus Steinhöfer | 3,5 |
Bei dem Riesenpensum, das er jeweils abspult, sind einige Schluddrigkeiten verständlich. Gegen St. Gallen hätten es aber gerne ein paar Fehlpässe weniger sein dürfen. Beim 1:2  scheinbar vom Lauf des Balls überrascht und darum zu wenig nah an Torschütze Regazzoni. Wurde in Hälfte eins auch zu oft von Vordermann Salah mit der Defensivarbeit alleine gelassen.

Aleksandar Dragovic | 4,5 |
Am Ende hätte Mittelfeldregisseur Dragovic gerne den Ball auf Flügelflitzer Dragovic gespielt, der den Ball dann auf Mittelstürmer Dragovic geflankt hätte, scheiterte dabei aber am Raum-Zeit-Kontinuum. Wehrte sich mit jeder Faser seines Körpers gegen die Niederlage, und wurde dafür von Trainer Vogel mit einer persönlichen Streicheleinheit (Elf Dragovics müsst ihr sein) bedacht.

Radoslav Kovac | 3,5 |
Machte sich in der zehnten Minute auf zu beweisen, dass nicht stimmt, was hier  immer und immer wieder behauptet wurde: Dass er kein Mann für die gepflegte Spielauslösung sei. Sein Pass auf Stocker vor dem 1:0 war gehobenes Niveau. Machte sich danach ab der elften Minute auf zu beweisen, dass stimmt, was hier immer und immer wieder behauptet wird: Er ist kein Mann für die gepflegte Spielauslösung. Beim 1:2 arg passiv.

Kay Voser | 3,5 |
Das erste nicht so gute Spiel seit seinem Comeback. Das 1:1 fällt über seine Seite. Und in Hälfte eins war hinten links immer wieder ein Loch, in das die St. Galler ihre Steilzuspiele schicken konnten.

Mohamed Salah | 3,5 |
Er hätte es auf dem Fuss gehabt, die Partie in der 31. Minute für den FCB zu entscheiden. Doch alleine vor Lopar setzte er den Ball mit einem Lupfer auf und nicht in das Tor. Ist beim rückwärtsrennen interessanterweise nur halb so schnell, wie wenn es mit dem Ball am Fuss nach vorne geht. Hintermann Steinhöfer dürfte sich für die Mehrarbeit herzlich bedanken. Musste in der 48. Minute verletzt raus und verpasst wohl das Spiel in Cluj.

Fabian Frei | 3,5 |
Ja, er hatte seine guten Momente. Aber so richtig ins Spiel fand er trotzdem nicht. Konnte er gar nicht, weil er von zwei Alphatierchen ins Sandwich genommen wurde. Hinten konnte er sich keine Bälle holen, weil da schon Diaz alles abgraste. Und vorne wilderte oft Alex Frei im Jagdgebiet seines Namensvetters.

Marcelo Diaz | 3,5 |
Fein gezogen war sein Steilpass auf Salah in der 31. Minute. Fein eigentlich sein ganzes Spiel in der ersten halben Stunde. Danach aber verhinderte auch er nicht, dass die Basler die Partie zu leicht den St. Gallern überliessen. Wurde nach 66 Minuten gegen Cabral ausgetauscht, als er sowieso kaum mehr sichtbar war. Sollte wohl für Cluj geschont werden.

Valentin Stocker | 4,5 |
Verarbeitete Kovacs Zuspiel wunderbar und leitete ideal auf Zoua weiter – 1:0. War auch danach einer der wenigen Basler Aktivposten. Hätte in der 83. Minute einen Elfmeter zugesprochen erhalten können, sah stattdessen Gelb und wollte sich gleich auswechseln lassen. Das war nicht so professionell. Untersagte sich danach vor der Presse einen Rundumschlag. Das war sehr professionell.

Jacques Zoua | 3,5 |
Eine Chance, ein Tor. Was für eine Effizienz, könnte man da jubeln. Aber wenn das eine Tor die einzige gute Szene im ganzen Spiel bleibt? Wenn danach bloss noch Fehlpässe, verstolperte Bälle und Missverständnisse in Erinnerung bleiben?

Alex Frei | 3 |
Der Stürmer kommt aus einer fast einmonatigen Verletzungspause. Das zu seiner Verteidigung. Andere tasten sich danach mit kleinen Schritten wieder heran. Frei will alles. Und er will es sofort. Rannte praktisch immer im Mittelfeld herum, wo er den Ball aber auch nicht besser verteilte als die Mittelfeldspieler. Und nach ganz vorne bleibt eine Szene: Sein Freistoss, den Goalie Lopar in der 59. Minute an den Pfosten lenkt.

David Degen | 3 |
Kam in der 51. Minute mitten im St. Galler Jubel über das 1:1 für Salah aufs Feld. Hatte einmal sogar so etwas wie eine Abschluss-Chance im Anschluss an einen Eckball (63.). Sonst war da wenig bis nichts.

Cabral | 3,5 |
Ersetzte Diaz in der 66. Minute und ist wohl schlicht der falsche Mann, wenn es darum geht, das Team nach einem Rückstand wieder in die Offensive zu führen.

Stjepan Vuleta | – |
Kam in der 87. Minute für Zoua aufs Feld und war damit eindeutig zu kurz im Einsatz, um benotet zu werden.

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