FCB rotiert in Luzern zu einem beschwingten Sieg

Mit einer auf sieben Positionen rotierten Startelf gewinnt der FC Basel beim 3:0 (0:0) in Luzern die letzten drei zu vergebenen Punkte des Jahres in der Super League. Er überwintert damit als Tabellenführer mit komfortablem Vorsprung. Den Unterschied macht dabei Matias Delgado, der jeweils auf Vorarbeit von Marco Streller die ersten beiden Tore erzielt. Breel Embolo trifft in der Nachspielzeit zum 3:0 beim Tabellenletzten.

Matias Delgado, rechts, und Ahmed Hamoudi, links, von Basel, feiern das Tor zum 0:1 für Basel, im Fussball Meisterschaftsspiel zwischen dem FC Luzern und dem FC Basel, am Samstag, 6. Dezember 2014, in Luzern. (Keystone/Urs Flueeler)

(Bild: Keystone/URS FLUEELER)

Mit einer auf sieben Positionen rotierten Startelf gewinnt der FC Basel beim 3:0 (0:0) in Luzern die letzten drei zu vergebenen Punkte des Jahres in der Super League. Er überwintert damit als Tabellenführer mit komfortablem Vorsprung. Den Unterschied macht dabei Matias Delgado, der jeweils auf Vorarbeit von Marco Streller die ersten beiden Tore erzielt. Breel Embolo trifft in der Nachspielzeit zum 3:0 beim Tabellenletzten.

Einer der Gründe war der Gegner. Denn hätte der FC Basel nicht gegen den gebeutelten Tabellenletzten aus Luzern gespielt, hätte Paulo Sousa möglicherweise nicht auf sieben Positionen frische Kräfte gebracht. Die Rotation, vom portugiesischen Übungsleiter zuletzt immer seltener angewendet, änderte gegen den FC Luzern indes nichts an der Basler Erfolgsserie. 

3:0 gewann Rotblau schliesslich gegen die Innerschweizer, es war der fünfte Sieg in der Super League in Serie. Der Gegner konnte dem Meister nur in der ersten Halbzeit Paroli bieten; das endete spätestens, als Matias Delgado in der 56. Minute den ersten – und wenige Minuten später (61.) den zweiten Treffer erzielte.

Die grossen Zuspiele des Marco Streller

Beide Male hatte Marco Streller die Vorarbeit geleistet: Beim ersten Tor spielten sich der Captain und der Argentinier mit einem Doppelpass durch die Luzerner Abwehr. Und beim zweiten Treffer leitet der 33-Jährige ein vertikales Zuspiel Taulant Xhakas im Fallen mit seinen «langen Beinen» (Streller) auf Delgado weiter. Wie dieser bei seinem dritten Meisterschaftstor Torhüter David Zibung umspielte, war die feine Vollendung einer prächtigen Kombination.

«Ich freue mich sehr für Matias», sagt Streller, «denn er, der ein genialer Fussballer ist, hatte auch keine einfache Zeit.» Es habe gegen Luzern diese beiden Geniestreiche Delgados gebraucht, urteilt der Captain über die beiden Szenen, die die Luzerner Gegenwehr endgültig zu brechen schienen – und die Basler Überlegenheit auf der Anzeigetafel offizialisierten. Eine Überlegenheit, die sich vor allem darin zeigte, dass die Luzerner Abwehrreihen die Basler Angriffe nur selten stoppen konnten; wobei insbesondere Innenverteidiger François Affolter immer wieder Mühe bekundete.

Dessen Trainer Markus Babbel kommt nach der neunten Niederlage zum Schluss: «Es ist immer das Gleiche, wir können die Kompaktheit einfach nicht über 90 Minuten aufrecht erhalten», resümiert der Deutsche, der mit seiner Mannschaft von einem Grossteil der 11’830 Zuschauer mit Pfiffen in die Weihnachtsferien verabschiedet wurde.

Die älteren Semester überzeugen

In der ersten Halbzeit allerdings, da sah es für den Tabellenletzten, der nach der Partie die Trennung von Sportdirektor Alex Frei bekannt gab, nicht nur schlecht aus. «Wir haben früh gepresst und wenig zugelassen», bilanziert Babbel: Basel schoss erst kurz vor der Pause durch Davide Calla erstmals auf Zibungs Tor. Aber Basel kombinierte eben doch flüssiger – und Basel, das ohne die gesperrten Shkelzen Gashi, Marek Suchy und Marcelo Diaz angetreten war, hatte die besseren Einzelspieler.

Dazu gehörte neben den herausragenden Delgado und Streller auch der dritte Ü-30-Spieler: Walter Samuel, der im letzten Spiel der Vorrunde zu seinem vierten Einsatz in der Meisterschaft kam. «Il muro» machte seinem Ruf als mauernder Argentinier alle Ehre, köpfte Bälle weg, hielt seine Füsse ins Zentrum der Luzerner Offensivbemühungen und eröffnete obendrein wiederholt klug das Spiel nach vorne.

Allerdings war auch er es, der für eine Unsportlichkeit Basels einzige Gelbe Karte entgegen nahm, und der mit einem missglückten Kopfball in der Rückwärtsbewegung dafür sorgte, dass Torhüter Tomas Vaclik von Marco Schneuwly geprüft wurde. Als zentraler Akteur einer Dreierkette, der links von Naser Aliji und rechts von Fabian Schär flankiert war, hatte Samuel aber nichtsdestotrotz seinen besten Auftritt im Basler Trikot.

Babbel ist froh, dass die Winterpause kommt

In einem «vor allem zu Beginn schwierigen Spiel», wie Sousa zurückblickt, verliess Schär in der 53. Minute für Fabian Frei den Platz. Nachdem er zweimal unglücklich und wohl auch schmerzhaft auf dem tiefen Rasen der Swissporarena aufgeprallt war.

Es war eine Auswechslung, die auch präventiven Charakter hatte. Denn während Luzerns Trainer Markus Babbel froh ist, «dass jetzt die Winterpause kommt», steht für Basel noch ein Spiel an: das alles entscheidende gegen Liverpool in der Champions League. Am kommenden Dienstag. An der Anfield Road.

Sousa blickt erwartungsvoll auf die anstehenden Tage. Und er dürfte diese Zeit der Vorbereitung zuversichtlich verbringen. Auch, weil er zufrieden ist «mit dem Resultat gegen Luzern, vor allem, da wir hinten eine weisse Weste behielten».

So viele Punkte vor Weihnachten wie seit 2005 nicht mehr

Breel Embolos 3:0 in der Nachspielzeit, das der 17-Jährige aus kurzer Distanz und auf scharfe Hereingabe von Davide Calla erzielte, war schliesslich gleichbedeutend mit dem 40. Basler Tor der Vorrunde. Letztmals treffsicherer waren die Rotblauen in der Saison 2009/2010 (41). Und was die Punkte anbelangt, war es gar die beste Vorrunde seit der Spielzeit 2005/06 – an deren Ende der FC Zürich Meister wurde.

Auf diesen haben die Basler nun acht Punkte Vorsprung, die weiter Bestand hätten bei einer Zürcher Niederlage am Sonntag gegen Thun. «Dann könnten wir mit einem schönen Polster in den Winter gehen», sagt Streller zu dieser Ausgangslage.

Ein zufriedener Trainer, ein beeindruckter Präsident

Von den letzten acht Spielen hat der FCB sieben gewonnen (bei einer Niederlage gegen Real Madrid), er ist dabei fünf Mal ohne Gegentor geblieben, hat zwei seiner drei Gegentreffer per Penalty erhalten und nur ein Gegentor aus dem Spiel heraus (Cristiano Ronaldo). Und souverän wirken die Dreier in Serie obendrein. «Was mich am meisten beeindruckt», sagt FCB-Präsident Bernhard Heusler, «ist, wie stabil die Mannschaft ist.»

«Sehr glücklich» nach einer in der zweiten Halbzeit in Luzern «grossartigen Vorstellung» ist deshalb Paulo Sousa. So klingt ein zufriedener Coach, der in der finalen Phase seines ersten halben Jahres in Basel endgültig angekommen ist.

 

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