Federer: 300 Wochen an der Spitze sind möglich

Der Triumph in Wimbledon und die schlechten Leistungen im Vorjahr machen es möglich: Roger Federer hat eine hervorragende Ausgangslage, um auf total 300 Wochen an der Weltranglistenspitze zu kommen. Schafft er es bis Basel nicht, wird es allerdings eng.

So sinken Sieger nieder. Roger Federer im Moment der Rückkehr auf den Tennis-Thron. (Bild: Reuters/TOBY MELVILLE)

Mit dem Sieg in Wimbledon kehrt Roger Federer an die Weltranglistenspitze zurück. Damit egalisiert er den Rekord von Pete Sampras, der insgesamt 286 Wochen an der Spitze lag. Federer hat nun gute Chancen, die 300er-Marke zu knacken.

Erstmals seit Juni 2010 steht Roger Federer wieder an der Spitze der Tennis-Weltrangliste. Am Montag beginnt seine insgesamt 286. Woche auf Platz 1 des ATP-Rankings. Er egalisiert damit den Rekord von Pete Sampras – und da weder Nadal noch Djokovic nächste Woche im Einsatz sind, wird Federer am 16. Juli auch diesen Rekord für sich alleine haben.

300 Wochen sind möglich

Und Federers Chancen stehen gut, gar die 300-Wochen-Marke zu knacken. Zu verdanken hat er dies seinen schwachen Leistungen im letzten Sommer. Seine beiden härtesten Konkurrenten um die Spitzenposition, Rafael Nadal und Novak Djokovic, haben letztes Jahr bei den nordamerikanischen Hartplatzturnieren, die jeweils mit den US Open ihren Höhepunkt finden, deutlich mehr gepunktet. Das bedeutet, dass sie nun weniger Gelegenheit haben, ihr Punktetotal zu steigern. Insbesondere Novak Djokovic läuft Gefahr, eher Punkte zu verlieren.

Die Weltrangliste im Tennis summiert jeweils die gewonnenen Punkte der letzten 52 Wochen – mit dem Beginn eines Turniers fallen die Punkte aus dem Vorjahr aus der Wertung. Bis zu den US Open, die am 27. August beginnen, muss Djokovic 3600 Punkte verteidigen, Nadal immerhin 1390, Federer nur gerade 990. Während also Djokovic in Toronto, Cinicinnati und an den US Open nur gerade 400 zusätzliche Punkte auf sein Konto buchen könnte, sind es bei Federer 3010.

Bis Basel heisst es Vorteil Federer

Erst ab Federers Heimturnier in Basel (22. Oktober) drehen sich die Vorzeichen. Zum Saisonschluss hatte Federer 2011 drei Turniere in Folge gewonnen, darunter die World Tour Finals in London, die mit 1500 Punkten dotiert sind. Nadal und Djokovic dagegen hatten nach den US Open, bei dem sie beide im Final standen, kaum mehr Punkte gesammelt.

Sollte es Federer gelingen, die gute Ausgangslage bis zu den Swiss Indoors in Basel zu nutzen und seine Führungsposition zu verteidigen, so knackt er Mitte Oktober die Marke von 300 Wochen an der Weltranglistenspitze.

Spielverderber könnten ausgerechnet die Olympischen Spiele in London werden, deren Tennisturnier in drei Wochen abermals an Federers Lieblingsspielstätte in Wimbledon ausgetragen wird. Mit einem Sieg im olympischen Tennisturnier könnte Djokovic zumindest für kurze Zeit wieder an Federer vorbeiziehen.

Quellen

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