Kultur des Volleyballs: Die Stille des Krieges

In der St. Jakobshalle wird zwischen Weihnachten und Neujahr am Topvolley traditionellerweise Spitzenvolleyball bei Gratiseintritt geboten. In diesem Jahr widmet sich eine Ausstellung der Kultur des Volleyballs, aus der wir eine Auswahl präsentieren.

Pakistani men play volleyball on the outskirts of Islamabad, Pakistan, Saturday, Jan. 17, 2009. (AP Photo/Emilio Morenatti) (Bild: AP Photo/Emilio Morenatti)

In der St. Jakobshalle wird zwischen Weihnachten und Neujahr am Topvolley traditionellerweise Spitzenvolleyball bei Gratiseintritt geboten. In diesem Jahr widmet sich eine Ausstellung der Kultur des Volleyballs, aus der wir eine Auswahl präsentieren.



Männer in einem Vorort von Islamabad spielen im Jahr 2009 eine Partie Volleyball.

Männer in einem Vorort von Islamabad spielen im Jahr 2009 eine Partie Volleyball. (Bild: AP Photo/Emilio Morenatti)

In einem Vorort von Islamabad spielen im Januar 2009 ein paar pakistanische Männer eine Partie Volleyball. Die Szene ist friedlich, ihr Leben ist es nicht immer.

Seit 2004 führen die USA einen Drohnenkrieg gegen Pakistan, der bis heute zwischen 2800 und 3300 Tote gefordert hat, die verschiedenen Schätzungen gehen auseinander. Unser Bild von Pakistan und vom gesamten Mittleren Osten ist geprägt vom ständigen Ausnahmezustand. Drohnenkrieg, Terror, Hunger, Al-Qaida.

Es ist Fotografen wie Emilio Morenatti zu verdanken, wenn wir von Zeit zu Zeit einen anderen Blick auf die Region erhalten. Auf den Alltag im Unerträglichen, auf ruhige Momente im täglichen Wahnsinn. Diese Momente verbringen die Pakistani gerne beim Volleyball: Seit den 50er-Jahren gibt es einen nationalen Verband, die Männer-Nationalmannschaft hält bei den Besten Asiens mit, der Sport ist in der Bevölkerung weit verbreitet.

Das wissen auch die Terroristen: 2010 starben bei einem Anschlag auf ein Volleyball-Turnier in einem pakistanischen Dorf 86 Menschen.

Volleyball auf dem Feld – Kultur daneben

Volleyball ist mehr als ein Wettkampf um jeden Punkt. Volleyball ist Kultur. Seit über hundert Jahren wird es gespielt: in der irakischen Wüste, auf dem russischen Kriegsschiff, im Dschungel von Myanmar und vor katholischen Klöstern. In der Ausstellung Volley Culture. Weltkultur des Volleyballspiels gewährt das Sportmuseum in der St. Jakobshalle vom 27. – 29. Dezember anlässlich der Women’s Top Volley International 2014 Einblicke in die Kulturgeschichte des Volleyballs.

Benedikt Wyss ist Ausstellungsleiter im Sportmuseum Schweiz und Kurator der Ausstellung «Volley Culture».

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