Rauchen, kauen, kleben – Fussballbildli gab es schon vor den Panini-Stickern

Fussballbildli wurden schon vor Panini gesammelt. Davon zeugt das Album der Zigarettenmarke Laurens von 1935. Es ist ein Dokument für den Fussballsammelwahn – und ein Hinweis auf glorreichere Zeiten beim FC Nordstern.

Das Fussball-Bilder-Sammelalbum der Zigarettenmarke Ed. Laurens. (Bild: Sportmuseum Schweiz)

Fussballbildli wurden schon vor Panini gesammelt. Davon zeugt das Album der Zigarettenmarke Laurens von 1935. Es ist ein Dokument für den Fussballsammelwahn – und ein Hinweis auf glorreichere Zeiten beim FC Nordstern.

Keine WM ohne Panini: Sammeln, tauschen, kleben, komplettieren. Zum Kiosk, Album holen, Päckchen kaufen vielleicht gleich die ganze Sammelbox (aber das machen nur Banausen). Das Phänomen scheint uralt. Und ist es auch: Was heute in Tüten à fünf Bildern für bis zu ein Franken über den Tisch geht, war früher Kaufanreiz für andere Produkte.

Fussballgeschichten aus der Region

Zum 75. Geburtstag des Fussballverbandes Nordwestschweiz kommt es zu einer ­Kooperation mit der Tages­Woche. Das Ziel: Online entsteht eine interaktive Geschichte des Fussballs in der Region, auf der die wichtigsten Ereignisse des regionalen Fussballs, Anekdoten und Erinnerungen auf einer Zeitleiste dargestellt werden. ­

Bereits in den 1930er-Jahren waren in der Schweiz zahlreiche Sammelbilder im Umlauf – Bilder von Filmstars, Landschaften, fernen Ländern, Tabakkönigen und Sportlern. Sie waren Zigarettenpäckchen beigelegt. Später auch Kaugummipäckchen.

Unser Objekt zeigt eine Serie solcher Rauchwaren-Sammelbilder im Originalalbum von 1935 aus der Sammlung des Sportmuseum Schweiz. Es handelt sich um Spielerporträts der Schweizer Fussball-Nationalliga-Teams – wie von Panini 1961 erstmals für die italienische Meisterschaft herausgegeben.

Ein Album, das gleich doppelt gefüllt werden konnte

Das Album aus der Schweiz ist übervoll, ja beinahe alle Spieler sind doppelt vorhanden. Grund: die Bilderserie der Zigarettenmarke Ed. Laurens wurde innnert kurzer Zeit zweimal gedruckt. Wohl je einmal für die Saison 1934/35 und für die Saison 1935/36.

Vergleicht man die in der ersten Serie publizierten Mannschaften mit den damals in der obersten Liga spielenden Vereinen der Schweiz, so fehlt ein Team. Es ist nicht der Aufsteiger. Es sind nicht die Absteiger. Es ist der FC Nordstern. Dieser spielte schon seit längerem in der obersten Liga und bestritt 1935 gar den Cupfinal gegen Lausanne Sports. Nordstern verlor 0:10.

Ob das «Stängeli» der Grund war, dass die Basler in der ersten Sammelbildserie fehlen? Oder hat sich der FC Nordstern den Fotoaufnahmen verweigert? Oder wurden sie schlicht vergessen und machten darum eine zweite Auflage der gesamten Liga nötig?

Man weiss es nicht. Sicher ist: In der zweiten Bilderserie war der FC Nordstern zu sammeln. Das schien zu beflügeln: Vier
Jahre später stand der FC Nordstern ein weiteres Mal im Cupfinal. Und verlor 1939 nur noch mit 0:2.

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