Verjagt aus dem eigenen Reich: Der FC Basel zieht vorübergehend aus

Am 18. Mai findet der Europa-League-Final zwischen Liverpool und Sevilla im St.-Jakob-Park statt. Für den FC Basel heisst das: raus aus den eigenen vier Wänden. Am Mittwoch muss die ganze Infrastruktur für die Uefa leer stehen – Urs Fischer und seine Mannschaft haben für zehn Tage eine neue Bleibe.

Raus aus dem Stadion, rein in die kleinere Bleibe – der FC Basel zieht um, zumindest vorübergehend.

(Bild: Nils Fisch)

Am 18. Mai findet der Europa-League-Final zwischen Liverpool und Sevilla im St.-Jakob-Park statt. Für den FC Basel heisst das: raus aus den eigenen vier Wänden. Am Mittwoch muss die ganze Infrastruktur für die Uefa leer stehen – Urs Fischer und seine Mannschaft haben für zehn Tage eine neue Bleibe.

Viele Herausforderungen hat der FC Basel bis zum Saisonende nicht mehr zu meistern. Zumindest sportlich nicht, denn auch wenn das Team die vier ausstehenden Partien verlieren sollte, wird Matias Delgado am 25. Mai den funkelnagelneuen Pokal im St.-Jakob-Park überreicht.

Der FCB steht vor einer ganz anderen Aufgabe, einer nicht alltäglichen: 33 Jahre nachdem Juventus Turin unter Giovanni Trapattoni und mit einem gewissen Michel Platini in Basel den Cup der Cupsieger gewann, ist das Basler Stadion erneut Austragungsort für den Final eines Uefa-Wettbewerbs. Für den FCB heisst das: Er muss am Mittwoch, wenige Stunden nach dem Heimspiel gegen den FC Thun, seine Infrastruktur für die Bedürfnisse des europäischen Verbands räumen.

Und diese Bedürfnisse für das Europa-League-Endspiel vom 18. Mai zwischen Liverpool und Sevilla sind zahlreich, wie das Beispiel des Medienzentrums veranschaulicht. Es sei zu klein, sagt Geschäftsführerin Barbara Bigler gegenüber SRF. Die Lösung für die Pressearbeitsplätze habe man im St.-Jakob-Turm hinter der Muttenzerkurve gefunden, in zwei Stockwerken, die nicht vermietet seien.

Das Sportamt stellt dem FCB Räume zur Verfügung

Eine grosse Umstellung bedeutet der Final auch für die sportliche Abteilung: Urs Fischer muss sein Trainerbüro räumen, die Spieler müssen aus der Garderobe ausziehen und so ihre zweite Heimat vorübergehend aufgeben. Die Aufwärmhalle wird ausgeräumt, der Kunstrasen im Bauch des Stadions freigemacht, die Physiotherapeuten bauen ihre Massagetische ab, kurz: «Wir müssen komplett raus», sagt Fischer.

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Das Sportamt stellt dem FCB zwei Garderoben gegenüber der Trainingsplätze 19/20 zur Verfügung. Um auf das Übungsgelände zu gelangen, braucht die Mannschaft also für einmal lediglich die Grosse Allee in Münchenstein zu überqueren – üblicherweise fährt sie von der Stadiongarderobe mit dem Fahrrad zum Training. 

Im Gebäude der temporären Garderobe mietet der FCB zudem sechs Räume an. Dort wird beispielsweise Fischer seine Büroarbeiten erledigen und ein Sitzungszimmer eingerichtet. Den üblichen Betrieb in diesem Gebäude beeinträchtige die Nutzung durch den FCB nicht, sagt der Verein.

Fischers lobende Worte für den Rasen

Drei Tage nach dem Europa-League-Final dürfen die Basler ihre vier Wände wieder beziehen, nochmals vier Tage später trifft der FCB im letzten Saisonspiel auf die Grasshoppers und begeht nach Abpfiff in gewohntem Umfeld die offiziellen Meisterfeierlichkeiten auf dem Rasen.

Und während der FCB vor einer logistischen Herausforderung steht, so sollte doch mindestens dieser Rasen den Bedürfnissen der Uefa entsprechen. Zumindest findet Fischer nur die besten Worte für die Unterlage: «Also wenn die Uefa andere Vorstellungen vom Rasen hat, dann wird es schwierig. Da müsste man ja fast einen Kunstrasen verlegen.»



Players of Switzerland's FC Basel 1893 arrive for a training session in the St. Jakob-Park training area in Basel, Switzerland, on Tuesday, August 4, 2015. Switzerland's FC Basel 1893 is scheduled to play against Poland's KKS Lech Poznan in an UEFA Champions League third qualifying round second leg soccer match on Wednesday, August 5, 2015. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Normalerweise fahren die Spieler mit dem Velo zum Trainingsgelände, für ein paar Tage wird ein kurzer Spaziergang reichen. (Bild: Keystone/GEORGIOS KEFALAS)

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