Basler bekommen ein «Drämmli»-Museum

Zum 125. Jubiläum der BVB im Jahr 2020 wird in Basel ein Tram-Museum am Dreispitz eröffnet. Betreiber sind die Genossenschaft Tram-Museum der Region Basel und der Tramclub Basel.  

Ab 2020 hat Basel ein Tram-Museum.

«Kaum eine Stadt pflegt eine solch enge Beziehung zu ihren «Drämmli» wie Basel», schreiben die BVB in einer Medienmitteilung. Nur habe bisher ein entsprechendes Museum gefehlt.

Doch ab 2019 sollen die Arbeiten an einem solchen beginnen, 2020 ist dann die Eröffung geplant – zum 125. Geburtstag der BVB. Das Museum wird von der Genossenschaft Tram-Museum (GTMB) und dem Tramclub Basel (TCB) betrieben.

BVB-Direktor Erich Lagler sagt laut Mitteilung: «Mit diesem Museum verbinden wir unsere historische Geschichte in anschaulicher Art und Weise mit unserem modernen Heute.»

Die Baukosten des neuen Tram-Museums teilen sich die BVB und die beiden Betreiber, die Kosten für die Einrichtung und den Betrieb des Museums übernehmen die GTMB und der TCB.

Die BVB laden die Bevölkerung ein, sich am Tag der offenen Tür am Samstag, 8. September, über die Pläne des Museums zu informieren.

Tag der offenen Tür der BVB mit Oldtimer-Drämmli-Fahrten und Familienprogramm: Samstag, 8. September 2018, Klybeckstrasse 212, 10 bis 16 Uhr.

Konversation

  1. Sehr geehrter Herr Meury

    Wissen Sie das, oder vermuten Sie das, dass die BVB und damit öffentliche Gelder die Basler Tramgeschichte finanzieren? Meines Wissens nach hat bisher der Tramclub alles selbst gestemmt. Chapeau! Wie steht es mit Automobilmuseen in Ihren Augen? Ist das auch Auto-Krimskrams ohne jeden Anspruch auf Industrie-Geschichte? Beim öffentlichen Vekehr darf man sich eben sehr schnell echauffieren. Leider.
    Ich freue mich auf ein spannendes Tram-Museum. Wie es Prag hat, und München, und Amsterdam, Wien, Brüssel, und – sogar Zürich!

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  2. Ob Hobbys von ein paar verwegenen SammlerInnen sich jedesmal in einem Museum manifestieren müssen, ist fragwürdig. Insbesondere, wenn diese Leidenschaft mit öffentlichen Geldern finanziert wird. Im speziellen Fall sind wir als BenutzerInnen der öffentlichen Verkehrsmittel ungefragt TeilhaberInnen einer Sammlung alter BVB-Trams und nostalgischem BVB-Krimskrams. Mit unseren Tickets und Abos finanzieren wir offensichtlich diese Drämmli-Sammlung. Leider haben wir dazu aber nichts zu sagen. Die BVB-Leitung entscheidet dies freihändig, dies obwohl die Betreibung eines Museum nicht zum Kerngeschäft der BVB gehört und vermutlich auch nicht Teil der Eignerstrategie darstellt.

    Noch gaukelt man uns vor, dass die Finanzierung dieses Unternehmens geregelt ist. Zumindest die Baukosten des besagten Museums. Aber wie so oft, man macht die gleichen Fehler, wie immer: Über die Betriebskosten redet niemand. Ein grosses Tabu. Auch wenn die Dimensionen unvergleichbar kleiner sind, aber am Beispiel des Kunstmuseum sehen wir: Die Betriebskosten sind das Kernproblem.

    Zu Beginn werden sich ein paar Freiwillige reinknien und das Museum in ihrer Freizeit gratis betreiben. Dann wird der Ruf nach einer Professionalisierung erschallen. Events müssen organisiert werden, Führungen, Werbung, PR, etc. und schon laufen den Verantwortlichen die Kosten davon. Der Swisslos Fonds und weitere Stiftungen werden den Pioniergeist würdigen und Zuschüsse bewilligen. Doch die Kosten laufen weiter und der Zuschauerstrom wird versiegen. Ein paar PolitikerInnen werden sich engagieren und öffentliche Gelder monieren. Eine Subvention soll das Museum sichern. Das berühmte Sportmuseum lässt grüssen…

    Wie gesagt: Die Betriebskosten sind das Problem! Eröffnet ist ein Museum schnell, aber wenn die Anfangseuphorie verschwunden ist, die Wurst- & Brot-Promis wieder aus dem Rampenlicht entschwunden sind, dann fängt der zermürbende Alltag eines Museum erst an.

    365 Tage im Jahr mit einem Drämmli-Museum attraktiv und bei den Leuten zu sein, ist die Quadratur des Kreises. Kamikaze mit öffentlichen Geldern!

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    1. Meines Wissens ist das „Verkehrshaus“ in Luzern seit Jahren der erfolgreichste Zuschauermagnet in der Schweizer Museumsszene. Selbst bei diesen verschiedensten Attraktionen (Eisenbahnen, Luftfahrt, Weltraumtechnik, Automobilgeschichte, Hans Erni u.v.a.m.) sind die Einnahmen mit den Besucherströmen allein nicht gesichert. Dass die Idealisten des Tram-Clubs die Betriebskosten in Zukunft nicht stemmen können, ist absehbar. Es ist Aufgabe der Gesellschaft, die wertvollsten Zeugen der Basler Strassenbahn-Geschichte zu erhalten und nachkommenden Generationen zu präsentieren. Die Vorarbeit der Trämli-Amateure schätzen wir sehr.

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