Das bringt die Lebensmittelhilfe im Gundeli

Der Verein Tischlein deck dich verteilt im Gundeli seit zehn Jahren Lebensmittel an Bedürftige. Ohne ihn wären 227 Tonnen Esswaren im Gesamtwert von fast anderthalb Millionen Franken einfach vernichtet worden.

In den Plastik- statt in den Abfallsack: Verteilaktion von Tischlein deck dich.

Ein neudeutscher Name wurde gefunden, eine Lösung noch nicht: Wegen Lebensmittelverschwendung («Food Waste») landen allein in der Schweiz jährlich zwei Millionen Tonnen Lebensmittel im Abfall.

Seit 1999 versucht der spendenfinanzierte Verein Tischlein deck dich, diese Lebensmittel zu armutsbetroffenen Menschen in der Schweiz und in Lichtenstein umzulenken – mit Erfolg: 2017 konnten fast 4000 Tonnen Lebensmittel mit einem Warenwert von etwa 26 Millionen Franken an Abgabestellen in der Schweiz und im Fürstentum Lichtenstein verteilt werden. Davon profitieren Familien, Alleinerziehende, Migranten und Menschen, die Sozialhilfe oder eine Invalidenrente beziehen.

Zehnjähriges Jubiläum

In der Reformierten Kirchgemeinde Zwinglihaus im Gundeli werden in Zusammenarbeit mit der Nonprofit-Organisation Kiebitz seit zehn Jahren jeden Dienstag Lebensmittel angeliefert. Diese haben entweder eine kurze Resthaltbarkeit oder stammen aus Überproduktionen und Falschdispositionen. Im Jahr 2017 wurden so gut 34 Tonnen im Wert von 220’597 Franken verteilt. 175 Personen nehmen jede Woche die Esswaren  entgegen.

In der Stadt Basel gibt es neben dem Zwinglihaus drei weitere Abgabestellen, die wöchentlich 815 Personen versorgen: die Elisabethenkirche, die Matthäuskirche und die Thomaskirche.

Mehr Informationen zum Angebot der Lebensmittelhilfe Tischlein deck dich finden Sie hier.

https://tageswoche.ch/stadtleben/in-jedem-bebbi-sack-steckt-15-prozent-essbares/
https://tageswoche.ch/stadtleben/auf-den-teller-statt-die-tonne-retten-basler-ihre-lebensmittel/
https://tageswoche.ch/gesellschaft/wenn-es-im-reichen-basel-nur-fuer-billig-essen-reicht/

Konversation

  1. Ich sehe solche Lebensmittelhilfe kritisch. Wer Sozialhilfe oder IV hat, braucht die in aller Regel nicht. Ausserdem ist es unwürdig, bei solchen Armenspeisungen anzustehen und von anderen Leuten Säcke zusammengestellt zu bekommen. Zum Dritten und Gefährlichsten: Wenn solche Hilfe um sich greift, wird früher oder später die Sozialhilfe gekürzt werden, und wir landen wieder bei der Naturalienhilfe. Hier holen sich vor allem ein paar Gutmenschen die Absolution. „No Food Waste“ ist die neue Religion von saturierten Grossbürgern. Warum sollen Essensabfälle schlimmer sein als Elektroschrott? Seien wir dankbar, im Überfluss zu leben. Vielleicht ist das Vernichten von Resten gesamtgesellschaftlich nicht die schlechte Option.

    Danke Empfehlen (2 )
  2. Ohne „Armutszeugnis“ darf man da leider nicht vorbeigehen. Nicht einmal dann, wenn alle, die regelmässig kommen, schon da waren. Der Rest wird dann entsorgt. Wohin weiss man nicht, aber als Mensch, der in Verdacht steht, anderweitig Geld zu haben, darf man da nicht hin.
    Dann pflückt man sich halt gerade in dieser Zeit die Vitamine von den unbeachteten Bäumen, von denen es in allen Schweizer Städten und in der Aglo nun wahrlich genügend für alle hat.

    Danke Empfehlen (0 )

Nächster Artikel