Fakten, bitte: So steht es um die Gleichstellung in Basel-Stadt

Frauen verdienen 18,1 Prozent weniger als Männer: Diese und weitere Zahlen lassen sich in einer neuen Broschüre nachlesen.  

Der Blick in die Publikation «Gleichgestellt? Facts & Figures» lohnt sich. (Bild: Nils Fisch)

Zum 25-jährigen Bestehen der Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern des Kantons Basel-Stadt wird die Publikation «Gleichgestellt? Facts & Figures» neu aufgelegt.

Die Broschüre enthält Statistiken und Kennzahlen zur Gleichstellung. Untersucht werden unter anderem die Bereiche Bildung, Erwerbsleben, Familie und Beruf oder das Geschlechterverhältnis in Verwaltungsräten – wo dank der Einführung einer Drittelsquote für staatsnahe Unternehmen in Basel-Stadt 31,4 Prozent Frauen tätig sind. Zum Vergleich: In den Verwaltungsräten der grössten Schweizer Unternehmen beträgt der Frauenanteil 17 Prozent.

Was bereits erreicht wurde und wo weiterhin Handlungsbedarf besteht, lässt sich jetzt nachlesen. Die vollständige Broschüre gibt es hier als PDF.

Konversation

  1. Aus dem besagten Papier:

    „42 % der­ Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern bleiben unerklärt und sind somit diskriminierend.“

    „Unerklärbarkeit“ mit „Diskriminierung“ gleichzusetzen zeugt von tiefster Unkentnis logischer Prinzipien, ja gar die Metapher „Notzucht an der Kalliope“ ist nicht völlig von der Hand zu weisen.

    Meine Nichte, 25jährig, meinte trocken, dass sei die übliche Gleichstellerinnen-Hetze und ich möge mich damit abfinden, „Onkelchen, das ist jetzt Mainstream und gegen den Mainstream hast du keine Chance…“

    Trotzdem bleibe ich empört. Vor der Zeitalter der Aufklärung galt alles Unerklärbare entweder als göttlich oder als satanisch. Heute, nach dem Zeitalter der Aufklärung, gilt alles Unerklärbare als „diskriminierend“. Schade, dass der Staat solch quasi-religiöse Ereifererungen in seinen Reihen duldet…

    Wenigstens gibt es da noch den Tawo-Autor, der da in der Überschrift mutig fordert: „Fakten, bitte!“

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    1. jaja, all die Frauen, die die Männer beruhigen und selber der Meinung sind, dass da eine Hexenjagd geführt werde – all diese Argumente sind genauso keine Erklärung für die ungleiche Bezahlung.

      Also, wenn schon Kritik, dann bitte konkret: Wenn ungleiche Löhne nicht erklärbar sind, was bitte soll es anderes sein als diskriminierend?

      Haben Sie sich wirklich mit der Studie auseinandergesetzt? Oder fühlen Sie sich halt sofort bestätigt, weil Sie ohnehin wussten, dass eine Studie einer solchen „Anstalt“ ohnehin nur dieses Resultat hervorbringen würde? So von wegen Vorurteile…

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    2. splendid research“ hat in Deutschland zum „Bedingungslosen Grundeinkommen“ befragt. Daraus:

      „Frauen würden durchschnittlich bereits ab einem Betrag von 1.477 Euro aufhören zu arbeiten, Männer hingegen würden erst ab 1.830 Euro kündigen“

      Verehrter Herr Bodinus, die befragten Damen und haben sich völlig frei und unbedrängt selbst einen Gender Pay Gap von 24% gegönnt!

      Zum Nachrechnen: 1830 – 1477 = 353

      353 / 1477 = 23.8%

      Aber Frau Straumann und ihre Mitarbeiterinnen würden daraus sicher auch eine Diskriminierung konstruieren können…

      Herr Bodinus, sie fragen: „Wenn ungleiche Löhne nicht erklärbar sind, was bitte soll es anderes sein als diskriminierend?“

      Dazu: Wir wissen nicht, welche Äpfel mit welchen Birnen verglichen worden sind. Wir wissen nicht, ob die Zahlen das sogenannte „bereinigte“ oder das „unbereinigte“ GPG abbilden. Ohne diese Angabe ist das „Facts & Figures“-Papier Makulatur, nichts als heisse Luft, zum Fenster herausgeschmissenes Steuergeld.

      Alleine, wenn in Arbeitsvertragsverhandlungen schlecht verhandelt wird; alleine wenn nicht nach Lohnerhöhungen gefragt wird, entstehen Lohndifferenzen, für die der Statistiker keine Erklärung findet. Weil diese Fragen nicht zum Erhebungsbogen gehören und auch methodisch nicht erfassbar sind.

      Und genau deshalb nennt jeder seriöse Statistiker diese Differenz „unerklärbar“. Nur religiöde und quasi-religiöse Dogmatiker haben für Unerklärbarkeiten eine Erklärung. Und damit entwerten die Gleichstellerinnen aus dem PD jede noch so sorgfältige Arbeit ihrer Kolleginnen und Kollegen aus dem Amt für Statistik.

      https://www.splendid-research.com/ueber-uns/presse/item/studie-mehrheit-bedingungsloses-grundeinkommen.html

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    3. Und in der Schweiz ? Hier würden Frauen wahrscheinlich bei 3000 CHF und Männer bei 4000 CHF aufhören zu arbeiten. Allerdings ist das altersabhängig und Schulabgänger würden bereits bei 2500 CHF gar nicht erst anfangen zu arbeiten resp. Eine Ausbildung zu absolvieren. Vier Late Teenies in einer WG mit je 2500 CHF hätten jeden Abend Fünf, Party, Videogame und Internet. Null Anreiz eine anspreuchsvolle Ausbildung anzufangen. Es wäre der Anfang vom Zusammenbruch unserer Gesellschaft. Niemand mehr an der Kasse, in den Backstube, als Pfleger im Alterseim, STrassen reinigen, Kanalisation säubern, Bus und Tram fahren etc. Happy BGE!

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  2. Die Zahlen dürfen mit Vorsicht genossen werden. Die Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern des Kantons Basel-Stadt ist selbst auch kein leutendes Beispiel für die Gleichstellung von Frauen und Männern. So verdienen Männer dort bedeutend weniger als Frauen und der Männeranteil in der Führungsebene ist 0%.

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  3. Diese Zahlen sind aber sehr fiktiv, es gibt auch genug Männer die teils viel weniger verdienen als ihre Kollegen. Mit dem Salär werden Arbeit, Leistung, Qualifikation, Weiterbildung, Erfahrung und teils auch noch Dienstalter entschädigt. Viele Frauen haben eine längere Berufsabsenz, arbeiten Teilzeit, haben weniger Weiterbildung und sind teils aus biologischen Gründen einige Tage pro Monat nicht leistungsfähig oder gar krank.
    Im Gegenteil – heutzutage werden Männer im Genderwahn in Qualifikationsverfahren arg benachteiligt. Und trotzdem finden sich zuwenig fähige Frauen in Führungsfunktionen, wobei natürlich auch die Männer in Managementpositionen nicht wirklich fähig sind.

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    1. Wie wäre es, wenn diese Differenzen nicht unter dem Aspekt Männer versus Frauen betrachtet würden sondern etwas differenzierter nachgedacht würde: ja, Frauen werden manchmal schwanger und fallen eine Weile im Job aus. Und übernehmen nach wie vor mehr gratis Betreuungsarbeit zu Hause, was u.a. zur Bevorzugung für (schlecht bezahlte) Teilzeitstellen führt. Das ist rein ökonomisch gerechnet ein Nachteil für alle, aber das ist aus meiner Sicht destruktiv überlegt. Man könnte auch sagen: Reproduktion soll eine von allen mitgetragene Möglichkeit sein und nicht nur als mühsames geschäftsschädigendes Privatvergnügen abgehandelt werden. Dann kann neutraler überlegt werden, welches die besten Lösungen für alle sind.

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    2. Auf jeden Fall – ich will ja die Haus- und Kindererziehungsarbeit auf keinen Fall schlecht reden, denn diese ist immens wichtig. Und irgendwann kommt man wohl wieder zum klassischen Modell, dass der Mann arbeiten geht um Geld zu verdienen und die Parterin zuhause ist und auf die Kinder schaut.

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