Grenzwächter schikanieren Obdachlose am Basler Bahnhof

Eine Personenkontrolle vor dem Bahnhof Basel SBB – gezielt gegen drei Männer. Die Beamten sind keine Polizisten, sondern Grenzwächter – die Kontrollierten sind aber gar nicht über die Grenze gekommen. Was ist da los?

Vier Grenzwächter kontrollieren drei Obdachlose vor dem Bahnhof SBB am Donnerstag, 13. Juli 2017. (Bild: Gabriel Brönnimann)

Die Zeiger der grossen Uhren am Bahnhof Basel SBB stehen auf 11.45 Uhr. Unweit vom Westturm des Bahnhofs, auf der Höhe des Flughafenbusses, zeigt ein Grenzwächter, gross und grauhaarig, mit ausgestrecktem Arm auf drei Männer, die auf einem Bänkchen neben dem Eingang sitzen. Der uniformierte Vierertrupp der Grenzwachtregion I setzt sich in Bewegung, bahnt sich seinen Weg durch die Passanten.

Es ist Donnerstag, 13. Juli.

Jetzt sehen die drei Männer auf dem Bänkchen die Uniformierten kommen. Sie bleiben sitzen. Einer von ihnen schaut auf seine Hände, dreht seine Zigarette weiter. Der zweite Mann, er trinkt Coca-Cola aus der Dose, schaut auf seine Füsse, seine Mundwinkel zeigen nach unten. Der dritte Mann, in der Hand eine Büchse Bier, kramt schon in seiner Hosentasche nach seinem Portemonnaie.

«Jetzt wollen wir schauen, dass ihr mir keinen Seich erzählt habt!»

Die vier Beamten bauen sich vor den drei Sitzenden auf. «Grenzwacht, Personenkontrolle, sooo ihr, alle die Ausweise vorweisen bitte», sagt der Einsatzleiter.

Er sagt es laut. So laut, dass man jedes Wort versteht, auch aus 20 Metern Entfernung.

Der erste Mann auf der Bank händigt den Ausweis aus, sagt seinen Namen, gibt bereitwillig Auskunft über seine Herkunft, was er heute gemacht hat, warum er hier sitzt. «Und jetzt Ihren Ausweis!», sagt der Einsatzleiter laut zum zweiten Mann, der, in der einen Hand sein Coca-Cola, in der anderen Hand seine ID, weiter zu Boden schaut. Die Mundwinkel zittern, er stammelt seinen Namen und alles andere, was der Einsatzleiter wissen will.

Der Uniformierte wiederholt alles Gesagte laut, als sei sein Publikum vor ihm taub. Er greift zum Handy, dramatische Geste, wählt eine Nummer und sagt, bevor er das Gerät ans Ohr hält: «So, jetzt wollen wir schauen, dass ihr mir keinen Seich erzählt habt!»

Damit es sicher alle hören

Die Männer haben die Wahrheit gesagt. Das erfahren alle im Umkreis von 25 Metern. Und zwar, ob sie wollen – mittlerweile sind einige Schaulustige stehen geblieben – oder nicht. Der Anführer, verbunden mit der Zentrale, bellt die Namen* und die Geburtsdaten und weitere Angaben über die drei Männer in sein Telefon.

«Ja, auch ein Schweizer» … «Ausgeschrieben ist er nicht, gäll?» … «Ja, auch ein Schweizer, der auch, ja» … «Nein, 68! Jahrgang 68, ja!»

Die Vorstellung dauert rund fünf Minuten. Dann haben die drei Männer ihre Identitätspapiere zurück, die Grenzwächter haben sich verabschiedet und sind weitergezogen. Die Schaulustigen sind ebenfalls weg. Die Männer schauen alle zu Boden. Der Mann mit der Cola-Dose zittert.

«Es ist demütigend»

«Die kommen jede Woche», sagt einer der Männer* zur TagesWoche. Einerseits könne er das verstehen: «Die machen auch nur ihren Job.» Andererseits nerve es ihn: «Ich sitze doch nur hier. Ja, manchmal trinke ich ein Bier.» Aber er tue niemandem etwas, sagt er, und «mit Drogen oder irgend etwas Verbotenem habe ich nichts zu tun».

Er schüttelt den Kopf. Der Verdacht liege nahe, dass es nur um Schikane gehe. Darum, dass man sich das nicht mehr antun will. Hier zu sitzen mit seinem Bier. «Vor ein paar Tagen haben sie mein Gepäck durchsucht. Vor allen Leuten. Alles, jeden einzelnen persönlichen Gegenstand», sagt der Mann. «Es ist demütigend.»

Hat er oder einer der anderen Kontrollierten heute die Schweizer Grenze überquert? «Ich nicht», sagt er. Die anderen wohl auch nicht. «Warum auch?», meint der Mann.

Stichproben und Erfahrungswerte

Das Grenzwachtkorps (GWK) führe «grundsätzlich keine systematischen Personenkontrollen» durch, sagt Patrick Ph. Gantenbein, Sprecher der Grenzwachtregion I/Basel. Die «Stichproben» stützten sich auf «Erfahrungswerte».

Er fügt an, dass «solche Abfragen grundsätzlich mit der nötigen Diskretion» durchgeführt würden. Es sei im öffentlichen Raum jedoch «nicht immer vermeidbar, dass Dritte zuhören können». Man sei darauf bedacht, «dass der Umgang mit Personen in einer Kontrolle entsprechend korrekt verläuft». Und falls das «aus Sicht der Betroffenen nicht der Fall sein» sollte, so Gantenbein, dann stehe «jederzeit der Weg einer Beschwerde offen».

Gab es denn Hinweise darauf, dass die drei Männer die Grenze überquert hatten? Oder andere konkrete Hinweise, die dazu geführt hatten, diese Personen zu kontrollieren? «Es gab keine speziellen Hinweise. Es handelte sich um eine normale Zoll- und Personenkontrolle durch das Grenzwachtkorps», sagt Patrick Ph. Gantenbein.

Braucht es Personenkontrollen durch die Grenzwacht, eine Art zweite Kantonspolizei?

Warum führt das GWK auf Basler Boden «normale Personenkontrollen» aus? Gantenbein: «Im Rahmen der Schengen-Ersatzmassnahmen und im Einklang mit der Kantonsvereinbarung Basel-Stadt werden auch Zoll- und Personenkontrollen ohne Bezug zu einem Grenzübertritt durchgeführt.»

Tatsächlich können die Schweizer Grenzwächter seit rund einer Dekade die Kantone zusätzlich mit Personenkontrollen unterstützen nach den Schengener Ersatzmassnahmen. Aber sind damit nicht abgesprochene Einsätze gemeint, wie etwa die Kontrolle des G20-Zugs am Badischen Bahnhof? Die Basler Kantonspolizei patrouilliert ebenfalls auf dem Bahnhofplatz – braucht es zusätzliche Personenkontrollen durch die Grenzwacht, eine Art zweite Kantonspolizei?

Unbescholtene Biertrinker

Die TagesWoche wird hin und her verwiesen: Die Kantonspolizei sagt, Fragen zum konkreten Einsatz müsse das GWK beantworten. Sprecher Toprak Yerguz vom Justiz- und Sicherheitsdepartement bestätigt aber: «Ganz grundsätzlich lässt sich festhalten, dass nicht jeder einzelne Einsatz des GWK mit der Kantonspolizei Basel-Stadt abgesprochen wird.»

Ob diese Einsätze so wirklich im Sinn der Schengener Ersatzmassnahmen sind, wird sich zeigen. Allerdings ist es kaum im Sinn der unbescholtenen biertrinkenden Bürger, die nach eigenen Angaben regelmässig von Grenzwächtern kontrolliert werden – in aller Öffentlichkeit.

Auf die Frage, ob jeder damit zu rechnen habe, dass sein Koffer vor Publikum durchsucht wird, wenn er in Bahnhofsnähe ein Bierchen trinkt, antwortete Patrick Ph. Gantenbein vom GWK, es würden «grundsätzlich keine Totalrevisionen von Gepäck auf dem Bahnhofplatz vorgenommen». Das GWK verstehe, «dass das einen Eingriff in die Persönlichkeitssphäre eines Menschen bedeutet und kurzfristig störend sein kann».

Entwarnung für Basler Biertrinker? Klingt anders. Denn Gantenbein legt nach: «Es kann jedoch durchaus sein, dass kleine Gepäckstücke vor Ort angeschaut werden, dies auch im zeitlichen Interesse der kontrollierten Person.»

* Die Namen sind der Redaktion bekannt. Alle drei Namen. Und dies, obwohl die TagesWoche nach dem Vorfall nur mit einem der drei Männer sprechen konnte. Aber sämtliche persönlichen Informationen waren nicht zu überhören.

Konversation

  1. Vielleicht wäre es aber schon fair zu erwähnen, dass die Randständigen am Bahnhof eben oft nicht nur da „friedlich ihr Bier trinken“. Wer oft Zug fährt und das auch spät abends erlebt immer wieder unschöne Szenen vor dem Bahnhof mit laustarken aggressiv geführten Streitereien oder Handgreiflichkeiten.

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    1. Nein Herr Meier1,

      Es wäre nicht fair.
      1. Das Verhalten der Grenzwächter in diesem Fall ist, unabhängig davon, ob es sich bei den Kontrollierten um „Randständige“, Taschendiebe, Wandpinkler oder Banker auf dem Weg zur Sitzung im BIZ-Turm gehandelt hat, undiskutabel. Grundrechte gelten für Alle und sie sind nicht verhandelbar. Wer diese Rechte so mit Füssen tritt, hat sich in der Zeit und Gesellschaftsform geirrt. Wir leben (noch) in einem Rechtsstaat, nicht in einem faschistischen Polizeistaat.
      2. ähnliche Szenen (Rempeleien, pöbelnde Besoffene) können sie, zu vergleichbarer Zeit, auch in der Steinenvorstadt finden, wenn sie sie denn suchen wollen. Es ist Sache der Polizei, wenn notwendig, für Ordnung zu sorgen, nicht die der Grenzwache.
      3. wie von anderer Seite schon bemerkt wurde, beruht die von der Grenzwache erbrachte „Dienstleistung“ auf einem offenbar teilweise geheimen Vertrag. Alleine die Tatsache, dass da Teile der Öffentlichkeit vorenthalten werden sollten, müsste solche Verträge automatisch ungültig machen. Aber bei Dürr passt dieses Vorgehen wieder mal wie Arsch auf Eimer. Wie Volker Pispers so schön gesagt hat: „Scheisse, in verschiedenen Geschmacksrichtungen“.

      Offensichtlich erodiert unsere offene rechtsstaatliche Gesellschaft zunehmend und Menschen wie sie applaudieren auch noch. Ich lasse Ihnen und allen anderen Füdlibürgern selbstverständlich das Recht, diese Meinung zu haben und öffentlich kund zu tun, ich nehme mir aber auch das Recht heraus, diese widerwärtige Einstellung zu Grundrechten entsprechend zu brandmarken. Es sind Biedermänner wie sie (und einige andere Schreiber hier), die (verdeckt oder offen) faschistischen Brandstiftern wie Blocher, Orban oder dem Möchtegernsultan vom Bosporus die Türe öffnen und für deren Brände auch noch das Holz liefern.
      Weshalb? Ich weiss es nicht. Aber ich verachte ihre Einstellung.

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  2. Fahren Sie mal mit dem 03-Zug Richtung Biel. Praktisch jedes Mal marschieren da Grenzwächter durch die Gänge. Jeder der nicht eine blütenweisse Haut besitzt wird einer peinlichen Kontrolle unterzogen. Ich habe selbst erlebt, wie ein dunkelhäutiger Mensch versucht hat den Grenzwächtern zu erklären, dass er seit 15 Jahren einen Schweizerpass besitzt und nicht versteht, wesshalb er bei jeder Bahnreise von diesen Typen schikaniert wird. Das ist was man Neudeutsch „Racial Profiling“ nennt, Normaldeutsch Rassismus.

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  3. Brönima bleiben sie dran. Der Fisch stinkt vom Kopf.
    Würde wetten diese Beamten bringen, falls es eine erfolg
    Statistik gibt, nichts. Wer auf die Ärmsten losgeht hat bei mir VERLOREN.
    Zudem Wette ich, dass genau solche Beamte in gewissen
    Situationen statt zu deeskalieren, Öl ins Feuer gießen.

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  4. Egal was man/frau/Beamter über die Menschen am Bahnhof denkt, im Zweifelsfalle gilt IMMER die Unschuldsvermutung. Darum, Personalien von sogenannten ‚Verdächtigen‘ über den Bahnhof schreien geht gar nicht. Es gibt zum Glück Beamte, die diese Diskretionsregeln kennen, die Anderen dringend zur Nachhilfe schicken!

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  5. Zwei der drei auf dem Foto abgebildeten Grenzwächtler sind mir einige Stunden später in Bahnhofsnähe über den Weg gelaufen. Ich mit zwei kleinen Kindern vorbildlich beim Rotlicht am Warten, die Grenzwächtler mit einem Sixpack Bier unter dem Arm – trotz Rotlicht – über den Fussgängerstreifen marschiert (eher gewatschelt…was an ihrem Körperbau liegt). Nichts weltbewegendes, aber gleichwohl mitteilenswert 🙂

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    1. Nein Frau Arslan- „Drunterunddrüber“ braucht keine Brille- aber höchstwahrscheinlich Sie und zwar eine mit Weltanschaulichen Gleitsichtgläsern und dafür ohne Schwarzbraune Randbemalung – zur abwechslung mal !

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    2. Sie haben laut unbestätigten Aussagen des Presssesprechers ein kleines Rotlicht am Körper getragen und das Bier zuvor als Verdachtsgegenstand konfisiziert (achtung ironie)

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  6. Am und Um den Bahnhof tummeln sichnicht nur nette Zeigenossen, sondern leider auch Gauner, Taschendiebe, Gewaltverbrecher und zur Fahndung Ausgeschriebene. Die Polizei und Grenzwache hat das Recht jederzeit und überall Personenkontrollen durchzuführen. Das ist auf jeden Fall legitim und zu begrüssen. Auch ich würde schon mal nachts angehalten und kontrolliert – wo liegt das Problem. Aufgrund solcher Kontrollen können Täter dingfest gemacht werden – ich erinnere an die Fälle der letzten zwei Wochen bei denen Personen aus den Autos „gezerrt “ wurden.

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    1. Aber bitte nicht Randständige, da müssen die Herren
      wohl Nachsitzen.
      Fahre 1 Kl. kommt ein „Randständiger“ mit schnüffel Hund
      durch den Wagen. Eigentlich Bravo, aber er ist so Schlampig, dass ich seine Dienstwaffe sehe= no go.

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  7. Der Stil des Artikels ist wirklich etwas befremdlich. Und auch völlig unnötig, denn der Inhalt spricht für sich selbst.

    Natürlich ist es sinnvoll, dass das GWK die Polizei unterstützt. Aber: Brönnimann kritisiert hier ja auch nicht die Untersuchung, sondern die Art und Weise, wie mit diesen „Randständigen“ umgegangen wird.

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  8. Ich kann selbst ein Lied davon singen: Als ich so etwa zwischen 20 und 30 Jahre alt war, passte ich offenbar in einen solchen «Erfahrungswert» der Grenzwache. Danke, ich weiss, was das bedeutet und wie es sich anfühlt. Offenbar tritt nun tatsächlich das ein, was ich bei der Einführung von «Schengen» befürchtet habe: Ich musste mir zwar damals zwar an der Grenze vieles gefallen lassen (ich könnte abendfüllend davon erzählen), hatte danach aber meine Ruhe. Heute, mit dem zu kontrollierenden «Grenzraum», sind Menschen, die das Pech haben, in den «Erfahrungswert» der Grenzwache zu fallen, nirgends mehr sicher. Was das auf das Lebensgefühl eines Menschen und sein Verhältnis zur «Gesellschaft» für Auswirkungen hat, kann nur jemand abschätzen, der das selbst erfahren hat.

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  9. Danke Herr Brönnimann für diesen Artikel.
    Es ist leider nicht wirklich überraschend, was da passiert (ist). Mir fallen dazu ein Sprichwort und ein Zitat ein, das die Situation ziemlich treffend umschreibt:

    „Wo ein Trog ist kommen die Schweine“.

    Diese drei Grenzwächter (und ihre Vorgesetzten? Ich habe den Verdacht, dass das kein „Unfall“ ist) können ganz offensichtlich nicht mit der ihnen per Gesetz erteilten Macht umgehen. Im Wissen, dass ihr moralisch wie legal fragwürdiges Verhalten für sie grundsätzlich keine Folgen haben wird (zuviele „Göttis“ in der Politik mit „rechter“ Einstellung) wird fröhlich auf Minderheiten herumgehackt. Die überwiegende Masse der Füdlibürger applaudiert leise, betrifft sie ja nicht. Noch nicht!
    Müssten Leute wie diese Grenzwächter *per Gesetz* protokollieren, wen sie weshalb kontrolliert haben (der Kontrollierte erhält eine amtliche, anfechtbare Verfügung), dann würde dieser Spuk schnell enden. Aber das ist ja nicht gewollt, nicht die Staatsmacht soll sich vor dem Souverän fürchten, sondern umgehrt. Zeigt letztendlich, wer die Macht hat (Tipp: nicht diejenigen, der so elegant mit Souverän) umschrieben wird).

    „Die Menschlichkeit einer Gesellschaft zeigt sich nicht zuletzt daran, wie sie mit den schwächsten Mitgliedern umgeht.“ Helmut Kohl.

    Ich halte nicht viel von Kohl, aber mit dieser Aussage hat er etwas sehr Grosses gesagt. Eine Gesellschaft, die mit Aussteigern/Abgestürzten und anderen schwachen Mitgliedern nicht zivilisiert umgehen kann (ich verweise in diesem Zusammenhang auch an die immer unwürdigere Behandlung von Arbeitslosen, IV- und Sozialhilfebezügern) ist nichts wert und wird mit grosser Wahrscheinlichkeit in einer faschistischen Diktatur enden.
    Die 1% (Macht) freuts. Gewinne gesichert, was schreit der Rest nach Brot, sollen doch Kuchen essen…

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    1. Die sollen doch mal anfangen, auch Burka-Frauen zu „kontrollieren“ und zwar im Sinn von: „Dienst nach Vorschrift (Gesichts- und Körperkontrolle), mal sehen, was das für Presse gibt.

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  10. Die Kontrolle passierte also genau drei Tage nache diesem Vorfall:
    http://www.20min.ch/schweiz/basel/story/Frau–28–am-Bahnhof-ausgeraubt-und-verletzt-20953603
    Ich bin der Meinung, dass solche Kontrollen sinnvoll und richtig sind. Es ist viel demütigender und auch gefährlicher ausgeraubt als kontrolliert zu werden. Und die aufgeblasene Darstellung der Kontrolle durch Herrn Brönnimann ändert daran auch nichts.
    Dass das Grenzwachkorps die Kontrollen mittlerweile in Basel durchführt ist auch bestens, es unterstützt und entlastet die Polizei. Es steht ja auch nicht auf der Stirn der Kontrollierten ob diese eingereist oder einheimisch sind. Dies gehört übrigens zu den Konsequenzen von unserem Beitritt zu Schengen! Also sollte Herr Brönniman aufhören deshalb zu jammern!

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    1. Frau Arslan: Ich zitiere aus besagtem 20min-Arikel: „Er (der Täter, ca. 25-30 Jahre alt) hat eine Narbe auf der rechten Stirnseite, trägt schwarze Haare und spricht französisch“.
      Also die Suche nach diesem Brustbeutel-Räuber sieht für mich anders aus als diese schikanöse Kontrolle, die für mich keinen Sinn ergibt.
      Es sieht doch ganz danach aus, als wolle man die Obdachlosen vom Bahnhof wegekeln.

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    2. @Rizzi: und Sie glauben tatsächlich, dass es nur eine Person am SBB gibt welche kriminelle Absichten hat?
      Dann googeln sie einfach mal: basel sbb überfall.
      Und ich persönlich betrachte diese Kontrolle in keinster Weise als schikanös. Das ist nur was uns Herr Brönnimann glauben machen möchte.

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    3. Sehr geehrte Frau Arslan, wenn sie diese rechtlich höchst fragwürdigen „Kontrollen“ in einen direkten Zusammenhang mit dem tatsächlich grässlichen Überfall bringen wollen, geschenkt! Es gibt aber ein verfassungsmässiges Recht auf den Schutz der eigenen Daten. Das nennt sich Datenschutz. Dieses Grundrecht muss zwingend gewährleistet sein. Da ändert auch Ihr Wunsch nach mehr staatlicher Repression nichts! Zudem ist es tatsächlich mehr als fragwürdig, wenn eine dem eidgenössischen Finanzdepartement unterstellte Behörde Aufgaben übernimmt, welche dem Justizdepartement, also der gesetzlich dazu legitimierten Polizeibehörde zugeordnet sind.
      Kommt der rein menschliche Aspekt hinzu: Wer Menschen offensichtlich schikaniert und öffentlich blossstellt, welche von der Gesellschaft an den Rand gedrängt wurden, disqualifiziert sich selbst – ob Amtsträger oder Privatperson. Und wer dazu auch noch applaudiert, respektiert Recht nur, wenn es ihm oder ihr selber nützt!

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  11. Da fragt man sich doch was diese Beamten für ein Niveau haben.. ! Es ist einfach eine schweinerei , Mitmenschen so zu behandeln. Die Beamten vergessen zu gerne dass nicht SIE das Gesetz sind.. und SIE nicht die Herrgötter sind !

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  12. Mit Erfahrungswerte meint Herr Gantenbein wahrscheinlich social und racial profiling?
    Als Pendler bin ich vor einigen Jahren im Zug von Zürich nach Basel (der nach Paris weiterfuhr) auch vom GWK durchsucht und befragt worden. Es war ziemlich unangenehm alle meine Sachen im vollen Zug auszupacken, ausserdem war ich der einzige im Waggon, der dies machen musste. Wieso? Weil ich dünn bin und lange Haare habe?
    Klar ist die Situation für die Menschen, die am Bahnhof sind noch viel demütigender, da sie wöchentlich vor die Nase gehalten bekommen das sie „unerwünscht“ oder „potentiell Gefährlich“ sind , auch wenn die GWK wahrscheinlich wissen, mit wem sie es zu tun haben.

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  13. Schülerzeitung, Herr Boehlen?
    Es mag für Sie undenkbar sein, dass Menschen, die nicht mehr innerhalb der Gesellschaft leben (können), in einem Medium in der Deutschschweiz erwähnt werden, und zwar nicht, wie etwa bei der BaZ oder anderen einschlägigen „Organen“ des „Normalen“ als Hetze- oder Hassobejkt, an dem gewisse Journalisten und SVP-Politiker ihr Mütchen kühlen, sondern als Menschen mit gleichen Rechten, so wie der Rechtsstaat es versteht.
    Wenn Sie das als „Schülerzeitung“ apostrophieren, zeigen Sie gleich mehrmals auf sich selber als jemandem, der keine Ahnung hat, was Schülerzeitungen heute zu leisten vermögen, der keine Ahnung hat, weshalb jemand in eine Situation geraten kann, welche mit „randständig“ bezeichnet wird, der keine Ahnung Art, wie Journalisten recherchieren, wenn sie tatsächlich recherchieren und nicht einfach Befehle aus Herrliberg oder aus Zürch-Altstetten (Auto-Frey) in Hetzartikel schreiben und alles vergiften, was mit „Menschlichkeit“ zu tun hat.
    Was sich über ihren „Qualitätsbegriff“ im Zusammenhang mit dem, was Sie da geschrieben haben, sagen lässt: Die Verkündigung von Rassismus und die Hetze gegen Minderheiten der primitivsten Art gehören für Sie offensichtlich zu Voraussetzungen, unter der Sie „Qualitätszeitung“ verstehen.
    Ich hoffe, dass die TagesWoche ihr Schülerzeitungsdasein nicht nur beibehält, sondern laufend ausbaut. Nur so kann verhindert werden, dass das, was Sie wohl als „Normalität“ verstehen, nach und nach verwirklicht wird.

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  14. Guter Artikel! Die Art und Weise wie diese Grenzwächter auftreten ist bezeichnend. Man vertreibt sich die Zeit auf Patrouille mit Machtdemonstration. Auswählen tut man sich die Randständigen, denn diese können sich nicht wehren. Ich möchte mal sehen was passiert wenn sich diese Patrouille zwei drei Passagiere im Anzug und Kravatte so vornehmen würde…
    Der Artikel zeugt von hoher Qualität!

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  15. Wenn sich diese Kontrolle wirklich so war.(etwas zu viele kleine Einzelheiten, romanmässig) ist es schon diskriminierend.Menschen mit so einer Show zu kontrollieren,kann ich mir fast nicht vorstellen,

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    1. Ich kann mier das sehr gut vorstellen ich war selbst schon in diser lage. Und wollte eigentlich nur mein feierabend bier trinken. Ich hab keinen Grenzübergang betreten und bin schweizerin und das nicht nur au dem papier. Die sollten sich einfach auf wichtigeres konzentrieren.
      Der Sbb ist schon immer Thema gewesen, solange die leute da nur chillen was soll das, aber wen man da angepöpelt wirt von den zigeunern weil man Ihnen kein gelt giebt macht keiner was.

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    2. Vielleicht ist es ganz einfach eine mündliche Abmachung zwischen SBB und Grenzwache, damit die SBB die Gestrandeten elegant los wird. Die Grenzwache hat ohne Schengenaussengrenze eh ein Beschäftigungsproblem, sie wäre sinnvoller im Mittelmeer tätig. Italien wäre sicher dankbar.

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    3. Die Grenzwache leistet gerade im Raum Basel, mit der französischen Grenze, einen wichtigen Beitrag zur Kriminalitätsbekämpfung.
      Dass sie die Kontrollen nicht an der Grenze, sondern im Grenzraum macht ist durch aus sinnvoll.
      Ob die Art und Weise der hier beschriebenen Kontrolle richtig und nötig war, darüber lässt sich streiten .

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  16. Ist es das Sommerloch, das die Redaktionen aller Zeitungen in die untersten Qualitätsschubladen greifen lässt? Oder sind es die Veränderungen in der TZ-Redaktion? Auf mich wirkt die „neue“ TZ wie eine Schülerzeitung, die mit Hetzgeschichten eine gereizte Stimmung unter labilen Schülern aufbauen will. Schade!

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    1. Sehr geehrter Herr Boehlen, ich fand, im Gegensatz zu Ihnen, den Artikel äusserst lesenswert. Man sollte immer ein Auge darauf haben, wie Leute, die weniger privilegiert sind als andere, behandelt werden. Man sollte immer Acht geben, sie mit dem gleichen Respekt und Anstand zu behandeln wie jeden anderen Menschen.

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