Kann man machen: Ausfahrt mit Fahrverbot

Kommt ein Verkehrsplaner an den Schreibtisch und sagt sich: Hey, bauen wir doch mal zwei Strassenrampen und stellen dann originelle Fahrverbots-Tafeln hin. Wie «barfi.ch» berichtet, ist das kein Witz, sondern ein echter Basler Schildbürgerstreich. 

Die wohl witzlosesten Ausfahrten von Basel befinden sich beim Hafen. (Bild: Nils Fisch)

An die Hiltalingerstrasse sind zwei Rampen angebunden, die zum Basler Hafen führen. Vor zwei Jahren erst wurden sie eröffnet – mit der Idee, Kleinhüningen vom Lastwagenverkehr zu entlasten. Für den übrigen Verkehr waren die Rampen tabu.

Heute dürfen sie immer noch ausschliesslich von Lastwagen genutzt werden. Nur: Bis zu den Rampen gelangen diese gar nicht mehr. Im Zuge der Verlängerung des Achters ist nämlich die Zollstelle an der Hiltalingerstrasse für LKW gesperrt worden. Womit die Rampen-Zubringerstrasse für Lastwagen tabu geworden ist.

Genutzt werden die Rampen dennoch, allerdings unerlaubterweise, von Hafenarbeitern aus dem Badischen und dem Elsass, wie «barfi.ch» schreibt. Für sie ist es eine Abkürzung, für Kleinhüningen eine kleine Verkehrs-entlastung. Diese Autos würden sonst eine «ausladende Spitzkehre über die Hochbergerstrasse» fahren.

Die Hafenfirmen sowie die Vereinigung der Schweizerischen Schifffahrt und Hafenwirtschaft (SVS) drängen inzwischen darauf, dass die witzlos gewordenen Rampen für den Nicht-Lastwagen-Verkehr und die Hafenarbeiter geöffnet werden. Und das Bau- und Verkehrsdepartement zeigt sich tatsächlich willig, auf solche Vorschläge einzugehen.

Auf Google Maps noch im Bau: die ohrenförmigen Zubringerstrassen.

«barfi.ch»: Basler Schildbürgerstreich. Teure Autobahn-Rampen eröffnet: mit Fahrverbot!

Konversation

  1. Der letzte Satz im Barfi-Artikel „Herr Regierungsrat, bewegen Sie sich endlich: Es müssen ja nicht wieder gleich Poller sein“ entlarvt den Autor, worum es wirklich geht: Da hat ein LDPler (Auderset) einem anderen LDPler (Heeb) einen Stein in den Garten geworfen…

    Vielleicht könnte Heeb mal etwas ganz anderes über seinen LDP-Spezi Auderset schreiben: nämlich dessen Nähe zur kürzlich im „Kassensturz“ gezeigten Maklerfirma „Sogedas“ aus Allschwil, die mit aggressiven Callanrufen versucht, Krankenkassen-Kunden über den Tisch zu ziehen. Auf der Facebook-Webseite „Freunde von Sogedas“ (ja, ja, so geht das!) lässt sich Audeset mit dessen dubiosem Inhaber Michael Hug Arm in Arm ablichten…

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  2. Anstatt Herrn Auderset und den ganzen Beamtenapparat über Gebühr zu strapazieren, könnte man einfach eine Person mit einem Schraubenzieher vorbeischicken, der die Verbotsschilder abschraubt.

    Aber vermutlich wird das BD eine Task-Force bilden müssen, die ein White-Paper ausarbeitet, das dem Grossen Rat vorgelegt werden muss und gegen das der Denkmalschutz sein Veto einlegen wird, denn die Rampen dürfen nicht zweckentfremdet werden, sondern müssen zurückgebaut werden. Zehn Jahre später wird dann eine Volksabstimmung über die inzwischen sanierungsbedürftigen Rampen entscheiden.

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    1. Ich zitiere nochmals aus dem barfi-Artikel:

      «Es sei klar, dass die Strasse nicht uneingeschränkt für den Zubringerdienst geöffnet werden dürfe, sagt André Auderset. Schliesslich würde im Hafen an sieben Tagen in der Woche gearbeitet. ‹Die Südquaistrasse ist sehr eng und da wird zum Beispiel bei den Silos direkt an der Strasse Getreide von Lastwagen umgeschlagen.›»

      Oder wie ein gewisser H. L. Mencken schon 1917 sagte: «There is always a well-known solution to every human problem – neat, plausible, and wrong.»

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  3. Erst dachte ich, das kann ja nicht sein. Nun stelle ich fest, dass es so sein muss: Die Tawo hat Wachttürme! Diese schieben sich SOFORT in den Kommentaren dazwischen, sobald sich ein Häuchlein von Kritik an einer linksgrünen Politikperson in der Ferne abzeichnen könnte.

    Merkmale: Die Tawo wird immer angehalten, strikt Kurs einzuhalten: „Ist die Tawo jetzt auch …?“ Offensichtlich sieht sich das Tawo-Wachtturm-Büro als eine Art GPK der Redaktionsleitung. Und auch als Politbüro der Community. Da darf nichts stehen gelassen werden! Statt nachgedacht wird gleich nachgeladen. Andere Betrachtungsweisen als die des TWTB (Tawo-Wachtturm-Büro) sind weder von der Tawo noch von der Öffentlichkeit zu berücksichtigen. Und merke: Auch der Humor ist im TWTB-Protestantismus als ein deutliches Zeichen von abfallender Linientreue, als eine eigentliche Schwäche zu deuten.

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    1. Das hat weder mit links noch mit rechts etwas zu tun, sondern damit, dass der referierte barfi-Artikel sich selbst widerspricht. So nach dem Motto: Wir lassen uns eine süffige Geschichte nicht durch Fakten verderben.

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    2. unluckyluke, Sie sollten besser mal meine Kommentare durchschauen, bevor Sie unqualifizierte Behauptungen in den Äther hinaus senden. Meist kritisiere ich hier die Linke, aber im Gegensatz zu Ihnen tue ich das nicht aus einem parteiischen Standpunkt…

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  4. Lässt sich die Tawo jetzt tatsächlich auf das Niveau von barfi.ch herunter? Echt jetzt!

    Ich zitiere aus dem barfi-Artikel (man beachte die Schlussfolgerung!):

    «Der Hafen und die Hafenbetriebe wünschten damals aber, dass die Rampen dem LKW-Verkehr vorbehalten bleiben, was entsprechend vereinbart, beschlossen und so umgesetzt wurde.»

    «Allerdings zeigt sich das Departement von Hans-Peter Wessels offen für Vorschläge zur Nutzung der Rampen, so sagt Nicole Stocker: Wir sind offen für entsprechende Vorschläge, sollten diese offiziell – also von Seiten des Hafens und der Hafenfirmen – an uns herangetragen werden.»

    «Im Moment arbeitet Geschäftsführer Auderset an einer Lösung, damit die Rampen von den Hafenmitarbeitern befahren und Kleinhüningen vom sinnlosen Verkehr entlastet werden könne. ‹Die Lösung ist nicht ganz einfach›, sagt Auderset.»

    «Herr Regierungsrat, bewegen Sie sich endlich!»

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  5. Wird hier nicht eine Geschichte aus einer Nichtgeschichte gemacht?

    1) Rampen wurden zu einem bestimmten Zweck erbaut und Zugang entsprechend geregelt.
    2) Der Zweck entfällt aus äusseren Gründen.
    3) Die Rampen bestehen weiterhin und bedürfen einer neuen Regelung.
    4) Eine neue Regelung wird erlassen.

    Wo ist das Problem? Ist Wessels schuld?

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