Lysbüchel: Heftige Niederlage für den Gewerbeverband

Es sieht gut aus für das umkämpfte Stadtentwicklungs-Projekt Lysbüchel: Die vorberatende Bau- und Raumplanungskommission winkt die Pläne der Regierung gemäss Recherchen der TagesWoche durch – mit dem Segen von LDP und CVP. 

Künftig ein Wohn- und Arbeitsgebiet: Das Lysbüchel-Areal im Norden des St. Johann-Quartiers.

Selten hat eine Vorlage so viel Zeit in Anspruch genommen: Ein halbes Jahr haben die Mitglieder der vorberatenden Bau- und Raumplanungskommission (BRK) des Grossen Rates ihre Köpfe zusammengesteckt, hinterfragt und beraten. Nun kommt die Grossratskommission gemäss Informationen der TagesWoche zum Schluss: Das Stadtentwicklungs-Projekt im Norden des St.-Johann-Quartiers darf realisiert werden. Am 13. April wird der entsprechende Bericht Volta Nord veröffentlicht.

Auf dem Lysbüchel-Areal sollen innert weniger Jahre Wohnungen für 1300 bis 1900 Menschen entstehen. Die Zahl der Arbeitsplätze soll von heute 500 auf 2000 bis 3000 anwachsen. Dazu kommen Schulhäuser, Räume für Kultur und Grünflächen.

https://tageswoche.ch/stadtleben/das-seilziehen-um-bodengewinn-zwischen-basel-stadt-und-sbb/

Seit bekannt ist, dass auf dem 116’000 Quadratmeter grossen Industrie- und Gewerbeareal auch Wohnungen gebaut werden sollen, schiessen Gewerbeverband und die bürgerlichen Parteien LDP, FDP, CVP und SVP scharf gegen das Vorhaben der Regierung und der SBB.

Nur noch SVP und FDP dagegen

Doch diese Opposition bröckelt zunehmend. Wie aus der BRK zu entnehmen ist, lichteten sich die Reihen der Gegner nach und nach während den Beratungen. Schliesslich gaben die beiden LDP-Mitglieder Jeremy Stephenson (Präsident der Kommission) und Patricia von Falkenstein (LDP-Präsidentin) sowie CVP-Vertreterin Andrea Knellwolf den Widerstand gegen das Projekt auf. Zuletzt standen nur noch die Vertreter der SVP und FDP auf der Seite des Gewerbeverbandes. Sie werden im Grossen Rat für die Minderheit der Kommission sprechen.

Die Entscheide einer Kommission und die Haltung von deren Mitglieder sind wegweisend: Nur selten weichen die Fraktionen von den Meinungen ihrer Kommissionsmitglieder ab. Die Überbauung des Lysbüchel-Areals dürfte somit im Basler Parlament eine Mehrheit finden – was eine heftige Niederlage für den Gewerbeverband bedeutet.

CVP-Präsident Balz Herter sagt, die Meinungen seien noch nicht gemacht. In der Basis gebe es einige Exponenten, die das gleiche Ziel wie der Gewerbeverband verfolgen würden: Demnach soll das Areal weiterhin nur dem Gewerbe gehören. In der Fraktion spüre er aber mehr Unterstützung für eine Weiterentwicklung des Lysbüchel-Areals. «Ich habe selber auch mehr Sympathien dafür, zumal das Projekt neuen Wohnraum schafft.»

BRK-Präsident Jeremy Stephenson will sich nicht zum Kommissionsbericht äussern.

https://tageswoche.ch/stadtleben/auf-dem-lysbuechel-darf-laerm-noch-sein-aber-nicht-mehr-lange/

Konversation

  1. Das sind erfreuliche Neuigkeiten. Unsäglich ist nur die Rolle der SBB. Sie soll bitte Personen und Güter befördern und ihre Landreserven dem Kanton zurück geben.

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  2. Die Diskussion um das Areal ist sicher sinnvoll. Aber dann ist auch mal gut. Es ist ein ausgewogenes Ergebnis im Interesse des Kantons und des Gewerbes! Daraus entstehen deutlich mehr Gewerbearbeitsplätze als heute. Die neuen Wohnungen sind gut vom Lärm abgeschirmt. Es entsteht ein lebendiges Quartier, wo gearbeitet, gelebt, gewohnt, gelernt und genossen werden kann. Was wollen wir mehr?

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  3. Dieser Wohnungsbau auf dem Lysbüchel ist ein Schwachsinn. Das lärmige Gewerbe bleibt; ebenso die Brenntag Schweizerhall. Wegen des Lärms müssen die Wohnbauten mit besonders dicken Mauern erstellt werden. Dies ist eine Vorgabe des Kantonsarchitekten. Das wiederum verteuert das Bauen. Von günstigem Wohnraum kann keine Rede sein. Im Lärm will niemand wohnen. Was passiert? Irgendwann wird ein Asylwohnheim in den Wohnungen eingerichtet. Dann merkt Immobilien Basel, dass in gewissen Gebieten Sozialwohnbauten durch gewinnbringendere Wohnungen ersetzt werden können. Also werden die Bewohner der bisherigen Sozialwohnungen aufs Lysbüchel verfrachtet, in schöne neue Wohnungen. Ja, das Areal eignet sich bestens, um die Ärmsten der Armen dort anzusiedeln. Von dieser Politik profitieren nur die SBB.

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    1. Quatsch. Braunes Gedankengut? Das ist linkes Gedankengut. Weshalb werden in Basel Sozialwohnungen vernichtet? Wegen der Rendite. Mehr dazu beim Mieterverband. Neben lautem Gewerbe zu wohnen ist nicht toll.

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  4. Es gibt regional genügend Freiflächen für Gewerbe- und Industrienutzung. Dass sich der Gewerbeverband beim Lysbüchel-Areal einschiesst ist unverständlich. Alleine in Birsfelden werden zwei grosse Areale im Umfang von 40’000 m2 angeboten: In der ehemaligen Staatsgrube, am Rande des Hafenareals von Birsfelden, stehen ab sofort 20’000m2 Gewerbefläche zur Verfügung. Immobilien Basel https://www.immobilienbs.ch/inserat/5520-20-000-m2-bauland-im-baurecht-an-bester-verkehrslage/ Und im Zentrum des Hafengebiet liegt seit geraumer Zeit ein rund 19’600m2 grosses, unbebautes Areal brach. Die Standortförderung BL hat dieses Areal ausgeschrieben: http://www.economybl.ch/fileadmin/redaktion/documents/Areale_Und_Immobilien/2017_Factsheet_Areal_Birsterminal.pdf

    Beide Areale sind bestens erschlossen. Mit direktem Anschluss an die Autobahn und an die Bahn.

    Es ist also beileibe nicht so, dass das Gewerbe um die letzten paar Quadratmeter Gewerbefläche kämpfen muss. Einziger Nachteil, (noch) sind die beiden Flächen auf Baselbieter Boden.

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