Rummel um Gratisexemplare der «Weltwoche» an der Uni

Der Basler Studierendenrat will der «Weltwoche» die Universität als Werbeplattform wegnehmen. Die Kritik folgt postwendend.

Der Basler Studierendenrat möchte verhindern, dass die Uni Basel weiterhin «Weltwoche»-Exemplare gratis auflegt.

Die Junge SVP Basel-Stadt ist «fassungslos». Am Montagmorgen teilte sie den lokalen Medien mit, dass der Studierendenrat beschlossen hatte, gegen das Verteilen von Gratisexemplaren der «Weltwoche» an der Universität Basel vorzugehen.

Die Junge SVP wirft dem höchsten Gremium der studentischen Körperschaft deswegen «Intoleranz» vor, «Unduldsamkeit gegenüber Andersdenkenden», «Zensur», undemokratisches Verhalten, eine Verletzung der Repräsentationspflicht sowie den Missbrauch der eigenen Position. Es sei nicht die Aufgabe des Studierendenrats, «die intolerante Politik der linken Sozialisten durchzusetzen».

Konkret hat der Studierendenrat die Studentische Körperschaft Skuba beauftragt, dem Rektorat einen offenen Brief zu schreiben und ein Treffen mit den Verantwortlichen einzuleiten, wie «Prime News» schreibt. Das Newsportal lässt die lokale Politprominenz Stellung nehmen – mit erwartbarem Ausgang: Ein gewisses Verständnis für das Anliegen der Studierenden auf der linken Seite trifft auf ein verurteilendes Votum auf bürgerlicher Seite.

Skuba-Präsident Giuliano Borter argumentiert hingegen, man wolle nicht, dass ein Medium mit hetzerischen, diskriminierenden und rassistischen Artikeln eine derart prominente Plattform erhalte.

Die Uni Basel legt bisher Zeitungen und Magazine des gesamten politischen Spektrums auf – von der rechten «Weltwoche» bis zur linken «Wochenzeitung». Die Anfrage des Studierendenrats wurde gemäss Medienabteilung noch nicht behandelt. (tin)

Konversation

  1. Unmündig sind die Studenten gemäss der Gedankenpolizei des Studierendenrats…..
    Jede Meinungsbildung wird verunmöglicht und die direkte Demokratie in den Mistkübel geschmissen.

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  2. Mir scheint der beantragte Verbot der Verteilung einer Zeitung auch nicht ganz sinnvoll. Bei uns in der Praxis werden von KlientInnen auch manchmal Blick-Zeitungen im Wartezimmer deponiert, die ich jeweils wieder beseitige. Man kann aber von StudentInnen schon erwarten, dass sie entscheiden können, was Sie lesen wollen. Also was soll es?

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  3. Legt doch anstelle der WW die Gratis-Basler/Baselbieter Woche/Nachrichten auf. Sie wissen selber auch nicht so genau wie sich sich nennen sollen. Genauso von rechten Multimilliardären finanziert.

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  4. Wenn man mal den Namen dieses Heftchens auf das reduziert, was es wirklich ist, ein „Weltchenwöchelchen“ seit der Übernahme, (mit asgeprägter Skelettgestaltung dessen, was vorher einmal die abgebildete „Welt“ war auf dem Titelblatt oben), dann dürfte es etwa die gleiche Berechtigung haben, wie eine „hintere Muotathaler Weltzeitung“ oder ein „Gurtnellen-Dorfer Zentral-Tagblatt“ oder die „internationale Valser Thermalwasser-Postille“.
    Die liegen meines Wissens auch nicht auf (oder deren lokale Ableger…).

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  5. Die WoZ wird im Kollegienhaus jeweils zuverlässig und schnell entsorgt (oder „mitgenommen“), genauso auch andere linke Zeitungen/Zeitschriften. Die waren einst in satter Zahl am Zeitungsständer anzutreffen – seit einiger Zeit herrscht dort ein ziemlich ausgedünnter Zustand, sowohl Anzahl- als auch Spektrummässig. Es scheint, dass auch und vor allem Rechte oder „Bürgerliche“ Mühe haben mit der Vielfalt.
    Zur Weltwoche: Vielleicht ist es gar nicht schlecht, wenn sich die Studis direkt vor Ort und gratis ein Bild machen können, wie rechte Hetze (Sexismus, Rassismus, Homophobie, Antipluralismus, Toxic Masculinity, Mythenbildung, Fake News, persönliche Diffamierung, Hass gegen sozial Benachteiligte, Verharmlosung von Faschismus/Nationalsozialismus und und und) 2018 funktioniert und in gepflegter bildungsbürgerlicher Magazin-Aufmachung daherkommt… Nicht zuletzt ist es auch immer wieder interessant zu sehen, welche Firmen welche Produkte darin anpreisen: Fette Autos, teure Uhren, schonende Gelenkoperationen mit Seeblick, Exklusive Urlaubsreisen, erlesene Weine…

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  6. Ich finde es richtig, dass eine Uni alle politischen Spektren der Presse Raum gibt, denn ein Akademiker darf sich auch mit Meinungen auseinandersetzen, welche seine Meinungen nicht wiederspiegeln. Aber anscheinend haben vor allem Linke ein Problem mit Meinungen, die ihnen nicht passen. So muss man diese verbieten oder zumindestens darf man sie nicht wahrnehmen. Nur die eigene Meinungsblase ist erlaubt und zulässig.

    Was für ein geistig armes Niveau diese Leute damit offenbaren.

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    1. Es gibt „Meinungen“, von denen eine fast gerade Linie zur Gewalttat führt. Man sollte schon wenigstens darüber diskutieren dürfen, wie man diese von einfachen Differenzen der Perspektive abgrenzt, so dass eine vernünftige und gewaltfreie Auseinandersetzung zwischen Letzteren möglich bleibt.

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    2. Wie will man darüber diskutieren, wenn man diese Meinungen verbieten will? Ich habe als Studi es sehr geschätzt, in eine WoZ oder Weltwoche schauen zu können. Genau diese pluralistische Meinungsvielfalt trägt am Besten zur politischen Bildung bei.

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    3. Man kann Meinungen natürlich nicht verbieten. Aber finden Sie es nicht legitim, die gezielte Verbreitung von Hass, Vorurteilen und Falschinformationen zumindest einzudämmmen? In der Wissenschaft ist es doch Konsens, dass die Qualität und Glaubwürdigkeit der Forschung nur dann gewährleistet ist, wenn gewisse Standards eingehalten werden, so dass nicht jede(r) alles unter dem Label „Wissenschaft“ veröffentlichen kann (was nicht heisst, dass es nicht unter einem anderen Label veröffentlicht werden darf). Ähnliches muss auch für Demokratie und den öffentlichen Raum gelten. Jede(r) soll seine/ihre Privatideologie haben dürfen, aber daraus ergibt sich nicht das Recht, diese unbeschränkt öffentlich zu verbreiten. Hetze sollte nicht als „demokratischer Diskussionsbeitrag“ verkauft werden dürfen, ebensowenig wie eine Sammlung unbegründeter Behauptungen als Wissenschaft zu akzeptieren ist.

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    4. Gerade als Akademiker muss man auch mit sowas umgehen können. Und eine Weltwoche auf einem akademischen Marktplatz zu verbieten, ist das Fälscheste überhaupt. Trauen Sie den Akademikern nicht zu, mit den Texten der Weltwoche umzugehen? Es ist einfacj bezeichnend für unsere Zeit, dass man versucht alles zu verbieten oder zu verbannen, was der eigenen Meinungsblase nicht entspricht oder ihr entgegensteht.
      Also ich muss nun (linken) Studenten blind folgen und glauben, dass die Weltwoche rassistisch, hetzerisch und sexistisch sei. Ich DARF mir an der Uni kein eigenes Bild mehr darüber machen, sondern MUSS glauben. Das ist die Konsequenu daraus. Nicht sehr akademisch dieses Vorgehen.
      Welche Zeitung ist die Nächste? Die NZZ? Schliesslich schreibt sie auch nicht links.

      Nein, von Akademikern erwarte ich, das sie mit Zeitungen, weche nichz ihre Meinunh wiederspiegeln umgehen können und anderen Akademikern zugestehen, sich ein eigenes Bild machen zu dürfen, an der Uni!

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    5. Ich bin nicht unbedingt für’s Verbieten. Lesen Sie meinen anderen Kommentar zum Thema. Jede(r) soll sich selber ein Bild machen dürfen. Allerdings kann der/die geneigte AkademikerIn das auch dann, wenn nicht massenweise Gratisausgaben der Weltwoche an der Uni rumliegen. Was AkademikerInnen (hoffentlich) auch können: differenzieren, wann etwas Zensur ist und wann nicht. Sollte auf demokratischem Weg entschieden werden, dass die Weltwoche an der Uni nicht mehr ausgelegt werden darf, so wäre das ein bescheidenes politisches Statement, mehr nicht. Die Weltwoche wäre dadurch weder in ihrer Existenz bedroht noch inhaltlich eingeschränkt. Zudem könnte sie weiterhin vor dem Eingang ungestraft gratis verteilt werden. Also: keine Zensur. Fallen wir doch nicht ständig auf das rechte Opfernarrativ herein!

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    6. Georg ich stimme ihnen wieder zu. Die Linke erträgt andere Meinungen nicht, weil sie sich moralisch überlegen fühlt.

      Seien Sie aber vorsichtig. Sobald Sie in Verdacht geraten unter dem Motto der Meinungsvielfalt die Weltwoche zu tolerieren, dann werden Sie als Nazi oder Hetzer abgestempelt.

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    7. Ich würde Georg II nie als Hetzer oder Nazi abstempeln. Für Sie hätte ich einen schönen „Pauschal“-Stempel im Angebot.

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    8. Sie sind vielleicht geistig arm, aber moralisch reich. Ggf. werden sie sich früher oder später an ihrem Über-Ich verschlucken.

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