Trotz Leinenpflicht: im Allschwiler Wald laufen Hunde frei herum

Wegen der Brutzeit dürfen Hunde im Kanton Basellandschaft derzeit nur angeleint in den Wald. Theoretisch. Einige Hundehalter halten sich nicht daran – andere sehen den Sinn der Übung nicht.

Eingeschränkte Freiheit auf acht Pfoten.

Dass Hunde lieber ohne Leine herumtollen, weiss jeder. Doch nicht jeder scheint zu wissen, dass sie zwischen April und Juli in Waldgebieten an die Leine gehören. Es ist die Zeit der Jungtiere – und jeder freilaufende Hund bedeutet Gefahr oder zumindest Störung für die Wildtiere. Trotzdem sieht man immer wieder leinenlose Hunde im Wald. Wird das Gesetz absichtlich ignoriert? Die Suche nach Antworten führte uns in den Allschwiler Wald.

Dort sind am sonnigen Freitagmorgen viele Jogger und Spaziergänger unterwegs. Auf die Hunde-Thematik angesprochen machen sie alle ähnliche Aussagen. Man weiss vom Gesetz, aber jeder und jede der Befragten sieht hin und wieder Hundehalter, die sich nicht an die Vorgabe halten.

Wenig Verständnis

Dabei sind die Vorschriften nicht zu übersehen: Hier, beim Start des Vitaparcours kurz hinter der Endstation des 8er-Trams, hängt das Infoblatt mit den Worten: «Schutz des Wildes vor Hunden und Hauskatzen» mit dem entsprechenden Gesetzesartikel.

Klare Ansage: Hunde gehören derzeit an die Leine.

Manche der Befragten sehen den Sinn des Gesetzes nicht ein. Sie finden, eine Leinenpflicht stelle eine Einschränkung des Hundes dar. Ein älterer Herr mit Hund meint ebenfalls, die Leinenpflicht sei unnötig: Schliesslich habe er seinen Hund im Griff. Während er dies sagt, erspäht sein Liebling einen anderen Hund – und reisst bellend an der Leine.

Bei jedem Gesetz gebe es Leute, die sich nicht daran halten, sagt Holger Stockhaus, Jagdverwalter beim Amt für Wald des Kantons Basellandschaft. Man setze deshalb auf Aufklärungsarbeit, um möglichst viele Hundehalter daran zu erinnern, dass ihre Tiere in dieser Zeit an die Leine gehören. Gemeindearbeiter und Jagdaufsicht würden zudem Kontrollen durchführen. Es brauche diese Gesetzgebung, sagt Stockhaus: «Nur so kann man die Tiere vor Hunden schützen.»

Konversation

  1. «Nur so kann man die Tiere vor Hundeattacken schützen»

    Gibt es denn eine amtliche Statistik über die Anzahl Fälle von Hundeattacken?

    Diese Frage soll nicht das Verbot hinterfragen. Der Schutz des Wildes und somit das Verbot sind wichtig. Hundehalter sollen sich sehr wohl daran halten.

    Wobei mich ja vielmehr die herumliegende Hundekacke nervt.

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    1. Zahlen finden sich u.a. in der eidgenössischen Jagdstatistik unter „Fallwild“, wobei dies nur die halbe Wahrheit ist. Ersten besteht eine hohe Dunkelziffer, denn nicht jedes Herrchen ruft die Polizei oder den Wildhüter, wenn sein Hund gewildert hat. Zweitens und fast schwerwiegender ist für viele Wildtiere der durch die wildlaufenden Hunde verusachte Stress so gross ist, dass es gar nicht erst zu Fortpflanzung (wie z.B. bei den Hasen), oder dass die Jungenaufzucht gestört wird. So kehren Altvögel nicht mehr zu einem von einem Raubtier entdeckten Nest zürück. Bei am Boden brütenden Arten kann dies z.B. ein Hund sein oder gar ein Spaziergänger der durchs Unterholz geht.

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    2. Ja und Kinder gehörern demnach auch an die Leine, mit dem Waldspaziergängen und den lauten herumgeschreie, wenn Kinder mit steinen rumschmeissen ( wie gestern im Allschwil ) ist das auch nicht ungefährlich, HUNDESTEUER. Gibt es auch Kindersteuer? Spielraum für Hunde wird immer wie enger, ein zusammen Leben gibts bald nicht mehr, Hunde werden an der Leine aggressiver, fesseln wir die die für Leinepflicht sind mal monatelang! Mal schauen was dann passiert.

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    3. Weswegen ist es wichtig sich daran zu halten? Jäger dürfen die Tiere erschiessen, das ist natürlich oke oder was? Und die Hunde gehören an die Leine? Was für ein schwachsinn! Pferdekot wird auch nicht aufgelesen! Pferdekot auf Asphalt, geht das von alleine weg?

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    1. Stimmt. Wir beide haben uns an das zeitgenössische Niveau angepasst: Sonst kann ja auch nichts mehr rezipiert werden (wenn überhaupt).

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