Wird der Badische Bahnhof zum Bahnhöfli degradiert?

Die deutschen Nachbarn von Basel sorgen sich, dass mit dem Herzstück-Projekt der Badische Bahnhof und damit die deutsche Regionalbahn vom Fernverkehr abgehängt werden könnte.

Der Badische Bahnhof könnte zum S-Bahn-Knoten degradiert werden. (Bild: Dominique Spirgi)

Die Planspiele der Schweizer Behörden rund um das Milliarden-Bahnprojekt «Herzstück» bereiten den deutschen Nachbarn Sorgen. Die SBB liebäugeln mit einer Zusatzschlaufe im Norden der Stadt, die den deutschen Fernzügen eine freie Fahrt direkt zum Schweizer Bahnhof SBB ermöglichen würde. Das heisst, dass die ICE-Züge ohne Halt im Badischen Bahnof und ohne Richtungswechsel direkt nach Süden weiterfahren könnten.

Die CDU-Kreistagsfraktion Lörrach fordert nun, dass sich der Landkreis zusammen mit dem Regionalverband Hochrhein-Bodensee und der Deutschen Bahn rechtzeitig in den Planungsprozess einklinkt. «Direkte und schnelle Verbindungen der Regionalstrecken am Hochrhein und im Wiesental an die Fernverkehrszüge dürften nicht aufs Spiel gesetzt werden», zitiert die «Badische Zeitung» aus einer Pressemitteilung der CDU.

«Badische Zeitung»: «Die Region muss in Schienenverkehr attraktiv bleiben»

Konversation

  1. Dieser Tunnel kommt kaum in den nächsten Jahren. Da werden andere Projekte bevorzugt, Basel wird sich wieder wie immer hintanstellen müssen. Des da wären: Brüttenertunnel, Zimmerberg II, 4. Gleis Stadelhofen oder Vollausbau Lötschberg Basis. Die Deutschen brauchen sich keine Sorgen zu machen.

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    1. Und dann herumheulen, dass in Basel ein Nadelöhr entsteht und Kapazitäten für die NEAT und den internationalen Fernverkehr nicht mehr da sind, weil in Basel die Kapazitäten fehlen.

      Ich seh’s schon kommen.

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    2. Das liegt daran, dass die Basler immer zu spät kommen. Lieber verschenkt man Millionen nach Weil oder St-Louis. Dabei geht vergessen, dass man halt zur Schweiz gehört.

      Der Fernverkehr geht immer vor. Wenn Kapazitäten fehlen, dann für den Regionalverkehr. Den SBB ist sowas herzlich egal.

      Wenn man so ein Projekt auf Bundesebene durchbringen will, braucht man Verbündete. Welche davon hat Basel? Genau einen: Baselland. Oder glaubt ihr, dass sich Zürich (hat eigene Interessen), Bern, Ostschweiz, Zentralschweiz oder Genf für einen Tunnel in Basel erwärmen lassen? Haha. Für Brütten und Stadelhofel (wie damals für die Durchmesserlinie) kann man das als Nutzen für diverse andere Gebiete verkaufen, von Schwyz und Glarus bis St. Gallen und Schaffhausen. Fragt mal einen Bündner nach dem Herzstück…

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    3. Schön, dass es so präzise auf den Punkt gebracht wurde. Nur etwas muss ich korrigieren: BL ist immer konsequent gegen alles, was BS weiter bringen würde. Aus ZH kommt wenigstens ab und zu etwas Mitleid, aber ansonsten nehmt Ihr auch nur gerne das Geld aus BS, um Zürcher Projekte zu finanzieren. Es wäre für BS wirklich langsam Zeit, sich nach Norden und Westen zu orientieren. Mit denen kann man wenigstens zusammen etwas bauen, siehe Weil und St. Louis. Die gleichen Projekte mit BL oder CH, wären wohl noch immer in der Schublade…

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    4. Sie sind ja top informiert….oder eben nicht! Die Kantone AG und SO sind ebenfalls beim Herzstüsck dabei.

      Vielleicht sollten Sie sich vom fernen Zürich aus ein wenig besser informiren.

      Ihr hämisches Lachen können Sie sich sparen. Basel is die zweitgrösste Wirtschaftsregion mit seit Jahren einem höheren Wirtschaftswachstum, eine trinationale gglomeration von rund 700-800’000 Einwohnern. Der Grossteil der Exporte wird über Basel abgewickelt. Staut es sich dort, hat unsere Exportindustrie ein massives Problem.
      Ihre Überheblichkeit, die sie hier an den Tag legen, ist einfach nur Lachhaft.

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    5. Vorab: ich lache nicht hämisch, sondern stelle bedauernd Tatsachen fest. Das mit der Wirtschaft ist richtig, ändert aber am geringen politischen Gewicht der Basler innerhalb der Schweiz nichts. Genausowenig ob nun AG+SO anstatt BL an Bord sind.

      Tatsache ist, man hat sich seit der Schaffung des TNW und der Verbindung Basel SBB zur Münchensteinerbrücke (Tram 10+11) ausgeruht. Inzwischen haben andere Regionen auf- und überholt. Die CEVA in Genf wird gebaut; die DML wurde gebaut; Trogen-Appenzell durchgehend durch St. Gallen wird gerade fertig…

      Nochmals: ohne Allianzen von Gewicht und Nutzen für andere kommt kein Vorhaben durch. Die DML konnte man den Ost-, Zentral- und Südschweizern „verkaufen“ und dient u.a. dem Fernverkehr. Das Herzstück dient diesem eher wenig wenn überhaupt. Die Zeit, welche bei internationalen Verkehr (ICE, TGV) verloren geht, hat nur teilweise mit der Spitzkehre zu tun: nur wenig ICE sind überhaupt „schweiztauglich“, bei Ausfall wird gewendet; Personalwechsel in Basel SBB etc. Ok, durch Ab- und Aufrüsten geht eine gewisse Zeit verloren, aber schauen Sie mal einem IC ZH-BS zu, welcher in Basel wendet: das dauert wenige Minuten.

      Stadelhofen wird nun mal von mehr Pendlern benützt als Basel Bad, das schleckt keine Geiss weg. Brütten ist Ost-West-Achse, also kann man das der halben Schweiz „verkaufen“. Zimmerberg II ist Gotthard-Zulaufstrecke, dort ist jetzt eingleisig und es hat für Fern- und Regionalverkehr schlicht zu wenig Kapazitäten.

      Ich würde mich in Basel, anstatt Träumereien anzuhängen und wieder den Anschluss zu verpassen, lieber konkreten Projekten zuwenden, welche einen realen Nutzen für die Region haben und auch finanziert werden. Z.B.: Tram Johanniterbrücke, Claragraben (Bypass Innenstadt!) etc. Denn auch in diesem Bereich kommt sonst das Tram Affoltern wieder vorher.

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  2. Diese Tunnel braucht es, ohne Frage. Und sie sind geologisch auch machbar, da bin ich überzeugt davon.

    Um auf die Ängste einzugehen, wiederhole ich gerne meine Idee:

    Der Zugverkehr wird total neu geregelt:
    Internaionale Züge von/nach DE halten nur noch im badischen Bahnhof.
    SBB-Züge machen je nach Herkunft eine Schleife SBB-EAP-Bad Bf-CH oder umgekehrt.
    Fernverkehrszüge von F her kommend, fahren wie bis anhin.

    Damit würde im Gegenteil der bad. Bf massivstens aufgewertet, denn er hat die Kapazitäten dazu! (Stichwort: Längere Perrons!) Ich würde einzig die scheusslichen Perrondächer aus den 70ern entfernen und dafür wieder eine echte Perronkuppelhalle drüberziehen.

    Gewinnen würde das Kleinbasel und Spdbaden, da sie direkt an den schweizerischen Fernverkehr angebunden würden.
    Der Verkehr DE-CH-ITA würde um sage und Schreibe 20-25 Minuten beschleunigt werden!

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    1. Das Problem ist, dass damit der Weg von praktisch dem ganzen Schweizer Teil der Agglomeration zum „Fernverkehrsbahnhof“ deutlich länger würde. Zum Beispiel für die zwei grössten Gemeinden der Schweizer Agglomeration: Allschwiler müssen zuerst durch die ganze Innerstadt, bis sie beim Badischen Bahnhof sind. Reinacher haben jetzt eine sehr schnelle Verbindung zum Bahnhof SBB, neu hätten sie ebenfalls einen deutlich längeren Reiseweg. Auch müssten die meisten Passagiere umsteigen, d.h. das Tramnetz müsste völlig neu konzipiert werden, was die langen Reisewege aber nicht kompensiert. Die Region Basel ist bevölkerungsmässig extrem südlastig, deshalb ist der Bahnhof SBB als Fernverkehrsbahnhof geeigneter. Freilich kann ähnliches über die Stellung des Badischen Bahnhofs für den deutschen Teil der Agglomeration gesagt werden. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Ideal sind zwei Fernverkehrshalte in Basel. Vorstellbar wäre höchstens, die Fernverkehrszüge in Weil a.Rh. anstelle im Badischen Bahnhof halten zu lassen. Mit der S5 und nach Weil (oder weiter) verlängerten Hochrheinzüge wären die Nachteile weniger gravierend, wenngleich auch diese Lösung nicht ideal wäre.

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    2. Der schweizerische Fernverkehrsbahnhof hätte weiterhin seinen Halt in Basel SBB (Sie machen wie schon beschrieben keine Spitzkehren mehr, sondern fahren neu SBB-EAP-Bad Bf-CH und umgekehrt). NEU würde der schweizerische Fernverkehr Basel SBB UND Basel Bad Bf. bedienen.

      Dass Reinacher und Allschwiler für ICE-Verbindungen oder Deutschland-Verbindungen neu nun weiter fahren müssen, das ist insofern verschmerzbar, dass mit dem neuen Regime im Fernverkehr rund 20 Minuten eingespart werden können. Dies macht dieser Verbindungen noch attraktiver und sorgt für einen weiteren Umsteigeeffekt, was der Lebensqualität aller nützte. Auch der Allschwiler und Reinacher.

      Im Gegensatz zum Bahnhof SBB hat der Badische Bahnhof noch enorme Kapazitäten frei. Und mit zwei-drei leistungsstarken bestehenden Passerellen ist er ideal zum Umsteigen. Auch hat er die Perronlänge für lange Züge. Und das alles ohne dass wir einen Bagger auffahren lassen müssten!

      Mit dem Kreisverkehr der schweizerischen Fernzüge und S-Bahn wird die Kapazität des Bahnhofs SBB erhöht, da keine Spitzkehren mehr notwendig sind. Und wieso nicht schweizerische IR/REX-Züge an einer Haltestelle Morgartenring halten lassen? DAS wäre ein enormer Gewinn dann für Allschwil.

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    3. REX=Rheintalexpress, Verbindung St. Gallen-Chur. Nur so zum Begriff. Wenn schon dann RE.
      Schleife des schweizerischen Fernverkehrs: somit werden alle Züge jeweils mehrere male pro Tag gedreht – und kommen dann so nach Zürich oder Bern. Das heisst, die Formationen sind immer verschieden, was für die Reisenden sehr unpraktisch ist.

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    4. Dann nennen wir es RE oder RX oder wie auch immer. REX ist die österreichische Bezeichnung. Wortklaubereien zeugen immervon fehlenden Argumenten.
      Wenn die agenfolge das einzige Problem is, ist dies klar ein Luxusproblem. Dann hängt man halt die Erstklasswagen in die Mitte. Oder ist das für die zarten zürcher Gemüter zu viel Aufwand, dass man 2-3 Schritte mehr gehen muss? Der TGV und ICE nehmen auch keine Rücksicht darauf und es ist kein Problem. Und in Zeiten der digitaler Anzeigen, kann man ja die Zugfolge aktuell wiedergeben.
      Meine Güte, da werden „Probleme“ dagegen aufgeführt, man könnte meinen…

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    5. Dieser Tunnel braucht es nicht, er ist im Gegenteil ein absurdes Projekt.
      Graumelierte Herren wollen sich da ein Denkmal setzen. Das Preis-Leistung-Verhältnis ist ein Witz. Wenn man die Züge nach D beschleunigen will, dann könnte man sie schon heute in Muttenz via Gellert rechts abzweigen lassen. Der Badisch Bahnhof ist ja auch ein Basler Bahnhof.

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    6. Aber es braucht die Auflösung des Sackbahnhofes Basel SBB. Ob mit Tunnel oder einer neuen Rheinbrücke bei Weil, ist egal.

      „Graumelierte Herren“ – es wird die volle Klaviatur der Vorurteile bei Visionen und Grossprojekte gespielt. Dass eine RegierungsrätIN diese Idee damals aufs Tapet brachte, geschenkt.

      Ich bin froh, haben bei all den grossen Infrastrukturbauwerke der letzten 150 Jahre nicht Leute wie Sie das Sagen, sonst würden wir heute noch mit Postkutschen über den Gotthard reisen.

      Wie sieht das denn genau mit ihren Ideen aus, ein wirklich leistungstarkes S-Bahn-System aufzubauen? Wie schafft man das ohne neue Bahntrassen? Oder haben Sie wirklich das Gefühl, wir kommen mit der Infrastruktur und dem bisherigen Pseudo-S-Bahnangebot, wie wir sie heute haben damit noch lang durch?

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  3. <Naja, mal wieder hochfliegende Pläne!
    Wer die Autobahnumfahrung nicht auf mindestens drei Spuren, besser vier hinbekommt, in Sachen öffentliche Verkehrsmittel mit den Drämmli wohl ein halbes Jahrhundert hinterher hinkt (die U-Bahn wäre schon länger fällig), der wird auch so einen U-Bahn-Tunnel kaum auf die Reihe bekommen, und dann noch in einem erdbebengefähreten Gebiet!
    In einem solchen Gebiet würde ich nicht zu tief unter den Boden gehen.
    Basels Geologie ist europarelevant: Der Rhone-Rhein-Graben, nur kanpp durch den Jura überdeckt, spaltet ganz Europa.
    …und der geht auch durch Basler Gebiet.
    Alles, was unter dem Rhein durchgelegt wird, hätte nämlich das Risiko, bei einem ordentlicheren Erdbeben einfach voll zu laufen, wenn es knackt.
    Vielleicht wäre es billiger, den neuen Basler Transitbahnhof ins Gebiet des Rangierbahnhof Muttenz zu verlegen.

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    1. deshalb gibt es in japan keine tunnel??? mit dieser argumentation müssten auch gleich alle leitungen aus dem boden genommen werden…

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  4. Basler Sandkastenspiele.
    Siehe Passerelle Bahnhof.
    Im Bahnhof Food um den Bahnhof Food.
    als währen alle am Verhungern…

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