Zwei Nächte Knast für eine laute Party – Polizei-Einsatz wirft Fragen auf

Nach zwei Lärmklagen an der Mattenstrasse rückte die Polizei mit einem Grossaufgebot aus und nahm fünf Personen fest. Diese wollen nun gegen die Polizei vorgehen.

Lino Bally, einer der Party-Organisatoren, wird von sechs Polizisten festgenommen.

Es sollte eine nette Überraschungs-Party werden. Doch die Party endete für fünf Besucher in einer Polizeizelle. Wofür die Polizei ihn festnahm, weiss Lino Bally auch eineinhalb Wochen nach jenem Samstag noch nicht genau. Er hat bisher keine Anzeige erhalten, keinen Polizeirapport gesehen.

Wir sitzen in der Wohnung an der Mattenstrasse 76, wo die Party stattfand. Bally erzählt, wie es so weit kam: «Wir wollten einen Freund überraschen, der ein halbes Jahr im Ausland war. Etwa 30 Leute kamen in die WG, wir hatten einen DJ, die Stimmung war heiter und es war sicher auch laut.»

Um Mitternacht kam die Polizei ein erstes Mal. Der DJ drehte die Musik leise, die Feiernden schauten aus dem dritten Stock auf die Strasse und sprachen von dort aus mit den Polizisten. Sie sollten die Musik ausmachen, erklärten die Polizisten. Die Feiernden folgten.

Lino Bally im Hauseingang an der Mattenstrasse: «Zu Boden gestossen und in Handschellen gelegt.»

Doch kaum war die Polizei fort, wurde die Musik wieder laut. «Wir haben die Party in ein anderes Zimmer verlegt, um für die anliegenden Nachbarn die Lautstärke zu dämpfen», sagt Bally.

Das war gut gemeint, funktionierte aber nicht. Um 3 Uhr nachts kam die Polizei zum zweiten Mal. Dieses Mal mit fünf Fahrzeugen, davon zwei Kastenwagen, erinnert sich Bally. Etwa 20 Polizisten seien aus den Autos gestiegen und schnurstracks zum Hauseingang gelaufen.

Was in den nächsten 15 Minuten passierte, ist umstritten. Die Version von Bally geht so:

«Einige Partygäste gingen nach unten und versuchten bei der Eingangstüre mit der Polizei zu sprechen. Als ich unten ankam, habe ich mit einem Polizisten geredet. Ich habe ihm gesagt, dass die Musik bereits aus sei und wir die Party beenden. Den Polizisten schien das nicht zu interessieren. Ich sah, wie andere Polizisten versuchten, Leute durch die Türe zu zerren und durch den Hauseingang nach draussen zu bringen. Als ich sah, wie Freunde von mir wie Schwerverbrecher abgeführt wurden, bin ich zu den Polizisten hingelaufen und habe mich in den Weg gestellt: ‹Was macht ihr da?›, habe ich gefragt. Darauf habe ich keine Antwort erhalten. Vielmehr wurde ich von hinten zu Boden gestossen und in Handschellen gelegt.»

Ein Handyvideo zeigt, wie Bally anschliessend festgenommen wird. Sechs Polizeibeamte, zwei davon knien auf den Beinen von Bally, legen ihm Handschellen an. Der Festgenommene trägt keine Schuhe, diese habe er zuvor beim Feiern ausgezogen, sagt Bally.

Die Version der Polizei klingt anders. Polizeisprecher Martin Schütz erklärt den zweiten Polizeieinsatz kurz vor 3 Uhr in der Früh so:

«Dort verhielten sich einzelne Personen dann aber nicht mehr so kooperativ wie vorher; aus diesem Grund kam es in einem sich der Situation anpassenden Polizeieinsatz zu den fünf Anhaltungen und später Festnahmen. Während dieses Einsatzes musste die Kantonspolizei keine Mittel einsetzen; es wurde niemand verletzt.»

Schütz spricht davon, dass «die vorwiegend jungen Anwesenden der Partyszene und teilweise der linksextremen Szene zuzuordnen» gewesen seien. Diese Einschätzung führte wohl dazu, dass die Polizei beim zweiten Mal mit verstärktem Aufgebot an der Mattenstrasse aufkreuzte.

Was danach geschah, ist nicht umstritten. Die Polizei fuhr die Festgenommenen zum Claraposten. Dort verblieb Bally nach eigenen Aussagen drei bis vier Stunden in der Ausnüchterungszelle. Er musste einen Alkoholtest machen, das Messgerät zeigte 0,8 Promille – ein Wert, der bis vor ein paar Jahren die Grenze der Fahrtüchtigkeit markierte.

Hier kam es zum massiven Polizeieinsatz.

Dann wurde er zur Staatsanwaltschaft (Stawa) an der Binningerstrasse gefahren, wo Bally eine DNA-Speichelprobe abgeben musste. Das, weil gegen ihn «der dringende Verdacht einer schweren Straftat besteht», so steht es auf dem Merkblatt, das Bally erhielt.

Bei der Einvernahme am Sonntagnachmittag erfuhr der 24-Jährige, dass er und seine Freunde wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte sowie Hinderung einer Amtshandlung festgenommen worden waren.

Die Stawa entschied, die fünf Festgenommenen über Nacht in Polizeigewahrsam zu behalten. Die Gründe dafür sind unklar.

Am Sonntagabend kam eine Gruppe von etwa 40 Personen vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft zusammen, um gegen die Festnahmen zu protestieren. «Telebasel» berichtete über die unbewilligte Kundgebung, ohne den Grund für die Festnahmen zu kennen.

Maximal 48 Stunden in Polizeigewahrsam

Am Montagmorgen wurde Bally um 8 Uhr freigelassen – nach etwa 28 Stunden in Polizeigewahrsam. Die übrigen vier Verhafteten wurden danach zeitlich gestaffelt freigelassen, der letzte um 16 Uhr – nach zirka 36 Stunden.

Festgenommene dürfen laut Gesetz 48 Stunden in Polizeigewahrsam gehalten werden. Danach ist ein richterlicher Haftbefehl notwendig.

Dass Bally und seine Freunde so lange in Haft ausharren mussten, ist für Christian von Wartburg unverständlich. Der Anwalt und SP-Grossrat vertritt die Festgenommenen und will allenfalls wegen unangemessener Polizeigewalt gegen die Gesetzeshüter vorgehen.

«Nicht jeder kann sich gegen Polizeigewalt wehren. Wir sind privilegiert, darum müssen wir es auch tun.»

Lino Bally

Von Wartburg sagt: «Bei massiver Gewalt gegen Polizeibeamte wäre ein längerer Aufenthalt in Polizeigewahrsam für mich nachvollziehbar.» Falls es, wie die Beteiligten berichten, bei den Vorfällen aber nur um Ruhestörung ging, sei der lange Aufenthalt «sicherlich nicht verhältnismässig».

Dies selbst dann, «wenn bei diesem Einsatz ein Tatverdacht wegen Hinderung einer Amtshandlung entstanden wäre, weil die Beteiligten den Anweisungen der Polizei nicht sofort Folge leisteten».

«Nicht jeder kann sich wehren»

Bally ärgert, dass er und seine Freunde als Linksextreme gebrandmarkt werden. «Dazu gibt es keinerlei Anlass. Ich bin Aktivismus sicher nicht abgeneigt – aber immer gewaltfrei. Genauso schätze ich die Besucher der Party an jenem Samstag ein.» Die Mattenstrasse sei kein besetztes Haus. Alle Bewohner verfügten über Mietverträge.

Er sei auch noch nie mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Schliesslich wolle er sich auch deshalb gegen das Polizeivorgehen wehren, weil der Einsatz «völlig unverhältnismässig» gewesen sei. «Ich weiss: Nicht jeder kann sich gegen Polizeigewalt wehren. Wir sind privilegiert, darum müssen wir es auch tun.»

Konversation

  1. Ich bin selbst Mieterin an der Mattenstrasse, wobei ich mich nach der Lektüre einiger Kommentare nun doch auch noch zu Wort melden muss. In der besagten Nacht war ich am schlafen, bin dann aber um ca. 3 Uhr aufgewacht, weil Tumult auf der Strasse war: Sirenen, junge Menschen die sich empörten, immer mehr — irgendwann über 12 — anfahrende grosse Polizeiwagen. Diese Aussage soll die Nachruhestörung, die auf das Konto der Jungs geht, auf keinen Fall klein reden. Nicht jeder hat mein Glück, sehr gut zu schlafen. Grundsätzlich ist aber der Austausch im Haus rege, man kennt und respektiert sich. Vielleicht könnte die Kommunikation, was die angrenzenden Häuser betrifft, aber noch optimiert werden.

    Mein Problem ist hier allerdings ein anderes. Geblieben sind mir zum Beispiel die Kommentare von N.G. oder Peter Meier, der mit der Rhetorik von Molotow Cocktail und Pflastersteinen begeistert. Oder was suggerieren Aussagen, dass „die Mattenstrasse nicht nur von Ausdruckstänzern besiedelt ist“? Denn wer sind wir, die da an dieser Mattenstrasse wohnen? Während ich Mühe hätte, hier auf Grund der Heterogenität der Mieter*innen eine kurze aber präzise Antwort zu geben, scheinen die Herren von dem Versuch einer Zuschreibung nicht zurückzuschrecken. Dabei werden einige von uns wohl weniger dem kreativ-friedlichen (das wäre dann wohl der Typus Tänzer*in?) und eher dem unterdurchschnittlich-martialisch (der Mann vom schwarzen Block?) Menschentyp zugeordnet.

    Der Polizeieinsatz war massiv, die Begründung dafür ist eine Zuschreibung — Wirklich?! Auf Grund welcher Beweislage? Warum, weil wir uns als Mieter*innen organisieren? — die von Leuten wie Herren Meier und N.G. gedankenlos reproduziert wird, und welche dann alle (ja bitte, jegliche) Polizeigewalt legitimiert.

    Dahinter stehen politische Entwicklungen, auf die verschiedene Medien in der letzten Zeit aufmerksam gemacht haben, und die auch unter Jurist*innen umstritten sind. Für eine erste Überwachung oder auch mal mit dem Kastenwagen anzufahren, dafür muss kein Gesetz mehr gebrochen werden. Wobei ein bloßer Verdacht gegenüber all jenen, die allenfalls und mutmasslich jemals etwas anstellen könnten ausreicht, um ganze Freundeskreise, ja ganze Nachbarschaften zu verdächtigen und wenn nötig, dort mal hart zuzupacken.

    Das Auftreten der Polizei in jener Nacht war des vorliegenden Vergehens — einer Lärmbelästigung — nicht angebracht. Es war kein massiver Gesetzesbruch und keine von Seiten der jungen Leuten bereits zugespitzte Situation, die einen solchen Einsatz auf irgendeine Art rechtfertigen würde. Umgekehrt war es eine blosse, und ja, vielleicht sogar etwas unglückliche Zuschreibung seitens der Polizei — und hier würde ich schon gerne nochmals fragen, wer warum diese Zuschreibenden zementiert haben will — welche zu einem ungeschickten und völlig übertriebenem Polizeiaufgebot beigetragen hat. Wobei es dann dieses Auftreten war, das endgültig eine Zuspitzung der Situation zementiert hat. Dass die Jungen sich da wehren, ist verständlich, denn genau das nennt die Soziologie wohl; Stigmatisierung.
    Warum das nächste mal also nicht einfach den Busszettel aushändigen?

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  2. Seinen Vorbildern in den USA folgend betreibt unser Polizeichef eine Politik der „Zero Tolerance“, allerdings ohne das an die grosse Glocke zu hängen. Bewegt man sich abends mit KollegInnen irgendwo in der Gegend, wo eine Protestaktion stattgefunden hat, schwupps wird man, auch wenn man sich ordentlich ausweisen kann, in Handschellen gelegt und muss sich auf dem Posten splitternackt ausziehen um einige Stunden später wortlos wieder entlassen zu werden. Wedelt man, an einem Ort wo gewichtige Geschäfte getätigt werden, als Zeichen der Kritik mit Pappdeckeln oder zeigt, dass Kreativität auch unkommerziell sein kann, eh man sich versieht landet man in der Zelle. Will man ein seit Jahren leerstehendes Haus einer Nutzung zuführen und nimmt dieses in Beschlag, sind in Windeseile die Ordnungshüter da und nehmen einen in Gewahrsam. Ja und eine Samstagabendparty, die nicht den Tschumpärätätää-Fans vom „Tatoo“ entspricht, die endet dann halt im „Abführen“. Ruckzuckzackzack, so muss die Welt regiert werden, wenn Kommerz-Ruhe und Geschäfts-Ordnung herrschen soll.

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  3. Bis Mitternacht – laute Party und Ruhestörung
    Um Mitternacht – Polizei bittet um Ruhe
    Bis 3 Uhr – Party geht weiter, die Bitte der Polizei wird ignoriert
    Um 3 Uhr – Polizei löst die Party gewaltlos aber konsequent auf
    Ab 3 Uhr – Personalien der Partygänger werden aufgenommen, die Betrunkenen ausgenüchtert
    Später – Stawa, nicht die Polizei, verfügte für die Personen bis Montag eine Zellen-Kur
    Am Montag – alle kommen frei, ohne blaue Flecken, aber wohl im Ego arg getroffen
    Ab Montag – Empörung ob der Frechheit der Behörden, die Ruhestörung konsequent und effektiv aufzulösen und Frust darüber, einen (!) Lebens-Tag in Zelle verbracht zu haben.

    Die Moral der Posse
    – bei Ruhestörung gepaart mit Ignoranz endet die Geduld einer städtischen Lebensgemeinschaft.
    – oder auch … es gäbe zig geeignetere Lokalitäten, wo weder der Schalldruck noch dessen Einwirkungszeit irgend nur eine zarte Seele kümmern würden.

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  4. Nicht jeder kann sich vor nächtliche Lärmbelästigung schützen, wir sind privilegiert und tun es. Respekt und Toleranz sind die beiden Zauberworte.

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  5. Was kostet denn so ein Polizeieinsatz? Ganz zu schweigen von den weiteren Kosten, die die bürokratische Abwicklung dieses Vorfalls noch nach sich ziehen wird…
    Das Konfiszieren der Soundanlage wäre bestimmt eine billigere Lösung gewesen.

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  6. Polizeiliche Zwangsmassnahmen sind gemäss Gesetz ein schwerer Eingriff in die Persönlichkeits- und Freiheitsrechte, weshalb sie recht- und vor allem verhältnismässig sein müssen. Der Polizei kommt eine besondere Sorgfaltspflicht zu. Dass ein Einsatz mit mehreren Polizeiautos und Kastenwägen bei einer Ruhestörung verhältnissmässig sein soll, ist sehr schwer begreiflich. Dieser Polizeieinsatz scheint vor allem eins zu sein: Reine Repression gegen Menschen, die die Polizei mit eigenen Worten als „linksextrem“ brandmarkt. Baschi Dürrs Polizei ausser Kontrolle. Wieder einmal!

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  7. Wir alle wissen, welche Geschichte hinter der «Mattenstrasse 76» steht.

    Es ist deshalb vielleicht doch nicht so gescheit, ausgerechnet dort «eine spontane Begrüssunggrossparty mit DJ» bis um 3 Uhr morgens durchzuziehen.

    «Ausbildung» verpflichtet: Nämlich zur Reflexion.

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  8. Ich schliesse mich hier dem Kommentar von „lulu“ an: Die Frage ist doch, weshalb die Polizei gerade hier so unverhältnismässig eingreift? An der Mattenstrasse wehren sich Mieter mit rechtlichen und politischen Mitteln gegen ihre Verdrängung und gegen Gentrifizierung. Werden sie nun wegen ihrem politischen Einsatz gegen steigende Mieten in ganz Basel als „linksextrem“ gebrandmarkt, und das soll dann das harte Eingreifen rechtfertigen? Das ist rechtsstaatlich und politisch sehr bedenklich. Ist das Ziel, dass man sich als Quartierbewohner nicht mehr für den eigenen Lebensraum engagieren darf, sondern sich ducken muss vor den Investoren. Und wer sich wehrt, muss mit härterem Polizeieinsatz rechnen?

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  9. Recht so! Die polizei schaut für recht und ordnung. Wenn die leute meinen, sie können eine party machen mit dj um 3 uhr nachts (!) müssen sie mit den konsequenzen selber leben. Und nicht rumjammern!

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  10. Unglaublich sowas. Da werden ganz klar Minderwertigkeitskomplexe überkompensiert. 20 Mann mit Kastenwagen und Schlagstöcken für eine Lärmklage. Das ist nicht nur nicht-verhältnismässig, sondern einfach nur noch KRANK! Das sollte hier nicht schöngeredet werden, das sind definitiv gefährliche Tendenzen. Bitte dran bleiben!

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  11. Warum nur öffneten Sie der Polizei überhaupt die Türe? Die Bullen angerufen hat ja bestimmt jemand aus dem 78 oder 72. Untere Eingangstüre nicht öffnen und übers Fenster mit den Globis diskutieren. Naja das nächste mal wissen Sie es hoffentlich besser.

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    1. Und wenn die „Bullen“ dann nicht abziehen halt Flaschen, Pflastersteine oder einen Molotow Cocktail runterschmeissen ? Das hebt die Stimmung – in die U-Haft mit den Brüdern!

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  12. Es war nicht mal eine besonders laute Party! Bin Nachbarin, am gleichen Block und habe für eine Samstagnacht in diesem Quartier nichts aussergewöhnliches gehört…

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  13. eine episode, die gut ins bild passt, welche unsere schmiir in den letzten wochen und monaten abgibt. jeder kleine ausbruch von leben, der die öffentliche ruhe der stadt minim erschüttern könnte wird von den ordnungshütern sofort unterdrückt. klar sind die fronten verhärtet, beide seiten haben ihren teil dazu beigetragen, tragisch finde ich es dennoch, wenn sich geschulte polizisten jedem dialog verweigern und immer öfter gleich sofort mit schwerem geschütz wie gummischrott und pfefferspray (siehe dazu auch: https://www.woz.ch/1801/traenengas/ein-reizendes-gespenst) auffahren. deeskalation geht eindeutig anders…

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  14. Erstmal: guter Artikel! Und auch ein nötiger Artikel wie ich finde. Der Einsatz war für eine Lärmbeschwerde total unangebracht. Es braucht keine 20 Polizisten mit Kastenwagen um eine Lärmbescherde zu regeln – umso mehr in einem unbesetzten Haus ohne Vorgeschichte! Auch dass die Polizei aus unbegründeten Gründen DNA Proben nimmt, ist absolut unerhört und auch übertrieben. Zudem war ed am Wochenende und eine einmalige Überraschungsparty – grundsätzlich eine schöne Sache. Natürlich ist es für Nachbarn unangenehm, wenn es zu laut ist, aber man kann vorher auch mit den Leuten kommunizieren und versuchen, ein Mittelmass für diese eine Ausnahme zu finden, bevor man gerade ein Grossaufgebot der Polizei auslöst.

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  15. Die Frage ist doch ganz einfach: Wurden diese jungen Menschen nach einer Lärmklage tatsächlich so lange festgehalten und DNA Proben entnommen, weil die Polizei die Einschätzung machte, dass die Personen „der Partyszene und teilweise der linksextremen Szene zuzuordnen“ sind, haben wir es mit einer gravierenden rechtsstaatlichen Entwicklung zu tun. Dann werden Menschen nämlich aufgrund politischem Denken oder ihrer Form der Organisierung polizeilich anders – sprich mit mehr Zwangsmassnahmen – behandelt als andere. Das ist eine Ungleichbehandlung des Staates und sollte es sich bewahrheiten, ein gravierender Vorfall, der uns allen unter demokratischen Gesichtspunkten zu denken geben sollte.

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  16. am samstag kann man doch ein bisschen feiern?! wir leben hier in einer stadt – und die lebt halt auch noch in der nacht. leute die das stört, sollen doch aufs land ziehen. dort hat man auch samstags nacht ruhe… spiesser

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  17. der gute Mann hat ja was zum erzählen – den Grosskindern. ich finde das überhaupt nicht unverhältnismässig, so wie er sich gefühlt hat, fühlten sich ja auch die Nachbarn, nämlich machtlos.
    Dass die Mattenstrasse nicht nur von Ausdruckstänzern besiedelt ist, wissen wir ja alle….

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  18. Um eine laute Party zu beenden, braucht es keine 20 Polizisten, wenn die Polizisten gut geschult sind und wollen, geht das ohne Handschellen und Speichelproben.

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  19. Also ich verstehe den Beitrag jetzt auch nicht: da jammert jemand rum, der die gesetzliche Ruhezeit (ab 22 Uhr Zimmerlautstärke) auch nach Beanstandung durch Nachbarn (1. Polizeieinsatz) um 3 Uhr morgens noch massiv stört (sonst hätten die Nachbarn nicht ein zweites Mal die Polizei verständigen müssen); sich beim zweiten Polizeieinsatz den Beamten in den Weg stellt und somit offensichtlich eine Amtshandlung physisch behindert und daher in Gewahrsam genommen wird.

    Wobei doch, danke TaWo: wir erfahren wenigstens das die Polizei ihrem Auftrag nachkommt und die Menschen dieser Stadt und deren Gesundheit vor solchen Radaubrüdern schützt. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Polizei, welche zu dieser frühen Stunde ausrücken damit andere schlafen können, und ein Kompliment für ihren besonnen Einsatz .

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    1. Naja, in Sachen Menschenrechte ist die Schweiz nur beschränkt auf der Höhe.
      Die Partytypen aber auch nicht, denn Nachtschlafstörung ist durchaus eine Art von Folter und Schlafen ein Menschenrecht, ja sogar eine Menschenpflicht, auch dem nächsten Tag und seinen Aufgaben gegenüber.
      Die Polizei vermittelte ihnen dann eine längere polizeilich verodnete Schlafmöglichkeit in ruhigem Gemach.
      … danach ist der Kopf meist wieder klar.

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  20. Herr Schulthess, mit diesem Artikel holen Sie sich nur Freunde bei denen, die wieder mal sagen können: Siehste, typisch Polizei…
    Noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Was heisst das?
    Einfach das erste Mal erwischt worden. Punkt.
    Wenn man offenbar zu Recht gewarnt worden ist und trotz grosser Intelligenz nicht aufhört mit dem Lärm…Wenn man dann behauptet man habe das Zimmer gewechselt…wie naiv! und rücksichtslos!
    Die betroffenen Nachbarn haben ein Recht auf Ruhe und die Polizei hat den Auftrag das Recht durchzusetzen.
    Bei der ersten Warnung Rüchsicht nehmen und aufhören sowie anderntags sich bei den Nachbarn entschuldigen wäre meine Alternative.
    Wenn man eine solch turbulente Freinacht durchgeben möchte dann bitte nicht auf Kosten der Nachbarn. Eine Waldhütte mieten z.B.
    Der Vergleich mit der BAZ von Georg II ist meines Erachtens zutreffend. Dort macht man auf diese Weise auf einseitige subjektive Stimmungsmache.
    Dieser Artikel ist für die TaWo wohl ein Ausrutscher. Bitte reflektiert das mal in der Redaktion und lasst wieder von euch hören.

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    1. Herr Weber, es geht nicht darum, sich Freunde zu machen (die gewinnt man in der Regel sowieso nicht mit journalistischen Beiträgen, glauben Sie mir!). Es geht um die konkrete Frage der Verhältnismässigkeit: War der Polizeieinsatz verhältnismässig oder nicht? Das, in Verbindung mit dem möglichen juristischen Vorgehen gegen die Polizei, ist aus unserer Sicht öffentlichkeitsrelevant. Falls Sie das nicht so sehen, können wir uns an anderer Stelle gerne grundsätzlich darüber unterhalten, was für die Öffentlichkeit relevant ist und was nicht.

      Dass der Bericht nun bei uns steht, können Sie insofern als Zufall ansehen. Wir haben einen Tipp aus der Leserschaft gekriegt, andere Medien nicht. Ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum Sie dem Übermittler der Botschaft (in diesem Fall die Tawo) in dieser Sache eine so zentrale Rolle zuordnen.

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    2. Herr Schulthess, Sie schreiben: „Ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum ich dem Übermittler der Botschaft (in diesem Fall die Tawo) in dieser Sache eine so zentrale Rolle zuordne.“ …ich verstehe nicht genau, was Sie damit meinen.
      Im Weiteren möchte ich dazu noch schreiben, dass die Absicht, juristisch vorzugehen noch gar nichts darüber sagt, wer im Recht war. Vorgehen kann jeder zu jeder Zeit!
      Von dem her wäre diese Geschichte allenfalls nach einem allfälligen Urteil für die Öffentlichkeit wirklich relevant. Dann nämlich, wenn der Polizeieinsatz als unverhältnismässig eingestuft würde, bzw. Recht bekommt.

      Ich habe in meinen Zeilen Argumente eingebracht, die nicht wegdiskutiert werden können.“ Die betroffenen Nachbarn haben ein Recht auf Ruhe und die Polizei hat den Auftrag das Recht durchzusetzen. Bei der ersten Warnung Rüchsicht nehmen und aufhören sowie anderntags sich bei den Nachbarn entschuldigen wäre meine Alternative.
      Wenn man eine solch turbulente Freinacht durchgeben möchte dann bitte nicht auf Kosten der Nachbarn. Eine Waldhütte mieten z.B.Sie haben Recht, in einigen Punkten habe ich eine andere Meinung.“

      Nebenbei: Die TaWo hat mich schon länger als Freund.

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  21. Wegen Ruhestörung ist so etwas nicht verhältnismässig. Natürlich weiss ich nicht, was da unten vor der Türe passiert ist, aber anscheinend wurde nicht genügend deeskaliert…
    Ich habe vor 20 Jahren in Berlin auch einmal in einer 2 Zimmer-Wohnung eine Party gemacht. Meine Mitbewohnerin hat es stark übertrieben in Ihrem Zimmer und so kam gegen 12 die Polizei und verwarnte uns. Es wurde fröhlich weitergefeiert und etwas später standen auch mindestens 30 Polizisten vor der Türe und haben die Party aufgelöst, die Musikanlage eingepackt und einige Personalien aufgenommen. Dies verlief vollkommen friedlich.
    Ich wurde zur Stellungnahme aufgefordert, bekam die Anlage zurück und schliesslich endete alles mit einer Verwarnung. Nie mehr habe ich eine laute Feier in einer Privatwohnung abgehalten, ich habe daraus gelernt.
    Meine Mitbewohnerin musste ein Jahr später 500 DM Strafe zahlen, weil sie das gleiche in einer anderen Wohnung noch einmal abgezogen hat.
    Heute stehe ich Ruhestörung schon wesentlich kritischer gegenüber, aber deshalb Menschen stundenlang in eine Zelle zu stecken?

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    1. Genau. Es geht um die Verhältnismässigkeit. Ich bin vermutlich der erste der sich aufregt wenn ein Nachbar nachts zu laut Musik hört, und bin froh dass dagegen auch vorgegangen werden kann. Aber alles im Rahmen!
      Langsam habe ich aber das Gefühl dass die (Basler?) Polizei eben diese Verhältnismässigkeit nicht mehr wahrt.
      Ein Freund von mir wurde, als er auf das Tram gewartet hat, von der Polizei durchsucht und mit auf’s Revier genommen. Sein vergehen? Er ist Schwarz…

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  22. Eigentlich steht ja alles da. Sie haben durch den Lärm ihre Nachbarn massiv gestört, laute Musik gepaart mit Geschrei und lautem Reden ist kann für ruhesuchende Nachbarn natürlich absoluter Terror sein. Die Tatsache, dass sie der Aufforderung der Polizei die Musik abzustellen nicht nachkamen rechtfertigt ja den Polizeieinsatz allemal. Der Polizeieinsatz ist absolut verhältnissmässig, hätten sie beim ersten Hinweis die Party beendet wäre ja alles i.o.
    Sicherlich bestanden gute Gründe DNA Proben zu nehmen, man kann ja immer mal schauen ob die zu Datenbankeinträgen von gewissen Saubannerzügen oder Hamburg-Chaos etc. passen.
    Die Polizei darf jemanden 48 Stunden in Polizeigewahrsam halten, er war nach 28 Stunden frei – so what. Er hat ne Liege gehabt, wurde anständig behandelt und bekam zu Essen und Trinken.
    Nicht jeder kann sich gegen überlaute Nachbarn und Partyvolk wehren.

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    1. Ja aber es geht um die Polizei und Baschi Dürr. Da MUSS die Hofberichterstatterin der Basler SP & Bundnis/Basta aktiv werden!
      Vorgestern ein langes Portrait über einen neuen SP-Grossrat, heute ein Bericht gegen die Polizei/Dürr – die eigene Klientel will bedient sein. So wie man es bei der BaZ mit Hetzern à la Klein & Feusi macht.

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    2. Lieber Georg, ich teile Ihre Konklusionen offensichtlich nicht. Es geht um die Frage, ob ein Polizeieinsatz verhältnismässig war. Das stellen die Beteiligten in Frage. Sie wollen u.U. juristisch dagegen vorgehen. Im Artikel kommen beide Seiten ausgewogen zu Wort. Die Polizei ging nicht auf alle Fragen ein, die ich en detail stellte und gab eine allgemein verfasste Stellungnahme ab. Deshalb konnte ich von dieser Seite weniger in den Artikel aufnehmen als von den Festgenommenen.

      Dass Sie hinter den beiden Artikeln (Polizeieinsatz & Porträt) eine versteckte Agenda sehen, ist für mich unverständlich. Wenn Sie die Berichterstattung im Gesamten beurteilen wollen, wäre eine Gesamtschau der Artikel angebracht und kein Herauspicken von zwei Artikeln.

      Falls Sie unsere Berichterstattung regelmässig verfolgen – wovon ich eigentlich ausgehe –, sehen Sie auch, dass Ihr Vorwurf aus der Luft gegriffen ist.

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    3. Och ich denke Baschi Dürr hat um diese Zeit friedlich in seinem Bettchen geschlummert, er war da kaum im Einsatz und hat mit dem Event genauso wenig zu tun wie die Juso Präsidentin.

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