Ein gut besuchter Biermarkt glänzte mit 19 Brauereien

Bei seiner dritten Ausgabe legte der Basler Biermarkt noch einen Zacken zu: Gestern schenkten so viele Brauereien wie nie zuvor aus. Dabei bot der Markt beim St. Johanns-Bahnhof einen Einblick in die vielfältige Brauer-Szene der Region. Der Vogesenplatz ist wohl kaum je so belebt wie an diesem einen Tag: Was vor zwei Jahren von vier […]

Das «Schwarzbuebe-Bier» wurde direkt aus dem Kofferraum angezapft. Trotz eines Brandes in der Brauerei konnte das Bier aus Nuglar auch dieses Jahr wieder ausgeschenkt werden.

Bei seiner dritten Ausgabe legte der Basler Biermarkt noch einen Zacken zu: Gestern schenkten so viele Brauereien wie nie zuvor aus. Dabei bot der Markt beim St. Johanns-Bahnhof einen Einblick in die vielfältige Brauer-Szene der Region.

Der Vogesenplatz ist wohl kaum je so belebt wie an diesem einen Tag: Was vor zwei Jahren von vier Freunden und Hobbybrauern aus dem St. Johann ins Leben gerufen wurde, hat mittlerweile seinen festen Platz im Kalender. Ob süffig, fruchtig oder stark gehopft: Fast die ganze Palette von all dem, was in Basel und Umgebung zusammengebraut wird, war am Samstag am Biermarkt vertreten.

Die Anzahl Teilnehmer stieg rasant: Dieses Jahr boten 19 Brauereien ihre Spezialitäten an. Besucher hatten daher die Qual der Wahl: Über 50 verschiedene Sorten wollten angezapft werden. Dabei wurde das Prinzip mit der Degustation mit Jetons statt Bargeld beibehalten. «Die Idee ist, dass die Leute aus der Vielfalt der lokalen Brauereien aussuchen und probieren können», sagte der Organisator Beat Aellen.

Alte Bier-Rezepte aus Äthiopien

Mehrere Gäste hatten Premiere an diesem Markt: Beim Stand des «Rössli-Bier» aus Füllinsdorf kochte es im Sudkessel – das Resultat aus dem Live-Brauvorgang kann dann am Herbstmarkt auf dem Vogesenplatz probiert werden. Ebenfalls neu von der Partie waren das Arli Bier aus Arlesheim und das Basler Kitchen Brew, welches sich nach dem stark gehopften amerikanischen Craftbeer orientiert.



Prost! Das Prinzip mit den Jetons statt Bargeld und mit dem Bierglas als «Bhaltis» wurde beibehalten.

Prost! Das Prinzip mit den Jetons statt Bargeld und mit dem Bierglas als «Bhaltis» wurde beibehalten. (Bild: Michel Schultheiss)

Eine Neuheit war dieses Jahr die Idee mit den Gastbrauereien von ausserhalb der Region: Das «Nubia Brew» aus dem zürcherischen Opfikon-Glattpark war eine davon. Dabei ist das Getränk mit dem Zebra auf der Etikette kein gewöhnliches: «Es ist ein Hirse-Bier nach nubischen Rezepten, das ich aber ein wenig dem europäischen Stil angepasst habe», erklärte der Braumeister, der gebürtige Äthiopier Abate Yimam.

Die zweite Gastbrauerei stammte von der anderen Seite der Grenze: Das Braukollektiv Freiburg präsentierte unter anderem ein fruchtiges «Moe Summer Ale».



Zu Gast aus der Zürcher Gemeinde Opfikon-Glattpark: Braumeister Abate Yimam (Mitte) präsentierte sein Hirsebier, das auf äthiopischen Traditionsrezepten basiert.

Zu Gast aus der Zürcher Gemeinde Opfikon-Glattpark: Braumeister Abate Yimam (Mitte) präsentierte sein Hirsebier, das auf äthiopischen Traditionsrezepten basiert. (Bild: Michel Schultheiss)

Dass sich in der Basler Bierszene momentan Einiges tut, zeigte auch das Team der Braubude. Dieses wird schon bald an der Oetlingerstrasse im Matthäus-Quartier ihr Lokal einweihen können.

Auch andere Stadtteile glänzten mit Selbstgebrautem, so etwa das Voltabräu und Gleis 11 aus dem St. Johann und das junge Kollektiv Bîrtel aus dem Gundeli. Natürlich durfte auch das St. Johanns-Bräu, die Hauskreation der Markt-Organisatoren, nicht fehlen. Dieses Jahr entschieden sich die Bierfreunde aus dem Santihans für ein mildes Weizen.

Ebenso waren mehrere Gemeinden aus der Region mit ihren Spezialitäten vertreten: Das Frenkendorfer Roscha-Bräu, Chastelbach-Bier aus Himmelried, das Riehener Amsel-Bräu und das Baselbieter Bier aus Lausen.

Kleinbrauerkunst aus den Quartieren und Dörfern

Manche Brauer pflegen ihr Hobby ganz auf eigene Faust, so etwa Ronnie König, der Mann hinter dem dunklen «Luusbueb». Er pflegt dieses Hobby schon seit rund 20 Jahren: «Das Bier entsteht praktisch neben der Waschküche», sagte er schmunzelnd. Den Keller im Hirzbrunnen-Quartier hat er zu einer kleinen Braustube umgewandelt.



Ausgelassene Stimmung beim St. Johanns-Bahnhof: Der Vogesenplatz war in der sommerlichen Hitze gut besucht.

Ausgelassene Stimmung beim St. Johanns-Bahnhof: Der Vogesenplatz war in der sommerlichen Hitze gut besucht. (Bild: Michel Schultheiss)

Andere Brauereien gehören mittlerweile zu beliebten Stammgästen am Biermarkt, so die Fischerstube und «Unser Bier», welches gleich eine ganze Reihe an Spezialkreationen feilbot. Auch das Schwarzbuebe-Bier aus Nuglar war schon zum dritten Mal auf dem Vogesenplatz und erfreute sich hoher Beliebtheit bei der degustierenden Schar. Die Brauerei hat einen tragischen Zwischenfall hinter sich: Ein Brand hat im März dieses Jahres dort gewütet. Das Bierrestaurant blieb zum Glück unversehrt und das Juraquellwasser-Gebräu kann noch immer – wenn auch in kleineren Mengen – ausgeschenkt werden.



Dieses Bier wird jedes Jahr speziell für diesen Anlass gebraut: Das «St. Johanns-Bräu» ist eine Idee der Biermarkt-Organisatoren.

Dieses Bier wird jedes Jahr speziell für diesen Anlass gebraut: Das «St. Johanns-Bräu» ist eine Idee der Biermarkt-Organisatoren. (Bild: Michel Schultheiss)

Da es der Sommer am Samstag noch einmal so richtig wissen wollte, stieg dementsprechend der Bierdurst. Auf dem Platz zwischen dem St. Johanns-Bahnhof und dem Coop kam somit Volksfeststimmung auf und gewährte gleichzeitig Einblick in eine lebendige Kleinbrauerszene in der Region. Wie Beat Aellen versicherte, wird Ende August wohl auch in den kommenden Jahren die Zeit der Basler Biere sein.

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