Jenseits von Zentrum und Randregionen

Der Zank um die Staatsverträge zeigt: Die Partnerschaft der beiden Basel nähert sich dem Nullpunkt. Das ist falsch und gefährlich. Denn eine Zukunft gibt es nur gemeinsam.

Partnerschaft mit harten Verhandlungen und kaltem Klima: Baselland und Basel-Stadt stehen sich gegenüber.

(Bild: Nils Fisch)

Der Zank um die Staatsverträge zeigt: Die Partnerschaft der beiden Basel nähert sich dem Nullpunkt. Das ist falsch und gefährlich. Denn eine Zukunft gibt es nur gemeinsam.

Es steht schon in traurigem Widerspruch: Da nimmt das Baselbieter Stimmvolk Mitte Juni die Regio-Kooperationsinitiative von alt Nationalrat Hans Rudolf Gysin (FDP) an. Und dann schnürt die Baselbieter Regierung mit ihren Sparmassnahmen genau solch beispielhaften Institutionen die Luft ab, die eigentlich nach dem kürzlich ausgesprochenen Volkswillen vorangetrieben werden sollen. 

Partnerschaft kostet, und diese kostet jedes Jahr mehr. Die TagesWoche hat die Ausgaben der Baselbieter für die Staatsverträge aufgeschlüsselt: 2009 waren es noch rund 243 Millionen Franken, jetzt sind es 402,6 Millionen Franken. Und da treibt nicht nur die Universität wegen zunehmender Attraktivität und damit wachsender Studierendenzahlen die Kosten hoch, auch die Gesundheit etwa trägt ihren Teil dazu bei. 

Das Klima ist kalt

Doch statt einen gemeinsamen Weg aufzuzeigen und eine gesunde Partnerschaft unter Beibehaltung der eigenen Identität zu wahren, kappt die Baselbieter Regierung erst einmal grob den Geldfluss. Dass die Stadtbasler da stur auf Kontra schalten, ist klar. Das Klima in dieser Partnerschaft ist kalt. Und es zeigt die Überforderung regionaler Exekutivpolitik, sich aufrichtig mit der Gegenwart einer längst schon verwachsenen Region auseinanderzusetzen.

Was diese Region braucht, sind nicht einzelne Kantone, die im Garten ihrer Kleinräumigkeit nur die eigenen Geranien hegen. Was diese Region braucht, ist eine gemeinsame Zukunft, und das schliesst die Diskussionskultur mit ein.

Die Zukunft gehört nicht den Kantonen

Wenn alt Ständerat René Rhinow (FDP) in der «Basellandschaftlichen Zeitung» schreibt, dass der Begriff «Zentrumsfunktion» ausgedient hat, liegt er richtig. Diese Region muss sich der Frage ihrer Zukunft als Ganzes stellen, jenseits von Zentrum und Randgebieten.

Eine eigentliche Zukunft hat nicht das Baselbiet allein und auch nicht Basel-Stadt. Eine ernsthafte und vor allem starke Zukunft gibt es für diese beiden Halbkantone nur gemeinsam.

Konversation

  1. Lieber Napoleon,
    wir brauchen Dich wieder! Es ist wieder einmal soweit. Wir sind auf dem Weg zurück ins Mittelalter und spätestens ab November wird dank der Mehrheit der SVP der Weg frei sein in den nationalen Autismus.
    Hier im Baselbiet geht man schon eifrig voran: Zurück zur Natur um die leeren Kassen und den drohenden Konkurs des Kantons zu vertuschen.
    Zur Belohnung stände diesmal die Kasse der SNB zur Verfügung. Da müssten noch genügend Euros drin sein. Sie steht ja netterweise auch in Bern, wie das letzte Mal.
    Wir wären aber dringend auf Deine neue Kantonsaufteilung angewiesen. Schon das letzte Mal hatten wir Mühe damit, dies selber umzusetzen. Vielleicht sind wir aktuell bald soweit, den aktuellen Halbkanton Basel-Land noch in einen oberen und unteren Viertelkanton aufzuteilen, wobei der untere sich dann mit Basel-Stadt assoziieren könnte.
    Wir schaffen es selber nicht mehr!
    Es braucht Hilfe von aussen!

    Danke Empfehlen (0 )
    1. Es ist halt so und eine Tatsache:
      Den Splitter im Auge des Gegenübers sieht man viel besser und stört viel mehr, als der Balken im eigenen Auge….

      Danke Empfehlen (0 )
    2. @ „Wir“:
      Die baldige Oktober-Abstimmung wird tatsächlich alle betreffen, mit oder ohne Zustimmung. In den Medien wird es noch vorsichtig als „Rechtsrutsch“ deklariert, die Folgen dürften aber gravierend sein, für alle.
      Und was hier im Halbkanton passiert, betrift auch alle. Kultur langsam weg, U-Abo teurer, Uni-Besuch zunehmend schwieriger, die kulturellen Probleme beginnen sich aus Geldproblemen heraus langsam zu stapeln.

      Basel-Städter und andere natürlich ausgenommen!

      Danke Empfehlen (0 )
  2. Und einmal mehr beweisen sie herr schwald mit diesem „Kommentar“ dass Ihr von der TaWo mehrheitlich einfach nur angst vor der eigenen Courage habt- und sonst nichts!
    Ihr „regiobegriff“ ist schlicht Haarsträubend da er sich auf die eidgenössischen Teile derselben beschränkt- „MEIN Südlicher Oberrhein“ dagegen Herr Schwald „beginnt“ Südlich von Basel am Jurafuß solange die Ortschaften dortselbst wesentlich Alemannischsprachig sind (und das ist KEINE Frankophobie sondern eine Historisch-technisch saubere Definition!) und „endet“ Nördlich Straßburg auf der Rechtsrheinischen Seite in höhe Bühl/Baden-Baden -bis DORT hin ist es SICHER alemannischer Sprach und Kulturraum und damit MEINE Heimat am Oberrhein !
    Und der Geburtsort dieser Regio ist nunmal durch Historisches Schicksal Basel – von Geburtswegen dazu bestimmt „Mater Rhenania Alta“ zu sein- sogar entlang des gesamten Oberrehinweges bis nach Mainz ist dies so- UNSER Kulturentwicklungspfeil zeigt Historisch von SÜD nach NORD und eben NICHT umgekehrt !
    Und damit muss man gescheit umgehen und nicht Jammervoll- wenn die Strunzdummen Bauernschlauen Landschäftler dies Partout nicht einsehen wollen und lieber ins Nationalistische 19. Jahrhundert zurückmarschieren wollen- ja dann lasst Sie doch.- wie oft muss man euch eigentlich noch Enbimsen dass euch das Egal sein soll- DIE sollen Ihren harten aufprall vor allem Fiskalischer Natur aber auch hinsichtlich Entwicklungschancen für die Zukunft voll selbst aushalten-die haben das durch eine Selbstgewollte Saudämliche Bürgerlich-Reaktionäre Fiskalpolitik welche freiwillig darauf verzichtet hohe Vermögen und einkommen gebührlich für die finanzierung des Geminwohls heranzuziehen Ihren Bockmist SELBST verschuldet- dann lasst Sie Ihre Jauche auch selbst auslöffeln! Und wenn diese dann dazu noch Ihre Abscheu gegenüber der Heutigen Europäischen KONTRA-Bünzli-Wirklichkeit offenbaren- ja dann LASST Sie halt- haltet Ihr von BS die Ihr NICHTS dafür könnt, euch da einfach raus- man greift nicht in ein fallendes Messer- haben Sie das jetzt endlich, e n d l i c h begriffen ??
    (P.S. ich meins jo wirklich numme guet mit euch !)

    Haben Sie das jetzt endlich, e n d l i c h begriffen ??

    Danke Empfehlen (0 )
    1. eine kleine bitte an sie mit worten um sich werfenden erdenbürger daniel hage. wir brauchen ihre gutgemeinten in die schweiz gespuckten worte nicht. besser sie erfreuen ihre lands genossen mit ihrer unendlichen freundlichkeit und liebe. danke.

      Danke Empfehlen (0 )
    2. @ peter peter:
      Wenn sie das nächste Mal mit „wir“ über Schweizer schreiben, sind Sie bitte so nett, und erwähnen mich als nicht zu Ihrer Verallgemeinerung dazugehörig.
      Ich lege Wert auf eine eigene Meinung und lassse mich nicht mit anderen allgemein einen Topf stecken, mit anderen Schweizern schon gar nicht!
      Herr Hage ist übrigens in keinster Art verpflichtet, sich nur um eigennationale Dinge zu kümmern.

      Danke Empfehlen (0 )
    3. cesna@ danke für ihre rüge. sie und viele andere menschen wollte ich nicht in ihrer denk-. gefühls- und wirkungs weise in einen, meinen topf werfen.

      Danke Empfehlen (0 )
  3. aber sicher – und jenseits irgendwelcher polemik:
    es führt ganz einfach kein weg dran vorbei – schon gar keiner, der ökonomisch sinn machen könnte.
    das gemeinsame motto könnte durchaus auch sein: nur mit nahen freunden kann man herzhaft streiten.

    Danke Empfehlen (0 )
  4. Die Region ist leider nur optisch zusammengewachsen. In den Köpfen ist der Hang zur sogar kommunalen Unabhängigkeit nach wie vor extrem stark verankert. Man muss sich nur einmal die enorme Anzahl Mikrogemeinden im Baselbiet anschauen. Und jede hat natürlich eine eigene Mehrzweckhalle und ein nigelnagelneues Feuerwehrmagazin.

    Wer also schon auf kleinster Ebene nicht bereit ist, Teile seiner eigenen Souveränität zum Wohl des Ganzen aufzugeben, wird sich mit einer kantonsübergreifenden Partnerschaft nicht leichter tun. Hinzu kommt, dass die konservativen Kräfte im Kantonsparlament seit den letzten Wahlen massiv zugenommen haben.

    Da darf es nicht erstaunen, wenn die Volksvertreter nun eben auch bei der „Aussenpolitik“ nach den Wünschen ihrer Klientel handeln oder mit anderen Worten, die Stadt täte gut daran, einen Plan B ohne die Landschaft zu entwickeln, denn bis in Liestal wieder vernünftige Politiker gewählt werden (können), wird es noch ein paar Jahre dauern.

    Da lob ich mir die „erzkonservativen“ Bergler im Kanton Glarus, die vor ein paar Jahren durch Handerheben über ihren Schatten gesprungen sind und für eine zwar ungewisse, aber auch vielsprechende Zukunft gestimmt haben.

    Danke Empfehlen (0 )
Alle Kommentare anzeigen (10)

Nächster Artikel