Wir können den Klimawandel nicht mehr stoppen

Wir rasen auf eine Welt zu, wie es sie erdgeschichtlich noch nicht gegeben hat. Daran Schuld trägt auch der Optimismus, man werde schon noch einen Weg finden, die Klimakatastrophe abzuwenden.

Der Gastkommentator und Nachhaltigkeitskritiker Axel Schubert sieht schwarz für unsere fossile Gesellschaft. 

Die aktuelle Hitze ist uns willkommener Anlass zum Small Talk. Aber die ständig neuen Hitzerekorde sind uns letztlich egal. Wirbelstürme, steigende Meere? Wissen wir, aber das scheint weit weg. Dass küstennahes Grundwasser versalzt, Permafrost auftaut, Gletscher davonschmelzen, während anderswo zunehmende Dürren lokale Gesellschaften destabilisieren, radikalisieren, Konflikte schüren und zu Migration bewegen – wir wollen es schon nicht mehr hören. Haben wir doch unsere eigenen Bedürfnisse: ein noch schnelleres Strassennetz, mehr Platz für Frachtschiffe und grössere Flughäfen.

Die Schweiz hat in Europa die stärkste Fahrzeugflotte – ob Autos pro Kopf oder bei den PS unter der Haube. Auch sind wir Europameister in der Vielfliegerei. Gerade Gutgebildete fliegen auch privat besonders häufig in der Weltgeschichte herum. Steht uns das denn nicht zu?

Es ist zehn nach zwölf. Seit Stockholm 1972, der ersten UN-Umweltkonferenz, wurde viel geredet, vereinbart und beschlossen. Doch seit dem Nachhaltigkeitsgipfel von Rio sind die Treibhausgas-Emissionen global um gut 50 Prozent gestiegenbeim Konsum der Schweiz um 17 Prozent. Wir befinden uns offensichtlich auf einem falschen Entwicklungspfad. Mit Paris 2015 gilt nun sogar ganz offiziell das Ziel, die Temperaturerhöhung auf «deutlich unter zwei Grad» zu begrenzen, besser auf 1,5 Grad. Aber ist das realistisch? Offensichtlich produzieren wir leichter heisse Luft, als wir ihrer Erhitzung wirksam Einhalt gebieten.

Es ist zehn nach zwölf. Finden Sie das zu pessimistisch? Sie hielten gern die Hoffnung aufrecht, eine Trendumkehr in letzter Sekunde liege noch drin? Sie fänden es aus Gründen der Motivation wichtig, man würde sagen: «Es ist fünf vor zwölf»?

Nun, mit solchem Optimismus können wir uns nichts kaufen. Vielmehr ist diese Art Optimismus mit dafür verantwortlich, warum die Sozialwissenschaft den Umgang mit dem Klimawandel als «super wicked problem» beschreibt, als ein besonders vertracktes, fieses und bösartiges Problem. Besonders bösartig gerade auch deswegen, weil mit diesem Optimismus mitschwingt, künftiges Handeln werde rational sein. Künftig werde tatsächlich umgesetzt, was sich Politik und Gesellschaft als Ziele stecken.

Wie naiv.

Das Leid kommt verzögert

Man könnte nun entgegnen: «Ja, wenn es schon zehn nach zwölf sein soll, dann hätte doch bereits die grosse Klimakatastrophe über uns hereinbrechen müssen!»

Nein, sich den Klimawandel als solch ein singuläres Ereignis vorzustellen, ist fatal. Er kommt nicht über Nacht. Der Klimawandel schleicht sich vielmehr an, er bringt sein Leid verzögert, und er bringt es verstärkt in die Regionen, die besonders verwundbar sind.

Doch wie weit ist der Klimawandel heute schon fortgeschritten? Die globale Mitteltemperatur ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts um knapp 1 Grad gestiegen. Über den Landmassen schneller als über dem Meer – so in der Schweiz um 2,0 Grad. Doch kann aus der erhöhten Treibhausgas-Konzentration nicht strikt auf das Mass der Erderhitzung geschlossen werden. Die Klimawissenschaft arbeitet hier mit Wahrscheinlichkeiten. Und dass wir bis 2100 die globale Temperaturerhöhung – gemessen ab Beginn der Industrialisierung – noch auf 1,5 Grad Celsius begrenzen können, das ist gemäss den wissenschaftlichen Modellrechnungen eben äusserst unwahrscheinlich.

Schon das wesentlich laschere «2 Grad»-Ziel wäre, sofern eine darauf zielende Klimapolitik konsequent umgesetzt würde, mit bloss einer Wahrscheinlichkeit von 45 Prozent zu erreichen, besagen die Szenarien der Internationalen Energieagentur IEA. Der IPCC, der «Weltklimarat» der Vereinten Nationen, geht davon aus, dass zwischen 2011 und 2100 nur noch 1000 Gigatonnen CO₂ emittiert werden dürfen, um das nach heutigem Stand zu verhaltene «2 Grad»-Szenario mit mittlerer Wahrscheinlichkeit zu erreichen. Zieht man hiervon die Emissionen der letzten Jahre ab sowie Rückstellungen für Landveränderungen (Rodungen) und die Zementproduktion für eine nachholende Entwicklung der «Entwicklungsländer», so bleiben Ende 2018 gerade noch 510 Gigatonnen übrig.

2000 Gigatonnen hat die Menschheit seit 1750 emittiert, davon den grössten Anteil seit den 1960er-Jahren. Jährlich werden global ungefähr 35 Gigatonnen Treibhausgase ausgestossen. Ohne sofortige und radikale Trendumkehr könnten wir mit den 510 Gigatonnen noch 15 Jahre so weitermachen. Doch es ist völlig illusionär, danach abrupt auf Null zu fallen. Und selbst mit einem steten Absenken auf Null müssen wir noch vor 2050 alle CO₂-Emissionen eingestellt haben.

Von 20 Tonnen auf Null

Als Rettungsanker rechnen die meisten Klimaszenarien schon heute fest mit Technologien, mit denen CO₂ gebunden und auf ewig eingelagert werden kann – wie einst durch Öl und Gas, das wir heute verbrennen. Dass diese Technologien risikobehaftet sind und noch gar nicht zur Verfügung stehen, schmälert unsere (männlichen) Allmachtphantasien, die Natur beherrschen und durch Geo-Engineering global gestalten zu können, freilich nicht.

Und wie unermesslich die vor uns liegende Aufgabe ist, zeigt allein schon der Blick in die Schweiz. Betrachtet man auch die im Ausland für die Schweiz entstehenden Emissionen, so verantwortet im Schnitt jede hier lebende Person knapp 14 Tonnen CO₂ pro Jahr. Zudem kommen für alle Pensionskassenversicherten nochmals 6,4 Tonnen – durch die für sie im Ausland getätigten Aktienanlagen. Keinerlei Grund also, das Kehren vor der eigenen Haustür noch weiter hinauszuzögern. Von 20 Tonnen auf Null in einer Generation.

https://tageswoche.ch/gesellschaft/wie-an-der-cote-dazur-so-veraendert-sich-basel-durch-den-klimawandel/

Doch mit welchen Besen fegen wir? Nicht nur muss das Konzept der 2000-Watt-Gesellschaft recht entschieden nachlegen, sieht es doch vor, dass 2050 jährlich noch zwei Tonnen CO₂ pro Person emittiert werden dürfen und 2100 noch eine. Damit sind die Zielwerte von Paris nicht zu schaffen. Auch die «Energiestrategie 2050» bleibt hier allzu vage und die bisherigen Versprechungen des Bundesrats zielen mit bis 1,5 Tonnen im Jahr 2050 auf klar zu hohe Emissionswerte.

Dabei auch noch auf Emissionshandel zu setzen, um sich von Reduktionspflichten freizukaufen und mit eigenen Massnahmen länger abwarten zu können, ist hochproblematisch. Wie lange wollen wir dieses Spiel spielen? Denn in einer Null-Tonnen-CO₂-Gesellschaft können auch von anderen Ländern keine Kontingente mehr bezogen werden.

Das ist der zweite fiese Punkt des «super wicked problem»: die extreme Dringlichkeit zu handeln. Dabei gilt es zu beachten, wie extrem langlebig CO₂ ist. Ein transatlantischer Flug, der mit 3 Tonnen CO₂ pro Person zu Buche schlägt, ist daher in einer dekarbonisierten Zukunft um 2050 genauso schlimm wie heute. Doch unser heutiges Handeln verantworten wir auch heute. Da hilft kein Verweis auf künftige Technik, mit der (vielleicht) irgendwann eine massentaugliche Fliegerei wieder möglich werden könnte.

50’000 Jahre zur nächsten Eiszeit

Wir rasen auf eine Welt zu, wie es sie erdgeschichtlich noch nicht gegeben hat. Diese Welt hinterlassen wir wissentlich unseren Kindern und Kindeskindern. Allein bis heute haben wir die CO₂-Konzentration in solch einem Ausmass erhöht, das dem zwischen den letzten Warm- und Eiszeiten entspricht. Doch auf eine kühlende Eiszeit können wir nicht hoffen, denn bis zur nächsten dauert es noch etwa 50’000 Jahre. Wir steuern damit direkt in eine Heisszeit. Mit all ihren unabsehbaren Folgen.

Es ist zehn nach zwölf, doch einschränken wollen wir uns nicht. Wer hält uns auf?

Dies ist die dritte Eigenart des Klimawandels als «super wicked problem»: Es gibt keine politische Instanz, die imstande und ausreichend kompetent wäre, dieses Problem von globaler Reichweite irgendwie zu lösen. Und selbst dort, wo Kompetenzen bereits geregelt sind, heisst das noch lange nicht, dass adäquate Veränderungen auf den Weg gebracht werden.

Jede und jeder, der zur Lösung des Problems beitragen könnte, ist gleichzeitig auch Mitverursacher des Problems.

Die in den Schweizer Energiestädten für Energie zuständigen Exekutivmitglieder etwa gaben in einer nicht publizierten Umfrage von 2017 grossmehrheitlich zur Auskunft: Die Bedeutung der Energiepolitik nehme dann zu, wenn entsprechende Erwartungen in der Bevölkerung vorliegen und öffentliche Anforderungen aus der Gesellschaft gestellt würden.

Wenn aber die Gesellschaft erst wollen muss, dass die Politik bereit wird, zu handeln, dann müsste die Politik eigentlich so handeln, dass die Gesellschaft bereit wird, zu wollen. Anders gesagt: Wo bleiben die Kampagnen, die uns die Dramatik des Klimawandels vor Augen führen? So erschütternd sie auch sein mögen!

An deren Stelle wird weiter zum Träumen angeregt. Ein Artikel, in dem ein «sportliches» Auto getestet wird hier, eine Werbeanzeige für das ferne Tourismusziel dort, eine für das günstige Weekend in Barcelona und noch eine für das saftige Steak aus Argentinien.

Damit zur letzten Eigenschaft des Klimawandels als «super wicked problem»: Jede und jeder, der zur Lösung des Problems beitragen könnte, ist gleichzeitig auch Mitverursacher des Problems (wenngleich in recht unterschiedlichem Masse!). Denn fast alles, was wir tun, hinterlässt heute eine CO₂-Spur.

Fragen über Fragen

Das ist ein Prüfstein für die (direkt-)demokratische Verfasstheit: Was braucht es, damit ich in solidarischer Verantwortung votiere, auch wenn dies Einschnitte in meine eigenen Besitzstände bedeutet? Was kann mich davon abbringen, meine individuelle Autonomie in reaktionärer Weise zu verteidigen?

Wie beantworte ich die Frage nach dem rechten Handeln? Wie als Konsument, als Expertin, als Abstimmender, als Wählerin, Lobbyist, Tourist, als Politikerin oder als Eltern? Und welche neuen Antworten hält die Gesellschaft bereit?

Welches Handeln, welche Werte und Überzeugungen werden ideell anerkannt und materiell durch Recht, Preisstrukturen oder den gebauten Raum nahegelegt? Welche Leitvorstellungen geben die Richtung vor? Sind wir mit Nachhaltigkeit, 2000-Watt und smarten Städten tatsächlich auf dem rechten Weg?

Wie gewinnen wir Mut, um uns und damit auch die Gesellschaft neu zu erfinden?

Wie werden entsprechende Leitbilder an die Dramatik des höchst ambitionierten Ziels von 1,5 Grad Celsius angepasst? Was bewirken sie in der Gesellschaft? Helfen sie denen, die den Kopf beherzt aus dem Sand gehoben haben, nun klarer zu sehen? Oder beschwichtigen sie, indem sie suggerieren, der Lösung ganz nahe zu sein? Rütteln sie wach oder lenken von der enormen Handlungsdringlichkeit ab und sind nicht selbst Sand in den Augen?

Wo sind die gesellschaftlichen Akteure, die mit allem gebotenen Nachdruck auf unsere Fehlanreize, Irrwege und fossilistischen Sackgassen hinweisen? Wie gewinnen wir Mut, um uns und damit auch die Gesellschaft neu zu erfinden?

Wissen an uns heranlassen ist ein erster möglicher Schritt. Sich nicht allein auf diesen Weg zu begeben, ein notwendiger zweiter. Setzte die Friedensbewegung auf aktives Verweigern («Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin»), so muss jede Klimabewegung auf aktives Verändern zielen: «Stell dir vor, es ist Klimawandel und alle bieten Einhalt.»

Und dies macht gemeinsam mehr Spass. Denn so oder so liegt kein Sonntagsspaziergang vor uns. Erst recht nicht, solange anstelle gesellschaftlicher Bereitschaft und Entschiedenheit die Haltung vorherrscht, die anstehende «Grosse Transformation» würde sich so nebenher, primär durch andere und vor allem technisch erledigen lassen. Wie angemessen ist unser massives Verharrungsvermögen um 10 nach 12?

Dossier Klima

Können wir den Klimawandel noch aufhalten? Fauna und Flora passen sich in Basel schon mal den wärmeren Bedingungen an.

Alles zum Thema (3)

Konversation

  1. Was mir hier fehlt, sind klare Vorschläge, wie wir das Problem lösen können. Ist es nicht einfacher, wir leben einfach damit? Seien wir froh, wir haben keinen Krieg und keine Naturkatastrophen in unserer Region. Und der einzige Weg zu Reduktion unseres Ressourcenverbrauchs geht meiner Meinung nach über einen massiven Konsumverzicht der Gesellschaft. Solange wir konsumieren geht es nicht anders. Ich will nicht als der „gerechte Fritz“ (Hohler) enden.
    Gewisse Dinge sind ja auch besser geworden, wie z.B. die Luftqualität in der Stadt oder die Wasserqualität im Rhein. Und die Lebenserwartung steigt und steigt.
    Ich persönlich mache mir mehr Sorgen über den Frieden in der Welt, ein neuer grosser Krieg hätte schlimmere Auswirkungen als das CO2.

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    1. Es wäre fatal, Krieg und Klimawandel nach dem Motto auszuspielen: lieber kein Krieg, und dafür unsern Reichtum und Wohlstand verteidigen – und dafür ist dann der Klimawandel ruhig mal in Kauf zu nehmen. Mit der Erderhitzung schaffen wir ja gerade Umstände, die (Mit-)Ursache für Kriege sind, für klima-/ umweltbedingte Migration von Abermillionen von Menschen (die Schätzungen gehen hier weit in den Milliardenbereich, nicht zuletzt je nach Anstieg des Meeresspielgels). Und vor der Radikalisierung von Wertehaltung sind auch hiesige, „reiche“ Gesellschaften nicht gefeit. Gerade dann nicht, wenn Menschen auf der Flucht an jenem Frieden und Reichtum teilhaben möchten, der mit auf ihren Rücken erwirtschaftet wurde. Die negativen Folgen unseres Wohlstandsmodells, unseres humanistischen Emanzipationsideals, das individuelle Autonomie so hoch hält, bekommen über die Treibhauseffekte unseren Tuns eben die gesamte Welt zu spüren. Wir leben eben nicht „einfach“ damit, sondern sehr gewaltvoll.
      Was tun? Schleunigster Ausstieg aus der Verbrennung von Kohlenstoff. Das bedingt Vieles. Technische Lösungen sind ein Teil, es meint aber auch einen radikalen Konsumwandel. U.a. den Rückbau von Flugkapazitäten, denn hier gibt’s keine technischen Alternativen. Oder wie wäre ein Weiter-So zu rechtfertigen?

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    1. „Und wenn Morgen die Welt unterginge, so wuerde ich noch heute ein Apfelbaeumchen Pflanzen“ ( Martin Luther) es empfiehlt sich in diesem Zusammenhang, wieder einmal Hoimar von Ditfurths „so lasst uns denn ein Apfelbaumchen Pflanzen_ es ist soweit“, von 1985 {sic} hervorzuholen und wieder zu lesen…

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    1. Wie sollte denn so ein Schlussbouquet aussehen? Schluss, von wem oder was? Just um dies geht es doch – gerade weil es schon 10 nach 12 ist, mit Entschiedenheit dazu beizutragen, dass wir nicht noch dramatischere Folgen der Erderhitzung provozieren und produzieren, die wir (unsere Kinder, Kindeskinder…) dann nicht mehr korrigieren können. Es geht nicht um ein Schlussbouquet, sondern schlicht um die Frage: wie fried- resp. gewaltvoll gelangen wir Menschen in eine postfossile Zukunft?

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  2. Steven Hawkings hat es bereits angetönt, wenn wir so weiterleben, wird die Erde in 200 Jahren verbrennen. Wer es nicht glaubt, dass wird ihn dann auch nicht mehr intressieren. Weil wir dann schon lange tot sind.
    Aber diese Doku sagt alles dazu…
    https://vimeo.com/137683661

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  3. Den Glauben, dass die Menschheit als Ganzes ihr Verhalten derart und nachhaltig verändert, so dass das (womöglich) von ihr beeinflusste Klima wieder ins Lot gerät, habe ich persönlich schon lange aufgegeben.

    Diejenigen, die global Veränderung herbeiführen könnten, weil sie das Geld und die Macht haben, sind just diejenigen, die vom kapitalistischen Wirtschaftssystem profitieren. Wieso also etwas aufgeben, das sie reich macht? Solange diese Personen nicht persönlich an Leib und Leben bedroht sind, werden sie munter das Wachstum weitertreiben. Und alle, denen es dank dem Wirtschaftswachstum auch gerade noch gut geht, spielen das Spiel ebenfalls mit. Ausser ein paar Idealisten, aber die bewirken sowieso keine Veränderung.

    Verlieren tun zuerst diejenigen, die ohnehin schon am Verlieren sind. Aber was stört mich Wohlstandsverwöhnter das, wenn es doch so weit weg ist? Ich kann mir eine Klimaanlage leisten, also ist mir die Erderwärmung egal. Wasserknappheit? Fake News…

    Ich denke, die Frage lautet nicht, wie wir die Veränderung des Klimas aufhalten, sondern wie wir damit leben können, respektive wie viele der heute schon arg Gefährdeten noch leben können.

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    1. Willst Du den Strahlemüll effektiv noch den Ur-Ur-Ur-Enkeln hinterlassen?
      Der Mensch ist eigentlich erst seit kurzer Zeit in der Lage, etwas herzustellen, mit dem er auch noch spätere Nachkommen belästigen kann.
      Sowas als Geburtsgeschenk muss doch nicht sein!

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  4. Leider ist dem so viel gepriesenen allen Wohlstand und Glück bringenden Kapitalismus das Wachstum inhärent, so dass in seiner Spätphase zunehmend seine Schattenseiten zu Tage treten. Doch unsere neoliberalen Freunde und Konsorten werden auch noch von der Erschliessung neuer Märkte sprechen, wenn ihnen das Wasser bis zum Halse steht. Und dann, wenn auch sie es allmählich merken, bleiben sie ungehört, da nur noch ein unverständliches Blubbern zu vernehmen ist; und schliesslich gar nichts mehr. Und es ward Stille!

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    1. Stimmt, die sozialistischen Staaten waren ja Musterknaben in Sachen Umweltschutz, daher muss es logischerweise die Schuld der Marktwirtschaft sein. Es darf ja nicht sein, dass eine simple biologische Gesetzmässigkeit eines der Organismen auf diesem Planet die Ursache ist. Man würde sich in die Niederungen seines biologischen Daseins begeben.

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  5. Was ist die Meinung von Axel Schubert zur CO2 Kompensation/Steuer, wie sie der Bund von Energie intensiven Firmen in der Schweiz verlangt, oder wie Southpole oder myclimate dies Privatpersonen anbietet. Würde ein weltweites System eine raschere Reduktion von CO2 bewirken?

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  6. Was Herr Schubert wohl täte, wenn es auf der Tastatur kein „?“ gäbe? Darüber zu lamentieren, dass man (!!!) alles ändern müsste, ist einfach, was interessiert hätte, wären die Lösungsvorschläge von Herrn Schubert.

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    1. Ach, der ist einfach die Klingel: Die sagt auch nicht, wer da vor der Tür steht und ob man nun öffnen soll.
      Den Rest dürfen wir selber entscheiden!

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    2. Die Klingel sind/waren die Klimaforscher. Schubert ist der typische Soziologe der – wie ein Pfarrer – endlos referiert, ohne dabei auch nur den Hauch einer Lösung zu präsentieren. Überflüssig.

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    3. Die Fragezeichen sind bewusst gesetzt. Das Hoffen auf eine Erlöserstimme, die sagt wie und wo es langgeht, ist Teil unseren Problems: dass Individuen die Herausforderung der Erderhiztung nicht auch als ihre zu begreifen bereit sind. Denn es ist nicht nur schwer, eigene Handlungsroutinen anzupassen, allein schon gewohnte Denkmuster zu überwinden, fordert enorm.
      Die Lösungen stehen u.a. hinter den Fragezeichen…: kein Infrastrukturausbauten, die ein Mehr an Verkehrsleistung erst ermöglichen; Anreizsysteme, die umlenken (Besteuerung von Flughäfen, Kerosin etc.) und ganz klar auf eine Null-Emissions-Gesellschaft zielen; Finanzpolitisches Divestment; Abkehr von agroindustrieller Landwirtschaft und derern Subventionen; Wiederaneignung gesellschaftlicher Zusammenhänge (zwischen Produzierenden und Konsument*innen); Lebensumfelder, die Lust machen, die Freizeit vor Ort zu verbringen, statt in die Ferne fliehen zu müssen; und auch: klaren Wein einschenken, statt mit halb- oder letztlich ungerechtfertigen Leitbildern so zu tun, als hätten wir die Lösung. Denn solche Beruhigungsschnuller halten uns davon ab, (mental) in Bewegung zu gelangen und politisch zu Handeln.

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  7. Seien wir doch ehrlich, jedes Kind weiss mittlerweile Bescheid. Wir funktionieren nach dem „Es hat solange es hat“ Prinz und lassen uns den Tanz auf der untergehenden Titanic gewiß nicht vermiesen.

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  8. Ein guter Beitrag. Nachdenkenswert. Die Auswirkungen und Folgen sind mehr und mehr sicht- und spürbar. Optimismus unangebracht. Trotzdem werde ich, wenn die Welt morgen untergeht heute einen Baum pflanzen. Zeichen setzen, wenn auch nur unscheinbare, kleine, ist ganz wichtig!

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  9. Ja – Pessimismus ist am Platz: Die Anreizsysteme und Tabus sind auf ‚Mehr von Zuviel‘ gesetzt! Zuviel Konsum von zu vielen Menschen! Pandemien oder Krieg oder andere lebensfeindliche Ereignisse werden es richten.

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  10. CO2 entsteht ja überall: in den Spanplatten unserer Möbel steckt das Gas genauso wie in den von weiter her transportierten Ess- und sonstigen Waren. Die vielen LKWs produzieren ja beim Fahren nicht Kurort-Luft. Unsere Reisebüros erzählen ja auch nicht, wie viel Abgas da pro Passagier abgeht beim Flug in den Süden.
    Paradoxerweise ist ja ein ökologisch orientierter Urlaub mit dem Pferdewagen sogar teurer als der Flug samt Badenbrüten nach Malle.
    Man baut und lebt lieber modern, da die vielen leerstehenden Häuser halt zuweit weg sind vom Arbeitsplatz.
    Noch wohl niemand hat darüber nachgedacht, dass es ökologisch sinnvoller sein könnte, eher wesentlich weniger zu arbeiten, sogar nix mehr zu arbeiten, dafür in Ruhe halt dort zu leben, worüber man heute noch die Nase rümpft – „wo der Hund begraben ist“.
    In unseren größeren Nachbarländern entvölkern sich ganze Dörfer und Städte, – es leben nur noch alte Leute dort. (…. und ein paar Neonazis).

    Könnte es sein, dass wir an unserer eigenen Phantasielosigkeit und blöden Borniertheit einmal zugrunde gehen werden?
    Das CO2 wäre dann nur das notwendige Betäubungsgas dazu!

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  11. Wahrscheinlich hat der Verfasser des Artikels recht. Ich sage wahrscheinlich, denn ich habe keinerlei sachliche Argumente die gegen seine These sprechen koennten. Da es nun also schon 10 Minuten nach Zwoelf ist, sollten wir uns darauf einstellen, dass die Zukunft noch extremere Wetterschwankungen bringen wird als wir sie bereits erleben. (Ueberigens ist Wetter ja nicht gleich Klima, aber das ist ein anderes Thema.) Und auf diese sollten wir uns einstellen. Der hehre Wunsch die Erwaermung zu bremsen oder sogar aufzuhalten scheint mir illusorisch, denn die Milliarden von Erdbewohner die in Laendern leben in welchen ein enormer Nachholbedarf an dem von uns vorgelebten Konsum welcher ja mit Internet und Smarphone taeglich unaufhaltbar auch in das allerletzte Dschungeldorf dringt, werden nicht daruf verzichten wollen. Hinzu kommt, das das Geschaeft damit so lukrativ ist, dass auch niemand darauf verzichten moechte. Auch die Schweiz profitiert ja nich wenig davon. Wahrlich keine rosigen Aussichten…

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    1. Zwei Kritikpunkte zur Ihrem Kommentar: Der Klimawandel ist Realität und wird verheerende Folgen für Mensch und Umwelt haben. Das ist nicht wahrscheinlich, sondern wissenschaftlicher Konsens. Und wir können uns nur sehr begrenzt auf die Folgen des Klimawandels einstellen. Anpassungen an den Klimawandel sind zudem abhängig von ökonomischen Ressourcen, d.h. Entwicklungsländer – die übrigens am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen sind – werden sich kaum schützen oder anpassen können. Im Klartext: Hunderte Millionen Menschen werden ihre Lebensgrundlage verlieren, ohne Aussicht auf angemessene Hilfe. Die Industrieländer – also „wir“ – als Hauptverursacher des Klimawandels tragen da eine besondere Verantwortung. Abgesehen davon: Auch bei „uns“ wird der Klimawandel verheerende Folgen zeigen.

      Zweitens: Das Argument, die Menschen in Entwicklungsländern werden wohl kaum auf ihren „Nachholbedarf“ verzichten, ist ein Standardargument jener politischen und wirtschaftlichen Kreise, die jegliche Reduktionen fossiler Brennstoffe und entsprechende Massnahmen bekämpfen. Tatsache ist: Zehn Prozent der Weltbevölkerung verursachen die Hälfte aller Treibhausgas-Emissionen. Die 10% sind „wir“. 64% der globalen Treibhausgas-Emissionen sind auf den individuellen Konsum zurückzuführen. Also auf „uns“. Ein Mensch in den reichsten 10% der Welt verursacht 60 mal mehr CO2 als ein Mensch in den ärmsten 10%. Jemand, der zum reichsten 1% der Welt gehört, verursacht sogar 175 mal mehr Emissionen, als ein Mensch in den ärmsten 10%.

      „Wir“ sind verantwortlich für die Klimakatastrophe und wir müssen jetzt und sofort handeln, in dem wir „unseren“ fossilen Brennstoffverbrauch so rasch wie möglich auf Null setzen. Den Klimawandel mit dem Hinweis auf Entwicklungsländer als unausweichlich hinzunehmen, wäre doppelt zynisch. Daher kommen Sie zum Klimacamp (https://www.climategames.ch/) und werden Sie Teil einer aktiven Bewegung für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit.

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    2. Danke für diesen Hinweis auf das Klimacamp: Es freut mich sehr, dass es ein solches gibt – und das erst noch am selben Ort, wo die Pr!maBildung mit ihrer Tagesschule startet.

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    3. Danke fuer Ihre Kritik. Kenne diese Angaben auch und Sie haben ja Recht was das Verhaeltnis von Reichtum und Emmissionen anbelangt. Doch ist das Thema dermassen komplex, dass ich zweifle ob wir mit dem Klimacamp eine tiefgehende Veraenderung erreichen werden. Trotzdem gut, dass es es gibt. Ich koennte jetzt boshafterweise aus Ihrem Kommentar den Vorschlag herauslesen, wir sollten ganz schnell alle so arm werden wie die aermsten 10 % Prozent des Planeten und damit waere das Problem geloest. In der Realitaet streben aber die Aermeren de Weltbevoelkerung mit Vehemenz nach mehr Besitz und Konsum und dieses Verhalten wird sehr wahrscheinlich unsere Anstrengungen mehr als zunichte machen. Einen Vorwurf machen kann man diesen Leuten deswegen ja auch nicht. Lassen Sie doch bitte die Seitenhiebe vonwegen „Argument jener politischen und wirtschaflichen Kreise…“, beiseite, was ich schildere hat mit politischer Einstellung oder wirtschaftlicher Situation ueberhauptnichts zu tun. Ich beobachte die Welt und beschreibe was ich sehe. In Mexiko, ein Land in welchen viele Millionen in Armut leben ist eben ein linker Praesident gewaehlt worden. Seine erste grosse Ankuendigung war sofort bei Amtsantritt den Bau von Raffinerien zu starten und die Erdoelfoerderung massiv zu steigern… Soviel zum zufuenftigen Beitrag zur Erderwaermung aus dieser Ecke… Viel Spass in der Zukunft.

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  12. der flughafen: EuroAirpott Basel Mulhouse ist eine Ameise.
    Im Jahr 2013 wurden laut der International Air Transport Association (IATA) rund 35,9 Millionen Flüge weltweit gezählt. Im Jahr 2017 waren es knapp 42 Millionen Flüge. einfach mal googeln.
    zahlen fakten zureich
    https://www.flughafen-zuerich.ch/unternehmen/flughafen-zuerich-ag/zahlen-und-fakten.
    trump hat keine pronbleme.. alles erfindung.
    was die u.s.a. braucht googeln.
    umweltschutz ist angesagt und was macht die basler
    regierung?
    sie vergibt einen auftrag zur schiffartsrinne ausbaggerung
    ins ausland. resultat der bagger ist eine drechschleuder
    umwelttechnisch gesehen.
    unsere anbieter sind zwar teurer aber auf dem neuesten stand.
    kurz die menschheit machts nicht mehr lange.

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    1. Klar ist der EuroAirpott global gesehen ein Klacks. Aber wenn das überall immer alle denken, wo sie mit einem Klacks konfrontiert sind und nichts machen (wie es überall im System der kollektiv organisierten Verantwortungs- und Wertelosigkeit üblich ist), geht es halt überall immer weiter bis zum globalen Geht-nicht-mehr.

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    2. der Klaks ist bei uns Teuer.
      China lacht sich einen.
      Ali Express 0 Postporto
      Sofort den Bestellern eine Rechnung stellen..
      etwa Warenwert x 5.
      Wir müssen Richtlinien Stezen.
      Keine Steuern auf Flugsprit sondern
      massive Steuern auf Passagiere, auch beim Hub.
      Ansonsten Zürich nur noch von 08.00- 18.00
      Starten und landen…
      etc. etc.
      Oder endlich die Benzinsteuer abschaffen, da die Lastwagen und sonstige sowieso ohne zu tanken durch den Gotthard brettern = Maut wie in Frankreich und Östereich.

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    3. Vielleicht werden wir irgendwann kapieren, dass nicht egal ist, wo wir die Abgase produzieren. Es könnte sein, dass ein Prozent Abgase auf 10000 Meter Höhe viel verheerender sind als die 99 Prozent am Boden. Die Feuerchen, die wir hier machen, steigen zwar hoch, aber niemals so hoch, wie der Mount Everest. Das belegen auch die Lungenkrankheiten in Zusammenhang mit der massenweisen Verfeuerung von Kohle in eben den Gegenden.

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  13. Unsere Umwelt erleidet ein Burnout. Der von Menschen gemachte Teil des Klimawandels, die Klimazerstörung, schwächt ihre Resilienz zusätzlich. Was in diesem Beitrag beschrieben ist, erlebe ich extrem und konkret beispielsweise im Zusammenhang mit dem Flugverkehr vom EuroAirpott Basel Mulhouse. Bitte an alle: Die Natur braucht unsere Achtsamkeit, um ihre Widerstandskraft zu stärken. Deshalb: Weg vom System der kollektiv organisierten Verantwortungs- und Wertelosigkeit. Wo alle gierig und rücksichtslos tun können, was und wie sie es wollen. Hauptsache: Es bringt Profit und macht Spass. Ein solche Zukunft können wir nicht brauchen!

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    1. Du hast ja schon recht Ueli, doch wie Du selbst sagst: Solange es Profit bringt und Spass macht werden die Menschen weitermachen wie bisher. Frueher war ich optimistisch was die Menschen und deren Entwicklung anbelangt, heute bin ich es ueberhaupt nicht mehr. Vielzu viel sehe ich Tendenzen, Entwicklungen und Verhaltensweisen des Homo sapiens (sapiens!?), welche uns alle unaufhaltsam auf eine Katastrophe hinfuehren. Gebe zu, auch ich habe Teil daran, fahre Auto, fliege mit dem Flugi und konsumiere Fleisch, Energie und Rohstoffe immer fort.

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    2. Vielleicht gar nicht so gedacht?
      Es gibt auch hier viele Leute, die nicht so Anteil am modernen Energie verschleuderndem Verhalten haben: Arbeitslose, Arme um sich bewusst zurück haltende Menschen. Denen dürfte man ruhig auch mal ein Kränzchen winden, weil sie (manchmal notgedrungen) ihre Umwelt auch nicht so verschmutzen.
      So könnte es sinnvoll sein, diese Leute nicht auch noch mehr an der Teilnahme an der modernen Produktivität anzuhalten, sondern für sie tatsächlich Orte zu suchen, wo man einfacher und oft auch stiller leben kann.
      …gut, dann werden sicher die Geschäftigen bald eifersüchtig, was aber auch nicht so übel wäre, da die dann eventuell auch von ihrer zum Teil mit heftiger Umweltverschmutzung einher gehenden Arbeit aufhören würden.

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