Basel hat wieder mehr freie Wohnungen

Der Wohnungsmarkt in der Region Basel hat sich leicht entspannt. Im Kanton Basel-Stadt liegt die Leerstandsquote neu bei 0,3 Prozent, im Baselland bei 0,4 Prozent. Ingesamt stehen damit 207 leere Wohnungen mehr zur Verfügung als im letzten Jahr.

Per 1. Juni 2015 waren in beiden Basel 889 Wohnungen frei. Das sind 217 leere Wohnungen mehr als letztes Jahr.

(Bild: Nils Fisch)

Der Wohnungsmarkt in der Region Basel hat sich leicht entspannt. Im Kanton Basel-Stadt liegt die Leerstandsquote neu bei 0,3 Prozent, im Baselland bei 0,4 Prozent. Ingesamt stehen damit 207 leere Wohnungen mehr zur Verfügung als im letzten Jahr.

Die Situation auf dem Wohnungsmarkt der beiden Basel hat sich innert Jahresfrist wieder leicht entspannt (siehe Grafik). Zu diesem Resultat kommen die Statistischen Ämter Basel-Stadt und Baselland in ihrer neuesten Leerstandserhebung. Neu liegt die Leerstandsquote bei 0,3 Prozent, damit ist der historische Tiefpunkt von 245 leeren Wohnungen im Jahr 2014 für den Moment überwunden.

Madeleine Imhof, Leiterin des Statistischen Amtes Basel-Stadt, führt die Entwicklung auf die verstärkte Bautätigkeit zurück: «In den letzten 12 Monaten wurden in Basel-Stadt mehr als 500 neue Wohnungen gebaut.» Da die Stadt gleichzeitig weniger stark gewachsen ist als in den vergangen Jahren, standen am 1. Juni 2015 361 Wohnungen leer, ganze 116 Wohnungen mehr als im vergangenen Jahr.



In Kleinbasel lag die Leerstandsquote per 1. Juni 2015 bei 0,3 Prozent, in Riehen und Bettingen bei 0,6.

In Kleinbasel lag die Leerstandsquote per 1. Juni 2015 bei 0,3 Prozent, in Riehen und Bettingen bei 0,6. (Bild: Statistisches Amt Basel-Stadt)

Basel: Die Grossstadt mit niedrigen Mieten

Lange stehen Wohnungen in Basel-Stadt aber nicht leer. 73 Prozent aller Wohnungen sind in weniger als drei Monaten wieder vermietet. Wohnungsnot gebe es in Basel aber nicht, erklärt Michel Molinari, Präsident des Schweizerischen Verbandes der Immobilienwirtschaft (SVIT). «Lange Schlangen an Wohnungsbesichtigungen habe ich in Basel noch nie gesehen», sagt der SVIT-Präsident. Auch die Preisanstiege führt er auf den besseren Ausbaustandard und nicht etwa auf einen angespannten Immobilienmarkt zurück. Der Stadtentwickler Thomas Kessler ist stolz auf die niedrigen Mieten in Basel: «In Zürich oder Genf bezahlt man für eine 3- bis 3.5-Zimmer-Wohnung rund 2000 Franken, in Basel nur 1700.» Der Kanton wolle sich auch weiterhin für bezahlbaren Wohnraum engagieren, sagt Kessler gegenüber den Medien.

 

Von 2013 bis 2015 hat die Online-Plattoform comparis.ch die durchschnittlichen Monatsmieten von 3- bis 3.5-Zimmer-Wohnungen analysiert.

Von 2013 bis 2015 hat die Online-Plattoform comparis.ch die durchschnittlichen Monatsmieten von 3- bis 3.5-Zimmer-Wohnungen analysiert. (Bild: comparis.ch)

Mehr Wohnraum fordert auch SVIT-Präsident Molinari. «Für eine nachhaltige Entspannung des Wohnungsmarktes müssen auf städtischem Gebiet mehr Wohnungen entstehen.» Gerade auf der Klybeckinsel und dem Dreispitzareal sieht Molinari Potenzial. Kessler hofft zudem, dass weitere Industriebrachen für Wohnnutzungen erschlossen werden können. Der künftigen Entwicklung sieht der Stadtentwickler denn auch positiv entgegen: «Die Wohnungsproduktion im kommenden Jahr ist weiterhin hoch». Kessler spricht damit die Areale Kestenholz, Schoren, Magnolienpark und Bahnhof Süd an.

Auch im Baselland mehr leere Wohnungen

In Baselland stieg die Anzahl leerer Wohnungen ebenfalls an. Am 1. Juni 2015 standen dort 528 Wohnungen leer, das entspricht einer Zunahme von 101 Wohnungen. Die Gründe für den Anstieg sind gemäss Imhof die gleichen: mehr Wohnungsbau, schwächeres Bevölkerungswachstum. In beiden Basel standen damit per 1. Juni 2015 889 Wohnungen leer. Das sind 207 mehr als vor einem Jahr.



In Baselland lag die Leerstandsquote per 1. Juni 2015 bei 0.4%. Tief war die Quote in Sissach mit 0,2 Prozent, hoch in Laufen mit 0,7.

In Baselland lag die Leerstandsquote per 1. Juni 2015 bei 0.4%. Tief war die Quote in Sissach mit 0,2 Prozent, hoch in Laufen mit 0,7. (Bild: Statistisches Amt Basel-Stadt)

Und wie viel Wohnfläche haben Sie?
Die Leerstandsquote ist im Kanton Basel-Stadt mit 0,3 Prozent weiterhin tiefer als in Genf (0,4) oder Bern (0,5). Das liegt auch am Platzhunger der Bevölkerung. Wie viele Menschen hätten in Basel eigentlich bei gleichem Wohnflächenbestand Platz? Und wie viele Personen könnten in Basel leben, wenn alle Bewohner so viel Wohnfläche hätten wie im Klybeck-Quartier oder in der Grossbasler Altstadt? Unser Wohnflächenrechner lädt zum Nachdenken ein.

Konversation

  1. Von der Tageswoche habe ich schon mehr erwartet, zum Beispiel eine Frage an Michel Molinari und an Thomas Kessler: Wieso äussert sich Molinari (Vertreter der Immobillienlobby) lang und breit zur Wohnpolitik des Kantons, obwohl er nur für die Erhebung der Leerstände bei Büros ist? Wieso erlaubt Kessler (in Vertretung seines Departementes) dies? Wieso lädt der Regierungsrat Molinari nicht aus, oder lädt er auch den Mieterverband für eine Einschätzung ein?

    Danke Empfehlen (0 )
    1. Geht es Ihnen da wirklich um die Sache, Frau Bernasconi?
      Viel interessanter wäre doch die Frage, wie sich der Mieterverband Basel zu meiner Einschätzung stellt.

      Danke Empfehlen (0 )
  2. wenn schon medienmitteilungen unkritisch copypasten, dann bitte das entscheidende nicht auslassen:
    „Trotz der leichten Entspannung des Wohnungsmarktes bleibt es schwierig, in Basel eine Mietwohnung im tiefen Preissegment zu finden.“

    Danke Empfehlen (0 )
Alle Kommentare anzeigen (5)

Nächster Artikel