Das Fumoir wird zum Kifferstübli

Es soll der erste Coffeeshop der Schweiz sein: In einem neuen Lokal an der Rheingasse geht nebst Drinks auch Cannabis über die Theke.

CBD-Joints fürs Fumoir: An der Rheingasse werden nun nebst Drinks auch legale Cannabisprodukte verkauft.

Es soll der erste Coffeeshop der Schweiz sein: In einem neuen Lokal an der Rheingasse geht nebst Drinks auch Cannabis über die Theke.

Eine dunkle Lounge tritt die Nachfolge der Shisha-Bar «Zuckerwatte» an. Auf den ersten Blick sieht’s hier aus wie in vielen Lokalen. Leuchtende Fotos von Hanfblättern an der Theke weisen aber darauf hin, dass es nicht nur Drinks gibt. Auch Cannabisblüten sind zu haben – und können im Fumoir der Bar auch gleich geraucht werden.

Rechtlich ist der Verkauf und Konsum absolut im grünen Bereich: Es handelt sich um Blüten von Pflanzen, deren THC-Gehalt mittels Züchtung auf ein Minimum gesenkt wurde. Ihr Konsum entfaltet keine psychoaktive Wirkung. In den Vordergrund rückt so der Hanfwirkstoff Cannabidiol (CBD). Dieser wirkt kaum berauschend, ist aber für seine schmerzlindernde und entkrampfende Wirkung bekannt.

Vermehrt sind in der Schweiz so manche Läden – von Spezialgeschäften wie der «Hanftheke» im Gundeli bis zu den altbewährten «Kifferlädeli» oder Growshops – auf diesen Hype aufgesprungen.

Den Feierabend-Joint im Fumoir bauen

Jetzt folgt auch der Nachbar des Restaurants «Sonne» an der Rheingasse dem Medizinalhanf-Trend. Das neue Lokal wird als erste Schweizer Cannabis-Lounge angepriesen. «Wir möchten das Ambiente eines holländischen Coffeeshops bieten», erklärt der Betreiber Kujtim Saliu.

Damit wolle man eine Lücke füllen: «Wer in einer normalen Bar seinen Feierabend-Joint auspackt, wird immer noch schräg angeschaut», sagt Saliu. In der Canna Lounge sei das hingegen anders: Zigarettenpapier und Gras gibt’s an der Theke, beim Drehen muss aber jeder selbst Hand anlegen. «Nur zur Eröffnung gibts 55 fertige CBD-Joints», verspricht Kujtim Saliu.

Nun ist es natürlich möglich, dass Leute mit selbst mitgebrachter, berauschender Ware aufkreuzen. Von blossem Auge ist der CBD-Hanf schliesslich nicht von «richtigem» Gras zu unterscheiden. Kujtim Saliu ist sich des Problems bewusst: «Es ist leider keine Schnellanalyse möglich.» Allerdings schätzt er die Wahrscheinlichkeit als gering ein, dass es hier zu Verwechslungen kommt. Ohnehin spreche man mit dem Barkonzept nicht diejenigen Leute an, die den Vollrausch suchen. «Ich kenne viele Leute, die mit dem Kiffen aufhören wollen und daher nun CBD konsumieren.»

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Eröffnung der «Canna Lounge»: Samstag, 3. Juni, ab 21 Uhr an der Rheingasse 25.

Konversation

  1. Ich finde es super, dass es jetzt einen Ort in Basel hat, wo man abends seine Ruhe hat und sich enspannen kann ohne dass kleine Kinder den Hazegeruch riechen.
    Ich hoffe dieser Coffeeshop bleibt für immer offen, denn es stört keinem wenn leute in einem Laden kiffen und nicht in der Öffentlichkeit

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  2. Zum ersten Teil des letzten Abschnitts kann ich nur sagen: Ja und??? in allen üblichen Konsumatiosstätten kann sich schliesslich jede/r vollaufen lassen…

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  3. Man soll es ja nicht sagen, aber: In holländischen «Coffee-Shops» ist «Rauchen» verboten und «Kiffen» erlaubt (so viel zur Bigotterie unserer «Nanny-Gesellschaft»).

    Ich nehme an, bei uns tritt eine «medizinische» Ausnahmeregelung in Kraft («Bergün» lässt grüssen).

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    1. Man macht es sich passend.

      Je nach Klientel, zu der man sich zugehörig fühlt, macht man sich den Rechtsstaat passend. «Bergün»: Synonym für «Rechtsstaat».

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