Das Sommercasino schliesst bis Herbst 2016, das Personal muss gehen

Die neue Soca-Trägerschaft macht einen radikalen Schnitt. Das Jugendkulturhaus schliesst für neun Monate und entlässt einen Grossteil des Personals.

Das Sommercasino im Sonnenschein. Finanziell sieht die Lage hingegen düster aus.

(Bild: Alexander Preobrajenski)

Die neue Soca-Trägerschaft macht einen radikalen Schnitt. Das Jugendkulturhaus schliesst für neun Monate und entlässt einen Grossteil des Personals.

An Hiobsbotschaften aus dem Sommercasino (Soca) haben wir uns längst gewöhnt. Mit schöner Regelmässigkeit trifft alle paar Monate eine neue Medienmitteilung ein. Meist knapp verfasst, meist in starkem Widerspruch zur letzten Mitteilung.

Am Freitagmorgen folgte der neuste Knall: Das Soca stellt ab Januar neun Monate lang den Veranstaltungsbetrieb ein. Die Schliessung bringe es mit sich, dass «ein grosser Teil der bisherigen Angestellten ihre Beschäftigung verliert», steht dort weiter.

Diesen Entscheid begründet Sabrina Tschachtli, Präsidentin des neuen Trägervereins Junge Kultur Basel (JKB), mit der geplanten Neukonzeptionierung. «Wir wollen dem Sommercasino ein neues Gesicht geben.» Neben einem neuen Gastrokonzept seien auch umfangreiche Umbauarbeiten geplant. «Wir sehen in der vorübergehenden Schliessung leider die einzige Möglichkeit, alle diese Veränderungen vorzunehmen», sagt Tschachtli.

Übergabe war an Bedingungen geknüpft

Erstaunlich an dieser Mitteilung ist nicht nur die Schliessung des Soca, das nach einer langen Durststrecke eben erst wieder Fahrt aufgenommen hat. Erstaunlich sind auch die Entlassungen.

Die Übergabe der Soca-Trägerschaft von der Jugendarbeit Basel (JuAr) zum JKB mitsamt den entsprechenden Subventionen wurde im Juni kommuniziert. Der Deal war an zwei Bedingungen geknüpft:

  1. Das Sommercasino bleibt ein Ort der Jugendkultur und wird weiterhin entsprechende Veranstaltungsräume zur Verfügung stellen.
  2. Es werden keine Entlassungen vorgenommen.

Entsprechend überrascht war man bei der JuAr, als man von der Schliessung und von den Entlassungen hörte, wie Christian Platz auf Anfrage sagt. Platz ist Vorstandspräsident bei der JuAr und will die Neuigkeiten zum Soca nicht kommentieren. «Das Sommercasino liegt nicht mehr in unserer Verantwortung.» Entsprechend wenig Handhabe hat die JuAr denn auch. Obwohl die neue Soca-Trägerschaft also gegen die Bedingungen verstossen hat, wird dies keine Konsequenzen haben.

Zusammenführung von R105 und Soca

JKB-Präsidentin Tschachtli bedauert die Entlassungen, will jedoch festhalten, dass es nie eine Vereinbarung gegeben habe, derzufolge keine Entlassungen vorgenommen werden dürfen. «Im Vertrag stand lediglich, dass wir bei personellen Veränderungen das bestehende Personal berücksichtigen müssen.» Deshalb habe man auch einem der beiden aktuellen Co-Leiter Samuel Kunz und Silas Ries ein Angebot unterbreitet. «Doch leider wurde dieses Angebot ausgeschlagen», sagt Tschachtli.

Nun wird beim JKB ganz grundlegend über eine neue Führungsstruktur nachgedacht. Der Verein steht künftig nicht nur hinter dem Soca, sondern ist auch für das neu geschaffene Jugendkulturzentrum R105 an der Reinacherstrasse verantwortlich. «Wir wollen die beiden Häuser zusammenführen, denkbar wäre beispielsweise eine gemeinsame Leitung», sagt Tschachtli.

Konversation

  1. Eine soziale Einrichtung und ein solches Handeln! Was sollen Bedingungen, die man ohne Konsequenzen umgehen kann! Hier sind die städtischen Behörden gefragt, die diesem Treiben nur zusehen! Mir tun neben den Jungen die langjährigen Mitarbeiter leid, die sich eingesetzt haben und nun verar…… werden!

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  2. Unverantwortlicher Eingriff

    Sollten die Bedingungend tatsächlich wie dargelegt vereinbart worden sein, so handelt es sich um eine absolute Schweinerei.
    Hier steht auch Basel-Stadt in der Verantwortung, seine Jugendarbeit zu schützen.

    Veränderungen wie diese zeugen von Kälte und Unverfrorenheit der Vorstandsmitglieder. Ein sozialer Verein darf schlicht nicht so handeln!

    Hier verlange ich auch von der TaWo weitere Ausführungen und Einbezug der Öffentlichkeit. Die Verantwortlichen sollen namentlich erwähnt und zur Rede gestellt werden.

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