Der Chemie-Nobelpreis geht an einen Schweizer

Nach 15 Jahren hat Jacques Dubochet von der Universität Lausanne den Preis der Preise zurück in die Schweiz geholt.

Machte verborgene biologische Prozesse nachvollziehbar: Jacques Dubochet. (Bild: sda)

Der diesjährige Chemie-Nobelpreis geht an den Schweizer Jacques Dubochet, Joachim Frank (USA) und Richard Henderson (GB). Sie werden für die Entwicklung der Kryoelektronenmikroskopie geehrt, wie die Nobel-Jury am Mittwoch in Stockholm mitteilte.

Die Entwicklung der drei Forschenden ermöglicht Einblicke in die Details der Struktur von Biomolekülen. Forscher können Biomoleküle «mitten in der Bewegung» einfrieren und damit biologische Prozesse nachvollziehen, die zuvor verborgen geblieben waren.

Der 1942 in Aigle VD geborene Jacques Dubochet von der Universität Lausanne verbesserte diese Mikroskopietechnik Anfang der 1980er-Jahre wesentlich, indem er die in Wasser gelösten Moleküle für die Messung rasant einfror. Dadurch behalten die Biomoleküle selbst im Vakuum ihre natürliche Form. Das erlaubte eine Momentaufnahme ihrer Struktur mit dieser Mikroskopietechnik.

Die Schweiz musste 15 Jahre auf einen Nobelpreis in Chemie warten. Entsprechend erfreut und stolz zeigen sich der Schweizerische Nationalfonds in einem Statement sowie die Schweizer Politprominenz.

Konversation

  1. Der Artikel verschweigt geflissentlich, dass Herr Dubochet die nun ausgezeichnete Methode am EMBL in Heidelberg entwickelte.

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  2. Meines Wissens gehen Nobelpreise immer noch an die entsprechenden Forscher, die oft jahrelang grosse Mühen in ihre Forschungen investiert haben.
    Wen die „arme Schweiz“ solange auf einen Nobelpreis warten musste, könnte das vielleicht auch damit zusammenhängen, dass Forscher woanders besseren Forschungsboden für ihre Arbeit finden.

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