Die «Basler Zeitung» gehört jetzt Tamedia

Es ist soweit: Christoph Blocher hat die «Basler Zeitung» verkauft. Die neue Besitzerin ist Tamedia.

Vertrag unterschrieben: Die BaZ ist verkauft.

Die Berichte über den kurz bevorstehenden BaZ-Verkauf waren korrekt: Die BaZ gehört nun nicht mehr dem SVP-Übervater Christoph Blocher. Eine Ära ist zu Ende.

Gemäss Recherchen der TagesWoche, die später auf Twitter bestätigt wurden, hat Tamedia das Unternehmen gekauft. Damit sind auch die Tage von  Chefredaktor Markus Somm gezählt. Er wird die BaZ ein halbes Jahr nach der Übernahme durch Tamedia verlassen und nach einem Sabbatical als Autor für Tamedia tätig sein. Was die Schritte für die Redaktion der BaZ bedeuten, ist derzeit noch nicht klar. 

Gemäss Mitteilung der Tamedia wird «die Einbindung der Basler Zeitung in das Netzwerk von Tamedia eine starke Regionalredaktion ermöglichen». Damit Tamedia die BaZ übernehmen kann, verkauft sie im Gegenzug ihre Beteiligung am «Tagblatt der Stadt Zürich», «Lausanne Cités» und «GHI». Eine Medienkonferenz fand am Mittwochmittag statt.

Über die Einzelheiten des Verkaufs haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Die Transaktionen stehen unter dem Vorbehalt der Zustimmung der eidgenössischen Wettbewerbskommission.

Tamedia-Verwaltungsratspräsident Pietro Supino lässt sich in der Mitteilung folgendermassen zitieren: 

«Die Zusammenarbeit von Tamedia mit der Basler Zeitung im Bereich der Werbekombination Metropool reicht bis ins Jahr 1993 zurück. Die Basler Zeitung ist stark in der Nordwestschweiz verwurzelt und passt perfekt zu unseren Tageszeitungen in Bern und Zürich. Diese Chance mussten wir deshalb nutzen, auch wenn uns der Verkauf insbesondere des Tagblatts der Stadt Zürich sehr schwer fällt.»

Unter dem seit 2010 amtierenden Chefredaktor Markus Somm brachen Auflage und Leserzahlen der BaZ massiv ein. Die Auflage hat sich innert acht Jahren beinahe halbiert. Christoph Blochers Plan, in Basel mit einer eigenen Zeitung politische Wirkung zu entfalten, darf man als grandios gescheitert bezeichnen.

https://tageswoche.ch/stadtleben/live-das-sagen-blocher-und-co-zum-baz-verkauf/

Konversation

    1. Damit will ich sagen, dass das Zeitungsgeschäft allgemein kaum profitabel ist. Egal, ob rechts, links oder neolieberal. Schon vergessen, auch die erste Baz ging konkurs/ musste Insolvenz anmelden. Als sie dann von Blocher aufgekauft wurden sind alle „Linken“ Journalisten gegangen und haben die Tageswoche gegründet. Also auch unter Linker Führung hat es mit der Baz nicht geklappt.
      Daher ist Ihre „Kampfrethorikfloskel“ „Wiederstand ist möglich“ fehl am Platz. Due Quitessenz ist eher: Basler sind zu geizig oder haben keinen Bedarf an einer Regionalen Zeitung, egal wer sie führt.

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  1. Was passiert nun mit den TaWo-Journalisten? Wechseln die nun alle zur neuen BaZ? Und mit den BaZ-Schreiberlingen? Wechseln die nun aufs Sozialamt?

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  2. Und wer genau ist/bleibt nun Eigentümer der „Basler Zeitung AG“?

    „In Basel verbleibt die zweite Tochter, die National Zeitung und Basler Nachrichten AG, die die «BaZ» herausgibt. Sie tritt neu unter dem Namen Basler Zeitung AG auf.“

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  3. Rolf Bollmann schrieb am 10.04.2018 noch: „Nun tauchen sie wieder aus der Versenkung auf, die linkslastigen Angehörigen der Journalistengilde, getarnt als Medienexperten, und erklären ihren Gesinnungsgenossen in hämischen ­Artikeln die publizistische, politische und kommerzielle Niederlage der Basler Zeitung, die nun, getarnt mit einem Tauschgeschäft, an den Meistbietenden verkauft werden soll.“.Nun scheint es, dass diese „linkslastigen Nullnummern der Journalistengilde“ am Schluss doch Recht hatten.

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    1. Sorry, aber lohnt sich die Tageswoche? Wieviel Geld hat die Roche Erbin reingebuttert und was ist die Tageswoche, m.M.n. eine etwas bessere Schülerzeitung. Nur lokale Kommentare zu Politiker und deren Verhalten/ Handeln und Portrais von irgendwelchen Personen von denen man noch nie was gehört hat, sie aber irgend etwas in Basel machen. Infos, Nachrichten, News oder überregionale Berichtserstattung = Null. Bevor man mit Steine wirft, sollte man vor der eigenen Haustür kehren. 😉

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    1. PS: Oder verkaufen Sie Ihren Titel doch an Herrn Somm. Bei der Weltwoche hielt der Titel ja auch niemanden davon ab, aus einer liberalen Wochenzeitschrift ein rechtsnationales Propagandblatt zu machen.

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    2. Nein. Man kann sich klar als SP-Parteizeitung/Sprachrohr positionieren. Also es würde fast alles beim Alten bleiben. Nun hat es in Basel nur noch eine Milliardärenzeitung. Die TaWo.

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