«eo ipso» – Betreiberin hört auf

Das «eo ipso» auf dem Gundeldinger Feld läuft nicht mehr so gut wie auch schon. Die Betreiberin des Lokals hat nun genug und hört auf.

Zukunft gesichert: Im «eo ipso» wirtet ab Februar 2015 das Team des Restaurant 5 Signori. (Bild: rosmary)

Das «eo ipso» auf dem Gundeldinger Feld läuft nicht mehr so gut wie auch schon. Die Betreiberin des Lokals hat nun genug und hört auf.

Das Restaurant eo ipso im Gundeli steht vor einer ungewissen Zukunft: Die Inhaberin und Mitgründerin der beliebten Beiz mit Cocktailbar, Lonja Schmid, hat gekündigt. «Ich mach nur noch bis Ende Januar 2015, dann läuft der Mietvertrag aus», bestätigt sie gegenüber der TagesWoche. «Vielfältige Gründe» hätten sie zu diesem Schritt bewogen. «Ich habe diesen Job zwölf Jahre lang gemacht – er ist nicht mehr das Richtige für mich. Er kostet viel Kraft – und es ist nun Zeit für etwas Neues.»

Schmid lässt durchblicken, dass sie auf dem Gundeldinger Feld zunehmend mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen hatte: Weniger Gäste, viel Personalwechsel und Konkurrenzdruck. Die goldenen Jahre des «eo ipso» scheinen vorbei zu sein. «Der Betrieb läuft schon noch gut, aber es ist nicht mehr so wie vor ein paar Jahren», sagt Schmid. Momentan sei das «eo ipso» ein Minusgeschäft – in welchem Ausmass, will sie jedoch nicht verraten. «Das ist auch nicht relevant, zumal es in den zwölf Jahren immer wieder vorkam, dass wir im Minus waren und mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatten.»

Neue Kräfte nötig

Aber: Als das «eo ipso» im September 2001 eröffnet worden sei, habe es noch nicht so viele alternative Lokale gegeben, in denen man fein und nachhaltig essen konnte. «Heute gibt es viele solche Beizen und man muss sich schon gut überlegen, wie man den Betrieb in die Zukunft führen möchte», so Schmid. Sie selber habe lange überlegt und keinen für sie gangbaren Weg gefunden. «Es braucht für das Lokal nun wieder junge Kräfte, die auch mehr Zeit investieren können.» Sie möge den Betrieb nicht mehr aus den Schwierigkeiten führen.

Die Betreiberin des Gundeldinger Felds, die Kantensprung AG, muss nun einen neuen Pächter für das «eo ipso» suchen. Ob ein neues Konzept für den Betrieb vorgesehen ist, ist unklar. Der Geschäftsführer Pascal Biedermann will sich momentan nicht zur Zukunft des Lokals äussern und stellt nähere Informationen Ende August in Aussicht. 

Konversation

  1. Ja, stellt euch vor, es gibt sie, die gerne etwas mehr für ein feines Essen hinblättern. Das soll auch so bleiben. Ich gehe gerne ins eoipso, eben aus diesem Grund. Ich bekomme dort ein Essen, das nicht dem 08/15-Trend entspricht. Dafür bezahle ich auch gerne etwas mehr. So hart es tönen mag. Aber es muss auch diese Restaurants geben und es gibt halt Leute, die sich solche Essen leisten können

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  2. Im eo ipso habe ich meine Hochzeit gefeiert, einen Namen für mein erstes Kind ausgewählt, x-mal z’Mittag gegessen, unzählige Cocktails mit und ohne Alkohol genossen (inkl. Spezialproduktion zum mitnehmen) und wunderbare Stunden mit guten Leuten verbracht.
    Das Essen & Trinken war jeden Einzelnen seiner Rappen und Franken wert – jedesmal! Ich hoffe schwer, dass sich jemand findet, der diesen speziellen Ort im Sinn der Erfinderin weiterführt.

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    1. @ mathys
      sie sind ja ein ganz toller hecht, sie habens geschafft – und herzlichen gruss auch an Ihren sohn «ego pipso»
      ernst beiseite: die thematik ist wohl übergeordnet – jenseits Ihres individuellen erfahrungshorizonts. es geht ja auch in keinster weise um kritik an der verdienstvollen wirtin!
      Es muss ja realiter eben schliessen, infolge gästemangel.
      und dazu wurden – übergreifend, aus der vogelschau! – zumindest bedenkenswerte rahmenbedingungen erläutert.

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  3. Ja, die Preise sind immer ein Thema, das verstehe ich auch. Aber warum sind wir nicht bereit das zu bezahlen was es WIRKLICH kostet? Weil so viel nicht das kostet was es kosten müsste oder weil wir für vieles was „nicht echt“ ist sehr viel bezahlen (langfristig) und irgendwer grosses Geld damit macht?
    Wir können es nicht einfach günstiger machen weil das halt toll wäre (fänden wir ja auch!)- wir sind nicht subventioniert. Es gibt wirtschaftliche Realitäten (auch- und gerade in so einer Halle!) die man nicht einfach ausser Acht lassen kann (und nie und nimmer mit Takeaway gerecht werden könnte), und genau so, wenn man einen Anspruch an „anständiges“ Essen hat. Das ist es einem Wert oder eben nicht und jedem selber überlassen. Ich finde das ziemlich fair, denn es gibt ja Auswahl.

    Es ist uns nie ums „Geld verdienen“ gegangen auch wenn es ja schön gewesen wäre. Es ging um eine Idee, um eine ehemalige Fabrikhalle die neues Leben wollte. Das hat sie bekommen. Wer sie verstanden hat weiss was ich meine. Die Halle hat sie uns vorgegeben und sie lebt, auch Heute.
    Ich höre nicht auf weil ich nicht mehr daran glaube, dass das was wir gemacht haben grundsätzlich Richtig ist- im Gegenteil; weil ich so sehr daran glaube habe ich es so lange gemacht – trotz allem.

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    1. erstaunt Sie vielleicht: das würde ich fast alles sofort unterschreiben!
      mal in einem sehr noblen restaurant so erlebt: ein quasi quersubventioniertes günstiges familienmenü. auch schon erlebt: den runden tisch mit der günstigst/gratis basisversorgung (soviel eitelkeit muss sein: ich sass jeweils nicht dort). an gewissen komplementär-modellen darf man schon rumstudieren, oder?

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  4. Ich stimme mit der Kritik am Eo Ipso von Christoph Meury völlig überein. Es macht einfach keinen Spass, für irgendwelche hochgestochen angepriesenen „Spezialitäten“ hunderte von Franken liegen zu lassen. Ich habe meine Kochkünste etwas auf Vordermann gebracht und lade lieber Gäste zu mir nach Hause ein. Das macht viel mehr Spass, erlaubt einfache Gerichte mit einem Schuss Kreativität und kostet erst noch einen Bruchteil von einem ansprechenden Restaurantbesuch. Vor allem aber, die Gäste sind begeistert, die Grösse der Portionen lässt sich den Wünschen anpassen, der Gastgeber gebauchpinselt und das Ambiente entspannt. Was will man mehr.

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  5. Das Essen im EO war immer hervorragend. Aber viele der ehemaligen Stammgäste sind jetzt Teilzeit arbeitende Eltern mit einem klammen Portemonnaie… da liegt so ein EO Schmaus halt wirklich nicht mehr drin. Auch die Pharmaindustrie hat das Geld nicht mehr so locker sitzen wie auch schon. Und die jüngeren Leute haben im Vergleich wesentlich weniger Geld als die heute 40 jährigen vor 10 Jahren noch hatten. Schade drum.

    Wenn ihr wollt, dass der Laden läuft: macht etwas für Kinder! 🙂

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    1. Herr Meury hat den Median benannt – und schiebt ohnehin stets sehr solides Belegmaterial nach (à discretion) – für normalsterbliche, gerne auch mit teens and twens, reicht doch vollauf!

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  6. Was für ein schrecklicher eigenbrötler – für ein kleines aufgeld erhalten Sie doch grade in hiesigen destinationen im sinne von «schweizer jugend forscht» allerorten zum gedeck gerne auch pinzette &opernglas, aufdass die drei in oberländer-poolhaltung sorgsam lebend-gestreiften störeier und der einmalige truffes-raspel unter dem solitären brunnkress-vollblatt gleichfalls erkannt, gar verzehrt würden (gfälligscht!) – und sich im beisein der nachbarn das familienerlebnis somit gar kost- und sichtbar abrunden lasse. Vielleicht riskieren Sie diese oder jene kindliche allergie – aber mal ehrlich: dafür schmecken sie gegen den sattsam bekannten resthunger doch nur umso leckerer, die «spaghetti dopo a casa» … da sieht’s ja auch keiner: mit messer und gabel!

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  7. Ich begreife, dass Sie keine CHF 500.- für ein Essen für einen gewöhnlichen Familienausflug für 5 Personen einfach so hinblättern wollen oder können. Ich finde es allerdings nicht sehr fair, wenn Sie eine Döner-Bude (u.U. ohne Sitzgelegenheit oder dann mit solchen auf dem Trottoir) mit einem grosszügigen Lokal mit Bedienung vergleichen.

    Ich frage mich auch, ob in den diversen Diner-Buden die Mitarbeitenden ähnlich entlöhnt werden wie in einem Lokal wie ‚eo ipso‘? Man hat da schon allerlei über Sklaven-ähnliche Verhältnisse gelesen. Wie auch immer, der Vergleich hinkt und ich gehe lieber etwas weniger aus, dafür aber in Restaurants, wo ich annehme, dass die Mitarbeitenden einen einigermassen anständigen Lohn erhalten.

    Ärgern tun mich in den hiesigen Restaurants weniger die Preise für das Essen, sondern die für die Getränke. In den Schweizer Bergen können Wirte in bedienten Lokalen (oft in Restaurants weit weg von der nächsten asphaltierten Strasse) einen Kaffee / Espresso (mit Schöggeli) im Schnitt zu etwas CHF 3.70 anbieten (übrigens der gleiche Preis wie für ein Einerlei Schweizer Weisswein). Familien bekommen problemlos Karaffen Hahnenwasser – evtl wird 50 Rp dafür berechnet. Und dies alles mit freundlicher Bedienung, die einem noch zeigt, dass sie Freude hat, dass man als Gast dort einkehrt.

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