Erfolg beruhigt die Gemüter

Pauken und Trompeten sind eingepackt – Basel hat die achte Ausgabe des Tattoo hinter sich. Trotz leichtem Zuschauerrückgang und den Streitereien im Vorfeld sprechen die Veranstalter von einem vollen Erfolg.

Das grosse Finale an der Hauptprobe zum Basel Tattoo 2013 am Donnerstag, 18. Juli 2013 im Hof der Kaserne Basel. (KEYSTONE/Patrick Straub) (Bild: PATRICK STRAUB)

Pauken und Trompeten sind eingepackt – Basel hat die achte Ausgabe des Tattoo fast problemlos überstanden. Den Rest spühlt jetzt der kühle Regen weg.

Das «schwierigste Tattoo» ist Geschichte. Statt Bandformationen trommelt jetzt nur noch der Regen auf Basel ein. Die klimatische Abkühlung passt zur Gemütslage, die bei den Tattoo-Organisatoren eingekehrt ist. Der im Vorfeld entstandende Lärm ums Tattoo verhallt in den Wolken, die Petrus der Veranstaltung selber gnädig ersparte. Klagten damals die Veranstalter wiederholt über die diesjährigen Schwierigkeiten, scheinen sie nun wesentlich gelassener auf die diesjährige Ausgabe zurückzublicken. 

Die Veranstalter ziehen eine durchwegs positive Bilanz: Knapp 120’000 Zuschauer haben dem Basel Tattoo beigewohnt, heisst es in der aktuellen Medienmitteilung. Weitere 100’000 besuchten am Samstag die traditionelle Parade durch die Innenstadt, 40’000 Zaungäste weniger als im Jahr davor. Dennoch: In der Mitteilung wird dies – wie die ganze Show – als «voller Erfolg» verbucht. 

Vom Wetterglück verfolgt

Insgesamt dürfte das Wetter eher Segen als Fluch für das diesjährige Tattoo gewesen sein. So bescherte die ungebrochene Schönwetter-Phase den Imbiss-Ständen rund ums Gelände «Rekordbesucherzahlen». Dies dürfte die Veranstalter darüber hinwegtrösten, dass sie den Ticket-Restbestand aus dem Vorverkauf nicht mehr vollends absetzen konnten.

Nach Angaben des Marketing-Chefs Dominik Nyffenegger seien von den restlichen 3’500 Tickets am Ende noch 863 übrig geblieben. Bemerkbar sei dies insbesondere bei zwei Frühvorstellungen unter der Woche gewesen. Auch die Sonntagsvorstellung um 14.00 Uhr habe leere Sitze hinnehmen müssen. Hier mag das Wetter gar etwas zu schön gewesen sein: «Gut möglich, dass es der eine oder andere da vorzog, im Rhein schwimmen zu gehen statt ans Tattoo», sagt Nyffenegger.

«Weniger schlimm als erwartet»

Dass Nyffenegger nunmehr das Wetter für die übriggebliebenen Tickets mitverantwortlich macht, darf man vielleicht als Zeichen deuten: Nach all den emotionalen Highlights – Standing Ovations «in jeder Vorstellung» inklusive – scheint man bei den Organisatoren endgültig mit dem vorangegangenen Bewilligungs-Hickhack abgeschlossen zu haben. Noch vor dem Auftakt hatten sie dieses für den schleppenden Vorverkauf verantwortlich gemacht. 

Der WC-Streit selber scheint dann auch ein glimpfliches Ende genommen zu haben: Zwar hätte es die angeordnete Umpositionierung der Toiletten für «lange Schlangen» und «nicht ideale Besucherströme» gesorgt, sagt Nyffenegger. Rückblickend sei die WC-Situation jedoch «weniger schlimm als erwartet» gewesen. Gar keine Probleme habe es dagegen mit dem öffentlichen Verkehr gegeben. Die Baustellen und Umleitungen hätten bislang für keine negativen Reaktionen gesorgt, sagt Nyffenegger. 

Mit der Show selbst zeigt sich das Basel Tattoo sehr zufrieden: Es sei ein «wunderbares Musikspektakel» gewesen, in dem auch der «Humor» nicht zu kurz gekommen sei. So inszenierte sich etwa die Basler Stadtreinigung mit ihren Putzwagen als militärische Formation, um den zuvor angefallenen Pferdedung vom Platz zu fegen. Ein Gag, der beim Publikum sehr gut ankam.

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