Fernsehen 2014: Es gibt Intelligenz da draussen

Casting-Shows, Doku-Soaps und Gerichts-Sendungen: Man möchte schier verzweifeln ob der Masse von Fernsehsendungen, die für den allerkleinsten gemeinsamen Nenner produziert werden. Aber es gibt auch Inseln der Hoffnung im Bewegtbild-Meer.

Jan Böhmermann / NEO Magazin. (Bild: ZDF Neo)

Casting-Shows, Doku-Soaps und Gerichts-Sendungen: Man möchte schier verzweifeln ob der Masse von Fernsehsendungen, die für den allerkleinsten gemeinsamen Nenner produziert werden. Aber es gibt auch Inseln der Hoffnung im Bewegtbild-Meer.

«Schulz in the Box»

Ein ebenso melancholischer wie lustiger Musiker wird in eine Kiste gepackt, an einen ihm fremden Ort gebracht und muss sich dort scheinbar ohne Vorbereitung in einer neuen Umgebung zurechtfinden. Klingt banal, entwickelt aber dank den Qualitäten von Protagonist Oli Schulz und Stationen wie die in einer Escort-Agentur in Tokyo, bei einem Oligarchen-Sohn in Moskau oder in einem Knast in Deutschland eine grosse Faszination für Menschen, die gerne Grautöne in ihrer Unterhaltungsdiät haben. Hier entlang zu den ersten fünf Folgen auf Pro7.de.

«Neo Magazin»

Nach dem geheimnisumwitterten Aus seiner Grimme-Preis-gekrönten Kollaboration mit Charlotte Roche («Roche & Böhmermann») sendet Jan Böhmermann solo unter dem Titel «Neo Magazin» im Zweiten Deutschen Internet. Das brachte ihm einen weiteren Grimme Preis ein. Ab 23. Oktober gibt es wieder neue Folgen.

«Mann/Frau»

«Die Serie ist fürs Netz gemacht, da gehört sie hin, da wirkt sie», sagt Produzent Christian Ulmen über seine Mini-Serie «Mann/Frau», die er im Auftrag des Bayerischen Rundfunks realisiert hat. In wenigen Minuten werden ewige Themen wie Scheitern, Verschlafen, Vermasseln, Triumphieren, Durchkommen und Grad-noch-die Kurve-Kriegen im Spannungsfeld der Geschlechter aufgearbeitet.

«Teddy Comedy»

Als Tedros Teclebrhan im Mai 2011 seine «Umfrage zum Integrationstest» auf YouTube veröffentlichte, sorgte er damit für ziemlich weit hochgezogene Augenbrauen. Er bekam in der Folge eine Sendung auf ZDF Neo, hielt dort aber nur eine Staffel durch. Eine halbe Million YouTube-Abonnenten und noch mehr Fans auf Facebook beweisen: Den klassischen Verbreitungskanal braucht er gar nicht, um mit seiner «Teddy-Show» die Hallen zu füllen und weiterhin tolle Videos zu produzieren.

«Güsel. Die Abfalldetektive»

Auch das Schweizer Fernsehen zeigt sich zuweilen experimentierfreudig: Mit «Güsel. Die Abfalldetektive» realisierte Kabarettist Gabriel Vetter eine Mini-Serie im Müll-Milieu, die sich sehen lassen kann. Und online-only ist.

 

Diese fünf Titel sind eine naturgemäss subjektive Auswahl des Autors. Welche Serien – egal, ob TV, Web oder dazwischen – gehören Ihrer Meinung nach unbedingt ebenfalls auf eine solche Liste? Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen.

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