Genug ist genug: Bund will Littering-Gebühr für Städte

Das Bundesamt für Umwelt sucht schon lange nach einer Möglichkeit, die Kosten des Litterings den Verursachern in Rechnung zu stellen. Jetzt sollen Take-Aways und Kioske an die Kasse kommen.

Bis zu 200 Million Franken geben Städte und Gemeinden jedes Jahr aus, um Littering zu bekämpfen (Foto: Alexander Preobrajenski)

Überfüllte Mistkübel, mit Abfall übersäte Trottoirs, verschmutzte Parkanlagen. In den Städten und Gemeinden sammelt sich der Abfall – wegen Littering, dem achtlosen Wegwerfen von Abfall. 

Das ist keine billige Angelegenheit: «Bis zu 200 Million Franken geben sie (die Kommunen, Red.) jedes Jahr aus, um weggeworfene Take-Away-Schachteln, Getränkedosen oder Zigarettenstummel zu entsorgen», schreibt die NZZ am Sonntag.

https://tageswoche.ch/stadtleben/so-ein-mist-hausmuell-in-abfalleimern-stellt-stadtreiniger-vor-grosse-probleme/

Der Bund möchte nun, dass Städte jene in die Pflicht nehmen können, die ihrer Kundschaft das ganze Verpackungsmaterial in die Hand geben: Take-Aways, Kioske und sonstige Unternehmen, die Produkte mit viel Verpackung drumherum verkaufen. Vorstellbar wäre eine Art «Sauberkeitsrappen», wie ihn die Stadt Bern kennt.

Die Höhe der Gebühr wäre von Faktoren wie Umsatz und Zahl der Kunden abhängig. «Wer selber Massnahmen gegen die Abfallproduktion ergreift, kann entlastet oder sogar von der Gebühr befreit werden», heisst es im Artikel.

Wann ein «Sauberkeitsrappen» Realität werden könnte, ist offen, derzeit liegt die Idee des Bundes bei Preisüberwacher Stefan Meierhans zur Begutachtung. 

«NZZ am Sonntag»: Bund empiehlt den Städten, eine Littering–Gebühr einzuführen

Konversation

  1. Und dann hätten wir da noch:

    „20.05.1967
    Beginn einer grossen Aktion «Basel blyb suuber»…
    …. Nach einem mit der Knabenmusik und jungen Garden von Fasnachtscliquen belebten Umzug der Fahrzeuge des Strassenunterhaltes und der Nachbilder der 349 öffentlichen Papierkörbe wird auf dem Marktplatz eine Sauberkeitsordnung vom 20. Mai 1767 verlesen und anschliessend die Bevölkerung durch Regierungsrat Wullschleger zur Sauberkeit aufgerufen. Gleichzeitig montiert der Vorsteher des Baudepartements den 350. Papierkorb. In einem Käfig wird der letzte Basler Dreckspatz festgehalten.“

    https://www.baslerstadtbuch.ch/chronik/1967/05/20/beginn-einer-grossen-aktion-basel-blyb-suuber.html

    Wir sehen: Schon vor 49 Jahren sah die Obrigkeit sich genötigt, ihre Untertanen zu zivilisieren….

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    1. Ich bin mir nicht mehr so sicher, ob dieses „Sünnelibild“ wirklich dem hier besprochenen Müll galt, oder eventuell etwas ganz anderem…..
      Da gibt es so eine „Sünnelipartei“, die würde am liebsten überall eine Entsorgungsetikette draufkleben, was nicht schon 300 Jahre im Land ist.

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    2. @ Herrn Cesna:
      Momol, das war damals™ eine Anti-Littering-Kampagne. Siehe auch die Schweizer Lehrerinnenzeitung von 1972: http://www.e-periodica.ch/cntmng?var=true&pid=sle-001:1972:76::289
      Und die „Sünnelipartei“ war in jenen Zeiten auch noch keine rassistische Spaltkraft, wie wir sie heute kennen…

      Ach, ich seh‘ gerade: Das war sogar vom World Wildlife Fund (WWF): https://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_5097-Ob-002

      Und wenn meine Erinnerung mich nicht täuscht, waren sogar die Abfallkörbe im CH-Rheinfelden stadt-offiziell mit dem Spruch „gelabelt“…

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  2. Was ist Grundsätzlich Littering?
    Littering ist die zunehmende Unsitte, Abfälle im öffentlichen Raum achtlos wegzuwerfen oder liegen zu lassen, ohne die dafür vorgesehenen Abfalleimer oder Papierkörbe zu benutzen. Littering ist NICHT die illegale Entsorgung von Abfällen aus Haushalten, Industrie oder Gewerbe mit dem Zweck, Entsorgungskosten einzusparen. Dies ist illegale Hausmüllentsorgung und daher unter Strafe gestellt, sofern ja eben sofern man der bzw. die Täter erwischt!
    Denn es ist im gesamten Stadtgebiet verboten, Abfälle, Müll, Altmöbel, ausgediente Haushaltsgeräte, Bauschutt, Grünabfälle, Chemikalien, Farb- und Renovierungsreste, abgenutzte Autoreifen, Schrott und andere ausgesonderte Gegenstände und Materialien ausserhalb der zu ihrer Aufnahme vorgesehenen Abholungsdaten und ausgewiesenen Plätze abzustellen.
    Wer nun Abfälle vorsätzlich illegal entsorgt, begeht also eine Straftat und sollte mit Geldbusse bis zu 10.000 CHF belangt werden können. Ein durch diese Gesetzesparagraphen ermöglichte Strafverfahren bzw. deren Strafmass muss Öffentlich bekannt gemacht werden können. Alles andere ist wirkungslose Waschhauspolitik!

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  3. Die Abfallsackgebühren mit dem Verursacherprinzip aus den 80 er Jahren mag in Lädlichen Orten ja funktionieren, doch so Urbaner die vor Orte werden um so weniger funktionierts. Als sebständiger Liegenschafts Unternehmer bin täglich damit komfrontiert, es ist wie gegen Windmühlen kämpfen. Aus meiner sicht funktioniert es in Städten wie Berlin oder Spreitenbach besser ohne Sackgebühren.

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  4. Da Littering heute im Sekundentakt passiert, braucht es entsprechend Personal, dass dies in dem Moment andet, in dem es passiert. funktioniert heute schon nicht.

    Ein neu zugezogenes Paar in meinem Block hat am Tag des Einzugs einen schwarzen Sack rausgestellt. Ich ging gleich dahinter. Meinen Einwand gegen das asoziale Verhalten beantwortete er mit einem Faustschlag gegen den Kopf. Den Sack hat das Paar dann beim Spalenmärt deponiert.

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  5. Wohin wurden eigentlich all die abmontierten Müllkübel hinexportiert? …oder veranstaltet damit die Regierung heimlich abendliche Kegelabende?

    Wieder mal echte Kleinbürger-Logik?
    Die Kübel wurden damals reduziert, weil man sich fürchtete, dass die Bürger dorthin ihren Hausmüll entsorgen würden.

    Kleiner Tipp: 50 Rappen auf eine Pizzaschachtel als Pfand: Danach herrscht garantiert Sauberkeit!

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  6. Die Anbieter/Verkäufer mit weiteren Gebühren zu belasten, welche sie dann den Kunden überwälzen ist nicht von wirklich viel Sinn begleitet. Wenn der Konsument dann zu doof ist, seinen Müll korrekt zu entsorgen soll möglichst dieser bestraft werden mit massiven Litteringbussen. Egal ob Kaugummi, leere Bierdose die in den Rhein fliegt oder die Pizzaschachtel im Strassengraben. Empfindlich hohe Bussen und zusätzlich Reinigungseinsätze am Wochenend schaffen hier für Verbesserungen.

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    1. Genau, wenn den Anbietern und Verkäufern die Kosten aufgebrummt werden (die sie dann an die Kunden weitergeben), wird der Kunde erst recht der Überzeugung sein, dass er die Entsorgung ja schon bezahlt hat und somit den Abfall überall liegen lassen darf.

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  7. Kalifornien geht vor: An Autobahnen stehen Schilder mit der Aufschrift „Littering = 1000 Dollar Busse“ (1000 Dollar sind etwa Fr. 900.-). Ebenso an Stränden. Resultat: Alles ist sauber. Die SchweizerInnen sind brav und machen Konzepte, haben Geduld und warten auf eine Lösung… Es braucht Strafen die weh tun, dann ist das Problem gelöst.

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    1. Das Spiel heisst dann „Hasch mich“ oder „Rumpelstilzchen“: „Es hat niemand gesehen“ als neuer Volkssport.
      Wie kann man eine Zigarettenkippe derartig wegschnippen, dass niemand sieht, woher sie kommt?
      Nachts ist ein schwarzer Müllsack zwecks Deponierung am Wald- oder Strassenrand ideal: Niemand siehts, weil etwas Dunkles in dunkler Nacht nicht auffällt.
      … dann geht das Problem erst richtig los, … weil es auch noch Spass zu machen beginnt!

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    2. Nein eben nicht. Ich rege mich selbst über eigene Freunde total auf, wenn sie ihre Kippen wegwerfen. Obwohl es keine 3 Meter entfernt einen Aschenbecher hätte. Es muss in die Köpfe der Menschen eingetrichtert werden, dass solch ein Verhalten einfach „uncool“ und nicht in Ordnung ist. Ein paar 100 CHF bis 1000 CHF pro Kippe und das Problem ist wirklich gelöst. Jeder der jemals so eine Busse zahlen müsste, wird sich sicher 5x überlegen, ob er ein solches Risiko nochmals eingeht. Es wird bestimmt kein Katz und Maus Spiel daraus, wie Sie es vermuten. Eher wenn die Bussen so lasch und lächerlich tief bleiben wie sie jetzt aktuell sind.

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    3. In den USA hat es aber auch alle 100 Meter einen Abfalleimer und Schuhlklassen müssen im Arest oder Wohltätikeit wöchentlich Reinigungen an Stränden und Strassen leisten zumindest kenne ich das aus Verginia.

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  8. Ja, die Pizzakette mit den Dominosteinen hatte vergangene Woche wieder Mega Week, Pizzen für fünf Franken und entsprechend sah es am Burgfelderplatz Abends auch aus.

    Aber so ist das heute, nach mir die Sintflut und alles auf Kosten der Allgemeinheit.

    Dass das ein Denkfehler ist, das merken die Litterer nicht. Es fehlt am Respekt der Gemeinschaft gegenüber, die Ego-Gesellschaft interessiert nur das eigene Befinden.

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