Kasernen-Referendum: Nichts verändern oder vielleicht doch ein Hotel?

Die bürgerlichen Gegner der Sanierung des Kasernenhauptbaus haben ihr Referendum gegen das Projekt eingereicht. Gesammelt wurden knapp 2900 Unterschriften. Die Volksabstimmung über das Sanierungsprojekt wird voraussichtlich im Februar 2017 stattfinden.

Gruppenbild mit Hund und 2900 Unterschriften: Staatsschreiberin Barbara Schüpbach-Guggenbühl mit der Vertretung des Referendumskomitees: FDP-Präsident Luca Urgese, LDP-Präsidentin Patricia von Falkenstein, Eduard Rutschmann und Pascal Messerli (SVP) sowie Hubert Ackermann, Roland Weiner und René Burger (BDP).

(Bild: Dominique Spirgi)

Die bürgerlichen Gegner der Sanierung des Kasernenhauptbaus haben ihr Referendum gegen das Projekt eingereicht. Gesammelt wurden knapp 2900 Unterschriften. Die Volksabstimmung über das Sanierungsprojekt wird voraussichtlich im Februar 2017 stattfinden.

Das letzte Wort zum Sanierungs- und Umbauprojekt des Kasernen-Hauptbaus in Basel wird voraussichtlich das Stimmvolk haben. Das Referendumskomitee mit den Parteien SVP, LDP, FDP und BDP hat sein Referendum gegen den Kredit von 44,6 Millionen Franken eingereicht. Mit knapp 2900 Unterzeichnern dürfte das notwendige Minimum von 2000 gültigen und beglaubigten Unterschriften erreicht sein.

Der Grosse Rat hatte im September mit 58 Ja- zu 33 Nein-Stimmen bei 3 Enthaltungen deutlich Ja gesagt zum Umbauprojekt. Im Hinblick auf die Volksabstimmung, die voraussichtlich im Februar 2017 stattfinden wird, hat sich bereits ein Pro-Komitee mit zahlreichen prominenten Baslerinnen und Baslern gebildet. In einer Medienmitteilung gibt sich das Komitee optimistisch, dass sich das Stimmvolk hinter das Projekt stellen wird.

Unterschiedliche Vorstellungen im Referendumskomitee

Das Referendumskomitee bezeichnet das Sanierungs- und Umbauprojekt als konzeptionell «unausgegoren» und kulturell «unklar». Es wehrt sich gegen «bauliche Veränderungen der historisch bedeutsamen Kaserne» und kritisiert vor allem die Kosten. Diese werden anders als im regierungsrätlichen Ratschlag und in den Berichten der Grossratskommissionen, die  44,6 Millionen ausweisen, mit 47 Millionen Franken beziffert.

Einig sind sich die Gegner also vor allem darin, dass sie das Umbau- und Sanierungsprojekt ablehnen. Die Vorstellungen, wie eine alternative Zukunft des Kasernen-Hauptbaus aussehen soll, gehen aber auseinander und bleiben mehrheitlich diffus:

  • Eduard Rutschmann (SVP) will keinerlei bauliche Massnahmen, die über eine Grundsanierung des Hauptbaus hinausgehen. Inhaltlich möchte er ebenfalls nichts verändern: «Die bisherige Nutzung war gut», sagt er. Mit dieser Nutzung meint er in erster Linie das Basel Tattoo, die bisherigen Hauptnutzer Hochschule für Gestaltung und Zentrum für Brückenangebote sind ja bereits ausgezogen oder werden bald ausziehen.
  • Patricia von Falkenstein (LDP) plädiert für ein weniger luxuriös ausgebautes, niederschwelliges Angebot. «Warum müssen es so viele Restaurants sein?», fragt sie sich, um dann aber im selben Atemzug ein neues Boutique-Hotel im Kasernen-Hauptbau als «spannendes Projekt» zu nennen. «Der Hauptbau wäre gross genug, um beispielsweise einem Hotel und kulturellen Nutzern Platz zu bieten.»
  • Luca Urgese (FDP) kann sich eine kulturelle und kreativwirtschaftliche Nutzung des Hauptbaus durchaus vorstellen. «Wir sind nicht für ein neues Einkaufszentrum, wie uns immer wieder unterstellt wird», sagt er. Aber er plädiert klar für eine private Trägerschaft wie im Fall des Gundeldinger Felds.
  • Hubert Ackermann (BDP) möchte in erster Linie den Kasernen-Hauptbau in seiner historischen Form belassen. «Ein Durchstich ist nicht nötig und würde einen zu grossen baulichen Eingriff in die historische Bausubstanz bedeuten», sagt er. Bei der erwünschten Nutzung bleibt er vage: Der Kasernenhauptbau soll als Treffpunkt dienen, sagt er, ohne ins Detail zu gehen.

In einer Medienmitteilung gibt sich das überparteiliche Komitee überzeugt, «dass im bevorstehenden Abstimmungskampf diese Argumente überzeugen werden und die Stimmbevölkerung diesen überteuerten Kasernen-Umbau ablehnen wird».

Konversation

  1. Und die finden das neue Nutzungskonzept unklar? Die haben ja selbst kein Konzept. Ausser dagegen zu sein. Als Nutzer des Areals finde ich den Umbau gut!

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  2. Kasernen-Referendum.
    Sind die Politiker die einzigen, die die Demokratie nicht Akzeptieren? 58 zu 33 Stimmen sind doch eine saubere, klare Abstimmung.
    Ich habe zwar die LDP gewählt, muss aber festellen, dass die Bürgerlichen die ewigen Nörgeler, ohne kompetenten Alternaviven sind.
    Siehe Wettsteinbrücke, eine lärmende hässliche Brücke für die dann auch noch ein Zusatz Kredit nötig war. Leider keine Calatrava-Brücke. Und das Casino wird renoviert statt einem einmaligen architektonischen Bauwerk Platz zu machen.
    Nu

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    1. @sullivan f.
      und präzis mit dessen verlegung ins joggeli wären die überflüssigsten millionen subito einzusparen.
      rädäbum.zackweg.

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    2. @chröttli bis die Kaserne umgebaut ist, mach das Tatü Konkurs. Wetten? Man findet sicher Schuldige: Rot/Grün, Wessels, Cüplisozis, Ausländer, Peaceniks.. Oder ein Onkel vom Zürisee öffnet das Portemonnee und rettet den nicht subventionierten (*hust*) Militärkult

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  3. Die Kasernengegner sind sich einig darüber, dass das letzte Wort die Bürger/Innen haben sollen auch wenn das gewissen diktatorisch auftretenden linken Regierungsräten nicht passt! Politisiert doch die rot-grüne Regierungsmehrheit seit Jahren am Volkswillen vorbei. Auch scheint man aus dem Zufallsja zum goldigen Aue- Bau nichts gelernt zu haben. Deshalb am 27.11. beide bürgerlichen Kandidaten und am 12.2.17 ein wuchtiges Nein zum Luxusdenkmal für Sonnenkönig „Guy der Grüne“!

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