Protest gegen Bildungsabbau: Schüler gingen auch in Basel auf die Strasse

Jugendliche beider Basel schlossen sich am Mittwoch dem landesweiten Protest an: In der Innenstadt machten sie ihrem Ärger über den Bildungsabbau Luft. Dabei richtete sich die Kritik aber vor allem gegen die Baselbieter Sparpolitik.

Solidarität mit den Luzerner Schülern, aber auch Unmut über die Situation im Baselbiet: Der Hashtag «KeLoscht» als Motto der Deutschschweizer Demos.

(Bild: Michel Schultheiss)

Jugendliche beider Basel schlossen sich am Mittwoch dem landesweiten Protest an: In der Innenstadt machten sie ihrem Ärger über den Bildungsabbau Luft. Dabei richtete sich die Kritik aber vor allem gegen die Baselbieter Sparpolitik.

«Hände weg von unserer Bildung!» Slogans dieser Art waren am Mittwochnachmittag in der Innenstadt zu hören. Rund 90 Schülerinnen und Schüler zogen mit Transparenten und Plakaten vom Barfi zum Marktplatz. Damit schlossen sie sich den Protesten gegen Bildungsabbau an, die am Mittwoch in mehreren Schweizer Städten über die Bühne gingen.

Ob Klassenzusammenlegungen oder höhere Pensen für Lehrer: Unter dem Motto «Ke Loscht auf Bildungsabbau!» wehren sich die Jugendlichen gegen die Sparmassnahmen. Der Impuls kam dabei aus der Zentralschweiz: Luzerner Schüler suchten in der ganzen Schweiz nach Unterstützung. Letztes Jahr wurden dort die Schüler gar während einer Woche in «Zwangsferien» geschickt, um bei den Lehrerlöhnen zu sparen. Der Widerstand gegen diese Politik fand landesweit Unterstützung – so eben auch in Basel.



Das Schulwesen als geschröpftes Geflügel: Schüler hielten an der Demo Karikaturen der Bildungsdirektorin Monica Gschwind in die Höhe.

Fuchs, du hast die Gans geschröpft: Das Schulwesen im Würgegriff der Baselbieter Bildungsdirektorin Monica Gschwind. (Bild: Michel Schultheiss)

«Rohstoff Bildung» soll nicht bloss eine Floskel bleiben

Einerseits ging es hier generell um den Spardruck bei der Bildung in der Schweiz, anderseits äusserten sich die Demonstranten auch zur lokalen Situation. Eine Person bekam dabei besonders ihr Fett ab: Karikaturen zeigten die Baselbieter Bildungsdirektorin Monica Gschwind als Fuchs, der eine Gans erbeutet. Die Demonstranten beanstandeten auch die Reduktion des Freifachangebots, den kostenpflichtigen Instrumentalunterricht und die Kürzung der Uni-Gelder.

Auch wenn die Demo vor dem Basler Rathaus stattfand, wurde somit schnell klar, dass der Protest hauptsächlich auf den Nachbarkanton gemünzt war. «Wir wollten diesmal eine überkantonale Demo organisieren», sagte die Mitorganisatorin Julie von Büren (17) vom Gymnasium Muttenz. Nach der erfolgreichen Protestaktion in Liestal gegen das Sparpaket vorletztes Jahr sei es nun die Idee gewesen, Schüler aus beiden Halbkantonen zusammenbringen.



Adil Koller, Präsident der SP Baselland, unterstützte die protestierenden Schüler mit einer Rede vor dem Rathaus. Viele Worte waren aber eher in Richtung Liestal gerichtet.

Adil Koller, Präsident der SP Baselland, unterstützt die protestierenden Schüler mit einer Rede vor dem Rathaus. Viele Worte waren aber eher in Richtung Liestal gerichtet. (Bild: Michel Schultheiss)

Adil Koller, Präsident der Baselbieter SP, trat als Redner auf und warf «gewissen Parteien» eine widersprüchliche Haltung vor: «Immer wieder werden sie nicht müde, im Wahlkampf zu betonen, dass Bildung der wichtigste Rohstoff der Schweiz sei.» Ginge es dann aber um Konkretes, dann hätten dieselben Politiker ein geringes «Kurzzeitgedächtnis». Auch die Demo-Mitorganisatorin Anna Holm (18), Gymnasiastin aus Muttenz, machte sich in einer engagierten Rede gegen den Sparhammer bei den Schulen stark: «Bildung ist kein Luxusgut.»

Konversation

  1. Leider geht aus dem Bericht nicht hervor, warum die Schüler und Schülerinnen und die Politiker aus dem Baselbiet vor dem Rathaus in der Stadt und nicht vor der Regierungsgebäude in Liestal gegen den Sparhammer an den Schulen und an der Universität demonstriert haben. Vielleicht kann diese Klärung noch nachgeholt werden.

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