Pünktlich zum Frühlingsauftakt kommt das ehemalige «Veronica» in neue Hände

Erst die «Safran Zunft», jetzt das «Le rhin bleu»: Gastronom Alexandre Kaden hat vor knapp einem Jahr den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt, nun übernimmt er sein zweites Lokal.

Neuer Kapitän auf alter Flotte: Alexandre übernimmt nach der «Safran-Zunft» nun auch das ehemalige «Veronica». 

(Bild: Mara Wirthlin)

Erst die «Safran Zunft», jetzt das «Le rhin bleu»: Gastronom Alexandre Kaden hat vor knapp einem Jahr den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt, nun übernimmt er sein zweites Lokal.

Alexandre Kaden begrüsst mich freundlich in seinem neuen Lokal, direkt über dem Rhein und neben dem Rhybadhysli Breite. «Normalerweise bin ich mit dem Velo unterwegs, heute war es aber ein bisschen kalt», entschuldigt Kaden sein etwas knappes Erscheinen.

«Le rhin bleu» wird das ehemalige «Veronica» neu heissen. Kaden ist es gerade recht, dass sich der Frühsommer nochmals kurz verabschiedet hat: «Es gibt hier noch einiges zu tun, bevor wir Gäste bewirten können.» Die Schleifmaschinen arbeiten im Hintergrund, die Fassade des Buffets wird neu angestrichen. Auch Stühle und Tische kaufte Kaden neu, sein Vorgänger hat das meiste Inventar mitgenommen.

Für die gesamte Einrichtung des Lokals musste Kaden ordentlich Geld in die Hand nehmen. Es ist seine zweite grössere Investition in einen neuen Betrieb innerhalb von weniger als zwei Jahren. Erst im vergangenen August übernahm er als Pächter das Restaurant Safran Zunft. Nachdem er sein bisheriges Leben in der Sicherheit fester Anstellungsverhältnisse verbrachte, zeigt er sich damit ziemlich risikobereit.

«Dieser Schritt ist nur möglich, weil ich einen super Start hatte mit meinem neuen Team von der Safran Zunft», sagt der Wirt. Langweilig sei es ihm zwar noch nicht – «ich hatte eigentlich nicht vor, schon jetzt ein neues Lokal zu übernehmen.» Aber das «Veronica» als Standort habe es ihm schon länger angetan. «Hier kommt automatisch Ferienstimmung auf. Das ist doch grandios!»

So sieht das «Veronica» an sonnigen Tagen aus.

Seinen Hauptbetrieb sieht Kaden nach wie vor in der «Safran Zunft». Für das «Rhin bleu» hat er eine Geschäftsführerin angestellt. «Die Herausforderung wird sein, die ‹Safran Zunft› nicht zu vernachlässigen und am neuen Standort dennoch so präsent zu sein, wie es sich für einen Gastgeber gehört.»

Kaden sieht sich nicht nur hinter dem Bürotisch: «Ich habe zwar viele administrative Aufgaben. Aber ich bin überzeugt, dass ein guter Wirt auch den direkten Kontakt zu den Gästen pflegen sollte.» Deshalb ist er auch gerne im Gästebereich präsent während der Essenszeiten und packt im Service mit an.

«So einen tollen Ort sucht man vergeblich ein zweites Mal – in Basel und darüber hinaus.»

Kaden schaut gut zu seinen Leuten, im Betrieb wie unter den Gästen. «Eine gute Stimmung zieht auch gute Leute an», ist er überzeugt, «bei den Gästen wie beim Personal.» Kaden hat keinen Anflug von dem Frust und Gemeckere, die sich gerne bei langjährigen Gastronomen einschleichen.

Er spricht viel und blumig von der «Nähe zum Gast», vom «Privileg, Arbeitsplätze zu schaffen für gute Leute» und der Freude, die ihm sein Beruf bereitet. Auch wenn diese positive Einstellung Teil seiner Business-Strategie ist – man nimmt es ihm ab.

Die Freude am Kontakt mit Menschen war es auch, die ihn als Jugendlichen das Wirtschaftsstudium abbrechen liess. Er absolvierte stattdessen die Hotelfachschule und sammelte seither Erfahrungen in zahlreichen Betrieben in der Schweiz und in den USA.

Er hat schon viel gesehen und unter anderem einen Strandclub in Kalifornien geführt. Trotzdem gerät er ins Schwärmen, wenn er über sein neues Lokal spricht: «Das ‹Le rhin bleu› ist für mich bisher das I-Tüpfchen. So einen tollen Ort sucht man vergeblich ein zweites Mal – in Basel und darüber hinaus.»

Konversation

  1. Zum guten Glück ist der kolerische Hugo weg, der war ja an machen Tagen echt kein schöner Anblick im Veronica und hat so manchen Stammgast am Schluss vergrault. Das Wetter war bei ihm echt nur noch eine billiger Ausrede! Es kann also dort nur besser werden. Hoffe nur das dort kein Schickimicki-Ecke nun ersteht. In der Safranzunft hat’s mir in der letzten Zeit zuviele Neureiche, die ein Benehmen an den Tag legen, dass es machmal die Sprache verlegt. Viel Glück

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  2. Ein erfolgsversprechendes Rezept, vor allem wenn er beide Betriebe wirklich so gut miteinander verbinden kann. Die Safranzunft bei Schlecht- und das Rhybadhüsli bei Schönwetter, so Kanne r je nach Bedarf Personal hin- und herschieben. Dies senkt die Risiko-Investitionen markant. Und sicher kann man das Badhysli auch ausserhalb der kurzen 30°C Saison zu einem beliebten Lokal werden lassen.

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    1. allerdings wird es sich die safranzunft nicht leisten können, während schönwetterphase leer zu stehen, wie es nun mal auch der veronica schlecht bekommt, wenn sie während schlechtwetterphasen keine gäste hat. synergien hin oder her. und wenn bei schönwetter das personal auf der veronica ist, was ist dann mit den gästen im safran – falls die auch bei schönwetter mal lust auf was feines haben?

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