Staatsanwaltschaft Zug ermittelt gegen Basler Internethetzer

Das sistierte Verfahren gegen den Riehener Martin Widmer wird wieder eröffnet. Widmer hat über Jahre rechte Hass-Propaganda verbreitet und vor allem linke Frauen aufs Übelste diffamiert.

Würde ja keiner machen: Der Mann auf dem Bild ist ein Model, das Bild ist inszeniert. Der Spruch stammt aus einem echten Online-Kommentar.

Nach seiner Enttarnung gerät der mutmasslich bekannteste Schweizer Internethetzer Martin Widmer in den Fokus der Strafbehörden. Die Zuger Staatsanwaltschaft nimmt die Ermittlungen gegen Widmer wieder auf, nachdem sie eine Untersuchung zuvor sistiert hatte, weil sie Widmer nicht identifizieren konnte.

Die ehemalige Grüne Zuger Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin hatte gegen Widmer Strafanzeige eingereicht. Die Anzeige versandete, nachdem die Zuger Staatsanwaltschaft die Wohnadresse Widmers nicht ausfindig machen konnte. Der Ermittlungseffort, das geht aus der Sistierungsverfügung hervor, war allerdings eher bescheiden.

Nach der Veröffentlichung einer TagesWoche-Recherche zu Martin Widmer werden die Ermittler erneut aktiv, wie die Staatsanwaltschaft Zug auf Anfrage mitteilt:

«Die von Ihnen erwähnte Person konnte durch die Zuger Strafverfolgungsbehörden nicht eruiert werden, da keine gültige Adresse vorlag, respektive eine gültige Adresse nicht eruiert werden konnte. Aus diesem Grund wurde das Verfahren zwischenzeitlich sistiert. Da die Adresse des Beschuldigten nun offensichtlich bekannt ist, werden die Zuger Strafverfolgungsbehörden die Strafuntersuchung neu eröffnen und die Ermittlungen weiterführen.»

Gemäss Informationen der TagesWoche sollen in den kommenden Tagen weitere juristische Schritte gegen Widmer eingeleitet werden. So will die von Spiess-Hegglin gegründete Initiative Netzcourage mehrere Strafanzeigen im Namen geschädigter Frauen einreichen. Darüber hinaus wird eine Zivilklage geprüft, mit dem Ziel, eine finanzielle Wiedergutmachung des erlittenen Schadens zu erhalten.

https://tageswoche.ch/gesellschaft/der-groesste-internet-hetzer-der-schweiz-wohnt-in-einer-villa-in-riehen/
https://tageswoche.ch/form/interview/jolanda-spiess-hegglin-wahrscheinlich-steckt-in-uns-allen-ein-hater/

Konversation

  1. Ziemlich billige Aktion die da vonstatten geht. Jemanden in der Öffentlichkeit breitzutreten und zu diffamieren hat Herr Widmer genauso wenig verdient wie Frau Spiess-Hegglin etc. Wenn da Beleidigungen fallen, dann sollte dies mit einer persönlichen Anzeige geahndet werden und nicht indem man die Sau durchs Dorf hetzt.
    Ich habe nur mal einen Blick auf seine Kampagne 19 Seite geworfen, er hat nun mal seine Meinung, die sicherlich nicht jedem passt. Aber wirklich schlimm/hetzerisch ist das nicht.

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    1. Ich habe den Meier Peter schon lange im Verdacht, dass er ein Lohnschreiber ist – Provokateur am ganz rechten Rand. Un klar, in seinen Augen sind alle, die nicht seiner Meinung sind oder sich für Anstand und Mitmenschlichkeit einsetzen Linke. So einfach sieht er es, aber so einfach ist es aber nicht! Er ist so fleissig mit seinen Meinungsbgaben, dass es auffällt.

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  2. M
    MatBS … ich empfehle ihnen mal die Zeit zu nehmen, die Hasstiraden von Widmer zu studieren, sie werden ihr Aha-Erlebnis erleben. Vorher bitte Ruhe geben. Und wenn sie dann immer noch der gleichen Meinung sind, ja dann geben sie mir zu denken und muss sie auf das gleiche Niveau stellen wie dieser Hetzer.

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    1. Ich dachte immer der Rechtsstaat und die Unschuldsvermutung gilt für alle, ungeachtet ihrer Tat. Aber scheibar ist dies für Linke und Rechte eine Frage der Gesinnung und nicht des Rechts.

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  3. Ich bin wahrlich kein Freund rechter Wutbürger, aber was ihr hier abzieht ist ganz mieser Stil. Auch für einen „Internethetzer“ gilt die Unschuldsvermutung und das Recht auf Pricatsphäre, und seinen Klarnamen inklusive Wohnort hier breitzutreten ist unterste Schublade. Wenn die BAZ sowas mit einem linken Aktivisten machen würde, würdet ihr Zeter und Mordio schreien.

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    1. Ich kann Ihren Einwand nachvollziehen. Die Kampagne hat etwas Aufhetzerisches, zahlt sozusagen mit gleicher Münze zurück. Wenn solche Artikel allerdings dazu führen, dass sich potentielle Internethetzer ihrer Anonymität nicht mehr so sicher sein können, so dass sie für ihre Aussagen gerade stehen müssen, kann ich der Aktion auch Poisitives abgewinnen. Die anonyme Hetze aus vermeintlich sicherem Versteck hat etwas stossend Feiges.

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    2. @ Zedermann
      Mit dem «Alttestamentarischen» meinen Sie das «Auge um Auge, Zahn um Zahn»? Die Aktion der TaWo hätte auch zu einem Dialog führen können, aber den wollte M.W. offenbar nicht. Auch kann man der TaWo keine Feigheit vorwerfen. Sie agiert mit offenem Visier.

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    3. Ich finde Leute wie M.W. ja auch widerlich und die Rechten fordern selbst ebenso den Internetpranger für alle möglichen Leute, ABER von Kreisen welchen den Internetpranger ablehnen, die Hetzkampagnen der BaZ verdammen dürfte man etwas mehr Konsequenz gegenüber dem eigenen Handeln erwarten. 😉
      Aber eben, die TaWo ist eben eine linker BaZ/Blick verschnitt. Hoffentlich wird die BaZ bald veräussert, damit wir evtl endlich wieder eine brauchbare Basler Zeitung bekommen.

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    4. Diese Aussage (Widerlich) wäre nach StGB beleidigend und strafwürdig. Am besten wir verklagen uns jetzt alle 😉

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    5. Martin Widmer hat viele seiner Diffamierungen unter seinem echten Namen begangen. Er hat nur darauf gesetzt, dass keiner herausfindet, welcher Martin Widmer er ist. Wir haben weder seine Adresse noch sein Bild veröffentlicht, im Telefonbuch ist er nicht zu finden. Sollten wir also ernsthaft seinen Namen nicht nennen, obwohl er das laufend getan hat?

      Zur Kampagne 19: Die eindeutig justiziablen Beiträge wurden jeweils nach kurzer Zeit wieder gelöscht. Wir verfügen aber über die entsprechenden Screenshots. Was jetzt noch dort steht, ist nicht das, was wir in unserer Recherche thematisiert haben.

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    6. @ Renato Beck:
      „Sollten wir also ernsthaft seinen Namen nicht nennen, obwohl er das laufend getan hat?“
      Ja, Sie sollten ernsthaft seinen Namen nicht nennen, obwohl er das laufend getan hat.
      Zumal Sie diese Information noch mit Wohnort und Wohnsituation anreichern.

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    7. Mich würde einmal interessieren, wie der Begriff „Hetze“ oder „Hetzer“ zu verstehen ist. Was genau ist „Hetze“? Und ist „hetzen“ strafbar?

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    8. @Beck: „Das anonyme … kann man nur auf eine Weise beenden: Indem man die Anonymität beendet.“
      Ich erinnere Sie an Ihre Worte wenn die BaZ das nächste Mal eine Sau durchs Dorf treibt, mit dem Argument man könne dies nur beenden wenn man die Leute in die Öffentlichkeit zerrt und dort bloss stellt: z.B. kriminelle Ausländer und Sozialbetrüger.

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    9. „Das hab’ ich in meinen fünf Jahren bei der BBC in London gelernt: Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein. Nur so schaffst du es, daß die Zuschauer dir vertrauen, dich zu einem Familienmitglied machen, dich jeden Abend einschalten und dir zuhören.“

      – Hanns Joachim Friedrichs (1927 – 1995)

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    10. Sie unterstellen Widmer Straftaten gegen die Ehre begangen zu haben, ohne Beweis und ohne Hinweis einer Unschuldsvermutung. Dazu nennen Sie den vollen Namen und den Wohnort. Und gleichzeitig veranstalten Sie ein riesiges MIMIMI – weil Linke, die Gewalt gegen Polizisten (Menschen) ausüben und fremdes Eigentum aneignen (Besetzungen) nicht pünktlich genug ihren Anwalt in der Untersuchungshaft kontaktieren konnten. Die verhältnisblödsinnige Ungleichbehandlung sieht doch jeder, obwohl auch ich dafür bin, dass sie Staatsanwaltschaft Regel einhalten sollte. Betonung auf Regeln!

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