Zahl der Lärmklagen hat sich verdoppelt

Seit der Einführung des Rauchverbots hat sich die Zahl der Lärmklagen in Basel verdoppelt. Mit dem Verbot der Fümoar-Beizen verschärft sich die Situation weiter, für einige Wirte wird es teuer.

Die Raucherei vor Bars und Restaurants wird zunehmend zum Problem. (Bild: Jean Christophe-Bott)

Seit der Einführung des Rauchverbots hat sich die Zahl der Lärmklagen in Basel verdoppelt. Mit dem Verbot der Fümoar-Beizen verschärft sich die Situation weiter, für einige Wirte wird es teuer.

Das Rauchverbot treibt die Raucher aus Bars und Beizen auf die Strasse, wo sie unter freiem Himmel qualmen. Der einen Verordnung ist damit Genüge getan, doch im Paragraphendickicht ist es bis zur nächsten selten ein weiter Weg. Während die Raucher ausgelassen plaudernd am Strassenrand stehen, verstossen sie immer öfter gegen Paragraph 29 des Gastgewerbegesetzes. Demzufolge müssen Betreiber von Gastronomielokalen dafür sorgen, dass ihre Gäste die Nachbarschaft nicht erheblich stören oder belästigen. Nachdem sich die Beizer und Bar-Betreiber nach langem Ringen mit dem Nichtrauchergesetz arrangiert haben, sehen sie sich nun einem nächsten Nutzungskonflikt gegenüber.

Mit Einführung des Rauchverbots hat sich die Zahl der Lärmbeschwerden verdoppelt: 2010 verzeichnete die Abteilung Lärmschutz in Basel-Stadt 285 begründete Lärmbeschwerden gegen Gastronomiebetriebe, 2012 waren es 557. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Beschwerden etwas zurückgegangen, ist aber seit dem Verbot des Fümoar-Modells von vergangenem Juli wieder am steigen, wie Peter Mohler von der Abteilung Lärmschutz sagt.

Beizer versuchen sich zu helfen

Die Liste der betroffenen Lokalen ist lang, eines davon ist das Restaurant Feldberg mit der dazugehörenden Ladybar an der Feldbergstrasse. An den Wochenenden sorgt in der Bar ein Angestellter für die Durchsetzung des Rauchverbots und schickt Raucher auf die Strasse, wo sich zwei weitere Mitarbeiter um den Lärmpegel kümmern und die Raucher wenn nötig um den nächsten Block schicken. Kostenpunkt für das zusätzliche Personal: 450 Franken pro Abend. Trotz des Aufwands – lösen lässt sich das Lärmproblem damit nicht.

Immer wieder beschweren sich Anwohner bei der Polizei, weshalb der Betreiber Thomas Brunner bereits Mahngebühren und Bussen bezahlen musste. Eine Lösung sieht er nicht: «Die Wähler haben sich für ein konsequentes Rauchverbot entschieden. Jetzt bräuchte es auch etwas mehr Toleranz, wenn die Leute auf der Strasse rauchen.»

«Es ist schwierig, die beiden Gesetze unter einen Hut zu bringen»

Einige Strassen weiter im Restaurant zum Goldenen Fass sorgt ebenfalls ein zusätzlicher Mitarbeiter für Ruhe vor dem Lokal. «Es ist schwierig, die beiden Gesetze unter einen Hut zu bringen», sagt die Wirtin Regina Larghi vorsichtig.

Es kann teuer werden

Ähnlich klingt es bei vielen anderen Beizern, deren Geduld nach den jahrelangen Streitereien um das Rauchverbot langsam schwindet. Die Verlagerung auf die Strasse haben viele erwartet. «Jetzt sollen sich jene Leute, die für das Rauchverbot gestimmt haben selbst an der Nase nehmen, wenn sie sich vom Lärm gestört fühlen», sagt Georgette Hunziker, Wirtin im Schafeck.

Für die Wirte bedeuten die Lärmklagen nicht nur Ärger und Mehraufwand, einige Betreiber müssen für die Verzeigungen tief in die Kasse greifen. In den vergangenen Monaten kam es immer wieder zu Ermahnungen durch die Abteilung Lärmschutz und Verzeigungen durch die Staatsanwaltschaft. Während sich die Kosten für Ermahnungen im Bereich von mehreren hundert Franken bewegen, kosten Verzeigungen im Wiederholungsfall weit über tausend Franken. Wie viele Lokale davon betroffen sind, konnten die Staatsanwaltschaft und die Abteilung Lärmschutz bisher nicht beziffern.

Konversation

  1. Das Schlimmste ist das Dauer-Türgeschletze(Rekord 6x pro Minute) wenn wieder gepafft werden muss unter dem Fenster. Wegen dem und dem Gestank auf 4m kann sich der Betreiber im Iselin auf Post gefasst machen. Derselbe welcher sich erdreistete-im Wohnquartier-nebem dem anderen in 30m Distanz-ebenfalls verlängerte Oeffnungszeiten geltend machen zu müssen. Die Raucherzelte wurden bei Beiden abgelehnt, ohne mein Zutun. NB: Bewilligt wurde Gartenlokal-Betrieb, nicht auf dem Trottoir. Benutzt wird der Garten, wo das Zelt hin kommen sollte, so gut wie nie!
    Lärm und Gestank haben wir schon zur Genüge von den Autos an der Kreuzung. Vorher war dort jahrzehntelang ein Coiffeur. Der Vermieter interessiert das Mieterwohl einen Dreck!

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  2. Gedämpfte Unterhaltung wird von der Polizei als sekundär Lärm notiert. Alles Klar?

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  3. Ich staune einfach, wie Leute vom quirligen Leben in der Stadt schwärmen und gerne tolerant ein Auge zudrücken, wenn ein paar Drogendealer sich in ihrer Strasse breitmachen oder wenn etwas weiter weg mal wieder ein Nachtbummler halb zu Tode geprügelt wird – aber dass sich diese Toleranz in Nichts auflöst, sobald sich vor ihrer Quartierbeiz (die z.T. 80 Jahre länger im Quartier zu finden ist als sie selber…) ein paar Raucher redend versammeln oder ein Restaurantbesucher mit dem Auto wieder nach Hause fährt.

    Selbst die verruchtesten Quartiere Kleinbasels sind mit Strassen durchsetzt, die absolut dörflichen, ruhigen Charakter haben, wo nicht eine einzige Kneipe die Nachtruhe stört. Es gibt wirklich genug Möglichkeiten in Basel, mitten im Kuchen und doch in mönchischer Ruhe zu leben.
    Wer vor der Kaserne, am Barfi, am Voltaplatz oder den wenigen anderen Hotspots der Stadt wohnt, weiss ganz genau, auf was er oder sie sich einlässt.
    Das Rheinufer – muss ich zugeben – ist etwas speziell, weil es über 150 Jahre lang stark vernachlässigt und somit auch eine ruhige Zone war. Der Wandel zur Promenier- und Bratwurstmeile ist sicher problematisch für die Anwohner (Nein, ich wohne nicht dort, sondern an einer stark befahrenen Strasse im Gundeli…).

    Aber ich werde schon lange den Verdacht nicht mehr los, dass viele Leute nicht wegen des Lärms klagen, sondern wegen ihrer Lebensunzufriedenheit. Habe mal in einem Kurszentrum mit angeschlossenem Kinderhort gearbeitet. Obwohl die Kinder auf fast totale Ruhe getrimmt waren, gab es von Nachbars Seite her (ein pensioniertes Lehrerpaar…) fast augenblicklich Klagen, sobald sich auch nur ein Kind auf die Wiese traute.

    Seither hat meine Skepsis bezüglich Lärmklagen stark zugenommen.

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  4. Es sind nicht die Wirte, die rauchen und es sind auch nicht die Wirte, die sich auf der Strasse unterhalten. Die Wirte haben auch kein Recht, Leute vom öffentlichen Grund wegzuweisen. Sie haben noch weniger Recht, die Leute auf der Strasse zu bestrafen; die Polizei hat das alleinige Machtmonopol.
    Es wäre schön, wenn Sie Ihre Hassausbrüche etwas dämpfen könnten; Hass Säht Zwistigkeiten und es sind mehr Menschen dem Hass zum Opfer gefallen und daran gestorben als dem Passivrauch oder dem Lärm.

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  5. „Aber es ist natürlich naiv, von Rauchern Rücksicht zu verlangen.“
    Ihre unverhohlenen, arroganten Hasstiraden und Pauschalverurteilungen können Sie sich an den Hut stecken. Wer glaubt, das Mass aller Dinge zu sein, hat nicht alle Dinge verstanden. Menschen gehen in eine Wirtschaft, weil sie Geselligkeit suchen; dazu gehört Unterhaltung und Lachen. Wenn man dann die Leute aussperrt, nehmen sie eben ihre Geselligkeit und was dazu gehört, auf die Strasse.
    Man hätte sich vielleicht vorher über ungewollte Konsequenzen Gedanken machen sollen.

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  6. … haben uns einleuchtend dargelegt, warum die Raucher in ihrer Dummheit auch für das Lärmproblem der Stadt verantwortlich sind.

    Sie werden deshalb eine Volksinitiative «Wider die Dummheit, gegen den Lärm» lancieren, die vorschreibt, dass auf der Allmend nur noch rauchen darf, wer die Glut im Mund hat.

    Genial: So wird weniger geraucht und auch das lautstarke Geschnatter vor den Beizen hört auf.

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  7. Quod erat demonstrandum, wenn man den selbstmitleidigen Post vom Bajass obendran liest. Ich bin zigarettensüchtig, muss jetzt halt wie ein Aussätziger zum Paffen vor die Türe und die pöhsen, intoleranten Nichtraucher sind schuld….wääh wääh. Man könnte ja einfach zu seiner selbst verursachten Sucht stehen, aber eben, die bösen anderen….

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  8. Und wieder einmal delegieren die Raucher ihr Suchtproblem an andere. Diesmal hat es einfach die Wirte selber erwischt. Und vermutlich diejenigen, die getrötzelt und sich gegen ein Rauchverbot ausgesprochen hatten, weil sie auf ihre qualmende Clientele angewiesen sind. Nun fällt ihnen diese aber in den Rücken. Die Sucht ist nun mal stärker als jede Solidarität und Vernunft. Zerfleischt euch nur weiter. Uns Nichtraucher solls recht sein.

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  9. Diese Entwicklung war absehbar. Aber natürlich war es VIIIEL wichtiger für die Fundis (hallo Frau Moerck!) die Beizen rauchfrei zu bekommen, in die diese sowieso nie gehen. Von daher ist es irgendwie nur gerecht, das die Urnenmehrheit jetzt die Auswirkungen ihres Kreuzzuges am eigenen Leib zu spüren bekommen.

    Wer geglaubt hat, dass die Raucher mit ihrem Laster aufhören, wenn sie in Beizen nicht mehr rauchen dürfen, ist naiv. Und schön, dass die jetzt draussen Raucher weiterhin in Beizen gehen. Den ja, die Nichtraucher bleiben daheim und fluchen ob dem Rauch und Lärm vor ihrem Fenster. Denn sie nicht hätten, wären sie seinerzeit ein wenig toleranter gewesen.

    Bald wird wohl der nächste Kreuzzug gestartet: Rauchen unter freiem Himmel in der Öffentlichkeit wird verboten. Viel Spass!

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  10. mit dem alkohol pegel steigt auch der lärm pegel, das ist ganz normal. wer neben einer beiz wohnt und das stört, kann entweder mitfeiern oder wegziehen. viel unangenehmer sind rauchende unter dem fenster, da zieht es den ganzen qualm rein und man fühlt sich wie im restaurant zu zeiten als das rauchen noch verboten war…

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