Basler Filmpreise für coole Wolken und berührende Schicksale

Im «Gare du Nord» wurden zum zweiten Mal die Basler Film- und Medienkunstpreise verliehen.

Die vier Preisträger mit Blumensträussen in der Hand (von links): Tobias Koch, Florine Leoni, Nathalie Oestreicher und Stefan Karrer. Im Hintergrund zwei Jurymitglieder. (Bild: Dominique Spirgi)

Das Interesse war gross an der zweiten Verleihung der Basler Film- und Medienkunstpreise. Der Saal im «Gare du Nord» war proppenvoll, als die Jurymitglieder die Preisträger bekannt gaben. Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann zeigte sich in ihrer kurzen Ansprache «sehr stolz», dass in Basel eine grosse Vielfalt an Filmen hoher Qualität entstünden.

Der Basler Filmpreis 2017, mit 20’000 Franken die am höchsten dotierte Auszeichnung, ging an die Luzerner Filmemacherin Nathalie Oestreicher und die Basler Produzentin Stella Händler für den Kinodokumentarfilm «Apfel und Vulkan». Es handelt sich um ein sehr persönlich geprägtes Porträt der todkranken Freundin der Filmemacherin, dem sie ihr eigenes Schicksal als Mutter von zwei kleinen Töchtern gegenüberstellt.

Mit vier Eingaben war der Andrang auf diesen Preis für längere Filme nicht gerade sonderlich gross. Nachvollziehbarerweise verzichtete die Jury in diesem Fall denn auch auf eine Vornomination.

Das war beim Medienkunstpreis anders. Hier waren 24 Projekte eingereicht worden. Der mit 10’000 Franken dotierte Preis ging an den Basler Medienkünstler Stefan Karrer für sein computerbasiertes Projekt, das schon im Titel Rätsel aufgibt: «Cool clouds that look like they should be spelling something, but they don’t».

In der TagesWoche wurde dieses hintersinnige Werk, das während der letztjährigen Regionale im Haus der elektronischen Künste zu sehen war, bereits ausführlich beschrieben.

Karrer überflügelte damit so renommierte Künstler wie Studer/van der Berg, die ebenfalls nominiert waren.

Dies war auch beim Basler Kurzfilmpreis der Fall. Der bereits ausgiebig preisgekrönte und gefeierte Kurzfilm «La femme et le TGV» von Timo von Gunten ging in Basel leer aus. Den Preis erhielt die Basler Filmemacherin Florine Leoni für das Porträt der drei Jugendlichen «Aysha Kevin Michele», deren Namen sich im Titel des Dokumentarfilms wiederfinden.

Dieser Film führt schliesslich noch zum vierten Preis, der dieses Jahr vergeben wurde: den Spezialpreis für Sounddesign. Dieser ging an den Basler Tobias Koch, der bei «Aysha Kevin Michele» mitgearbeitet hatte.

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