Sieben Poetinnen und Poeten slammen sich ins 16. Jahrhundert

Als Erasmus von Rotterdam im 16. Jahrhundert begann, antike Sinnsprüche zu sammeln und in der «Adagia» zusammenzustellen, konnte er nicht ahnen, dass diese dereinst ein gefundenes Fressen für Slam-Poeten sein würden.

Als Erasmus von Rotterdam im 16. Jahrhundert begann, antike Sinnsprüche zu sammeln und in der «Adagia» zusammenzustellen, konnte er nicht ahnen, dass diese dereinst ein gefundenes Fressen für Slam-Poeten sein würden.

Diesen Mittwoch werden sieben Slam-Poetinnen und -Poeten im Rahmen der Sonderausstellung «Setting Erasmus» des Pharmazie-Historischen Museums ihre Interpretation von Sprüchen wie «Die Hand ins Feuer legen» oder «Im Dunkeln tappen» vorführen.

Und was hat Pharma mit Slammen zu tun? Gar nichts. Aber der Standort des heutigen Museums war im 16. Jahrhundert eine Druckerwerkstatt. Dort erschien die von Johannes Froben gedruckte Version von Erasmus von Rotterdams «Adagia». Die gute Qualität des Drucks machte Erasmus neugierig auf den Drucker, und so reiste er nach Basel, wo er sich mit Froben anfreundete.

Eine von sieben

Eine der Slammerinnen ist die 21-jährige Susan Reznik. Die Baslerin hat schon immer viel geschrieben, aber nur selten etwas fertig gemacht: «Deshalb habe ich mich letzten Sommer beim Jugendkulturfestival für einen Auftritt angemeldet, um mich selbst unter Druck zu setzen.» Und das hat dann auch geklappt: «Wenn es hart auf hart kommt, dann gebe ich Gas.» Seither ist sie an verschiedenen Anlässen aufgetreten und hat auch bereits einen Slam-Wettbewerb gewonnen.

In der Vorbereitungsphase für den Slam zu Ehren des niederländischen Gelehrten hat Reznik viel dazu gelernt: «Ich wusste, wer Erasmus war, aber nicht genau, was er alles gemacht hat. Als ich mir die Ausstellung über Erasmus angeschaut habe, wurde mir bewusst, wie wenig ich über ihn weiss.»

Und hier ein Vorgeschmack auf Rezniks Slam: 

«Re-Setting Erasmus», 17. August, im Pharmazie-Historischen Museum Basel, 20 Uhr

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