Kunstmuseum-Parking kommt – und dazu gibts den Kreisel

Es ist die nächste Grossbaustelle hinter dem Aeschenplatz: Das Baugesuch für die 350 unterirdischen Parkplätze beim Kunstmuseum ist eingereicht. Gleichzeitig wird der neue Kunstmuseumkreisel konkret.

Kunstmuseumsparking, aktuelle Ansicht. Die Einfahrt ist bei der Credit Suisse an der Ecke Luftgässlein, die Ausfahrt gegenüber der UBS.

(Bild: Stefan Meyer Architekten)

Es ist die nächste Grossbaustelle hinter dem Aeschenplatz: Das Baugesuch für die 350 unterirdischen Parkplätze beim Kunstmuseum ist eingereicht. Gleichzeitig wird der neue Kunstmuseumkreisel konkret.

Das Parking beim Basler Kunstmuseum wird Realität. Die private Baugesellschaft «Parking Kunstmuseum» hat das Baugesuch für die 350 unterirdischen Parkplätze eingereicht, wie der Kanton am Mittwoch mitteilt. Vier Monate später als ursprünglich angekündigt

Bestenfalls erfolge der Baubeginn 2017, heisst es in der Mitteilung. Dann soll rund ein Jahr lang oberirdisch gebaut werden, weitere zwei Jahre wird unterirdisch gebaut. Ein- und Ausgang fürs Parkhaus sollen im Gebäude der Credit Suisse beziehungsweise UBS an der Ecke St. Alban-Graben/Luftgässlein sein.

Der Bau kostet nach aktuellen Schätzungen rund 60 Millionen Franken, wie Peter Andreas Zahn sagt, der Verwaltungsratspräsident der Projektentwicklungsgesellschaft Parking Kunstmuseum Basel AG. Die Eröffnung soll 2021 sein. «Natürlich könnte es auch Einsprachen geben», sagt Zahn, er ist aber zuversichtlich, dass diese schnell behandelt werden können. Diese können sich auch nicht gegen das Projekt an sich richten, weil dieses bereits genehmigt worden ist.

Langer Krampf mit Parkhausbau

Das Parking hat eine bewegte Geschichte. Bereits vor sechs Jahren debattierte der Kanton über ein neues Parking für die Innenstadt. Als Alternative stand auch ein Parkhaus an der Dufourstrasse zur Auswahl. 2010 fällte die Regierung einen Variantenentscheid dazu, der von der unterlegenen Projektträgerschaft bis vor Bundesgericht gezogen wurde.

Jetzt ist der Fall erledigt und mit dem Verkehrskonzept Innenstadt ist auch eine Auflage des Parlaments erfüllt: Dass nämlich erst die Mittlere Brücke autofrei werde, bevor ein neues Parkhaus beim Kunstmuseum gebaut werde.

Beim Kanton zeigt man sich zuversichtlich: «Wir sind der Auffassung, dass das Projekt dem Vorschlag des Regierungsrats entspricht», sagt Koordinator Dejan Despotovic vom Tiefbauamt. Der Bau an einer der meistbefahrenen Strassen von Basel erfordere allerdings eine komplexe Koordination.

Ein hübscher neuer Kunstmuseumkreisel

Vor allem, weil der Kanton selbst noch ein Zückerlein einbaut: Der gefürchtete Knotenpunkt beim Kunstmuseum soll zum Kreisel werden. Ein Baubeginn 2017, wie vergangenes Jahr angekündigt, wäre dafür allerdings sportlich.

Das Tiefbauamt arbeitet derzeit eine Grossratsvorlage aus. Wann der Grosse Rat über die einschneidende Änderung vor dem neuen Kunstmuseum entscheiden wird, ist noch offen. «Wir wollen das Projekt aber parallel zum Bau des Parkings vorantreiben», sagt Despotovic.

Im Rahmen des neuen Kunstmuseumkreisels werden laut Mitteilung auch die Tramhaltestellen neu gestaltet. Zudem erhalte das «international renommierte Kunstmuseum» eine «adäquate» Aussenraumgestaltung.

Artikelgeschichte

28.1.16, 12:00: Um Aussage von Peter Andreas Zahn ergänzt (dritter Abschnitt).

Konversation

  1. Ein Kreisel am Kunstmuseum erachte ich als nicht sinnvoll, trotz hohem Verkehrsauskommen. Für die da zahlreich durchfahrenden Velos und viele Fussgänger wird das gefährlich. Nicht zuletzt wegen dem Tram, mit dem die vielen auswärtigen Autofahrer nicht zurecht kommen. Idealerweise hätte man hier die Wettsteinbrüche am Grossbasler Ufer unterirdisch eingeführt und dann geschlossen zur Dufourstrasse bzw. Elisabethenstrasse geführt. So hätte man oben viel Fläche gewonnen für Fussgänger, Tram, Velos – ein Park und Boulevard wo es wirklich mal Sinn machen würde.
    Aber im Nachhinein kommt so ein Projekt natürlich viel zu teuer. Neue Parkings für die Stadt sind sicherlich wichtig, bei zu hohen Parkpreisen danach aber unangebracht.

    Danke Empfehlen (0 )

Nächster Artikel