Für 2,5 Millionen Franken Ablöse: Aldo Kalulu ist der neue Flügelflitzer des FCB 

Ausgestattet mit einem Dreijahresvertrag und der Rückennummer 26 kommt der 22-jährige Aldo Kalulu von Olympique Lyon zum FC Basel. Die vergangene Saison spielte Kalulu für den FC Sochaux in der Ligue 2. Der Wechsel darf als Vorgriff auf einen sich abzeichnenden Abgang von Mohamed Elyounoussi verstanden werden.

Kommt von Olympique Lyon zum FC Basel und spielte vergangene Saison für Sochaux in der Ligue 2: Aldo Kalulu.

Er ist kein körperlicher Riese mit seiner Grösse, die hier mal mit 1,68 Metern, dort mit 1,69 angegeben wird, aber er ist mit einem Talent gesegnet, das im Spitzenfussball gesucht ist: Aldo Kalulu hat mit seiner Schnelligkeit in Frankreich reüssiert, hat in der Ligue 1 und Ligue 2 getroffen und auch bereits vier Teileinsätze in der Champions League hinter sich. Und jetzt spielt er für den FC Basel.

Am Dienstagabend hat der FC Basel die Übernahme Kalulus offiziell gemacht, nachdem schon tags zuvor durchgesickert war, dass Olympique Lyon bereit ist, den Offensivspieler aus seinem bis 2019 laufenden Vertrag freizugeben. Allerdings nicht aus reiner Nächstenliebe: OL hat eine Ablöse von umgerechnet 2,5 Millionen Franken kommuniziert.

Die Ergänzung für das Basler Flügelspiel durch den 22-jährigen Franzosen darf auch als Vorgriff auf einen sich abzeichnenden Verlust verstanden werden: Mohamed Elyounoussi wird hartnäckig mit einem Transfer in die Premier League in Verbindung gebracht. Offenbar hat der Southampton FC die besten Karten, sich den norwegischen Topskorer des FCB zu angeln.

Kalulus spezieller September im Jahr 2015

Kalulu, der ruandische Wurzeln hat, stammt aus Saint-Priest, einem Vorort von Lyon. Schon mit acht Jahren wurde er in die Nachwuchsabteilung von Olympique Lyon aufgenommen, elf Jahre später debütierte er in der ersten Mannschaft der Lyonnais.

Der September 2015 war ein spezieller Monat für Kalulu: die ersten Schritte im Fanionteam, vier Tage später der erste Auftritt in der Champions League und eine Woche danach das erste Tor in der Ligue 1 gegen Bastia.

Die erste Saison Kalulus bei den Profis hatte jedoch auch ihren Tiefpunkt: Noch im Herbst 2015 erlitt er in einem Trainingszweikampf eine Knöchelverletzung, die ihn länger aus dem Rennen warf. Infolgedessen fand er nicht mehr richtig den Anschluss, er kam in der Rückrunde noch zu fünf Teileinsätzen und schaffte es danach bis Saisonende nicht mehr ins Spieltagkader.

In Sochaux zurück in die Spur gefunden

Auch die anschliessende Spielzeit war von einem Auf und Ab gekennzeichnet. Auf vier Spiele für OL in der Ligue 1 brachte er es noch, auch auf zwei Einwechslungen in der Champions League, im Januar 2017 wurde er dann an Stade Rennes ausgeliehen (11 Spiele, 1 Assist).

Die Bilanz der 67 Spiele, die Aldo Kalulu als Profi bestritten hat. Die kompletten Leistungsdaten bei transfermarkt.ch

Vor einem Jahr wanderte er – wieder auf Leihbasis – in die Ligue 2 weiter. Für den FC Sochaux-Montbéliard, der die Saison auf Platz 10 abschloss, kam der Rechtsfuss wieder in Fahrt und in 34 Wettbewerbsspielen auf zwölf Treffer sowie drei Torvorbereitungen.

Angeblich war auch Schweizermeister Young Boys an Kalulu interessiert, und am Dienstag hiess es in Frankreich noch, das Ligue-1-Aufsteiger Nîmes ebenfalls seinen Hut in den Ring geworfen habe.  

«Ich bin schnell und kann gut dribbeln» – was Aldo Kalulu bei fcb.ch zu seinem Wechsel sagt

Für die französische U18-Auswahl ist Kalulu fünf Mal aufgelaufen. In Ruanda, der Heimat seiner Vorfahren, blühten 2016 bereits Hoffnungen, der kleine Spieler aus Lyon könnte zu einem «Superstar der Nationalmannschaft» werden, wie es damals in einem Beitrag von ESPN hiess.

Mit 33 Spielern einschliesslich Aldo Kalulu bricht der FC Basel am Mittwoch, 27. Juni, zu einem zehntägigen Trainingscamp in Rottach-Egern am Tegernsee auf. Vier Nachwuchsspieler (Uran Bislimi, Yannik Marchand, Alessandro Stabile, Tician Tushi) gehören dazu, einziger Abwesender ist WM-Teilnehmer Michael Lang. Am Samstag, 30. Juni (17 Uhr), steht in Geretsried  ein erstes Testspiel gegen 1860 München an.

https://tageswoche.ch/sport/der-ersatz-von-elyounoussi-soll-aldo-kalulu-heissen/

Konversation

Nächster Artikel