«Das ist genau mein Spiel» – Luca Zuffi über Marcel Kollers Neuordnung

Mit ein paar kleinen, aber wirksamen Eingriffen in die Statik der Mannschaft ist es Neutrainer Koller gelungen, den FC Basel zu stabilisieren. Fabian Frei profitiert davon und auch Luca Zuffi freut sich über seine neue offensivere Rolle.

«Die Spieler dort einsetzen, wo sie dem Team am meisten bringen» – Fabian Frei (links) und Luca Zuffi (hier im Trainingscamp am Tegernsee) fühlen sich auf angestammten Positionen pudelwohl. Und auch für Ricky van Wolfswinkel (rechts) hat Trainer Marcel Koller eine Rolle gefunden.

Abgeklärt hat der FC Basel die entscheidende Runde zur Europa League erreicht. Das 1:0 gegen Vitesse Arnheim war der vierte Sieg, den die Mannschaft aneinander gereiht hat, seit Marcel Koller übernommen hat.

Fabian Frei, der am Donnerstag für den nicht einsatzfähigen Marek Suchy der Captain war, hat nach dem Spiel geschildert, was sich in den wenigen Tagen verändert hat. «Es gibt nichts, was grundlegend geändert wurde. Es sind kleine taktische Veränderungen und vor allem Positionen, die anders besetzt sind.»

Das betrifft zum einen ihn selbst, der in angestammtem Terrain im zentralen defensiven Mittelfeld agiert, zum anderen Luca Zuffi, der aus Freis neuem, altem Arbeitsbereich eine Reihe nach vorne gerückt ist. Und es gilt auch für Ricky van Wolfswinkel. Für den Stürmer bringt die Verschiebung auf den rechten Flügel mit viel defensiver Verantwortung die grösste Umstellung.

Frei: «Es geht alles etwas einfacher»

Für Frei ist klar: «Natürlich ist diese Position besser für mich.» Dass er unter Raphael Wicky häufig als Innenverteidiger aushelfen musste, war auch verletzungsbedingten Umständen und taktischen Überlegungen von Kollers Vorgänger geschuldet. «Es ist nicht gegen meinen Willen passiert», sagt Frei, «ich habe das schon eingesehen.»

Aber nun bestätigt er, dass es schon so etwas wie eine innere Befreiung für ihn bedeutet, vor der Abwehr zu agieren: «Es geht einfach alles etwas einfacher, man muss nicht bei jeder Aktion überlegen. Man hat es einfach drin, weil man es über lange Zeit so gespielt hat. Dann kann man sich auf andere Sachen konzentrieren.»

Ins gleiche Horn stösst Luca Zuffi. Ob er es vermisst habe, eine offensivere Rolle zu spielen, wurde er am Donnerstag gefragt. «Ich muss ganz ehrlich sagen: schon ein bisschen. Ich habe es einfach gerne, mich zwischen den Linien zu bewegen, zwischen den Mittelfeldspielern und der Abwehrreihe. Sich in diesem Bereich anzubieten, sich zu drehen und dann zu probieren, die letzten Pässe zu spielen – das ist genau mein Spiel.»

Ein Mann für die letzten Pässe: Luca Zuffi, hier in Arnheim auf der Suche nach der Lücke.

Mit vergleichsweise kleinen Eingriffen in die Statik der Mannschaft hat Koller zu mehr Stabilität beigetragen. «Sie ergänzen sich sehr gut», sagt er über das Mittelfeld-Dreieck Serey Dié-Frei-Zuffi, und der Trainer windet kleine Kränzchen: «Fabian Frei hat die Erfahrung, die Ruhe und kann das Spiel lesen. Hinten ist er eine Bank und er ist auch torgefährlich, wenn er vorne reinsticht. Luca Zuffi ist einer der entscheidende Pässe spielen und Tore schiessen kann.»

Kollers Schlussfolgerung aus den ersten Spielen unter seiner Regie: «Die Spieler einzusetzen, wo sie dem Team am meisten bringen können – das wollen wir fördern.»

Verstärkung für die Innenverteidigung?

Das Experiment mit Frei als Innenverteidiger erklärt Koller quasi für beendet: «Ich glaube nicht, dass er aktuell dafür geeignet ist, wir sehen ihn weiter vorne.» Und weil am Donnerstag mit Yves Kaiser nur noch ein junger, unerfahrener Innenverteidiger auf der Bank sass, antwortet Koller, auf Verstärkung angesprochen: «Es ist schon möglich, dass wir da noch etwas unternehmen müssen.»

So ist der FC Basel aus der Depression der Juli-Tage mit dem grossen Knall der Trainerentlassung auf einen neuen Erfolgskurs eingeschwenkt, der sich nun aus sich selbst heraus zu nähren beginnt.

Das Cup-Spiel in Montlingen am Samstag kann nicht mehr als die Erledigung einer Pflichtaufgabe sein. Dann folgen die lösbar erscheinenden Playoffspiele gegen Apollon Limassol, dazwischen eine erste, kleine Nagelprobe im Letzigrund gegen den FCZ, und bevor es in die Länderspielpause geht, kommt noch der FC Thun nach Basel. Dann hat Koller drei Wochen Zeit, den eigentlichen Lackmustest vorzubereiten: das Spiel beim Meister Young Boys.

https://tageswoche.ch/sport/mit-trockenuebungen-festigt-koller-den-fc-basel/

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