FCB-Trainerin Sissy Raith will nicht mehr

Sissy Raith verlässt den FC Basel nach zwei Spielzeiten – aus persönlichen Gründen. Der Verein muss eine neue Trainerin finden, die das Kader ganz nach der Philosophie des Männerteams umbaut: mit mehr jungen Spielerinnen aus der Region.

Sissy Raith, Trainerin der Frauen beim FC Basel, hört Ende Saison auf.

Im Communiqué schreibt der FC Basel: «In der aktuellen Spielzeit liegt der FCB auf dem ausgezeichneten zweiten Rang und hat noch reelle Chancen auf den Titelgewinn.» Die Rede ist nicht vom Männerteam, das zwar auf dem zweiten Rang steht, aber kaum mehr Titelchancen hat, sondern von den Frauen. Die sind drauf und dran, den dominierenden Zürcherinnen den Titel abzujagen.

In Wahrheit sind die FCB-Frauen sogar noch näher dran, als im Communiqué steht. Da hat sich eine kleine Ungenauigkeit eingeschlichen: Das Team liegt nämlich nicht auf dem zweiten, sondern auf dem ersten Rang. Mit dem 5:1-Auswärtssieg gegen die Young Boys an diesem Wochenende haben die Baslerinnen allerdings ein Spiel mehr als die Konkurrenz absolviert.

Die Tabelle der Nationalliga A 2017/18 nach 21 (respektive 22) von 28 Runden.

An der Seitenlinie beim Spiel gegen YB auf dem Kunstrasenfeld Wyler stand Sissy Raith, die das Team im Sommer 2016 übernommen hatte. Die Deutsche führte den FCB letztes Jahr auf den dritten Platz – und sollte die 57-Jährige das Spitzenspiel am Sonntag (14 Uhr, FCB-Nachwuchs-Campus) gegen den FC Zürich gewinnen, ist sie nahe dran, erstmals als Trainerin einen Titel zu gewinnen.

Neuausrichtung: mehr junge und regionale Talente für das Frauenteam

Es wäre der erste Titel für die Frauen des FC Basel. Und für Raith wäre dieser Titel vorerst der letzte – zumindest in Basel. Denn die Deutsche, die als Spielerin zweimal Europameisterin war, hört per Ende Saison auf. «Aus privaten und persönlichen Gründen» sei sie zu diesem «reiflich überlegten Entscheid gekommen», wie sie sagt. 

Der Verein hätte mit Raith weitermachen wollen, die Trainerin hat eine Vertragsverlängerung aber abgelehnt. Der FCB will seine Frauenabteilung neu ausrichten. Man wolle mehr auf junge und regionale Talente setzen und sich damit an der Philosophie des Männerteams orientieren, sagt Benno Kaiser, Verantwortlicher für den Frauenfussball des FC Basel. Raith sagt dazu: «Diese Neuausrichtung ist aber nicht der Grund für meinen Entscheid.»

Wie es mit ihr weitergeht, weiss Raith, die aus Eching bei München stammt, noch nicht. «Es gibt lose Gespräche, aber fix ist nichts», sagt die Trainerin am Montagnachmittag. Für den FC Basel geht Kaiser davon aus, dass die Trainerinnensuche in drei bis vier Wochen abgeschlossen sein wird.

https://tageswoche.ch/sport/sissy-raith-beim-fc-basel-wir-brauchen-gier-auf-tore/

Konversation

  1. Vor allem sollte endlich die Selbstverständlichkeit durchgesetzt werden, dass der FCB den Frauen und Männern für die gleiche Arbeit (Tschutten in der höchsten nationalen Liga) den gleichen Lohn bezahlt!

    Danke Empfehlen (1 )
    1. Wenn die Frauen gleich hohe Werbeeinnahmen/TV-Lizenz-Einnahmen generieren wie die Männer, ist diesem Ansinnen nichts entgegen zu setzen!

      Danke Empfehlen (1 )

Nächster Artikel