Ein 0:0 gegen Nordirland erzittert – die Schweiz löst das Ticket zur WM 2018

Das 1:0 aus dem Hinspiel, dem der Makel eines unberechtigten Elfmeters anhängt, hat der Schweizer Nationalmannschaft gereicht: Mit dem 0:0 gegen unermüdliche Nordiren nach einem ungemein spannenden Kampfspiel auf dem völlig ramponierten Rasen des Basler St.-Jakob-Parks sichert sie sich die vierte WM-Teilnahme hintereinander.

Bis zur 94. Minute mussten Yann Sommer und die Schweizer Fans zittern, ehe die WM-Teilnahme in trockenen Tüchern war. (Bild: Reuters/Jason Cairnduff)

Am Ende begann für die SFV-Auswahl, die während der gesamten Qualifikation mit Ausnahme der Niederlage in Portugal so stilsicher agiert hatte, doch noch das grosse Zittern. Nachdem es die Schweizer in der ersten Halbzeit im St.-Jakob-Park verpasst hatten, für klare Verhältnisse zu sorgen und den 1:0-Vorsprung aus dem Hinspiel auszubauen, gaben sie ab Mitte der zweiten Halbzeit das Spieldiktat aus der Hand.

Die Nordiren, die im Hinspiel am Donnerstag in Belfast keinen einzigen Torschuss zustande gebracht hatten, traten in Basel weitaus forscher und offensiver auf. Yann Sommer entschärfte in der 3. Minute den Schuss von Chris Brunt mit einer starken Parade, nach knapp 54 Minuten verpasste Conor Washington mit einem Kopfball den dringend benötigten Treffer für die Nordiren. 

Und in der 91. Minute verhinderte Ricardo Rodriguez, der Siegtorschütze im Hinspiel, mit einer spektakulären Rettungstat auf der Torlinie das 0:1 und damit den Gang in die Verlängerung.

Der Moment in der 91. Minute, als den Schweizern das Herz in die Hose rutschte: Yann Sommer greift am Ball vorbei, den Kopfball von Jonny Evans (rechts) klärt Ricardo Rodriguez auf der Linie.

Seferovic vergibt mehrmals

Nach der frühen Torchance der Gäste hatten die Schweizer wie bereits im Hinspiel das Zepter übernommen – allerdings ohne zählbaren Erfolg. Trotz klarer Überlegenheit vergaben sie vor allem in der ersten Halbzeit ein halbes Dutzend gute Chancen zum Führungstreffer. 

Vor allem Haris Seferovic scheiterte mehrmals aus aussichtsreicher Position, zuletzt in der 85. Minute, als er kläglich über das Tor schoss. Neben Seferovic liessen aber auch Blerim Dzemaili, Steven Zuber und der eingewechselte Breel Embolo erstklassige Gelegenheiten aus.

Emotionen der entscheidenden Basler Nacht: Nordirlands Trainer Michael O’Neill verzweifelt (links), Kollege Vladimir Petkovic aufgebracht, Captain Stephan Lichtsteiner erleichtert und Torhüter Yann Sommer ebenso.

Das alles spielte an diesem unwirtlichen Novembersonntag kurz vor 20 Uhr, als der deutsche Schiedsrichter Felix Brych abpfiff, keine Rolle mehr: Die Schweiz nimmt 2018 in Russland zum vierten Mal in Folge an einer WM-Endrunde teil, und der Jubel und die Erleichterung darüber war im mit 36’000 Zuschauern ausverkauften St.-Jakob-Park gross.

Auslosung der WM-Gruppen am 1. Dezember

Am 1. Dezember, bei der Auslosung im Moskauer Kreml, wird die Schweiz ihre Vorrundengegner erfahren. Dabei steht bereits fest, dass die Mannschaft von Vladimir Petkovic gemäss des Fifa-Rankings aus dem zweiten Topf gezogen wird.

Die Einteilung der WM-Auslosung

Die Teilnehmer an der WM 2018 



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Konversation

  1. Letzte Woche in Irland waren es ja zumindest einige gute Aktionen, leider hatten es die Schweizer nicht geschafft das Tor zu treffen, der Sieg durch Penalty war reiner Zufall und von denner nicht wirklich verdient. Leider war auch gestern kein Tor dabei, es hätte also grad so gut Nordirland weiterkommen können. Nun geht es gegen Mannschaften die drücken und Tore machen können. Da gibt es u.U. bereits und er ersten Runde Feierabend, wenn nicht noch eine markante Steigerung erfolgt.

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  2. Hatte keineswegs erwartet, dass – nach den abschätzigen Kommentaren in den verschiedenen Medien über die „Nordiren“ – die zweite Halbzeit zur wahren Zitterpartie würde. Die beiden Barrage-Spiele haben gezeigt, dass die Schweizer Nationalmannschaft mit dem „Glück der Tüchtigen“ schliesslich die WM-Qualifikation verdient gewonnen hat. In Russland bedarf es bestimmt gegen grössere Fussball-Nationen einer Leistungs-steigerung unseres jungen Teams mit Migrationshintergrund.

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