Aufbruch und Abriss: Die Geschichte der Basler AJZ in Bildern

In den Kommunen der 1960er- und 1970er-Jahre entsteht das Ideal einer «gelebten Gemeinschaft, in der alle Platz haben». Die folgenden Bilder über Basels Autonome Jugendzentren stammen aus der Publikation «Wohnungsnot als gesellschaftlicher Konflikt – Alfred Kunz und die Gemeinnützige Stiftung Wohnhilfe Basel» von Esteban Piñeiro und Seraina Winzeler.

Der Kampf gegen Wohnungsnot und eine technokratische Stadtentwicklung treibt ab den 1960er-Jahren die Menschen auf die Strasse: Mieterdemonstration der Progressiven Organisationen Basel (POB) und der Partei der Arbeit (PdA) beim Barfüsserplatz im Oktober 1971.
Vom 1. März 1972 bis am 31. März 1973 ist in der besetzten Liegenschaft des Jugendrestaurants Mañana am Claragraben das erste Basler Autonome Jugendzentrum AJZ untergebracht.
Gefordert werden «unabhängige Wohnkollektive» und der Erhalt gewachsener Altbau- und Quartierstrukturen wie hier in den besetzten Liegenschaften an der Ryffstrasse 19-25. 
Die Aufnahme dieser Kommunarde entstand im Juli 1980.
Offenes Sonntags-Zmorge im Innenhof der besetzten Häuser an der Ryffstrasse. 
Gegen den Abriss der Ryffstrasse-Liegenschaften wurde im Sommer 1980 mehrfach demonstriert.
Auf dem Marktplatz…
…und auf dem Claraplatz. Im Hintergrund: Vally Vogel (Querflöte) und Aernschd Born (Gitarre). 
Am 14. Februar 1981 wird beim Bahnhof SBB eine leerstehende Fabrik besetzt.
An der Hochstrasse 16 entsteht in der Folge das zweite AJZ.  
Marxistisches Gedankengut, Drogendelikte, Konkubinat: Teile der Basler Bevölkerung rechnen mit dem Schlimmsten. SP-Regierungsrat Karl Schnyder entwarnt, die öffentliche Sicherheit sei nicht gefährdet.
Trotzdem erzählen besorgte Anwohner, im AJZ werde «kiloweise» Rauschgift gehandelt. Man fühle sich «seines Lebens nicht mehr sicher».  
In einer von 259 Personen unterschriebenen Petition wird die Regierung deshalb dazu aufgefordert, «in der Umgebung der Liegenschaft Hochstrasse 16 wieder anständige Zustände zu schaffen».
Das AJZ findet aber auch Unterstützer: Zu ihnen gehört Pfarrer Alfred Kunz, der 1979 die Gemeinnützige Stiftung Wohnhilfe initiiert, die bis heute tätig ist. Schon eine Woche nach der Besetzung der Fabrik an der Hochstrasse gründet Kunz den Förderverein AJZ. 
Die Spannungen um das AJZ nehmen laufend zu, die Stimmung in der Stadt ist aufgeladen: Am 1. Mai 1981 kommt es zu Handgreiflichkeiten zwischen AJZ-Aktivisten…
…und Gewerkschaftsvertretern, die sich ins Basler Rathaus am Marktplatz flüchten.
Nur wenige Tage und eine Strassenschlacht zwischen AJZ-Sympathisanten und der Polizei später beschliesst die Regierung, dass sie einen «derartigen, rechtsfreien Raum» wie das AJZ nicht mehr dulde. 
Am 5. Mai 1981 überrascht die Polizei die schlafenden Besetzerinnen und Besetzer mit einer Razzia. Daraufhin wird das AJZ geschlossen.
Letzte Bilder aus dem Jugendzentrum am Tag der Räumung.
Bald darauf wird die Fabrik abgerissen: Es ist das Ende des zweiten Autonomen Jugendzentrums AJZ.
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Alle Bilder stammen aus dem Buch: «Wohnungsnot als gesellschaftlicher Konflikt. Alfred Kunz und die Gemeinnützige Stiftung Wohnhilfe Basel.» Verlag Schwabe, Basel 2017.

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