Grossbrand am Hafen unter Kontrolle

Vom Hafengelände in Kleinhüningen stieg am Freitagnachmittag eine grosse Rauchwolke auf. In Brand geraten waren mit giftigen Stoffen behandelte Bahnschwellen. Gegen Abend entspannte sich die Lage.

Am Freitagnachmittag brach in einem Lager bei Rhenus Alpina Feuer aus. Verletzt wurde niemand. Die Polizei war allerdings im Quartier mit Lautsprechern unterwegs, um die Bevölkerung vor giftigem Rauch zu warnen.

Feuer gefangen haben rund 2000 Tonnen Bahnschwellen sowie noch einmal soviel Schrott, der daneben gelagert wurde. Die Schwellen sind mit giftigen Stoffen belastet, wie die TagesWoche schon vor über einem Jahr berichtete. Rhenus tat sich enorm schwer, die Schwellen der Entsorgung zuzuführen.

In einem Dokument aus dem Jahr 2014 schrieben die SBB: «Alte Eisenbahnholzschwellen müssen in einer Kehrichtverbrennungsanlage entsorgt werden. Das Verbrennen von alten Eisenbahnholzschwellen oder Schwellenresten im Freien (…) ist verboten, da dabei aufgrund der zu geringen Verbrennungstemperatur hochgiftige Gase entstehen.»

https://tageswoche.ch/stadtleben/erloesung-die-tage-der-bahnschwellen-am-westquai-sind-gezaehlt/

Später am Nachmittag war ein Messwagen vor Ort. Gegen 17 Uhr meldeten die Behörden, dass gemäss ersten Messungen keine Gefahr für die Bevölkerung bestehe. Der TaWo-Reporterin vor Ort wurde allerdings geraten, entweder wegzugehen oder eine Schutzmaske anzuziehen.

Auf Twitter hatte das Justiz- und Sicherheitsdepartement empfohlen, das Gebiet zu umfahren und die Fenster zu schliessen. Der Euro Airport hat eine Piste gesperrt. Die Badi Bachgraben wurde geräumt.

Am Abend gaben die Behörden weitgehend Entwarnung. René Gsell, Sprecher der Basler Staatsanwaltschaft, erklärte, der Brand sei unter Kontrolle. Allerdings finden sich bei Grossbränden über längere Zeit immer wieder sogenannte Glutnester. Wie lange die Löscharbeiten am Hafen andauern werden, konnte Gsell darum nicht sagen.

Das Löschwasser fliesst in den Rhein. Ob dadurch Giftstoffe in den Fluss gelangen, konnte Gsell nicht beantworten.

Der Brand aus der Nähe

Der Brand aus der Ferne

Konversation

  1. Nicht in der Absicht Whataboutismus zu betreiben sondern nur als kleiner Denkanstoss für alle, die wegen dem Brand Zeter und Mordio schreien: heute Nacht ist ein Mann verprügelt worden. Er ist jetzt tot.
    Vermutlich wäre er als Lebender damit einverstanden, ein bisschen ungesunden Rauch zu schnuppern.

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  2. Schon eine kurze Recherche kann aufklären, dass es verschiedene Sorten des Holzschutzmittels Kreosot gibt, mit dem die Bahnschwellen behandelt wurden. Kreosot als Holzschutzmittel ist in der Schweiz seit 2005 generell verboten. Ausnahme: Bahnbau. Heute wird dazu laut Herstellerangaben ‚oft‘ der Typ C verwendet, der weniger gefährlich sein soll. Das zürcher kantonale Labor schreibt in einem Merkblatt, dass noch nach 25 Jahren rund 10kg der eingesetzten 15kg pro Bahnschwelle in der Schwelle vorhanden sind. Also keine geringe Menge. Wir dürfen also fragen: Wie alt waren diese Bahnschwellen? Mit welchen Typ des Kresots waren sie im allgemeinen behandelt? Wie viele Kubikmeter Bahnschwellen sind verbrannt? Dann liesse sich etwa abschätzen, was quantitativ an Kreosot verbrannt wurde.

    Nicht ganz zufällig scheint mir der Zeitpunkt des Brandes zu sein. Weshalb können wir uns nicht ehrlich zum Verbrennen bekennen? Ich schlage darum vor, alles nicht mehr gewollte am Nationalfeiertag öffentlich und gemeinsam zu verbrennen. Sozusagen als Reinigungsritual, das uns als Schicksalsgemeinschaft bekräftigt. Statt eines Feuerwerks mit erheblich mehr Feinstaub wäre dies doch viel besser. Diejenigen, welche dem Konsum abschwören wären vereint mit denjenigen, welche Platz für Neuanschaffungen brauchen. Im Rauch verfliegen jegliche aufrührische Ideen, der Zorn der Wutbürger darf gelebt werden. Danach ist wieder Ruhe im Karton.

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  3. Katastrophe mit Ankündigung…Rhenus kann anscheinend denn Rachen nich voll genug bekommen. Und jetzt zahlen alle die Quittung. Rauch nicht giftig? Ja klar! Löschwasser in den Rhein? Kein Problem! Alles im Griff. Eine Schande ist das! Und das in einem entwickelten Land wie die Schweiz! Wieso müssen solche Güter nicht mehr gesichert gelagert werden? Wieso kann Löschwasser aus solchen Depots ungehindert in den Rhein fliessen? Ah stimmt, das würde ja Geld kosten. Das ganze muss ein Nachspiel für Rhenus und auch die SRH haben! Die StaWa völlig unfähig in der Kommunikation, vermutlich sind die mit die SRH in der gleichen Clique und versuchen das nun gekonnt unter den Teppich zu kehren. Schämt Euch!

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  4. Auf bs.ch, der offiziellen Webseite des Kantons, steht kein Wort zum Brand. Auch nicht unter „Polizei“, „Feuerwehr“ oder „Rettung“. Letzte Medienmitteilung: 25.7..

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  5. Die Dinger halt ja auf dem Boden viele Jahrzehnte, sie trotzdem Wind und Wetter und modern oder faulen nicht. Dies da sie vollgetränkt sind mit Teeröl. Ungefährlich, aber lieber Schutzmaske tragen … ob Giftstoffe und en Rhein gelangten weiss man auch nicht … Ungiftig, aber lieber Fenster schliessen.
    Oder wer es genauer wissen will:
    Um zu verhindern, dass sie sich zersetzen und ihre Lebensdauer zu garantieren werden die Eisenbahnschwellen mit Kreosot, auch Teeröl genannt, behandelt. Dieses Öl wird aus Kohle gewonnen und besteht zu 85% aus polyzyklischen aromatischen Kohlenwasser- stoffen (PAK). Seit vielen Jahren schon werden die PAK genau untersucht, denn es handelt sich um Verbindungen, die in der Umwelt reichlich vorhanden sind und die eine hohe Schädlichkeit aufweisen. Der in diesem Öl enthaltene gefährlichste Stoff ist das Benzo[a]pyren, welcher für den Menschen sehr krebserregend ist.
    Der direkte Hautkontakt ist zu vermeiden. Es empfiehlt sich das Tragen von Handschuhe resistent gegen Chemikalien. Es ist verboten, Bahnschwellen in Restholz-, Altholz- oder anderen Holzfeuerungen, in Cheminées oder im Freien zu verbrennen.

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  6. «Alte Eisenbahnholzschwellen müssen in einer Kehricht-verbrennungsanlage entsorgt werden. Das Verbrennen von alten Eisenbahnholzschwellen oder Schwellenresten im Freien (…) ist verboten, da dabei aufgrund der zu geringen Verbrennungstemperatur hochgiftige Gase entstehen…………………….»

    Natürlich hat wie immer nie eine Gefahr für die Bevölkerung, Tier- und Umwelt bestanden, obwohl jedes Kind weiss, dass jegliche Art von Rauch tödlich sein kann. Das Positive: Endlich kann sich die Behörde nicht mehr länger drücken vor einer härteren Gangart ggü. Rhenus/Remondis.

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  7. Diverse Fragen sind nun zu klären. Die Kommunikation war keine Meisterleistung; wenn Polizisten in Gasmasken zwischen Dreirosen- und Johaniterbrücke rumfahren sind zwei spärliche Tweets des JSD in keinem Verhältnis. Welche Unternehmen haben reagiert und eine Notfallsituation eingeleitet (Lüftung abstellen, Mitarbeiter informieren, etc) sind wir zu vertraut in userem „Sicherheitsgefühl“? Die Vorfälle bei CABB haben doch die Alarmglocken klingeln lassen – scheinbar wurden sie nicht wirklich gehört (werden wollen).

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  8. Hat die SBB seine Verantwortung bei der Vergabe der Entsorgung der Eisenbahnschwellen wargenommen? Oder hat einfach der günstigste den Zuschlag erhalten?

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    1. @Tomi: So viel ich weiss, haftet die SBB für die sachgemässe Entsorgung bis zuletzt. Falls sich herausstellt, dass die Rhenus/Remondis dies nicht tut oder kann, ist die SBB verpflichtet die Bahnschwellen zurückzunehmen und nochmals auf eigene Kosten entsorgen zu lassen.

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  9. …giftige Bahnschwellen brennen… Löschwasser fliesst in den Rhein… ob dadurch Giftstoffe in den Rhein gelangen kann Herr Gsell nicht beantworten!? Ein kompetenter Geselle…

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    1. Um diese Frage zu beantworten, brauchen wir doch wirklich keinen Experten oder einen Herrn Gsell. Mit etwas Logik und Verstand kann man diese Frage auch selbst (richtig) beantworten.

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  10. „Rhenus tat sich enorm schwer, die Schwellen der Entsorgung zuzuführen.“ Das hat sich ja nun erledigt. Apropos Getreidesilo, dass sich der Brand auf die Silos ausdehnen könnte ist das eine, aber wie sieht es aus mit all den zyklischen und linearen Kohlenwasserstoffen die sich als ganzer Zoo im Rauch tummeln? Was wenn sich das Zeugs auf dem Getreide ablagert? E Guete!

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  11. Perfektes Timing; heute Abend wollen alle draussen ungestört und emissionsfrei den Jahrtausend-Vollmond sehen. Nicht mal Rheinbaden bei der Isteiner Schwelle geht mehr und Rotterdam bekommt das Löschwasser.

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  12. Es werden Schadstoffe in unsere Umwelt abgegeben: Das macht der EuroAirpott mit seinem Flugverkehr jeden Tag. Und Basler*innen Achtung: Den Fluglärm habt ihr zwar superschlau exportiert, aber die in der Regel in der Region bestehenden Windverhältnisse bringen die CO2-Emissionen auch zu euch!

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    1. Warum nicht gleich Tschernobyl? Vor ein paar Jahren wären wohl ein paar brennende Bahnschwellen nicht der Rede wert gewesen. Ich habe ja nichts dagegen, wenn heute die Grenzen viel niedriger sind, aber wir sollten die Relationen nicht verlieren.

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    2. Vor ein paar Jahren mehr haben wir auch Hexen von der Mittleren Rheinbrücke geworfen…
      Das hat definitiv nichts mit Relationen zu tun. Das ist einfach nur verantwortungslos und ignorant, gegenüber allen Anwohnern… Anrheinern!

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    3. Solche Dinge sind einfach unnötig. Wieso können solche Schwellen nicht direkt in die Verbrennung gehen? Wegen ein paar Metallklammern macht man hier ein riesen Lager auf und lässt Arbeiter ungeschützt damit hantieren. Es ist einfach nur fahrlässig hochbrennbaren Sondermüll so zu lagern. Wenn jeder so denken und handeln würde, sähe unsere Umwelt noch viel schlimmer aus. Da liegt es doch an reichen und entwickelten Ländern als gutes Beispiel voran zu gehen. Dieses Handeln ist schlichtweg verantwortungslos und rein durch Profit getrieben.

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  13. Dumm. Wollte heute abend zum Floss, wenn Fischer-Z spielt. Könnte mir gut vorstellen, dass das wegen der Rauchschwaden (es ist wohl schon bis zum Burgfelderplatz zu riechen und zu sehen) abgesagt wird? Könnte da die Redaktion mal nachhaken?

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    1. Sehr geehrter Herr Wilhelm, die Redaktion versucht zur Zeit herauszufinden, wie gefährlich der Brand ist und wie die Löscharbeiten vorankommen. Allfällige Folgen für die Freizeitgestaltung haben dabei keine Priorität.

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    2. Natürlich, das Feuer unter Kontrolle zu bringen hat Priorität, aber wenn da 1000 Leute in giften Dämpfen hocken weil sie nicht informiert sind ist das auch eher uncool

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  14. Bin heute Morgen noch daran vorbei gejoggt. In diesen warmen Tagen stinkt es mehr als „normal“. Habe mich seit längerem gefragt, wieso diese Schwellen immernoch dort liegen. Die TAWO hat letztens einmal berichtet, dass sie nun doch umgelagert werden sollen wegen dem starken Geruch. Nun hat sich das Problem von alleine erledigt, grossartig Rhenus…

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  15. War zu Erwarten. Billigste Entsorgung. Bei der Hitze wird der Feinstaub wohl einen Superwert generieren. Fehlt noch das Feuerwerk am 31.Juli.
    Danach können wir in der Wohnung braten, weil wir die Fenster nicht
    öffnen können…kein Wind-kein Regen.

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    1. Feinstaub ist eher im Winter ein Problem, im Sommer zirkuliert die Luft besser und durch die erhöhte Ozonkonzentration werden Stickoxide besser abgebaut. Was nicht heisst, dass dieser Brand in irgendeiner Weise etwas positives hat.

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