Franziska Schutzbach lehrt nicht mehr an der Uni Basel

Der befristete Lehrauftrag der Genderwissenschaftlerin wird nicht  verlängert.

Der Entscheid, Franziska Schutzbach nicht mehr zu beschäftigen, sei schon vor längerer Zeit getroffen worden, sagt die Uni Basel. (Bild: Hans-Jörg Walter)

Vor zwei Wochen entlud sich über der Basler Genderforscherin Franziska Schutzbach ein Shitstorm: Im Gefolge der «Weltwoche» grub die «Basler Zeitung» einen alten Blogeintrag aus, in dem Schutzbach satirisch zum «zivilen Ungehorsam» gegen reaktionäre Kräfte aufruft. «Undemokratisch!», befanden BaZ und «Weltwoche».

Bei aller Aufregung sei sie froh, dass ihr wenigstens die Uni Basel den Rücken freihalte, bemerkte Schutzbach damals gegenüber der TagesWoche. Damit scheint es jetzt vorbei zu sein.

https://tageswoche.ch/gesellschaft/die-schutzbach-kritiker-entlarven-sich-bloss-selbst/

Wie die BaZ berichtet, wird Schutzbachs befristeter Lehrauftrag an der Universität Basel nicht verlängert. Dieser Entscheid sei schon vor längerer Zeit gefällt worden, wird der Dekan der Philosophisch-Historischen Fakultät, Walter Leimgruber, zitiert.

Ganz weg, bedauert die BaZ, sei Schutzbach aber noch nicht: Die 38-Jährige ist weiter Mitglied der basel-städtischen Gleichstellungskommission.

Update zur Causa Schutzbach vom 29. November: 

https://tageswoche.ch/gesellschaft/causa-schutzbach-bullshit-der-basler-zeitung/

Konversation

  1. Also nur kurz zur Klärung: Lehraufträge kommen und gehen (die werden für jedes Semester erneuert bzw. neu-vergeben). Hier nun die die Kampagne der BaZ/WeWo hineinzuinterpretieren, dass Frau Schutzbach deswegen ihren Lehrauftrag verloren hat, zollt diesen Revolverblättchen zu viel Respekt. Der Entscheid „Lehrauftrag: ja/nein“ist wohl so ca. Ende August gefallen. Das hat mit dem schäumenden Geschreibsel gar nix zu tun. Als ob die Universität sich von Zeitungsartikeln, und erst Recht von diesen Provinzblättchen, in die Personalplanung reden lässt. Zudem: Dieser Lehrauftrag kann ohne „Wenn und Aber“ bereits für das HS 2018 wieder erneuert werden…

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  2. Alle, die das jetzt skandalös finde , seid ehrlich zu euch:
    Wie würdet ihr reagieren, wenn ein Dozent (Mann) auf einem rechten Blog das selbe schreibt, aber einfach links und rechts vertauscht.

    Wie würden sie reagieren? Was würden sie fordern?

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    1. Wissen Sie, ich würde gar nicht reagieren und schon gar nichts fordern. Warum? Weil wir immer noch in einem liberal-demokratischen Rechtsstaat leben. Die Aussagen von Frau Schutzbach sind 1. privater Art und nicht im Rahmen ihrer universitären Tätigkeit geäussert worden und 2. sind ihre Aussagen in keinster Weise irgendwie rechtsrelevant.

      Sie, werter Georg, und andere scheinen mir mit Ihren Äusserungen den Rahmen des liberal-demokratischen Rechtsstaats zu verlassen.

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    2. Naja, ich habe ja nirgends „Konsequenzen“ für ihr Verhalten gefordert, sondern lediglich meine persönliche Meinung über deren Erguss kund getan. Aber nirgends habe ich von der Uni ein betsimmtes Vorgehen verlangt. Schlussendlich ist es die Uni selbst, die wissen muss, was sie tun möchte. Und im Wissen, dass solche Lehraufträge viel früher – nämlich schon im August – abgemacht werden, lächle ich nur über den Riot, den es jetzt hier drin gibt.

      Und ich habe mir die Freiheit genommen, denjenigen, welche jetzt empört sind und Frau Schutzbach als Opfer sehen, den Spiegel vorzuhalten. Ich finde, das gehört auch zu einem liberal-demokratischen Diskurs dazu.

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    3. Genau das Gegenteil ist der Fall. Frau Schutzbach kennt den Unterschied einer öffentlichen Person zu einer privaten Person nicht. Wenn jemand an der Uni lehrt, gelten gewisse Regeln, welche Frau Schutzbach im Frust völlig ausser Acht gelassen hat.

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  3. Ihr An den Dekan der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Basel
    walter.leimgruber@unibas.ch

    Sehr geehrter Herr Leimgruber

    Mit Bestürzung erfahre ich, dass die Kampagne der Basler Zeitung gegen Franziska Schutzbach von Erfolg gekrönt ist. Wie schon bei der Kampagne gegen Sibel Arslan knickt eine Arbeitgeberin ein und entlässt diejenige Person, gegen die sich die Kampagne richtet.

    Sie geben den Forderungen einer Kampagne nach, die sich gegen eine Person richtete, die gegen alle Formen des Ausschlusses, der Diskriminierung und des Rassismus das Wort ergriff. Das laute und mutige Nein von Franziska Schutzbach zu Ausschluss-Diskursen ist bei Lichte besehen ein mutiges und lautes Ja einer Bürgerin zur Redefreiheit, da es jedem Rassismus und jeder Diskriminierung darum geht, Minoritäten zu diffamieren, damit mundtot zu machen und aus der Diskursgemeinschaft auszuschliessen. Die Basler Zeitung hat dieses Ja zur Redefreiheit aller Mitglieder der Gesellschaft ideologisch in ein Nein zur Redefreiheit seitens Schutzbach verkehrt – und Sie haben dieser Verkehrung offenbar Glauben geschenkt.

    Wir leben in Zeiten, in denen man Angst haben muss, bei Erhebung seiner Stimme für Minoritäten und gegen reaktionären Ausschluss aus der Diskursgemeinschaft die Anstellung zu verlieren. Angst haben muss man in solchen Zeiten auch um die freiheitliche Gesellschaft, welche Menschen braucht, die als Bürgerinnen und Bürger ihre Stimme laut gegen alle Formen des Ausschlusses erheben.

    Mit grosser Besorgnis

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    1. „Sie geben den Forderungen einer Kampagne nach, die sich gegen eine Person richtete, die gegen alle Formen des Ausschlusses, der Diskriminierung und des Rassismus das Wort ergriff.“ – rolling on the floor laughing. Der Witz des Tages!

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    2. Würden Sie dieses Mail auch schreiben, wenn die selben Aussagen, wie man mit Linken umzugehen hat, jemand von der Uni auf einem rechten Blog geschrieben hätte?

      Wer apartheitähnliche Umgangsweisen verlangt, ist kein Demokrat.

      Und dass sie dem Dekan als Lügner darstellen, ist ein starkes Stück: „Dieser Entscheid sei schon vor längerer Zeit gefällt worden, wird der Dekan der Philosophisch-Historischen Fakultät, Walter Leimgruber, zitiert.“

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    3. Es istgut wie es ist. Frau Schutzbach hat sich selbst ins Offside gestellt. Ein veröffentlichter, persönlicher Brief von Ihnen an Herrn Leimgruber entlarvt Sie ebenfalls. Sie könnten ja einen Artikel in der BaZ oder TAWO schreiben, welcher dann veröffentlicht werden könnte.

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  4. Naja, wer zu einer Art Apartheit gegenüber Andersdenkenden ausruft, hat nicht viel in Sachen Demokratie verstanden.

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    1. Die Entlassung gefällt mir trotzdem nicht, ebenso wenig wie einst bei Christoph Mörgeli. Politische Einstellungen dürfen keinen Einfluss auf universitäre Anstellungen haben.

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    2. Ich finde schon – nämlich dann wenn man mit seiner politischen oder religiösen Meinung missioniert. Seine politische Gesinnung oder religiöse Zuteilung sollten getrennt bleiben vom Beruf, vorallem bei Lehrpersonen etc.

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    3. Leider ist das keine politische Einstellung, was Frau Schutzbach veröffentlicht hat. Es ist eine Hetze im übelsten Sinn.

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  5. Das ist ja nur die logische und zu erwartende Folge dieser Aussagen. Wer in einer Demokratie zu Boykott der Andersdenkenden aufruft ist nicht tragbar in einer öffentlichen Position. Aufrufe wie analog „Kauft nicht bei J“ gehen gar nicht, egal von/gegen welche politische Richtung.
    Diese Dame hat noch die Funktion einer Gleichstellungsbeauftragten, ist da Ausgrenzung der „ Anderen“ tolerierbar ?

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  6. Hier noch ein satirischer Beitrag von mir: Ich freue mich riesig darüber und mache gleich eine Flasche Champagner auf.

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    1. @ Monomach:
      Aber bitte auch ganz austrinken, nicht nur im Regal offen alt werden lassen!
      Einen Grund zum Trinken gibt es IMMER!

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