Frittierter Hefeteig, gefrorene Kügeli und krasse Bahnen: Das wird neu an der Herbstmesse

Am 27. Oktober, wenn die Kirche zu Sankt Martin punkt 12 Uhr ihr Glöckchen erklingen lässt, ist sie wieder da: die Basler Herbstmesse. Und wie jedes Jahr hat sie auch diesmal Neues mitgebracht. Von kleinen, süssen Häppchen bis zu den grossen Blockbuster-Bahnen. 

Wird unter Adrenalinjunkys als Höhepunkt der neuen Attraktionen gehandelt: Das «Chaos-Pendel».

Man sollte sich nie zu früh freuen. Es sei denn, es geht um die Herbstmesse. Darum haben wir uns schon mal schlau gemacht, was da an Neuem auf uns zukommt. Wir fangen an bei den Attraktionen für Gaumen und Magen, verdauen dies bei einem Spaziergang durch neue Messestände, bevor wir uns auf unbekannte Bahnen trauen. Kommen Sie mit? Ach, was fragen wir. Selbstverständlich kommen Sie mit.

I. Was gibts denn zu essen?

1. «Ice’n’Go»

Auf die Idee muss man erst kommen: Während bei den Kleidergeschäften in der Innenstadt die Wollmützen weggehen wie warme Weggen, verkauft der Stand Ice’n’Go ein gefrorenes Dessert. «Feine, bunte Kügeli mit verschiedenen Geschmackssorten und fruchtigen Aromen» werden angekündigt. Immerhin: Der Stand befindet sich in der Messehalle 3. Man braucht also keinen Schal, um diese Süssigkeit aushalten zu können.

2. «Langos»

Langos. Noch Fragen?

Auf dem Messevorplatz dürften die Langos den fettigen Bratwürsten die Show stehlen. Bei der ungarischen Spezialität handelt es sich um einen herzhaften Hefeteig, der im Frittierfett gebacken wird, wie man im Osten so schön sagt, und dann kommt da ein noch herzhafteres Topping oben drauf. Knoblauchcreme zum Beispiel.

3. «Schokobrunnen Fantasien»

Ebenfalls auf dem Messeplatz treffen Sie den Grund an, warum Sie den Schokoladenbrunnen, den Ihnen ein entferntes Familienmitglied ohne Fantasie geschenkt hatte, endlich aus Ihrem Keller und aus seiner Verpackung holen sollten. Frucht-Schoko-Kombos in allen erdenklichen Variationen – das ideale Dessert nach dem Knoblauchcreme-Fladenbrot.

4. «The Beef Balls-Factory»

Weil wir alle so gerne essen, noch ein letzter Bissen Herzhaftes: Die Rindshackfleisch-Kugeln auf dem Kasernenareal. Peppig sollen sie sein. Und sie werden wie die Kügelchen von Ice’n’Go in verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten. Interessant auch das gastronomische Experiment des Standes, zu den Beef Balls Glühwein als Hausspezialität anzubieten. Muss man sich vielleicht einfach drauf einlassen.


II. Wo kann ich mein Geld sonst noch verprassen?

Immer die beste Adresse, womöglich unnütze, aber bestimmt ganz hübsche Sachen zu krämeln, ist natürlich der «Hääfelimäärt» auf dem Petersplatz. Dieses Jahr wollen 13 neue Stände entdeckt werden – von der klassischen Töpferei bis zum Olivenölexperten und Gourmetsenf-Produzenten. Und für grosse und weniger grosse Kinder gibts beim Stand Ludibrium krasse Modell-Autos und Flugzeuge zu bestaunen. Von wegen unnütz!

Auf dem «Hääfelimäärt» bekommt man traditionsgemäss alles – und noch viel mehr versprochen.

III. Jetzt aber zu den Bahnen!

Neun Bahnen sind neu an der Herbstmesse 2018. Leicht zu übersehen: der Bienenflug (ein kleines Kinderkarussell für 2.50 Franken auf dem Barfüsserplatz) oder das winzige Karussell «Pinky» in der Messehalle 3 – für sagenhafte 2 Franken die Fahrt.

Nicht zu übersehen sein werden jedoch diese neuen Blockbuster-Bahnen:

1. «Alpen-Blitz»

Diese Achterbahn nimmt es sehr ernst mit der Acht. So sind nämlich die Schienen verlegt. Befahren wird sie von einer flotten Dampflokomotive, das Tempo ist atemberaubend. Jedenfalls für die Zielgruppe der Bahn: Kinder ab drei Jahren und Grosseltern, an deren Händen sie sich festkrallen. Und Achtung: Einen Tunnel hat diese Achterbahn auch noch! Kostenpunkt: 4 Franken pro Fahrt, 4 Fahrten für 14 Franken.

2. «Chaos-Pendel»

Jetzt wirds richtig aufregend. Profi-Nervenkitzler Hanspeter Maier bringt das Chaos-Pendel aufs Kasernenareal. Die Bahn heisst so, weil die beiden Gondeln besonders bösartig an den Pendelarmen angebracht sind. So nämlich, dass alles wild rotiert  – sogar die Rotation an sich. Eieieieieiei. Kostenpunkt: 10 Franken pro Fahrt.

3. «City Skyliner»

Dieser Turm geht 72 Meter hoch hinaus. Dann 360 Grad Rundumblick – und schwupps, gehts wieder runter. Allerdings gemächlich, nicht wie beim Free-Fall-Tower, der in früheren Jahrgängen die Fahrgäste zum Kreischen brachte. Der Turm steht auf dem Kasernenareal. Auf dem Münsterhügel wärs natürlich noch höher gewesen. Kostenpunkt – unbekannt.

4. «Laser Pix»

Was passiert, wenn man eine viel zu lasche Achterbahn in eine alte Nintendo-Konsole einsperrt und nach einer gewissen Zeit wieder in die echte Welt aussetzt? Ein Video-Ballerspiel ohne Video, aber mit Achterbahngondeln. Sie können sich das nicht vorstellen? Das folgende Video zeigt es Ihnen. Standort: Rosentalanlage. Kostenpunkt: 7 Franken pro Runde.

5. «Trampolino»

Sie ist weder hoch noch hübsch noch eine Bahn. Aber die Trampolinanlage in der Messehalle 3 erfüllt garantiert ihren Zweck: «Minutenlang nach Herzenslust springen», wirbt der Schaussteller. Glauben Sie uns, danach wollen Ihre Kinder endlich nach Hause. Kostenpunkt: 4 Franken.

Hüpfen bis zur Erschöpfung: Die Trampolin-Anlage, eine klassische Win-Win-Sache.

PS. Woher wissen wir das alles?

Dazu nur ein Wort: Herbstmesse-App. Oder war das schon ein Wort zu viel?

https://tageswoche.ch/gesellschaft/die-erste-herbstmesse-app-im-test/

Konversation

  1. Vergnügen ist Teuer.
    Giftiger Verteilkampf um eine warme Mahlzeit
    und da war noch ein Artikel über die Kinder in
    Kleinhünigen ( leider unauffindbar) .
    Bekommen diese Menschen von der Stadt eine
    Gratisfahrt?

    Danke Empfehlen (0 ) Antworten

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