Wegen Klimawandel: Basel ersetzt Rosskastanien mit Bäumen aus dem Süden

Die heimischen Bäume leiden unter dem wärmeren Klima. Die Basler Stadtgärtnerei reagiert.

Die Stadtgärtnerei zieht die neuen Bäume in Arlesheim, bevor sie dann in der Stadt verpflanzt werden. (Bild: Alexander Preobrajenski)

Längere trockene Hitzewellen halten viele Basler Bäume nicht aus. Weil sich das Klima ändert, sind solche Phasen seit einigen Jahren deutlich spürbar. Die Basler Stadtgärtnerei muss deshalb Lösungen finden, wie Bäume auch bei sich ändernden Bedingungen überleben können. Das erklärte Yvonne Aellen, die sich beim Kanton um Grünflächen kümmert, an einer Medienorientierung am Donnerstag in Arlesheim.

Dort zieht die Stadtgärtnerei die Bäume, die nach einigen Jahren ein Plätzchen in der Stadt kriegen. Aellen sagt: «Früher hat die Stadtgärtnerei auf Bäume wie Rosskastanien oder Platanen gesetzt.» Davon wurden dann jeweils über 2000 Exemplare in der Stadt verpflanzt. Nach einigen Jahren zeigten sich aber Probleme mit diesen Bäumen: Sie wurden von Schädlingen oder Pilzen befallen.

Yvonne Aellen, Leiterin Grünflächenunterhalt der Stadtgärtnerei, setzt auf Artenvielfalt beim Basler Baumbestand.

Wenn ein Baum befallen ist, ist er weniger vital, unter Umständen fallen seine Blätter und vielleicht stirbt er auch langsam ab. Das hat Folgen für die Stadtbewohner. Weniger Blätter im Sommer heisst zum Beispiel: weniger Schatten. Das wiederum kann zu einem Hitzestau oder sogenannten Tropennächten, also sehr warmen Nächten führen.

Um solches zu verhindern, müssten die Bäume gesund und widerstandsfähig sein, so Aellen. Seit einiger Zeit pflanzt die Stadtgärtnerei deshalb Baumarten, die aus wärmeren Klimazonen stammen und die Hitze und Trockenheit besser aushalten.

Aufwendig: In der Arlesheimer Baumschule sichern Gärtnerinnen und Gärtner, dass Städter im Sommer angenehme Schattenplätze finden können.

Aellen nennt einige Beispiele der über 350 verschiedenen Baumsorten, die mittlerweile in Basel verpflanzt werden:

  • Italienischen Erlen stehen an der Gassstrasse,
  • Spanische Eichen an der Gärtnerstrasse,
  • Steineichen mit ihrem bläulichen Laub an der Münchensteinerstrasse,
  • Seidenakazien am Hebelplatz,
  • Zürgelbäume aus dem mediteranen Raum am Riehenring vor dem Messegebäude,
  • Eisenholzbäume aus dem orientalischen Raum an der Rütimeyerstrasse und
  • Schnurbäume und Lederhülsenbäume finden sich am Barfüsserplatz.

Entscheidend sei die Vielfalt der Baumarten, sagt Aellen. Man wolle nicht den gleichen Fehler machen wie früher, als man zeitenweise nur eine Sorte anpflanzte, weil diese gerade der Hit war.

Hohe Baumkrone, wenig Wurzeln

Ob die Bäume mit dem hiesigen Klima leben können, testet die Stadtgärtnerei in der Baumschule in Arlesheim. Dort experimentieren die Gärtner mit den einzelnen Sorten und sehen, ob bestimmte Baumarten zum Beispiel auch längere Frostzeiten überleben.

Der Grünabfall der Baumschule wird vor Ort weiterverwertet.

Die Bäume müssen auch so zurechtgestutzt werden, dass die Krone möglichst hoch wächst und die Wurzeln mit relativ wenig Erde auskommen.

Rund 300 Jungbäume warten zurzeit in Arlesheim darauf, in der Stadt verpflanzt zu werden und dereinst für die Bewohner wichtigen Schatten spenden zu können.

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