Dieser Forscher hat für ein Ozeanium gearbeitet und bekämpft heute das Basler Projekt

Robert Marc Lehmann fing Fische fürs Ozeaneum Stralsund. Im Gespräch sagt der Meeresbiologe: «Ein Grossaquarium ist eine schlechte Lüge, die gut ausschaut.» 

Abenteurer und Tierforscher: Robert Marc Lehmann bereiste schon über 100 Länder. (Bild: Ulrich Kunz)

Unter Wasser fühlt sich Robert Marc Lehmann am wohlsten. Der 35-jährige Meeresbiologe, Forschungstaucher, Fotograf und Filmemacher taucht regelmässig in allen Klimazonen dieser Erde mit Haien, Walen, Robben und anderen Meeresbewohnern. Über 100 Länder hat der Abenteurer schon bereist. Für seine Aufnahmen, die die Schönheit der Natur, aber auch ihre Zerstörung durch den Menschen zeigen, wurde der Deutsche mehrfach ausgezeichnet, 2015 zum Beispiel als «National Geographic»-Fotograf des Jahres.

Bevor Lehmann die Welt bereiste, arbeitete er für das Ozeaneum Stralsund in der Hansestadt. Als Abteilungsleiter sammelte er für eines der umfangreichsten Grossaquarien Europas Tausende Fische und andere Meerestiere in der freien Wildbahn ein, um die Aquarien zu befüllen.

Doch dann kam der grosse Bruch. Seither befreit Lehmann gestrandete Orcas in Australien, gefangene Meeresschildkröten in Asien und in Geisternetzen verhedderte Enten in der Nordsee. Wir haben mit Lehmann über das geplante Ozeanium des Zoos Basel gesprochen, über das der Grosse Rat am Mittwoch, 17. Oktober, entscheidet. Lehmann kritisiert das Projekt und hat auch eine Petition dagegen unterschrieben.

Herr Lehmann, der Zoo Basel will ein Ozeanium bauen. Was missfällt Ihnen daran? 

Ich finde das unangebracht und absolut nicht mehr zeitgemäss. Grossaquarien mögen vielleicht vor 40 Jahren vermeintlich unbedenklich gewesen sein, als man noch nicht viel über die Empfindungen und Intelligenz der Fische wusste. Mittlerweile ist aber nachgewiesen, dass einige Fischarten ähnlich Schmerzen, Stress, Langeweile, Einsamkeit oder Angst empfinden wie wir Menschen. Deshalb wundert es mich, dass der Zoo Basel auf die Idee kommt, ein Ozeanium nach Jahrhunderte altem Prinzip zu bauen. Eine artgerechte Haltung ist vielleicht bei Vogelspinnen möglich, bei Fischen geht das aber genauso wenig wie bei Elefanten oder Tigern. Ein solches Grossaquarium ist kontraproduktiv für den Schutz der Meere und Tiere und vermittelt nicht die Realität, wie sie in Freiheit stattfindet.

Robert Marc Lehmann (35) studierte Meeresbiologie, Zoologie und Rechtsmedizin in Kiel. Von 2008 bis 2010 war er Abteilungsleiter im Ozeaneum Stralsund. Seither ist er mehrere Monate im Jahr auf Expeditionen und für Filmarbeiten rund um den Globus unterwegs. Lehmann war letzten März in Basel und hielt auf Einladung der Fondation Franz Weber, die Widerstand gegen das Ozeanium leistet, einen Vortrag über das Leben der Fische in Grossaquarien.

Dennoch waren Sie von 2008 bis 2010 Abteilungsleiter im Ozeaneum Stralsund und fingen etliche Meeresbewohner ein, um die Aquarien zu befüllen. Das ist doch ein Widerspruch.

Korrekt. Damals hatte ich Aquarium-Kritiker noch als Spinner bezeichnet, heute verstehe ich ihre Bedenken völlig. Ich war während meiner Zeit in Stralsund noch der Ansicht – wie die meisten Zooangestellten auch –, dass ich den Menschen die Natur näherbringen könnte, wenn ich die Tiere einfange und zur Schau stelle. Mit der Zeit kamen in mir allerdings Zweifel auf, ob das wirklich der richtige Weg ist. Ich wollte keine Tiere mehr einfangen und einsperren.

Und wieso?

Je mehr ich sie in freier Natur beobachtete, desto weniger wollte ich ihnen ihre Freiheit nehmen.

Wie haben Sie das Einfangen der Tiere für das Ozeaneum Stralsund erlebt?

Viele Tiere, die ich eingefangen habe, haben es gar nie ins grosse Schau-Aqarium geschafft. Sie waren derart gestresst und geschwächt vom Fang, Transport und der Eingewöhnung, dass sie nicht lange überlebten. Oder wenn sie im Aquarium landeten, dann starben sie kurze Zeit später. Viele Meeresfische sind sehr empfindlich und können sich dem Aquariumleben nicht wirklich anpassen.

Der Zoo Basel argumentiert, dass das Ozeanium «die Grösse des Ozeans, seine Vielfalt, seine Schönheit, aber auch seine Bedrohung» aufzeigen könne. Das ganze Ozeanium drehe sich zudem um das Thema Ressourcen und Nachhaltigkeit. Was spricht denn dagegen?

Die Meinung, man könne mit einem Ozeanium das Meer abbilden, ist total utopisch. Zumal sich die Tiere in einem Aquarium nicht so verhalten, wie sie es im Meer tun würden – im Gegenteil. Sie sind gestresst und zeigen ihre natürliche Verhaltensform nicht. Sie sehen nicht einmal aus wie in freier Natur.

Sondern?

Haie zum Beispiel pflegen Freundschaften und hängen gerne mit ihren Kumpels ab, schwimmen grosse Strecken und jagen nach unterschiedlichem Futter. Das sieht man im Aquarium alles nicht. In den Aquarien sind die Haie teilweise deformiert, weil sie sich ihre Flosse und Schnauze immer wieder an der Scheibe anschlagen und stets das gleiche Schwimmmuster an den Tag legen. Das ist doch nicht repräsentativ für ein so agiles Raubtier.

Auf einer Fläche von etwa 10’000 Quadratmetern sollen rund 4600 Kubikmeter Wasser als Lebensraum für Haie, Rochen, Pinguine, Korallen, Gezeitenzonen- und Tiefseebewohner dienen. Ist dies eine grosszügige Berechnung?

Es gibt kein Minimum oder Maximum. Egal, wie gross der Zoo Basel baut, der Platz wird einem Hai oder Pinguin ohnehin nicht gerecht. Zudem gibt es auch keine Richtlinien oder Regeln, wie viel Platz ein Fisch im Aquarium braucht. Für Gorillas gibt es solche Richtlinien, für Haie aber nicht. Eine artgerechte Haltung von Haien und anderen Fischen ist also meiner Meinung nach nicht möglich. Es gibt kein spezielles Fisch-Tierschutzgesetz, deshalb kann man mit den Tieren machen, was man will. Und das tut der Zoo Basel nun mit seinem Ozeanium.

«Die Tiere im Aquarium sind gestresst und zeigen ihre natürliche Verhaltensform nicht.»

Aber gerade in einem Binnenland wie der Schweiz, in dem die Verantwortung für die Meere leicht vergessen geht, wäre doch ein ständiger Gedankenanstoss wichtig, oder nicht? So erhalten die Kleinsten wenigstens Einblick in die Welt. 

Das ist wichtig, ja. Aber das geht auch mit Vorträgen, Dokumentationen oder Büchern. Tiere einzufangen, einzusperren und Geld damit zu machen ist nicht mehr zeitgemäss. Es geht nur darum, die Tiere für Geld zur Schau zu stellen. Es ist nicht mal ein Projekt, mit dem Forschung betrieben wird oder die Haltung von Meerestieren verbessert werden soll. Es ist ein ganz einfaches, jahrhundertealtes Konzept.

Der Zoo Basel legt aber gemäss eigener Aussage höchsten Wert auf das Wohl seiner Tiere und versichert, sie nach den neusten Erkenntnissen der Wissenschaft optimal zu halten. 

Es gibt keine «neusten Erkenntnisse der Wissenschaft». Sonst würde es ein Handbuch und Gesetze geben, wie grosse Meeresräuber gehalten werden müssten. Diese gibt es aber nicht.

Der Zoo orientiert sich an den Richtlinien der «European Union of Aquarium Curators».

Diese Richtlinien der EUAC stammen von Personen, die in einem Aquarium angestellt sind. Das ist so, als ob Donald Trump eine Studie finanziert, die herausfinden soll, ob Donald Trump ein guter Präsident ist. Das ergibt einfach keinen Sinn.

«Es gibt keine nachhaltigen Fangbetriebe oder Zuchtprogramme für grössere Meeresfische wie Haie.»

Dennoch betont der Zoo Basel immer wieder, dass die Beschaffung der Tiere für das Ozeanium keinen schädlichen Einfluss auf natürliche Populationen oder Ökosysteme hat.

Darüber kann ich nur lachen. Es gibt Salzwasserfische wie beispielsweise den Banggai-Kardinalfisch, die an den Rand der Ausrottung getrieben wurden, weil sie gerne als Aquarienfische gehalten werden. Zudem gibt es auch keine nachhaltigen Fangbetriebe oder Zuchtprogramme für grössere Meeresfische wie Haie. Es ist also fraglich, wie der Zoo Basel diese Fische besorgen will. Ein Zoo muss eigentlich öffentlich einsehbar machen, woher er die Tiere hat, aus welchen «Zuchtprogrammen» zum Beispiel. Nur passiert das nie. Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen. Beweise stehen aber bisher aus.

Gibt es für Sie denn gar nichts Positives an einem Ozeanium?

Ich liebe einen Besuch im Aquarium! Es sieht schön aus, ich liebe die Tiere, ich schaue sie mir gerne an. Aber all das nützt nichts, wenn man die wahren Hintergründe, das wirkliche Verhalten und Aussehen der Tiere in Freiheit und die Wahrheit hinter Glas kennt. Ein Aquarium ist eine schlechte Lüge, die nur gut ausschaut.

Falls das Aquarium in Basel gebaut wird, werden Sie es mal besuchen?

Natürlich – für meine Recherchen und um das zu dokumentieren, was ich den Menschen zeigen möchte: die Wahrheit hinter Glas. Auch wenn mir jeder ausgegebene Rappen in der Seele wehtut, weil ich weiss, wozu das Geld hinter den Kulissen wirklich ausgegeben wird: neue Fische und Tiere, keine Schutzprojekte im Meer.

Die wichtigsten Fakten rund um das Ozeanium

https://tageswoche.ch/+yu8Kj

Zolli-Projektleiter Thomas Jermann über das Ozeanium

https://tageswoche.ch/gesellschaft/wir-machen-nichts-was-korallenriffe-gefaehrdet/

Konversation

  1. Es geht grundsätzlich um die Frage, ob wir Menschen das Recht haben, so über Tiere zu verfügen, wie das Zolli Basel dies tut. Ich meine klar nicht. Dies wird auch in diesem Interview klar, auch wenn dieser Biologe zahllose Morde an Tiere begangen hat, die er sogar zugibt, über die er m.E. zu leicht hinweg geht. Das Strafrecht sollte diesbezüglich angepasst werden.

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  2. Interessante Fragen, gerade Antworten. Guter Journalismus!

    Inzwischen hat das Parlament abgestimmt. Trotz kluger Argumente, selbst bei den Genossen: Historismus obsiegt. Vision Nemo verliert. Vorläufig. Der es mit der Technik aufnimmt oder Fische fängt – wer knickt nun ein vor Robert Murdoch?

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    1. Nur irrt Weber und ihre Mitstreiter, wenn sie denken, der Zoo würde mit den Spendengelder dann „Vision Nemo“ unsetzen, wenn das Ozeanium abgelehnt wird. Ich habe für ein Ozeanium gespendet und werd meine Spende wieder zurücknehmen und nicht für ein Kino spenden. So werden es auch andere tun. Ich weiss nicht, woher Weber und Konsorten meinen, dass diese Spenden eins zu eins in ihr Projekt fliessen werden? Das ist Sand in die Augen der Stimmbürge gestreut. Denn das Ozeanium-Geld kommt nicht vom Kanton, sondern von Spenden!

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  3. http://lightofswitzerland.ch/index.php/aktuell/
    Wer gerne auch mal hinter die schöne Kulissenarchitektur eines Ozeaniums blicken möchte kann dies im Ripley’s Aquarium Of Canada in Toronto tun. Der technische Aufwand um die Lebensbedingungen im Ozean künstlich zu rekonstruieren ist enorm. Für dass, was die Natur im Ozean einfach so frei und kostenlos zur Verfügung stellt, benötigt ein Ozeanium riesige Hallen, Tanks, Leitungen, Pumpen, Temperatur- und Lichtregulatoren. Messgeräte zur Kontrolle der Wasserhinaltsstoffe wie Salz, Mineralien, Mikroben, Bakterien, Algen, HP-Wert etc. liefern ununterbrochen Daten an die regulativ agierende Kontroll- Steuerungszentrale. Die Kosten für Betrieb, Wartung und Unterhalt sind nicht annähernd mit denen eines Kunstmuseum vergleichbar.

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    1. Sie haben natürlich recht, „la Suisse n’existe pas“„ und im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss!

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  4. Das basler ozeanium- vorhaben, ist für mich ein paradebeispiel dessen,wie eine stadt längst verschwundendem glanz, einer idee visueller nicht greifbaren faszination, nämlich goldfisch im runden glas aufholen möchte.ich habs vor augen und träum mir was. Geil wars und nun fischstäbchen.oder wie soll das sein mit dem soziökokululturellen aspekt?

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  5. Und wenn ich jetzt sagen würde, mein goldfisch hats gut in der kugel, dann macht der hai im ozeanium einen looping vor freude…

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  6. Eines sollten wir alle zusammen bedenken: Wollen wir soviel Geld für ein Ozeanium aufwerfen? Wir könnten denselben Betrag auch in den Schutz von Meerestieren stecken: Plastik, Atommüll und vieles mehr werden wir in Zukunft in unseren Meeren in Ordnung bringen müssen. Sollten wir nicht lieber damit anfangen?

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  7. Zollis gibts doch schon über hundert jahre. Sterben deswegen seit jahrzehnten X tierarten nicht aus oder sind in ihrer ausrottung nicht bedroht? Zum thema zeitgemäss…meine nichte meinte im circus nock…“das isch soooo gemein, die tier hän jo viel zwenig platz und s’isch viel zlut…war diese veranschaulichung nötig um aus einem unaufgeklärten mädchen(10j.), welches „zeitgemäss“ gar noch nicht denken und reflektieren kann, nötig? (Alle anderen darbietungen von artisten haben sie vollauf begeistert, die tiernummer wäre gar nicht mehr nötig gewesen…hätte sie nicht vermisst)Wenn ja, dann her mit dem ozeanium, dass in sachen aufklärung und erhaltung „unserer“ tierischen artenvielfalt meint, es könne irgendwas gegen dessen ausrottung oder erhaltung bewirken. Wer die majestestätischen prachtsviecher unserer erde erlegt, sind ja die, welche einen tollen pelz, ein hornpulverpotenzmittel, ein flossengourmet oder eine tolle trophäe überm cheminée wollen. Die waren in kindesjahren wie du und ich auch im zolli…
    Ausserdem würde das ozeanium e ein finanzieller abschiffer. Bitte publiziert mal die rückläufigen besucherzahlen national-und europaweit bei bestehenden ozeanien.
    Baut lieber ein neues hallenbad für basel!

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  8. Ich habe da noch ein paar Gedanken und Fragen…

    Was hat ein Ozeanium mit eingesperrten Fischen mit dem Meer zu tun? Wie kann man die Schönheit und die Fragilität der Weltmeere im Ozeanium visuell erfahren?
    Vielleicht wenn man nach einem Besuch mit dem Jet auf eine Südseeinsel braust und dort mit dem Schnorchel die Plastikteile anschaut, die der intelligente Homo Sapiens zum Schaden der Natur im Meer versenkt hat?

    Einige bekannte Facts:
    Jedes Jahr gelangen geschätzte 12 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Meere. Schätzungsweise sind bereits insgesamt mindestens 86 Millionen Tonnen Plastik in die Meere gelangt, wovon ein grosser Teil auf den Meeresgrund abgesunken ist. Zusätzlich gelangt Mikroplastik in die Gewässer und in die Ozeane. Mikroplastik entsteht durch Abrieb von Autoreifen, beim Waschen von Kunststofftextilien oder durch den Zerfall von Plastikmüll. Zusätzlich werden kleine Kunststoffpartikeln Kosmetikprodukten wie Hautcremes, Peelings, Duschgels und Shampoos beigemengt und gelangen über das Abwasser in Flüsse und Meere. Mikroplastik kann von Meeresorganismen aufgenommen werden: In vielen Tieren wurden solche kleinen Kunststoffpartikel gefunden. Das zur heutigen Situation im Meer.

    Und nun wollen Sie also in Basel ein millionenteures Ozeanium aufstellen und dies rechtfertigen Sie mit ´staunenden Kinderaugen´und behaupten, dass der Profit nicht im Vordergrund steht? Wir nennen es nicht profit, aber es braucht sehr viel Geld, so etwas zu unterhalten und dafür muss man sehr viel Einnahmen generieren.

    Und wenn der Prunkbau steht wird es zuerst einen Boom vom Touris geben, die selbstverständlich nicht zu Fuss kommen können und wollen.
    Und wenn der Besucherstrom zurückgeht dürfen wir das Jammern über fehlende Einnahmen hören. Irgendjemand muss das dann ja bezahlen.
    Oder wollen Sie die im Ozeanium eventuell erhaltenen Fische wieder zurück ins total verseuchte Meer aussetzen.

    Das Argument der Wirkung von Schutz der Arten und erzieherischem Wert, weil die Jugend beim Besuch sieht, wie wichtig es ist unsere Meere und Tiere zu schützen komme ich mit einer nächsten Frage: Ja wo ist denn die Wirkung geblieben, wenn wir heute in unsere Weltmeere sehen? Sehen und EINSEHEN ist eben nicht das gleiche.

    Nein, meine lieben Freude und Befürworter des Ozeaniums in Basel. Ich bin vehement dagegen weil uns das nichts weiter bringt als einen weiteren Kostenfresser der zudem ganz eindeutig noch mehr Verkehr und Verschmutzung bringt.
    Den Meeren und Fischen ist damit überhaupt nicht geholfen. Dort wäre HANDELN angesagt, es ist bereits NACH Zwölf. Und die Frage ist nicht, wer ist Schuld, sondern wer beginnt zu Handeln.

    Mit den Millionen für das Ozeanium könnte man vieles machen, das mehr bringt. Zum Beispiel mitzuhelfen, den unseligen Plastikmüll aus den Meeren zu holen. Und im Zolli gäbe es auch bescheidenere Möglichkeiten, zum Beispiel mit klaren Botschaften zur Zerstörung unserer Welt gezielte Projekte zu machen.

    Ich hoffe, die Basler Stimmberechtigten können darüber abstimmen, ob es ein Ozeanims braucht. Und ich bin zuversichtlich, dass die Mehrheit nicht der Meinung ist, dass uns das weiter bringt.

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  9. Die mit Abstand grösste Gefahr für die Meere ist deren Erwärmung und Übersäuerung durch die anthropogene CO2-Belastung. Daher ist es unangebracht und absolut nicht mehr zeitgemäss, als 35-jähriger Abenteurer über 100 Länder zu bereisen.

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  10. … aber Hallo … da haben wir in Basel ja knapp aufgeklärtes Mittelalter, wenn ich diese sorgfältig nummerierten Kommentare lese, Descartes lässt grüssen, wie richtig bemerkt … Basel braucht kein Ozeanium … es gibt bereits Ozeane, und da gibt es genug zu tun, meine ich … fängt ja bereits bei der Plastiktüte im Migros beim Bezahlautomaten an … Mit dem ersten Satz sagt der Interviewee alles: „Ich finde das unangebracht und absolut nicht mehr zeitgemäss.“

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  11. Man kann ja alles schlecht reden…ob das jedoch unseren Weltmeeren zur Rettung hilft, sei dahingestellt.
    Ich denke es gibt nur eins und das ist objektive Information auf allen Ebenen die unserer Gesellschaft zur Verfügung steht. Der Homo sapiens ist unter anderem ein sehr visuelles Wesen, nichts hinterlässt bei ihm stärkere Eindrücke als das Gesehene! Als freier Mitarbeiter im Freundeverein Zoo Basel, verblüffen mich immer wieder die staunenden Augen der Kinder. Diesen Kindern und kommende Generationen, muss die Möglichkeit gegeben werden, die Schönheit und die Fragilität der Weltmeere visuell zu erfahren. Nach mehr als 45-jähriger Erfahrung in Grossaquaristik, ist der Zoo Basel mit Sicherheit qualifiziert das Ozeanium so zu führen, dass der Wissenschaft, dem Artenschutz und der Aufklärung, gedient ist…nebenbei Profit steht mit Sicherheit nicht im Vordergrund!

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    1. Herr Vogler, ich habe da noch ein paar Fragen an Sie und Ihre Freunde der Befürworter eines Ozeaniums

      Sie fangen an mit ´man kann ja alles schlecht reden…`
      Und schreiben von ´objektiver Information.´
      Was hat ein Ozeanium mit eingesperrten Fischen mit einem objektiven Vergleich zum Meer zu tun? Wie kann man die Schönheit und die Fragilität der Weltmeere im Ozeanium visuell erfahren?
      Vielleicht wenn man nach einem Besuch mit dem Jet auf eine Südseeinsel braust und dort mit dem Schnorchel die Plastikteile anschaut, die der intelligente Homo Sapiens zum Schaden der Natur im Meer versenkt hat? Leider ist es so, dass immer noch sehr viele der Gattung Homo Sapiens nicht begriffen haben wo wir heute stehen, obwohl sie das ganze Fiasko schon x-Mal gesehen haben.

      Einige Fakten:
      Jedes Jahr gelangen geschätzte 12 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Meere. Schätzungsweise sind bereits insgesamt mindestens 86 Millionen Tonnen Plastik in die Meere gelangt, wovon ein grosser Teil auf den Meeresgrund abgesunken ist. Zusätzlich gelangt Mikroplastik in die Gewässer und in die Ozeane. Mikroplastik entsteht durch Abrieb von Autoreifen, beim Waschen von Kunststofftextilien oder durch den Zerfall von Plastikmüll. Zusätzlich werden kleine Kunststoffpartikeln Kosmetikprodukten wie Hautcremes, Peelings, Duschgels und Shampoos beigemengt und gelangen über das Abwasser in Flüsse und Meere. Mikroplastik kann von Meeresorganismen aufgenommen werden: In vielen Tieren wurden solche kleinen Kunststoffpartikel gefunden. Das zur objektiven Situation unserer Meere.

      Und nun wollen Sie also in Basel ein millionenteures Ozeanium aufstellen und dies rechtfertigen Sie mit ´staunenden Kinderaugen´und behaupten, dass der Profit nicht im Vordergrund steht?
      Und wenn der Prunkbau steht wird es einen Boom von Touris geben, die selbstverständlich nicht zu Fuss kommen wollen.
      Und wenn der Besucherstrom nach dem Boom zurückgeht dürfen wir das Jammern über fehlende Einnahmen hören. Irgendjemand muss das dann ja bezahlen.

      Wollen Sie später die im Meer fehlenden Fische mit Züchtungen aus dem Ozeanium ersetzen?

      Das Argument der Wirkung von Schutz der Arten und erzieherischem Wert ist nicht haltbar. Oder denken Sie, dass unsere Jugend beim Besuch einsieht, wie wichtig es ist unsere Meere und Tiere zu schützen?
      Hat den der Zoobesuch, den es schon sehr, sehr lange gibt, etwas bewirkt im Hinblick auf die Zerstörung der Natur?

      Nein, meine lieben Freude und Befürworter des Ozeaniums in Basel. Ich bin vehement dagegen weil uns das nicht weiter bringt. Den Meeren und Fischen ist damit überhaupt nicht geholfen. Dort wäre Handeln angesagt, es ist bereits NACH Zwölf.

      Mit den Millionen könnte man vieles machen, das mehr bringt. Zum Beispiel mitzuhelfen, den unseligen Plastikmüll aus den Meeren zu holen. Und so weiter, und so weiter.

      Ich hoffe sehr, dass es zu einer Abstimmung kommt. Und ich bin zuversichtlich, dass die Stimmberechtigten entscheiden können ob es ein Ozeanium in Basel braucht.

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    2. Herr Weber, ich glaube wir sind uns hier alle einig, dass der Schutz der Meere ein absolut zentrales Thema ist, dessen wir uns als Gesellschaft schnellstmöglich annehmen sollen und müssen. Allerdings scheint mir, vermischen Sie diese Thematik nicht unbedingt zielführend mit dem Ozeanium.

      – Die „später im Meer fehlenden Fische“ werden nicht durch das Ozanium verursacht, sondern durch Überfischung, Übersäuerung, Erwärmung etc.
      – Das Ozeanium wird mit Sicherheit das Problem des Mikro- und Makroplastik in den Weltmeeren thematisieren und hierzu professionell und transparent informieren, wie es sich für eine solche Institution gehört. Die Bevölkerung kann also auf diesem Weg wirksam aufgeklärt und sensibilisiert werden. Meines Wissens sind auch Kooperationen mit Meeresforschungsstationen geplant, die neueste wissenschaftliche Erkenntnisse an die Bevölkerung weitergeben können.
      – Sie reden immer wieder von den Millionen, die man auch anders investieren könnte. Diese Millionen, 57 bis jetzt an der Zahl, sind ausschliesslich (!) Spendengelder. Sie brauchen sich also nicht zu sorgen, dass ihr Steuergeld für etwas ausgegeben wird, dass Sie nicht möchten. Völlig offensichtlich gibt es aber Leute, die ihr Geld gerne diesem Projekt zur Verfügung stellen, weil sie es sinnvoll finden.

      Da das Projekt weder profitorientiert ist (der Zoo ist eine private non-profit-Aktiengesellschaft), noch den Steuerzahler etwas kosten wird (ausschliessliche Finanzierung durch Spendengelder), gibt es meiner Meinung nach „nur“ ein konkretes (aber wichtiges) Gegenargument: das Tierwohl. Wie bereits ausgeführt, werden vergleichsweise wenige Tiere ihrem Habitat entnommen. Für diese Individuen ist das nicht toll, da gibt es wohl keine zwei Meinungen. Dennoch wird die Haltung so tierfreundlich wie irgend möglich umgesetzt werden. Es arbeiten zudem kompetente Meeresbiologen beim Zoo, die sich für das Tierwohl einsetzen. Die bestmöglichen Voraussetzungen werden also gegeben sein. Wer sich aber trotzdem darüber empören möchte, sollte sofort aufhören, tierische Proteine jedwelcher Art zu sich zu nehmen. Die meisten Tiere, die wir jeden Tag bedenkenlos zu uns nehmen haben keinen einzigen Tag in Freiheit erlebt und werden grösstenteils unter prekären, artfremden Bedingungen gehalten. Und hier sprechen wir von Milliarden Tieren weltweit. Setzen Sie sich dagegen ein!

      Im Interview wird zum Beispiel von Haien gesprochen. Pro Jahr werden etwa 35 Millionen Haie gefischt. 35 Millionen! Das sind beinahe 100.000 Tiere pro Tag. Und das nur, um die Flossen „zu ernten“, der Rest der Tiere wird zurück ins Wasser geworfen. Googeln Sie „shark-finning“. Das sind die wirklichen Probleme. Wenn im Ozeanium 2, 3 Haie schwimmen, die dann als Botschafter für solche Problematiken herhalten können, ist das aus meiner Perspektive absolut vertretbar.

      Versuchen wir also, die grossen Probleme der Weltmeere nicht dem Ozeanium zuzuschieben. Dieses wird die Probleme nicht vergrössern, hat aber durchaus Potential, mit guten Ausstellungen, Führungen, Vorträgen, Schulungen etc. die Bevölkerung zu sensibilisieren und aufzuklären.

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    3. Es sind nicht 35 Millionen sonder 100.000.000 Haie die jährlich der Gier der Menschen zum Opfer fallen.
      Jedes Individuum ist entscheidend wichtig, welches überlebt, wir und sie wissen es auch, grössere Haie haben keine lange Überlebenschance in Aquarien, auch in basel nicht.
      Um den Leuten zu zeigen was in den Meeren los ist, brauchts kein Ozeanium, denn dies vermittelt genau das Gegenteil, der Mensch kann mit diesen Lebewesen machen was er will.
      Das Mikroplasik ist allgegenwärtig, und es wird zusammen mit dem Klimawandel, der massiv vom Menschen unterstützt wird, die Meere in den Kollaps treiben.
      Und sie denken ein Ozeanium kann die Leute zum Umdenken bringen?
      Die Leute hören zum Fleischessen auf, wenn man sie in einen Schlachthof mitnimmt oder ihnen investigative Aufnahmen solcher zeigt und nicht die konstruierte heile Welt einer Pro Natura Werbung in der letzten COOP Zeitung.

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  12. Die Fondation Weber hat sich seit der Zweitwohnungsinitiative unglaubwürdig gemacht. In aggressiver Wortwahl dagegen kämpfen aber ihr Chef besitzt mehrere Zweitwohnungen quer über den Kontinent verteilt. Welch Doppelmoral und Heuchlerei!

    Ich danke den Zoologen für ihre Richtigstellung und sehe es genau so wie die beiden. Pro Ozeanium und kontra polemische Dagegenstimmung, welche einem Faktencheck kaum standhält!

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    1. Alles gut. Leider kann man in diesem Forum seine Beiträge nicht bearbeiten/überarbeiten oder orthographisch verbessern, wenn sich der Fehlerteufel eingeschlichen hat.

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    2. Für einmal bin ich nicht einverstanden mit Ihnen, Georg. Wenn jemand für den Erlass eines Gesetzes kämpft, bedeutet das nicht, dass er sich selbst schon vorgängig freiwillig an das zu erlassende Gesetz halten muss. Man fordert ja genau dann Gesetze, wenn der Appell an die Moral nicht ausreicht. Insofern sind die Zweitwohnungen der Webers eher Bestätigungen ihres Engagements. Ich finde es auch prinzipiell nicht in Ordnung, von Initianten von Gesetzen eine höhere Moral zu verlangen.

      Ebenso schwach finde ich den übertriebenen Moralismus in Tierrechts- und Minderheitenanliegen. Es gilt das Gleichgewicht zu Fragen der sozialen Gleichheit für grosse Teile der Bevölkerung zu halten. Bei vernünftigem Betrieb (und damit rechne ich fest) überwiegt der Nutzen des Ozeaneums meines Erachtens stark die Schäden.

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    3. Und wo genau überwiegt welcher Nutzen was? Ich war des öfteren als Kind im Zoo, der einzige Nutzen war Zeitvertreib.

      Und mit Schäden meinen sie tote Tiere, gestresste, einsame Tiere und unklare Fangmethoden?

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    4. Tut es das? Erklären sie mir doch bitte den Nutzen von auf viel zu engem Platz eingesperrten Tieren.
      Oder sehen sie die Erregung von Mitleid als Nutzen? Dann gebe ich ihnen recht, wobei dieser Nutzen als nicht besonders hoch einzustufen ist, gerade, wenn man die Kosten bedenkt.
      Früher gab es auch noch „Völkeraustellungen“ oder wie auch immer man sie nannte, von denen man behauptete sie wären von grossem Nutzen für die Bevölkerung.

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    5. Sie müssen schon sehr sehr griesgrämig sein, um in einem Zoo nur Negatives zu sehen. Die Tiere, die im Zoo leben, sind geschützt vor Fressfeinden, werden bei Parasitenbefall und Krankheiten behandelt und bekommen täglich genug und gutes Essen. Sie scheinen ein etwas romantisches Bild vom Leben in der Wildnis zu haben. Natürlich ist kein Zoo perfekt, so wie das Leben nie perfekt ist, aber es gibt bessere und schlechtere Tierhaltung. Und falls Sie schon mal mit Kindern in einem Zoo waren (und ihnen nicht Ihr trauriges Weltbild vermittelten), könnten Sie auch ein paar Nutzen eines Zoos benennen. Soll ich Ihnen auch noch die Nutzen für Erwachsene aufzählen?

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    6. Ich denke nicht, dass ich ein besonders romantisches Bild der Natur habe. Dazu kann man auch Dokus gucken, wo man noch tatsächlich über Tiere staunen kann, da sie in ihrem natürlichen Umfeld sind.
      Die Frage geht doch dahin, was ein gutes Leben ausmacht. Mir scheint, sie meinen diese Frage stellvertretend für die Tiere beantworten zu können, was jedoch nicht der Fall ist.
      Ich würde auch das sicherste und bestausgestatteste Gefängnis niemals der Freiheit vorziehen – sie etwa?

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    7. Die Tiere im Zoo sind vor allem eines, gefangen. Sich am Anblick von unnatürlich gehaltenen Lebewesen zu erfreuen ist nichts was im im 21 Jahrhundert weiter verfolgen sollte.

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  13. Warum dieses Interview so schlecht ist verstehe ich nicht. Es gibt die Meinung von Lehmann wieder, die euch im Hals steckengeblieben ist. Ihr outet euch als Experten damit klar ist, dass jeder Widerspruch gegen eure Meinung nicht kompetent genug ist. Ich gehe davon aus, dass ihr, Korrelianus (ist das ihr ein Pseudonym?) und Häsler für dieses Projekt seid. Mich hat euer Statement nicht überzeugt, das von Lehmann aber schon. Es braucht kein Ozeanium. Diese Millionen wären in nachhaltige Umweltprojekte besser investiert.
    Was für ein stupider Gigantismus!

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  14. Naja, sorry, Herr Lehmann, aber dieses Interview ist doch eher schwach. Bin selber Zoologe. Wenn man sich schon aus dem Fenster lehnt und so ein Statement abgibt, sollte man sich zuerst mit dem vorliegenden Projekt befassen.

    Zitat 1: „Mittlerweile ist aber nachgewiesen, dass einige Fischarten ähnlich Schmerzen, Stress, Langeweile, Einsamkeit oder Angst empfinden wie wir Menschen.“ Wichtig in diesem Satz: das Wörtchen „einige“. Ob diese wenigen Arten im Ozeanium vorgesehen sind, weiss noch niemand, ganz bestimmt nicht Herr Lehmann. Die meisten gezeigten Arten werden kaum solche Eigenschaften besitzen.

    Zitat 2: „Eine artgerechte Haltung ist vielleicht bei Vogelspinnen möglich, bei Fischen geht das aber genauso wenig wie bei Elefanten oder Tigern.“ Fische mit Säugetieren zu vergleichen ist absoluter Mumpitz. Setzieren Sie einmal ein Fisch und suchen Sie nach dem Gehirn. Schon alleine die physiologischen Unterschiede sollten einem Laien klar machen, dass da Äpfel mit Birnen verglichen werden.

    Zitat 3: „Ich wollte keine Tiere mehr einfangen und einsperren. Je mehr ich sie in freier Natur beobachtete, desto weniger wollte ich ihnen ihre Freiheit nehmen.“ Das ist ja schön und gut, ich bin selber sehr tierliebend, daher meine Berufswahl. Wenn ich aber bei einer sehr kleinen Fluktuation von Individuen die Tiere in Basel anschauen kann, fliege ich vielleicht nicht ans Rote Meer. CO2-Ausstoss vermindert, Stress der Tiere im eigenen Lebensraum vermindert, Schäden an Korallenriffen durch unvorsichtige Taucher vermindert etc. etc. Es ist sehr gut, dass nicht alle Menschen mit jungen 35 Lenzen bereits 100 Länder bereist haben wie Herr Lehmann.

    Zitat 4: „Sie waren derart gestresst und geschwächt vom Fang, Transport und der Eingewöhnung, dass sie nicht lange überlebten. Oder wenn sie im Aquarium landeten, dann starben sie kurze Zeit später. Viele Meeresfische sind sehr empfindlich und können sich dem Aquariumleben nicht wirklich anpassen.“ Wurde vom Zoo bereits mehrfach wiederlegt. Die Zahlen zu den Sterberaten des Vivariums sind einsehbar, auch diejenige der Transporte. Beide sind extrem tief. Warum sich dies beim Ozeanium ändern soll, entzieht sich meiner Wahrnehmung.

    Zitat 5: „Tiere einzufangen, einzusperren und Geld damit zu machen ist nicht mehr zeitgemäss. Es geht nur darum, die Tiere für Geld zur Schau zu stellen. Es ist nicht mal ein Projekt, mit dem Forschung betrieben wird oder die Haltung von Meerestieren verbessert werden soll.“ Der Zoo verdient kein Geld. An dieser Aussage spürt man am besten, dass sich Herr Lehmann kein bisschen mit dem Zoo oder dem Ozeanium auseinandergesetzt hat. Forschung ist zudem, wie bereits im Zoo vorgelebt, vorgesehen. Fragen Sie einmal Basler Biologiestudierende, wieviele von ihnen ihr Forschungsprojekt im Zoo Basel absolvieren. Viele Studis werden froh sein, das im Ozeanium tun zu können.

    Zitat 6: „Darüber kann ich nur lachen. Es gibt Salzwasserfische wie beispielsweise den Banggai-Kardinalfisch, die an den Rand der Ausrottung getrieben wurden, weil sie gerne als Aquarienfische gehalten werden.“ Wieder ein Vergleich von Äpfel und Birnen. Es geht hier nicht um den Fang für private Aquarien. Der Zoo arbeitet seit vielen Jahren mit ausgesuchten, spezialisierten Fangfirmen zusammen, die gezielt einzelne Individuen aus gesunden Populationen extrahieren. Das Equilibrium wird nicht gestört, genauso gut hätte das Individuum von einem Prädator gefressen werden können. Hier vorzuzeichnen, Populationen könnten durch das Ozeanium gefährdet werden, ist völlig realitätsfremd und zeugt, einmal mehr, von keiner Kenntnis des Projektes.

    Summa summarum wirklich ein schwaches Interview. Ich hoffe, die Basler Bevölkerung informiert sich besser als Herr Lehmann.

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    1. Danke für diesen tollen und detaillierten Kommentar zu diesem schrecklichen Interview! Ich sehe das genau so wie Sie. Bin selbst auch Zoologe und ja, es gab und gibt viele Forschungsprojekte schon im alten Vivarium und wird es sicher auch im neuen Ozeanium geben.

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    2. Zu Punkt 3: Es könnte aber auch durchaus sein, dass das Ozeanium genau die Leute dazu animiert, ans Meer zu fliegen/fahren, um die Meeresbewohner „live“ zu erleben…..
      Man weiss es nicht so genau!

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    3. @Korellianus: Zuerst einmal finde ich es ungeschickt, dass sie hier nicht mit ihrem Namen einstehen. Zweitens kann man mit guten Gründen gegen ein solches Ozeanium sein oder können sie mir als Zoologe eine artgerechte Haltung dieser Tiere zusichern?

      Können sie nicht, denn das würde sie als Zoologe disqualifizieren. Die Tiere können maximal möglichst artgerecht gehalten werden. Das verstehen auch die Kinder mit den grossen Augen.

      Und wieso nicht das Eine mit dem Anderen verknüpfen? Auch das darf man, denn bei einem Ozeanium geht es in erster Linie um die zur Schaustellung von Tieren und das gegen Eintritt/ Geld. Das darf man kritisch hinterfragen und sich fragen, ob diese vielen Millionen nicht primär in den Schutz von Meerestieren eingesetzt werden sollten. Denn das Umdenken & ökologisches Handeln sind wichtig, wichtiger als die zur Schaustellung von Tieren. Das ist meine Meinung und ich hoffe, dass viele andere auch so denken.

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    4. „… Zuerst einmal finde ich es ungeschickt, dass sie hier nicht mit ihrem Namen einstehen….“
      Soso, Herr Minister, wie lautet denn Ihr Name?

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    5. Ich bin froh, dass in der Diskussion auch Fakten vorkommen, wie die des Zoologen.
      Herr Lehmann als Weltenbummler ist definitiv unglaubwürdig. Nicht alle haben das Geld und die Musse um in der ganzen Welt herumzujetten und ob das den Weltmeeren hilft ist fragwürdig. Es ist so diese Einstellung, ich darf aber nicht die anderen.

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    6. Zoologe also!
      Es spielt keine Rolle ob der Korellianus Zoologe ist oder sonstwas, es fehlt vielen dieser „Experten“ an der nötigen Empathie für Tiere.
      Zu 1. und 2., wenn etwas nicht nachgewiesen ist, schliesst dies auf keinen Fall aus, dass es nicht sein kann. Ich tauche selbst seit über 30 jahren und gehe immer davon aus, dass Fische absolut leidensfähige Organismen sind. Und hier haben wir den Knackpunkt, wenn jemand fähig ist zu Leiden, dann muss man alles tun, damit dieser Organismus nicht leiden muss.
      Wer jemanden allein aufgrund der komplexität seines Gehirnes Leidensfähigkeit abspricht, der macht es sich etwas sehr einfach.
      Was geschieht dann mit behinderten Menschen, ist hier allein die Spezieszugehörigkeit ausschlaggebend, dass wir sie als minderwertig und nicht Schützenswert, bzw. leidensfähig einstufen?
      Das ist eine rein anthropozentrische Denkweise und sehr beschränkt. Denn sie stellt uns mal wieder an die Spitze der Evolution, das sind wir allerdings nicht wirklich, denn wir zerstören alles was uns in den Weg kommt und letztendlich auch unseren eigenen Lebensraum.
      Die artgerechte Haltung ist etwas das sich selbst schon ausschliesst, etwas zu halten und aber gelichzeitig seinen natürlichen Freiheitsdrang zu beschränken. Artgerecht ist nur die Freiheit und wird es immer sein.
      Man muss Tiere nicht einsperren um sie zu schützen oder als schützenswert anzusehen, man kann den Menschen die Tiere auf viel spektakulärere Art die Tierwelt näherbringen, dies auch wesentlich öko- und ökonomischer.
      Spielt es eine so grosse Rolle ob man ein Tier hinter einer dicken Acryglasscheibe beobachtet, mit dem man so nie in direkten Kontakt treten kann oder wäre es besser die Tiere in ihrer gewohnten Umgebung mit 7D Technologie spektakulär nahe zu bringen und sie in ihren natürlichen Verhalten darzustellen?
      Das Ozeanium in Basel ist ein reines Prestigeobjekt und wird weder Mensch und am wenigsten den „Gefangenen“ selbst etwas bringen.
      zu 4., wer stellt denn die Zahlen zur Verfügung und garantiert die Richtigkeit? Genau, der basler Zoo. Es kann sich jede/r selbst seinen Reim darauf machen wie repräsentativ diese Zahlen wirklich sind oder sein können. In dem Betrieb in dem ich arbeite, stehen mehrere Aquarien die vom Basler Zoo betreut werden, es sind „nur“ Süsswasserfische und es stirbt mindestens wöchentlich ein Tier, taucht diese auch in den Statistiken auf?

      Natürlich wird wieder mit der ach so gefährlichen Freiheit kokettiert und der wunderschönen heilen sicheren Welt in einem Aquarium.
      Stellen sie sich einfach selbst die Frage wie sie leben möchten, in Freiheit mit all den Vor und Nachteilen die sie mit sich bringt oder in einem sicheren Gefängnis.
      Keiner dieser Fachleute hat jeh eine solche Frage beantwortet, weil sie ach so absurd ist.
      Klarer Fall von Speziesismus.

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