Wer Munition für eine Hexenjagd liefert, macht sich mitschuldig

Die BaZ triumphiert, weil sie Franziska Schutzbach aus der Uni geschrieben hat. Das stimmt zwar nicht, gewonnen haben die Hetzer dank Mithilfe von Uni-Rektorin und linken Politikern trotzdem.

Die BaZ bläst zur Jagd auf Franziska Schutzbach und Rektorin Schenker-Wicki und die SP-Präsidenten Koller und Pfister liefern die Patronen. (Bild: Illu: Hans-Jörg Walter)

Zunächst war es nur eine der üblichen üblen Kampagnen. «Weltwoche»-Vize Philipp Gut grub einen Beitrag aus, den Genderforscherin Franziska Schutzbach vor eineinhalb Jahren auf ihrem privaten Blog publiziert hatte. Darin forderte sie provokativ Boykottmassnahmen gegen SVP-Politiker.

Ein gefundenes Fressen für Gut, denn Schutzbach steht nicht nur politisch für alles, was er hasst, sie gehört mit Philipp Sarasin und Svenja Goltermann auch zu den Herausgebern des Blogs «Geschichte der Gegenwart». Auch gegen Goltermann und Sarasin hatte Gut schon angeschrieben, mit dem Resultat, dass er wegen übler Nachrede verurteilt wurde. Nun nahm er jemanden aus dem Umfeld seiner Intimfeinde ins Visier.

Weil Schutzbach am Zentrum Gender Studies der Uni Basel einen Lehrauftrag hat, sprang die «Basler Zeitung» mit auf den Zug und trug die Frage der «Weltwoche» nach Basel, ob so jemand an der Uni lehren dürfe. Nein, fand die Basler SVP und forderte umgehend, Schutzbach sei aus der Uni zu entfernen und ebenso aus der Basler Gleichstellungskommission, bei der sie Mitglied ist.

So weit kannte man diese Art Kampagne schon. Was dann geschah, hingegen noch nicht: Linke Politiker liessen sich vor den BaZ-Karren spannen. Der grüne Grossrat Thomas Grossenbacher attestierte Schutzbach «demokratiefeindliche Züge». Der Baselbieter SP-Präsident Adil Koller sprach von einem «Mangel an Demokratieverständnis».

Auch sein städtischer Amtskollege Pascal Pfister konnte nicht aufs Maul hocken und gab zu Protokoll: «Ob die private Äusserung auf einem Blog in Bezug auf ihre Lehrtätigkeit ein Problem darstellt, muss die Universität beurteilen.»

Immerhin sah Pfister bald ein, dass er Munition für eine Hexenjagd geliefert hatte, und gab öffentlich zu: «Es war ein Fehler, wie ich mich gegenüber der ‹Basler Zeitung› in dieser Sache und in diesem eigentlich offensichtlichen Zusammenhang geäussert habe.»

Statt ihre Angestellte aus dem Schussfeld zu nehmen, lieferte die Uni-Rektorin den Jägern Munition.

Am Mittwochabend verkündete dann auch Adil Koller via Facebook und Twitter: «Es war ein Fehler von mir, dass ich mich in der Anfangsphase so zum Blog­eintrag geäussert habe, dass meine Zitate für die Hetzjagd verwendet werden konnten. Ich habe mich deswegen auch bereits bei Franziska Schutzbach entschuldigt.» An der grundsätzlichen Kritik am Blogeintrag hielt er aber fest.

Der Schaden war angerichtet, und es kam noch schlimmer. Die Rektorin der Uni Basel, Andrea Schenker-Wicki, hat nichts Besseres zu tun, als Schutzbachs Blogbeitrag in der BaZ zu kommentieren: «Es ist undemokratisch, Ausgrenzung und Boykotte zu fordern.»

Statt sich vor ihre Angestellte zu stellen oder zu schweigen mit dem Hinweis, dass Schutzbach den skandalisierten Text privat verfasst hatte, liess die Rektorin Schutzbach fallen. Dieses Verhalten erinnert an den Baselbieter Sicherheitsdirektor Isaac Reber, der vor einer BaZ-Kampagne einknickte und Sibel Arslan trotz gültigem Arbeitsvertrag schon vor ihrem Stellenantritt als Leiterin Straf- und Massnahmenvollzug absetzte.

Das Ziel ist isoliert, es steht schutzlos da. Das ist kein Journalismus, sondern eine Treibjagd.

Zumindest das Präsidialdepartement heulte nicht mit den Wölfen. Dieses hielt zum Verdruss der BaZ fest, Schutzbach erfülle die Anforderungen an Mitglieder der Gleichstellungskommission in «hohem Masse» und sei für ihr Amt als «qualifiziert» einzustufen.

Mit den Aussagen der linken Männer und der Uni-Chefin konnte die BaZ trotzdem ein klares Bild zeichnen: Schaut, sogar die eigenen Leute wenden sich von ihr ab. Das Ziel ist isoliert, es steht schutzlos da. Das ist kein Journalismus, sondern eine Treibjagd.

Am Dienstag meldete die BaZ, Mitglieder des Unirats hätten bei der Rektorin interveniert und diese habe sich anschliessend an Dekan Walter Leimgruber gewandt, dessen Philosophisch-Historischer Fakultät das Zentrum Gender Studies angegliedert ist. Und der Dekan sagte der BaZ, was sie hören wollte: «Frau Schutzbach hat für das nächste Semester keinen Lehrauftrag erhalten.»

Allerdings betont Leimgruber gegenüber der TagesWoche, er habe gegenüber der BaZ nur gesagt: «Frau Schutzbach hat für das nächste Semester keinen Lehrauftrag.» Das in diesem Kontext wichtige Wort «erhalten» habe der Autor hinzugefügt.

«Die BaZ und ihre Anhänger feiern einen Sieg, den es nicht gibt.»

Dekan Leimgruber legt Wert auf die Feststellung, es sei nicht gegen Schutzbach entschieden worden: «Wir haben nie einen solchen Entscheid gefällt, denn es wurde nie ein Lehrauftrag für Frau Schutzbach für das nächste Semester beantragt.» Zudem hält er fest, er habe der BaZ gegenüber nicht gesagt, dass Schutzbach nicht weiter an der Universität lehren werde.

https://tageswoche.ch/gesellschaft/causa-schutzbach-bullshit-der-basler-zeitung/

Franziska Schutzbach selber hält sich derzeit mit Äusserungen zurück. Den TagesWoche-Artikel mit Leimgrubers Klarstellungen teilte sie aber auf Facebook mit der Bemerkung: «Das hier ist vorerst entscheidend: Die BaZ und ihre Anhänger feiern einen Sieg, den es nicht gibt.»

Die Hexenjagd hat Erfolg, wenn ihr niemand Einhalt gebietet.

Die BaZ triumphiert trotzdem: Sie hat ihre Trophäe und auch noch gleich den Zorn der Aufgeklärten auf die Uni gelenkt. Unter gütiger Mithilfe von Parteipräsidenten und Uni-Rektorin kann sie so tun, als hätten sie eine missliebige Wissenschaftlerin aus ihrem Job vertrieben und sendet damit – auch dank dem «Tages-Anzeiger», der die Story übernahm – ein klares Signal weit über Basel hinaus: Wer es wagt, die SVP anzugreifen, wird fertiggemacht.

Gerne nehmen die Hetzer Frauen, genauer feministische Aktivistinnen, ins Visier, denn die zerfleischt der Volkszorn in den Kommentarspalten am allerliebsten. Journalismus ist dabei nicht die einzige Waffe: Die Netzaktivistin Jolanda Spiess-Hegglin wurde gerade erneut vor Gericht gezerrt und die ehemalige Prostituierte und Aids-Aktivistin Brigitte Obrist, die wegen Cluster-Kopfschmerzen IV bezieht, wurde von anonymer Seite angeschwärzt, weil sie zu viel twittere. Nach einer Neuabklärung wurde ihr die IV halbiert.

Die Hexenjagd hat Erfolg, wenn ihr niemand Einhalt gebietet. Wer die Meute gewähren lässt, macht sich mitschuldig. Man muss nicht mit Schutzbach einig sein, man kann ihre Aussagen kritisieren. BaZ und «Weltwoche» Munition liefern, das darf man aber nicht.

Wer Angst haben muss, dass er allein gelassen wird, der wird schnell kleinlaut.

Darin liegt die Tragik und der Skandal dieser Affäre: Uni-Rektorin Schenker-Wicki und die SP-Präsidenten Koller und Pfister unterstützten die Hexenjagd, statt ihr entgegenzutreten oder zumindest aufs Maul zu hocken, um nicht dem Scheiterhaufen, der herbeigeschrieben wurde, noch Zunder zu geben.

Es ist ein verheerendes Signal für kritische Geister, die sich exponieren. Wer Angst haben muss, dass er allein gelassen wird, der wird schnell kleinlaut. Die Hexenjagd gegen Schutzbach zeigt: Anders als früher bringen sie dich nicht gleich um. Aber sie wollen dich mundtot machen und können dabei auf Schützenhilfe zählen.

https://tageswoche.ch/gesellschaft/die-schutzbach-kritiker-entlarven-sich-bloss-selbst/

Konversation

  1. Was mich am meisten stört, ist der Umstand, dass sowohl Weltwoche als auch BAZ mit Halbwahrheiten und bewusster Täuschung operieren. Das ist so etwas von unlauter gegenüber den eigenen Informationsquellen und der Leserschaft. Bei der TaWo hatte ich diesen Eindruck nie, selbst wenn das eine oder andere durchaus auch mal daneben ging.

    Neben vielen anderen Aspekten, zeigt der „Fall Schutzbach“ auch, dass die Uni vielleicht in Sachen Kommunikation über die Bücher gehen sollte. Ja, es kann passieren… aber aus Schaden wird man womöglich klüger? Eine hohe Professionalität stünde dieser Institution jedenfalls gut an.

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  2. Der Kommentar thematisiert meines Erachtens zu Recht (auch) die Fürsorgepflicht des Arbeitsgebers gegenüber seinen Angestellten. Diese arbeitsrechtliche Pflicht gilt natürlich auch dann, wenn über eine angestellte Person ein medialer Scheiterhaufen errichtet wird. In der Realität ist es allerdings viel zu häufig so, dass sich der Arbeitgeber – bewusst oder unbewusst – bei den Medien anbiedert und sich damit im Ergebnis mit den Aggressorinnen und Aggressoren solidarisiert. Zu einem derartigen Fall neulich etwa: https://www.zentralplus.ch/de/news/aktuell/5553646/Religionslehrer-in-Baar-darf-vier-Klassen-nicht-mehr-unterrichten.htm

    Dr. Michael Beglinger, LL.M., Zug

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  3. Naja, da ist ziemlich viel schief gelaufen. Die einen haben den Brei zusammen emixt, andere haben geholfen, darin zu rühren, naja, und irgendwann ist er ungeniessbar genug – dann wird serviert.
    Zwei Probleme sehe ich:
    – Frau Schutzbach dürfte aus Deutschland kommen, wo man durchaus einen direkteren Stil pflegt als hier („dörfs ä bizeli meh siii?“), womit sie natürlich angeeckt ist.
    – Schweizer sind meist nicht gewohnt, „härezstoh“, dh. sich entschieden hinzustellen und den Gegenüber in den Senkel zu stellen. Larvieren ist so eher Schweizer Stil. Hier wäre eine enbtschiedene Reaktion, auch gegenüber eine die Tatsachen verdrehende Zeitung angebracht gewesen.
    – Von einer Uni Basel hätte ich eigentlich einen eindeutigeren Kommunikationsstil erwartet, da sind die Leute, die davon etwas verstehen sollten.
    Leider ist es hier im Lande üblich, dass die „Sorge um Mitarbeiter“ zwar im Gesetz steht, aber überall ziemlich klein geschrieben wird, (Grösse: Unleserlich). Der entsprechende Mitarbeiter kommt dann meist „schwarz-lackiert“ dabei heraus.

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  4. Mal abgesehen davon, dass die beteiligten Medien mit fast eineinhalb Jahren Verspätung einen Blog-Artikel ausgebuddelt haben hat Frau Schutzbach mit dem Text ihren Gegnern wunderbar in die Hand gespielt: Der satirische Charakter bzw die „was wäre wenn“ Diskussion, als die der Text gedacht sein sollte (ihre Aussage) kommt für jemanden, der es anders verstehen möchte, nicht herüber und selbst für denjenigen wie mir, der ihn erst im Zuge der Berichterstattung gelesen hat erschliesst sich diese Intention nur mit viel Goodwill. Es bleibt die Aufforderung zu demokratiefeindlichen Aktionen.

    Wenn es wirklich so ist wie Frau Schutzbach schrieb, nämlich, dass dieser Text im Zuge einer spontanten Eingebung einfach so mal eben schnell geschrieben wurde zeigt es sich einmal wieder wunderbar, dass es besser ist, in der Öffentlichkeit (und ein Blog ist immer in der Öffentlichkeit) mit Aussagen vorsichtig und überlegt umzugehen. Diese alte Grundregel geht leider in Zeiten, wo es um „schnell, schneller“ in Sozialen Medien und auch im Online-Journalismus immer mehr geht, verloren.

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  5. Natürlich war dies Kampagnenjournalismus aller erster Güte! Ins Auge stechen muss einem dabei aber, dass es Schutzbach nun so ergangen ist, wie sie es ihren Gegnern wünschte. Wenn man den Blick zum Linksextremismus nicht verstellt hat, dann sieht man eine antidemokratische und extrem gewalttätige Antifa. Schutzbach trug genau deren Direktiven in die Universität, die Juso tragen sie (z.B. mit ihrer No-Border-Ideologie) in die Parlamente. Schutzbach bleibt nichts anderes übrig, als aus der Grube herauszukrabbeln, welche sie sich selbst gegraben hatte.

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  6. Ein zweiter Gedanke zu diesem Thema:

    An alle Verurteiler und Verurteilerinnen (inklusive den Journalisten): wer von Ihnen hat sich nun ernsthaft mit Frau Schutzbach auseinandergesetzt? Ihren Blog wirklich durchgelesen? Und noch viel wichtiger: Ihre wissenschaftliche Arbeiten? Möglich wäre das. Aber dann müsste man sich halt mit der Materie auseinandersetzen. Einfachso drauflosbrüllen ist halt bequem. Schreibtischtätermässig.

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    1. Feministische Genderstudien sind halt nicht jedermanns Sache und dem Einen und der Anderen reichte vielleicht auch bereits der kleine Ausschnitt. Wie zum Beispiel mir! Ich gehe aber davon aus, dass sich Gut und Somm schon etwas näher mit der Frau befassten.

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  7. Monomach und Georg II. üben sich in ganz starkem Whataboutismus. Ein Paradebeispiel sondergleichen: wenn das einzige Argument sein soll, was denn aber mit dem ach so armen Mörgeli sei.

    1. Wurde Herr Mörgeli inhaltlich gesehen korrekterweise entlassen, das lässt sich problemlos nachlesen.
    2. Selbst wenn Herr Mörgeli zu unrecht entlassen worden wäre, entschuldigt das keineswegs, wie Weltwoche/BaZ mit Frau Schutzbach umgehen. Herrn Mörgeli hier ins Spiel zu bringen, ist also ziemlich unlauter.
    3. Und wenn wir schon den billigen Vergleich machen: Können Sie annähernd so viele politisch motivierte Schlammschlachten auf Weltwoche-/BaZ-Niveau aufzeigen, wie Sie das den Linken unterstellen?

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    1. Keine Angst, man muss nicht das Beispiel Mörgeli nehmen. Man kann es in der TaWo zum Beispiel auch mit Dürr oder Thiel ersetzen. Unter dem Strich betreibt die TaWo das gleiche Spiel wie die BaZ sobald ihr das politisch Oportun erscheint. Ich finde das bei der BaZ und der TaWo identisch und nicht in Ordnung. Einfach billiger Boulevard.

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    2. Schauen Sie, ich störe mich generell an antidemokratischen, rassistischen oder apartheitfordernde Aussagen. Egal, ob sie von links, rechts, oben oder unten kommen. Sie bleiben unter aller Sau und sie gehören immer und in jedem Fall verurteilt respektive diese Leute müssen sich von Leuten wie mir steifen Gegenwind gefallen lassen.

      Dass die Linke und mit ihr die Tageswoche nun versucht die Aussagen an sich zu relativieren, um die äterin als Opfer zu inszenieren, nur weil die Täterin auf der für die Verteidiger „richtigen“ Seite steht, ist für mich eine Sauerei.

      Mörgeli als Person und seine kranke Ideologie verachte ich zutiefst.

      Aber die Frage bleibt: Wie reagieren die jetztigen Verteidiger, wenn die selben Aussagen über Linke von einem weissen Mann / männlichem Uni-Angestellten auf einem rechten Blog getätigt werden.

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    1. Gerade für linke Politiker? Wenn Sie damit meinen, dass bei der braunen SVP Wahrheit sowieso keine Rolle spielt, gebe ich Ihnen sogar recht…

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  8. Jolanda Spiess-Hegglin ist wohl ein schlechtes Beispiel.
    https://www.aargauerzeitung.ch/aargau/fricktal/nancy-holten-freut-sich-ueber-urteil-fuer-beschimpfer-jetzt-droht-ihr-selbst-eine-klage-131800576
    die Frau ist eine Rächerin keine Hexe.
    Nur so von wegen Hexen denkt an das Chäppelijoch und das
    Feuer beim St. Johann- Tor.
    Ja und wer Munition liefert, darf nicht staunen.
    Die Presse ist immer auf Treibjagt. Z.z. Bum Bum Besenkammer,
    Prinz Harry…

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  9. Unabhängig von dem was nun die BaZ oder die TaWo schreiben oder geschrieben haben bleibt unter dem Strich das übrig was Schutzbach in ihrem Blog geschrieben hat. Dies ist, unabhängig von Links oder Rechts zu verurteilen. Da kann die TaWo noch so lange versuchen von diesen Äusserungen abzulenken und sie versuchen schön zu schreiben. Frau Schutzbach hat gegen andere gehetzt und zur Diskriminierung aufgerufen und dies ist zu verurteilen. Wer hierzu nicht fähig ist, der hat selbst auch ein erhebliches Problem mit den Grundfesten der Demokratie und dem politischen Diskurs. Bedenklich finde ich, dass diverse Journalisten der TaWo dabei mitmachen und somit indirekt Hetze und Diskriminierung salonfähig machen. Es fällt einem zusehens schwer einen Unterschied zwischen TaWo und BaZ zu erkennen. Man fühlt sich unweigerlich an gegenüberliegende Schützengräben des ersten Weltkriegs erinnert. Die Waffen sind die selben und die Methoden der Kriegsführung auch. Ob dieses Konzept aufgeht um als Zeitung ohne Blocher im Hintergrund zu überleben wird sich weisen. Aber wenn das einzige Qualitätsmerkmal einer TaWo die Existenz als Anti-BaZ sein soll, anstatt einer echten Alternative, so hege ich meine ernsthaften Zweifel.

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    1. «Es fällt einem zusehends schwer, einen Unterschied zwischen TaWo und BaZ zu erkennen». Das meine Sie aber nicht im ernst?
      Die TaWo hat sich – im Gegensatz zu ihren Anfängen – in den letzten Jahren vornehm zurückgehalten, wenn es um Kritik an der BaZ ging.
      Nun nimmt sie Stellung zu einer weiteren Schlammschlacht, die die BaZ in bekannter Manier gegen eine ihr unliebsame Person führt. Schließlich ist es ja die Kernkompetenz der durch Blocher in Basel installierten Zeitung, in Basel Unfrieden zu stiften.
      Wo waren Sie, als die BaZ versuchte, RR Wessels auf primitivste Art dem Amt zu jagen? Oder NR Sibel Arslan in den Dreck zog, weil sie ein paar Schulden hatte?
      Wir wissen ja, dass die Boykott-Forderungen von Frau Schutzbach (leider) illusorisch sind. Sie hatte immerhin den Mut, diese Hetzpartei an den Pranger zu stellen. Und dafür danke ich ihr.

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    2. Was die Baz/Weltwoche gegen linke Politiker schiesst, macht die TaWo ja genauso gegen SVP/FDP Exponenten. Da finden sich ja massig Beitrage der letzten 12 Monate in denen süffisant über RR Dürr oder andere eher rechts von der Mitte positionierte Politiker hergezogen wird. Das Beispiel des ex NR Mörgeli ist da ein gutes Beispiel, ich kenne seine beruflichen Leistungen genauso wenig wie die von Frau Schutzbach. Aber alleine die hetzerischen Äusserungen, die sie verbreitet hat sind zuviel des Guten und zeigen dass so jemand nicht für ein Amt/einen Job geeignet ist, in dem sie grössere Massen an Leuten beeinflussen kann. Und dazu gehört eine Stelle als Dozentin allemal. Ein Herr Mörgeli war ja „bloss“ Kurator, da ging es wohl wirklich nur darum dreckige Wäsche zu waschen und um Machtspielchen.

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  10. Dieser Kommentar ist zwar gut gemeint, strotzt aber vor Ungenauigkeiten und falschen Analogien. Ich greife davon nur ein Beispiel heraus: die Äusserung der Rektorin. Ich habe das von der Baz-Online verbreitete Zitat nochmals nachgelesen (danke für den Link). Die Baz schreibt (ungekürztes Zitat):

    «
    Schenker-Wicki sagt: «Die Vorschläge von Frau Schutzbach entsprechen nicht der Art und Weise, wie in der Schweiz Politik betrieben wird.» Es gehöre zu den hiesigen demokratischen Spielregeln, andere Positionen offen und direkt zu kritisieren. «Es ist aber undemokratisch, Ausgrenzungen und Boykotte zu fordern», so die Uni-Rektorin.
    »

    Ich kann jedes Wort dieses Zitats unterschreiben. Ich weiss nicht, wie die Frage der Baz gelautet hat, aber ich vermute mal wild, sie ging so etwa in die Richtung: «Was halten Sie vom Boykott-Aufruf?» Und auf diese Frage hat Frau Schenker eine Antwort gegeben, die auch von mir hätte sein können. Mit keinem Wort stellt Frau Schenker in Ihrer Antwort die Stellung von Frau Schutzbach als Mitarbeiterin der Uni in Frage.

    Das Problem ist also nicht die Antwort von Frau Schenker, sondern, dass die Baz dieses Zitat von der Frage abkoppelte, in einen komplett anderen Zusammenhang stellte und damit etwas insuinierte, das Frau Schenker nie gesagt hat. Gleichzeitig kann man die Baz aber nicht belangen, weil sie ja nichts explizit behauptet hat und weil das Zitat ja stimmt. Eine ziemlich alte Masche, die gewisse Kreise aber perfekt beherrschen.

    Die Gretchenfrage lautet nun, wie man in Zukunft mit Anfragen der Baz umgehen soll. Und da steht man leider auf verlorenem Posten: Antwortet man, so wird die Baz einen passenden Zitatschnipsel aus dem Zusammenhang reissen und nach Gusto verdrehen; antwortet man aber nicht, so wird die Gesprächsverweigerung breitgewalzt.

    Das wäre alles zu ertragen, würden nicht die übrigen Medien jeweils eiligst auf jede Sau aufspringen, die durchs Dorf getrieben wird, und solche Artikel unüberprüft und unkritisch weiterverbreiten. Leider feiert aber diese Art von Copy-Paste-Journalismus im Moment gerade Urständ. (Und ja, auch die Tawo hat getitelt: «Franziska Schutzbach lehrt nicht mehr an der Uni Basel.»)

    Das Ironische an der Geschichte ist, dass die Baz mit diesem Verhalten letztlich dem Boykottaufruf von Frau Schutzbach recht gibt.

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    1. Gerade das Vorgehen der BaZ – respektive jenes dieses einen Redaktors, der sich an diesem ganzen Ding gütlich tut – zeigt doch, wie richtig Frau Schutzbach mit ihrer Warnung vor dem Umgang mit neorassistisch-neofaschistischen publizistischen und politisierenden Kreisen liegt. Dieses Vorgehen hat Reto Aschwanden sehr präzise nachgezeichnet. Da „strotzt“ nichts vor „Ungenauigkeit“.

      Dafür wird in mehreren Kommentaren mit der Herbeizitierung der Mörgeli-Kündigungsgeschichte so getan, als habe „jede Seite“ so ihre „Fälle“ von „Extremismus“. Des einen Mörgeli ist der anderen Schutzbach?
      Ich finde, dass solche Gleichmacherei keineswegs berechtigt ist. Fest steht, dass die BaZ Schlucht und einfach gelogen hat was die Anstellung von Frau Schutzbach mit einem Lehrauftrag betrifft. Der Journalist hat die Aussage des zuständigen Dekans bewusst gefälscht. Das ist nicht Journalismus, sondern Propagandkampagne.

      Zu Mörgeli steht zudem fest:
      Er wurde zu Recht entlassen. Es gibt keineswegs irgend ein Gerichtsurteil, welches diese Entlassung wegen Nichterfüllung der Arbeit und wegen unqualifizierter beruflicher Tätigkeit an der Universität Zürich in Frage gestellt hätte. In Frage gestellt und gerichtlich gerügt wurde ausschliesslich der Umgang der Universitätsverantwortlichen mit dem Anhörungsrecht von Mörgeli. Inhaltlich haben alle Gerichtsinstanzen Mörgelis Kündigung als gerechtfertigt beurteilt. Deshalb wurde Mörgeli ja auch nicht mehr eingestellt.

      Was nun den Vergleich von Mörgerli und Frau Schutzbach betrifft:
      Mörgeli aber hat seit Jahrzehnten genau das „unschweizerische Reden“ und das „Ausgrenzen“ unternommen, welches laut Ihrem Zitat aus der BaZ die Rektorin der Basler Universität kritisierter sei . Das ist nun weiss Gott konkret in unzähligen Fällen nachweisbar, nicht zuletzt beispielsweise durch die Protokolle des Nationalrates über die online-Parlamentsdienste.
      Was die SVP mit ihren unbegrenzt eingesetzten Propagandageldern seit Jahren betreibt, was die BaZ und die Weltwoche in diesem Gesamtpakets jeweils an angeblicher „Recherche“ publizieren, ist immer wieder nicht nur sehr ungenau, sondern schlicht verleumderisch angerichtet. Deshalb finde ich Ihren letzten Satz nicht nur nachvollziehbar, sondern – durchaus im Sinn von Frau Schutzbach’s Bloggeintrag, richtig:
      „Das Ironische an der Geschichte ist, dass die Baz mit diesem Verhalten letztlich dem Boykottaufruf von Frau Schutzbach recht gibt“.

      Als Nachbemerkung: Von SP-Präsidenten kann man erwarten, dass sie der BaZ keinerlei Statements zur Verfügung stellen, wenn sie nicht genau wissen, wofür eine „Stellungsnahme“ denn von diesem Medium eingeholt wird. Kann? Man muss das erwarten.

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  11. Ein etwas kindischer Artikel. Der Inhalt spielt mal wieder überhaupt keine Rolle, es ist nur entscheidend, auf welcher „Seite“ man steht. Ob die Kritik von Grossenbacher, Koller und Pfister an Schutzbach stimmt oder nicht, ist dem Autor offenbar egal. Es zählt nur, dass sie „Munition geliefert“ haben. Offenbar ist man im Krieg. Dann spielt es auch keine Rolle, dass Franziska Schutzbachs Äusserungen tatsächlich auf ein mangelndes Demokratieverständnis schliessen lassen. Bei aller berechtigten Kritik an der BaZ: nur weil eine Person von dieser Zeitung angegriffen wird, heisst dies noch lange nicht, dass damit jede berechtigte Kritik von Links an der angegriffenen Person untersagt ist.

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    1. Nein. Denn in diesem Kommentar geht es endlich um den richtigen „Inhalt“ der Kampagne. Es ist naiv zu glauben, der BaZ selbst gehe es um den Inhalt von Schutzbachs Blogeintrag. Dieser ist einfach Aufhänger, mit dem sie zwei Angriffe führt: 1. auf eine unabhängige und kritische Wissenschaft, die nicht einfach wirtschaftsdienlich ist oder sich die herrschenden Ungleichheiten hinterfragt (im Falle von Genderstudies also die Geschlechterungleichheit). 2. auf die demokratischen journalistischen Prinzipien, etwa von Ausgewogenheit, Faktentreue etc. Genau deshalb ist es ein Scheinkampf, sich gegen die angeblich demokratiefeindlichen Aussagen Schutzbachs auszusprechen, worauf auch die SP-Präsidenten reingefallen sind.
      Eine Zeitung, die sich nicht an demokratische journalistische Prinzipien hält ist selbst demokratiefeindlich. Sie ist zu einem undemokratischen Machtinstrument verkommen. Mit ihr über den Inhalt der Demokratie zu sprechen ist also höchst problematisch. Und da schliesse ich mich einigen anderen Kommentaren an: Letztlich führt diese Kampagne dorthin, wo sie begann. Zur Forderung, im Namen der Demokratie nicht mehr mit der rechtsnationalen BaZ zu sprechen.
      Boykotte sind nicht undemokratisch, sie können – siehe das Südafrika der Apartheid – sogar helfen, eine Gesellschaft demokratischer zu machen.

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    1. Sie wissen aber schon, dass es bei M. darum ging, dass er seinen Uni-Job nicht anständig machte? Bei Frau Schutzbach hingegen ist nicht ihre Arbeit an der Uni das Thema.

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    2. @Aschwanden: ja, das war die offizielle Begründung für die Kündigung. Es wurde später aber festgestellt, dass er zu Unrecht Entlassen wurde. Und die Hexenjagd gegen Ihn in diesem Zusammenhang war National und bedeutend grösser im Umfang als nun hier.
      Oder was für Beweggründe orten Sie für das vorzeitige Publik machen von universitären Interna zu der Causa Mörgeli? Wäre Mörgeli links und eine Frau wäre es wohl ein klarer Fall von Mobbing gewesen.
      Von daher ist die Kritik von Georg mehr als berechtigt. Man kann nicht das eine Verurteilen und das andere tolerieren. Als weiteres Beispiel kann man auch durchaus die diversen Artikel der TaWo in der Causa Thiel aufführen.

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    3. „… dass er zu Unrecht Entlassen wurde“. Sie haben wohl nur den irreführenden Titel des NZZ-Berichts / der Blick-Nachricht gelesen. Fakt ist, dass bei der Kündigung „schwere formelle Fehler gemacht worden“ sind, das ist gar nicht von der Hand zu weisen. Trotzdem war laut Rekurskommision „die Entlassung materiell gerechtfertigt“ (und seine Leistungen an der Universität mehr als nur „mangelhaft“).
      Bleiben Sie also bitte bei der Wahrheit und nehmen Sie nicht den Stil der BaZ an!

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  12. Mir scheint, seit dem die Unifinanzierung von Baselland gekippt wurde, ist die Universität – und mit Ihr die Rektorin – anfällig für politischen und sonstigen Opportunismus im schlechten Sinne. Schon wenn nur „berichtet“ wird, dass der Uni-Rat … drängt, ist von der viel beschworenen Unabhängigkeit nicht viel übrig.

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