Die Schutzbach-Kritiker entlarven sich bloss selbst

Ein Eintrag im persönlichen Blog der Genderforscherin Franziska Schutzbach vom Mai 2016 schlägt plötzlich hohe Wellen. Mit dem Inhalt des bissigen Textes hat das aber wenig zu tun. Eine Analyse.

Franziska Schutzbach, Soziologin, Genderforscherin und Mitherausgeberin von «Geschichte der Gegenwart». (Bild: Anja Fonseka, anjafonseka.ch)

Der Ire Dr. Jonathan Swift verfasste 1729 sein berühmtes Pamphlet «A modest Proposal» («Ein bescheidener Vorschlag im Sinne von Nationalökonomen»). Swift plädierte ganz trocken und rational dafür, 100’000 irische Kinder pro Jahr zu verkaufen. Zum Verzehr, versteht sich. Schliesslich herrschte grosse Hungersnot in Irland. Swift:

«Den Müttern muss man hierbei die Anweisung geben, das Kind im letzten Monat reichlich zu säugen, um es fleischig und fett für einen guten Tisch zu machen. Ein Kind kann bei einer Bewirtung von Freunden zwei Gerichte bilden: speist die Familie allein, so wird das Vor- oder Hinterviertel eine gute Schüssel abgeben und, mit Pfeffer und Salz gewürzt, sich noch am vierten Tage, besonders während des Winters, gut kochen lassen.»

Dass Swift trotz bissiger Satiren wie dieser bis ans Ende seiner Tage ein berühmter und geschätzter Gelehrter, Schriftsteller und Priester der Kathedrale von Dublin bleiben konnte, war nun nicht gerade eine Selbstverständlichkeit. Die berüchtigten «Drapier Letters», die Swift vor dem «Proposal» unter dem Pseudonym «Mr. Drapier» veröffentlichte, führten unter anderem zur Verhaftung eines Druckers und zum Aufruf der Regierung, man möge den Drapier outen. Es wurde eine hohe Belohnung ausgesetzt.

Doch die Öffentlichkeit stand fest auf Swifts Seite. Niemand verriet ihn.

Vergangen oder nicht?

Solche Versteckspiele mit falschen Namen gehören zum Glück der Vergangenheit an. Längst können sich Intellektuelle und Geisteswissenschaftler öffentlich auch mal provokant, satirisch und politisch äussern, ohne um ihre Stelle fürchten zu müssen. Das hat inzwischen eine lange Tradition. Es gehört zu einer aufgeklärten und freien demokratischen Gesellschaft.

Oder etwa doch nicht? Auf einmal heisst die Frage nicht mehr bloss: «Was darf Satire?», sondern: «Wer darf Satire?»

Wissenschaftler offenbar nicht. Jedenfalls nicht für Philipp Gut, Stv. Chefredaktor der «Weltwoche», der sich schon länger an kritischen Historikern der Plattform «Geschichte der Gegenwart» abarbeitet. Dass er mit seinen Attacken vor Gericht vor allem Niederlagen einfährt (drei Mal wurde der «Weltwoche»-Vize innert eines Jahres verurteilt), scheint ihn nicht von seinem Tun abzubringen.

Fünf Tage lang verpuffte der Angriff der «Weltwoche» ohne Wirkung. Dann leistete die «Basler Zeitung» Schützenhilfe.

In Franziska Schutzbach, Soziologin, Genderforscherin und «Geschichte der Gegenwart»-Mitherausgeberin, hat Gut eine neue Projektionsfläche für seine Gedanken gefunden. Nach der Lektüre eines mittlerweile berühmten Blog-Eintrags vom Mai 2016 legte er los.

Und zwar so: «Niemand führt uns den Bankrott des liberalen Denkens und die Geringschätzung demokratischer Institutionen so plastisch vor Augen wie … Franziska Schutzbach». Ihr Text würde «an den Nazi-Slogan ‹Kauft nicht bei Juden› erinnern».

Hat Gut die unliebsame Kritikerin einmal als Faschistin abgestempelt, dann stellt er im nächsten Schritt ihre Anstellung infrage: «Ist es zulässig, dass Professoren und Dozenten – Schutzbach lehrt an der Uni Basel – sich derart rabiat gegen die freie Meinungsäusserung und die Demokratie stellen?»

Der Nachschlag

Fünf Tage lang verpuffte der Angriff ohne Wirkung. Dann leistete die «Basler Zeitung» Schützenhilfe. Unter dem Titel «Sprechverbot für Politiker: Basler Dozentin fordert radikale Massnahmen gegen Rechte» erzählte die BaZ die Geschichte der «Weltwoche» noch einmal, aber in doppelter Länge. Franziska Schutzbach habe «Mühe mit dem politischen Wandel in der Welt», behauptet die BaZ, sie präsentiere mit ihrem «Essay» eine passende «Lösung».

Neu am Artikel ist höchstens, dass er sich ausufernd mit der Gender-Thematik beschäftigt. Ohne jedoch zu beschreiben, was die Gender-Wissenschaft ausmacht. Ohne darauf einzugehen, warum Franziska Schutzbach gerne Antifeministen anstachelt. Obwohl sie das gut erklären kann.

Ansonsten sind die Vorwürfe dieselben. Und wiederum stellt die Zeitung die Frage, ob Franziska Schutzbach das denn dürfe, mit dem Beruf. Und fragt bei der Uni an. Antwort Uni Basel: «Frau Schutzbach äussert sich in ihrem Blog als Privatperson. Mitgliedern der Universität Basel steht es frei, ihre Meinung an solchen Orten zu äussern.»

Als wäre die Frage damit nicht geklärt, prangt neben dem Artikel die «Frage des Tages» zum Klicken: «Ist Dozentin Franziska Schutzbach für die Universität Basel noch tragbar?»

Die Autorin

Im «Weltwoche»-Artikel fehlt die Stimme der Autorin trotz massiver Vorwürfe ganz. Im BaZ-Artikel vom 15. November darf Franziska Schutzbach ganze drei Sätze sagen.

«Ich lese die komplett verzerrte Analyse meiner Gedanken – und meine ausführliche Antwort fehlt einfach», sagt Schutzbach zur «TagesWoche». Schon am Dienstag, am Tag vor der Publikation des BaZ-Artikels, habe sie die Fragen der Zeitung ausführlich beantwortet. Doch die BaZ habe diese nicht in den Text einbezogen.

«Wer meine Texte kennt, weiss genau, wie er das lesen muss», sagt Franziska Schutzbach.

Gemäss der Autorin hätte der Inhalt mit ihren Antworten «gar nicht mehr funktioniert». Schutzbach: «Aus meinen Antworten wurden drei Sätze herausgepickt. Damit war ich nicht einverstanden, ich habe die Sätze zurückgezogen.»

Am Donnerstag veröffentlichte die BaZ die ganze Antwort dann doch – so suggeriere man eine «Replik». Schutzbach dazu: «Da hätten sie mich nochmal fragen müssen. Nicht, weil ich ein Problem habe mit meiner Antwort. Aber nach dem Artikel hätte ich anders geantwortet», sagt die Dozentin. «Oder geschwiegen. Die Meinung der Zeitung war ja schon immer gemacht.»

Die Verdrehung

Hat Franziska Schutzbach auf ihrem Blog mit dem verfänglich doppeldeutigen Titel «Präzis und Kopflos» denn tatsächlich ernsthaft gefordert, den Rechten das Fliegen zu verbieten?

«Natürlich! Und ich habe auch ‹Beim nächsten Mal trinken wir Menstruationsblut› total unironisch gemeint. Nein!», antwortet sie.

Sie habe das in ihrem «typischen, ironischen, auch satirischen Stil» verfasst. «Wer meine Texte kennt, weiss genau, wie er das lesen muss.» Sie arbeite nun mal gerne mit lustigen und übertriebenen Bildern in ihren privaten Texten.

Beim Durchlesen erstaunt die Aufregung umso mehr: Es ist ein klares, explizit festgehaltenes «Was wäre wenn», ein «utopisches Gedankenspiel», wenn Parlamentarier «als Individuen» und Firmen aus Verantwortung sich den «reaktionären Kräften» mit «zivilem Ungehorsam» in den Weg stellen.

Der gemeine Schutzbach-Kritiker: Er erfüllt beim Schreiben einige der Tatbestände, die er von seinem Opfer behauptet.

Ebendiese Kräfte scheinen derart getroffen, dass sie mit voller Kraft gegen die Autorin anschreiben. So weit gehen, sie in die Nähe des Nationalsozialismus zu rücken. Ihr Demokratieunvermögen attestieren.

«Es ist eine Schmutzkampagne», sagt Franziska Schutzbach. «Gegen meine Person, gegen meine professionelle Reputation. Man trennt ja nicht einmal private Gedankenspielereien und professionelle Forschungsarbeit», sagt die Wissenschaftlerin.

Eine Schmutzkampagne, deren Autoren sich selbst entlarven. «Die Systematik, die da im Spiel ist, ist längst bekannt: Linke und sozialliberale Positionen bezeichnet man ganz einfach als Antidemokraten, als Faschisten», sagt Schutzbach. Gleichzeitig – und ohne sich der Ironie bewusst zu sein – wollen beide Autoren, dass die Frau schweigen soll, die da frei und zugespitzt ihre Meinung kundtut (niemand muss sie teilen). Dazu fragen beide Autoren beim Arbeitgeber – die BaZ auch beim Publikum – nach, ob Schutzbach noch tragbar sei.

Der gemeine Schutzbach-Kritiker: Er erfüllt beim Schreiben einige der Tatbestände, die er von seinem Opfer behauptet.

Schutzbach lässt sich nicht beeindrucken. Sagt aber, sie sei froh, dass die Uni Basel ihr den Rücken freihalte. Würde sie es heute wieder so schreiben? «Das war im Mai 2016. Eher schnell hingeschrieben. Ich habe mich relativ früh, noch vor Trump, mit dem autoritären Rutsch beschäftigt», antwortet sie. Und fügt an: «Heute würde ich wohl eine explizitere Satire, ohne angezogene Handbremse schreiben. Oder einen todernsten Text. Kein Zwischendrin.»

Zur Strategie der «Verkehrungen ins Gegenteil» der Reaktionären Rechten gibt es bei «Geschichte der Gegenwart» einen lesenswerten Beitrag.

Konversation

  1. Satiren haben so etwas an sich, dass sie in den Kontext passen müssen, um verstanden zu werden. Ansonsten können sie auch völlig anders verstanden werden, zum Beispiel wie bei dem Iren als praktische kulinarische Anleitung.
    Es gibt Gesellschaften, die mehr Spass verstehen, aber auch solche, die weniger davon verstehen. Man merkt es an der Anzahl und Deftigkeit der Satiriker und Komiker im Lande und wie diese bei der Bevölkerung ankommen.
    Dann gibt es auch eine Tabuzone, die beachtet werden muss, ansonsten man sehr schnell zum „Nongrata“ gemacht wird.
    Hier in der Gegend Basel ist das laute Sagen, dass man im Ausland einkaufen geht, schon so ein eidgenössisch-patriotischer Tabubruch (obwohl es viele halt doch heimlich machen). Ähnlich ist es mit dem Cannabisrauchen, Drogenkonsum, zu schnell Autofahren und auch differierenden Haltungen gegenüber dem, was man gegen aussen hochoffiziell sagt. (Ausländer bereichern uns (…besonders eigentlich in der Art, wie dies der Ire damals sah, oder pekuniär konkret auch die hiesige Wirtschaft) sehr!)
    So kann es sein, dass ein Ausländer lange hier lebt, aber im Grunde kaum einheimische Bekannte hat, obwohl ihm alle offiziell das Gegenteil als Möglichkeit versichern.

    Die Schweiz ist mit solchen Tabus gespickt. Man denke nur an die „falschen Chalets“, das die Ehefrauen von Mitarbeitern im Militär teilweise nicht einmal wissen durften, wo ihr Mann arbeitete und ähnliche skurrile Dinge. Auch war es ein ausländisches Medium, das allen erklärte, wo der „K20“ sich befindet.
    Und eines der grössten Tabus dürfte der heimliche Glaube an den Bunker mit der dicken Tür im Keller sein……

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  2. Ein Stinkefinger ist einer Dozentin der Uni Basel unwürdig, auch wenn es eine private Meinungsäusserung war. Ganz zu schweigen von ihrem anti-demokratischen Erguss. Ich würde Frau Schutzbach rauswerfen. Ausserdem sind Unis sowieso schon eine bedrohte Spezies, mit den ganzen gratis online Lehrangeboten. Da braucht es nicht auch noch schlechte Presse um Linksextreme Angestellte wie Frau Schutzbach. Die Unileitung muss endlich aufwachen sonst geht es langsam aber stetig bergab mit unserer Uni.

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  3. Dass Frau S. als „Feministin“ in einem Burkaverbot Rassismus sieht, obwohl sich alle mir bekannten muslimischen Frauenrechtlerinnen vehement für ein Verbot äussern zeigt doch schon wie ideologisch irrational ihr Weltbild ist. Es handelt sich um ein Ressentiment gegen die eigene Kultur und weder Wissenschaftlichkeit noch Satire.

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  4. Endlich mischt sich auch die TagesWoche ins Geschehen ein, auch wenn ihr dies schwer zu fallen scheint. Der Umweg über «Jonathan Swift und sein 1729 geschriebenes, berühmtes Pamphlet» wäre nicht nötig gewesen. Kommt doch nächstes Mal einfach zur Sache. Eigentlich war es doch das Anliegen der TagesWoche, damals vor 6 Jahren, gegen solche rechte Machenschaften an zu treten. Heute erweckt ihr eher den Eindruck, als sei euch dies eher peinlich.
    Philipp Gut ist es doch völlig egal, wenn er vor Gericht gezerrt wird. Allfällige Bussen zahlt ja eh sein Brötchengeber Roger Köppel. Niederlagen vor Gericht sind für ihn Triumph und Ansporn und werden ins Gegenteil verkehrt. Gutes wird zum Bösen und Böses wird zum Guten.
    Sylvia Sasse beschreibt dies in ihrem Artikel «Verkehrungen ins Gegenteil. Zur Karnevalisierung von Politik» treffend (Link im TaWo-Artikel). Dass die SVP und ihre Kampfblätter versuchen, solche Menschen wie Franziska Schutzbach mundtot zu machen, erstaunt nicht. Hätten Menschen wie Franziska Schutzbach vor 80 Jahren eingegriffen oder hätte man ihren Aufschrei gehört, dann würden heute Millionen Menschen noch leben und die Geschichte wäre um eines der schrecklichsten Kapitel der Menschheit ärmer. Die Nationalisten um Christoph Blocher sind gerade dabei, das Böse wieder salonfähig zu machen.

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    1. Wenn Sie schon der historischen Vergleich mögen (ich mag ihn nicht), dann sollten Sie ihn korrekt anstellen. Wenn Sie die SVP mit den Nazis gleichsetzen, dann müssen Sie Schutzbach den Kommunisten zuordnen. Beide haben gemeinsam die demokratische und liberale Weimarer Republik sturmreif geschossen. Die einen im Namen einer neuen nationalen Grösse, die anderen, weil sie angeblich nicht so gut war wie das, was die Menschheit verdiente. Die Delegitimierung der Weimarer Republik durch die extreme Linke würde ich nicht unterschätzen.

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  5. Diese hypothetische Gedankenspielerei finde ich hilflos, kurzsichtig und nicht zielführend. Die von den Rechten angesprochenen Probleme existieren ja, vielleicht nicht in der Art wie sie sie sehen, aber es stecken Probleme dahinter, die ernst genommen werden sollten. Auf Schutzbachs Facebookseite kommt mir eine engagierte bis verbissene Kämpferin entgegen – keine Satirikerin. Ich hoffe, dass sie zur Satire und Humor überhaupt fähig ist, denn das schützt eigentlich gegen Verbissenheit und Sich-verrennen. Ich finde Mitmenschlichkeit viel wichtiger und wehre mich gegen Menschen – egal ob links oder rechts – die spalten wollen…und da bin ich mir nicht so sicher, ob Frau Schutzbach nicht auch zu dieser Sorte Mensch gehört.

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  6. Die Analyse von Herrn B. ist leider nicht viel hilfreicher als die von Weltwoche und BaZ. Der Text von Frau S. Ist keine Safiere, sondern etwas zwischen Satiere und Ernst:

    Heute würde ich wohl eine explizitere Satire, ohne angezogene Handbremse schreiben. Oder einen todernsten Text. Kein Zwischendrin.»

    Eine gute Analyse würde aufzeigen, was darin Satiere ist und was toternst. Schade für die verpasste Chance. Hätte mich interessiert.

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  7. Ich glaube, die TagesWoche verharmlost schon ein bisschen und geht der Darstellung der Autorin auf den Leim, die im Nachhinein alles als Satire bezeichnet. Es ist aber keine Satire, keine Verfremdung legitimer Gedanken. Es ist reiner Hass auf den politischen Gegner, der schon beim Wort „reaktionär“ anfängt – als stünde fest, was „progressiv“ sei. Es sind Gewaltphantasien. Mag sein, dass der politische Gegner auch teilweise hassgetrieben ist (Islamfeindlichkeit, Rassismus), aber das macht die Veröffentlichungen von Frau Sturzbach nicht besser. Ich kenne Soziologenumfeld, dort gilt tatsächlich manchen jeder als Nazi, der sich rechts vom linken Flügel der SP positioniert. Es wäre schön, wenn die TagesWoche gegen die Extremisten beider Seiten Stellung bezöge.

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  8. Wenn Rechtsextreme hetzen, ist es Hetze. Wenn Linksextreme hetzen, ist es… Satire?
    Oder anders herum: Der Herr von der AfD in dem berüchtigten Video, der laut darüber nachgedacht hat, dass man mit den Flüchtlingen das gleiche machen könnte wie die Nazis mit den Juden: Nur ein Gedankenspiel! Ist ja gar nicht schlimm! Nur Satire!
    Ist das euer Ernst?

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    1. Haben Sie Frau Schutzbachs Originaltext gelesen? Sich weigern, mit Rechtsnationalen zu diskutieren (ob richtig oder falsch) ist also schon eine ganz andere Ebene als die Vergasung einer Menschengruppe zu fordern.

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  9. Wirklich schlimm an der Tageswoche finde ich die sogenannte Community. Kommentatoren schreiben, ohne den Artikel gelesen zu haben. Soll das etwa eine Diskussion sein?

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  10. Was wäre wenn? Brainstorm mit Gedanken, die den worstcase beinhalten? In der Wirtschaft ganz normal. In der demokratischen Gesellschaft auch, denn dann hätte man zum Beispiel früher über den worstcase Trump ernsthaft nachgedacht, und so wäre er vielleicht nicht so weit gekommen. Natürlich ist der worstcase immer auch das Ereignis, dass nicht eintreffen sollte. In der demokratischen offenen Gesellschaft in der wir leben, müssen alle politischen Strömungen eine gesunde Gesprächskultur und Streitkultur pflegen, sodass die daraus gewonnene Essenz das Einverständnis aller Beteiligten enthält, egal ob links oder rechts. Deshalb kann zwar über den worstcase gelacht, gestritten oder nachgedacht werden, laut oder leise, aber am Ende sollten in unsere Gesellschaft immer unsere Bemühungen dahin gehen, wo sich alle beteiligt, und keiner ausgeschlossen füllt. Klar, das ist der bestcase, und denn wollen wir doch alle, oder?

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  11. Was interessiert mich die private Meinung irgendeiner Uni-Dozentin eines kleinen Institutes?

    Vor allem: Was interessiert das WeWo & BaZ? Läuft nichts Besseres?

    Ich finde, ihre Meinung verwerflich. Sie sind antidemokratisch und gegen Grundrechte wie diejenigen der freien Meinungsäusserung. Aber so what? Sie entlarvt sich selbst und dass die genannten Hetzblätter dies noch aufnehmen, spricht auch für sich.

    Wie soll ein öffentlicher Diskurs möglich sein, wenn beide Seiten sich gegenseitig mundtot machen wollen? Am besten setzt man die drei Parteien mal in ein Zimmer und filmt die dabei enstehende Unterhaltung. Wäre sicher noch interessant.

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    1. Keine Angst, ich fasse nicht nur sie hart an, sondern auch die Rechte, welche selbst auch ein solch krudes Welt- und Menschenbild hat wie sie. 😉 Wir sehen es ja bei dieser Diskussion: Im Grunde wollen die extrem Rechten und extrem Linken das Selbe: Meinungsfreiheit einschränken und politische Gegner mundtot machen.

      Ich lasse diese Meinungen durchaus zu – nur müssen sie härteste Kritik dann aber auch aushalten und zulassen können.

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  12. Die „privaten“ Aussagen dieser Frau offenbaren faschitoide Fantasien und es würde mich schon wundernehmen was die Tageswoche schreiben würde, wenn solche Aussagen und ein öffentlicher Aufruf zur Diskriminierung von einem Lehrbeauftragten rechtsnationaler Gesinnung kommen würde. Hier wird wieder einmal mit zwei Ellen gemessen.
    Die Dame ist einer Uni Basel unwürdig und man sollte ihr umgehend den Lehrauftrag entziehen. Demokratiefeindliche und diskriminierende Gesinnungen beim Lehrkörper haben an einer Uni, egal ob rechts oder links, nichts zu suchen. Da nützt auch all das nachträgliche schönschwatzen ihrer Äusserungen nichts mehr.

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    1. Beim ersten Teil bin ich mit dir einverstanden. Den Lehrauftrag sollte man ihr aber nicht entziehen. Die Äusserungen waren im Rahmen der Meinungsfreiheit, und die Meinungsfreiheit ist ein wichtiger Grundpfeiler der Wissenschaftsfreiheit. Das Abschiessen von Christoph Mörgeli war im übrigen genauso daneben.

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    2. Fa-shit-oid mutet eher der „privat“ geäusserte „öffentliche Aufruf“ an, einer Person aufgrund ihrer „Fantasien“ (so wenig sie einem schmecken mögen) den Lehrauftrag an einer Uni zu entziehen. Ob die sogenannte „Dame“, sehr geehrter Herr, der Uni Basel würdig oder unwürdig ist, untersteht glücklicherweise nicht Ihrer Entscheidungsgewalt. Wenn man jemanden wegen eines klar deklarierten „utopischen Gedankenspiels“ in dieser Form öffentlich an den Pranger stellt, wie es Weltwoche und BaZ machen, sollten wenigstens die Fakten stimmen – dass die übliche Vorgehensweise in diesen Blättern dreckig ist, weiss man ja inzwischen. Aber gut: Weltwoche und BaZ bedienen ja inzwischen vor allem „Leser“ und „Leserinnen“, da fallen Leseverständnis und Differenzierungen etwas schwer. Frau Schutzbach sollte das sportlich nehmen – Viel Feind, viel Ehr! – und sich vor allem an ihren eigenen, leider in diesem Fall mehr kopflosen als präzisen Text halten: Wer oder was hätte – und hat – sie daran gehindert, nicht ins offene Messer zu laufen und den „Dialogfeinden keinen Dialog anzubieten“.

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    3. Völlig unkritisch die TagesWoche zu verteidigen, ist auch nicht intelligent.

      „untersteht glücklicherweise nicht Ihrer Entscheidungsgewalt“
      Mit so einem Argument kann man alle ausbremsen und es bleibt bei Vetterli-Wirtschaft.

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    4. TagesWoche? Wo habe ich die TagesWoche verteidigt? Die hat das doch gar nicht nötig. Auch habe ich nicht unbeträchtliche Mühe, Ihrer Definition des Wortes „Argument“ zu folgen. Vom Zusammenhang mit dem typisch schweizerischen Phänomen der „Vetterli-Wirtschaft“ ganz zu schweigen.

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  13. … oder wenn Eitelkeit und Geltungsdrang auf einem selbst zurückfallen.

    Wenn mit dieser Geschichte etwas endgültig entlarvt wird, dann der sogenannte «öffentliche Diskurs» als Realsatire und digitaler Kindergarten.

    Schon seit Swifts Zeiten gilt: Wer öffentliche Ämter bekleidet, der hält Privates (und dazu gehören auch Allmachtsfantasien) privat und schwätzt nicht darüber in der Öffentlichkeit (auch nicht digital).

    Frau Schutzbach hält sich offensichtlich für eine der Grössten. Damit steht sie allerdings ziemlich allein.

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    1. Nein steht Sie nicht – denn ALLE Menschen die diesen Planeten bis jetzt bewegt haben mussten von Ihrer Wahrnehmung überzeugt sein (Allmachtsfantasien) sonst wäre diese Bewegung jeweils nicht von Erfolg gekrönt gewesen.
      So ist Sie mit Sicherheit nicht allein, denn Bewegung tut aktuell überall not – besonders was das Verhältnis zischen Frauen und Männern anbelangt! 🙂

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